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Kolumnen

Kolumnen

Über zwei Dutzend Freigeister mit viel Herz und Verstand schreiben in Form fester Kolumnen für den Rubikon. Sie blicken über den engen massenmedial verordneten Tellerrand hinaus, klären auf und ermutigen. Jeder schreibt auf seine persönliche Art, ganz nach seiner eigenen Façon.

Ordnung & Chaos
Florian Ernst Kirner

Ordnung & Chaos

Ein deutscher Romantiker schrieb einst, nur jenes Durcheinander qualifiziere sich als Chaos, aus dem eine neue Welt entspringen könne. Unser Autor Florian Ernst Kirner bringt den richtigen Erfahrungshintergrund mit, um diese Unterscheidung aus verschiedensten Perspektiven kenntlich zu machen. Als Prinz Chaos II. ist er Musiker und Kabarettist. In Südthüringen baut er in einem Gemeinschaftsprojekt auf Schloss Weitersroda an einer Welt in der Welt. In Köln und Tokio hat er Anglo-Amerikanische Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Japanologie studiert.

Der kleine und der große Frieden
Peter Frey

Der kleine und der große Frieden

Hier geht es um Frieden. Welche Faktoren gefährden ihn? Wie und wodurch wirken Menschen und die durch sie gestalteten Systeme friedenserhaltend oder kriegstreibend? Welche Rolle spielt dabei jeder Einzelne von uns? Wie greifen Ideologien, Politik, Wirtschaftstätigkeiten, Geldsysteme ineinander, und welche Wirkungen hat dies? Wie beeinflussen menschliche Eigenschaften wie Machtgier, Egoismus, Bequemlichkeit, Angst und Hass gesellschaftliche Systeme? Ist die Welt, wie sie uns in den Medien dargestellt wird, tatsächlich so, oder unterliegen wir einer gigantischen Täuschung, an der wir auch noch selbst beteiligt sind? Wo beginnt Krieg eigentlich, und haben wir die Fähigkeiten, Kriege wirkungsvoll einzugrenzen, zu beenden bzw. gar nicht erst ausbrechen zu lassen? Sind wir dem Getriebe der großen Politik wirklich so hilflos ausgeliefert, und wo liegen unsere Grenzen tatsächlich? Peter Frey stellt viele Fragen, schaut dabei auch immer wieder auf sich selbst und möchte uns inspirieren, Gleiches zu tun. Denn den größten Hebel zur Veränderung sieht er bei der, die wir selbstbestimmt bei uns suchen.

Bildungslücken
Ralf Wurzbacher

Bildungslücken

Bildungslücken gibt es reichlich und immer mehr: Wenn das Schulklo leckt, wenn Lehrer vor überfüllten Klassen und Erzieherinnen vorm Burnout stehen, wenn jeder dritte Student sein Studium hinschmeißt, sich Dozenten zum Hungerlohn verdingen und der Azubi dem Chef das Auto wienert. Bildungslücken hat, wer sich an madenmampfenden RTL-Dschungelcampern ergötzt und der Bertelsmann Stiftung abkauft, sie wolle „Bildungsgerechtigkeit“. Wer sich einbildet, er lebe in der „Bildungsrepublik“, dass „Exzellenz“ eine gute Uni ausmacht und „demographische Rendite“ Kindeswohl verheißt. Auf Bildungslücken bauen Unternehmer, die über „Fachkräftemangel“ klagen, Arbeitsmigranten als Lohndrücker missbrauchen und ihren Firmensitz in Steueroasen verbuddeln. Bildungslücken schmecken Politikern, die heute „Industrie 4.0“ und „digitales Klassenzimmer“ propagieren und morgen als Politikberater bei Facebook absahnen. Der Begriff „Bildung“ ist eine riesige Nebelkerze, die davon ablenkt, dass Bildung heute längst und in erster Linie ein gigantisches Geschäft ist und die Verdummung, Indoktrination und Apathie der Menschen sind das Geschäftsmodell. Als Gegenrezept empfiehlt Ralf Wurzbacher: Bewusstseinsbildung!

Zum Glück Widerstand
Christiane Borowy

Zum Glück Widerstand

Glück ist eine stärkende Kraft, die Menschen immun gegen Manipulationen und Spaltungen aller Art macht. Geschichten von Glück werden selten erzählt, denn sie haben soziale Sprengkraft. Glückliche Menschen sind ausgesprochen widerständig gegenüber antisolidarischem und unsozialem Verhalten, denn wer glücklich ist, will auch das Glück anderer. Die Suche nach Glück blendet Leid und Ungerechtigkeit in der Welt nicht aus, im Gegenteil. Der Friedensaktivist Thich Nhat Hanh bringt es auf den Punkt: „suffering is not enough“. Es gehört zu unserer sozialen Verantwortung, auch das zu Glück suchen. Denn Glück ist ein Weg, einem kranken System Gesundheit entgegenzustellen. Christiane Borowy wird Geschichten, Momente und Menschen des Glücks aufspüren und dabei dessen Widerstandspotential und durchaus sozialexplosiven Charakter sichtbar machen.

Jenseits der Matrix
Elias Davidsson

Jenseits der Matrix

Als Folge seiner 12-jährigen Untersuchung der Ereignisse vom 11. September 2001 befasst sich Elias Davidsson in seiner Kolumne mit dem Phänomen des verdeckten Staatsterrorismus als psychologisches Herrschaftsmittel. Ihn beschäftigt dabei unter anderem, welche Strukturen hinter entsprechenden Operationen stehen, welche Ziele diese verfolgen und wie es ihnen gelingt, sämtliche Bereiche der Meinungsbildung — Politik, Medien, Universität — zu beeinflussen.

Knacknüsse
Verena Tobler Linder

Knacknüsse

Mit der neoliberalen Hyperglobalisierung kristallisieren sich um das Nord-Südgefälle zahlreiche Knacknüsse heraus. Um nur einige davon zu nennen: Die wirtschaftliche Polarisierung zwischen und innerhalb der Staaten nimmt derart zu, dass Einwegmigration resultiert. Wer aus entfernten Randregionen nach Europa immigriert, lässt sich kaum integrieren, wenn er nur mit der sogenannten Leitkultur traktiert wird. Die Konflikte zwischen den Rändern und den Zentren des Kapitals werden vom Westen als Terrorismus konstruiert und erfolglos bekämpft. Wir deklarieren weltweit Menschenrechte, ohne über die Politökonomie des Rechts nachzudenken. Ebenso wichtig die Frage: Warum fällt es uns, Männern und Frauen, so schwer, über den Gartenzaun der eigenen Moral hinauszudenken? Wie erarbeiten wir uns eine Moralität, die ethischen Kriterien genügt, so dass wir uns selbst und den fremden Anderen gerecht werden können? Und: Wie kommen wir, mitten im liberalen Tohuwabohu, zu jener Komplexitätsintelligenz, die uns hilft, das Chaos ein wenig zu bändigen? Verena Tobler Lindner wird einige dieser Nüsse zu knacken versuchen.

In Russland vor Ort
Ulrich Heyden

In Russland vor Ort

Seit den dramatischen Ereignissen in Kiew 2014 hat sich die Tendenz, Russland und die Ukraine mit der deutschen Brille zu sehen und mit „westlichen Werten“ zu messen, noch verstärkt. Dabei gibt es für den Westen keinen Grund, sich selbstsicher zurückzulehnen: Statt den durch die EU-Assoziation erhofften Wohlstandsgewinn einzustreichen, hat sich die Ukraine von sozialer Gerechtigkeit und demokratischen Zuständen noch weiter entfernt. In Russland ist durch die Wirtschafts-Sanktionen genau das eingetreten, was der Westen angeblich verhindern wollte: Wirtschaftsbereiche, die bisher daniederlagen, wie die Landwirtschaft und der Hightech-Sektor, entwickeln sich. Die hysterische Berichterstattung deutscher Medien, der Truppenaufmarsch in Polen und Litauen sowie der gewaltsame Sturz einer gewählten Regierung in Kiew 2014 werden von konservativen Kräften in Russland, die alle in den 1990er-Jahren gewonnenen bürgerlichen Freiheiten am liebsten wie Abwaschwasser in den Gulli kippen würden, als Steilvorlage genutzt. Über die ausgeblendeten Themen und Konflikte wird Ulrich Heyden berichten.

Unerhört und nachgeschaut
Katrin McClean

Unerhört und nachgeschaut

Die politische und kulturelle Szene unseres Landes unterwirft sich zusehends den ideologischen Dogmen, die von den Leit- wie auch den öffentlich-rechtlichen Medien Tag um Tag weiter manifestiert werden. Unpassendes fällt dabei der stillschweigenden Ausgrenzung zum Opfer. Erschreckend ist auch, wie viele Intellektuelle und Kulturarbeiter unbesehen in Fake News-Warnungen einstimmen — als hätten sie sich in ihrem Leben noch nie mit den Gefahren von Zensur auseinandergesetzt. In ihren Beiträgen spürt Katrin McClean Ausgegrenztes auf: Themen, Dokumente, Augenzeugen, unbekannte literarische Stimmen — und holt es ans Licht.

Die Arena
Wolf Wetzel

Die Arena

Es gibt verschiedene Web-Plattformen und kleinere Zeitungsprojekte mit verschiedenen politischen Ausrichtungen. Jedes Medium hat sein eigenes Pferd im Rennen, striegelt und füttert es. Meist ist das politische Flussbett sehr eng, und kontroverse Positionen kommen kaum vor. Wir halten dagegen: Wir möchte die Pferde aus den verschiedenen Ställen herausholen, sie uns anschauen und reiten. Unser eigenes Pferd ist insofern nicht das schönste und einzige, sondern eines unter vielen. Wolf Wetzels Anliegen ist es, Streitfähigkeit wieder attraktiv und als belebend erfahrbar zu machen. Auch geht es darum, Kritik an der eigenen Position nicht als Zumutung, sondern Herausforderung zu begreifen, sich den Argumenten anderer zu stellen und zu öffnen, die eigene Schlüssigkeit zu überprüfen und die eigenen Prämissen zu hinterfragen.

Wir lieben zurück!
Jens Wernicke

Wir lieben zurück!

Wir lieben das Leben. Darum schreiben und engagieren wir uns für eine bessere Welt. Das macht bei anderen gelegentlich Eindruck und so manch einer verliebt sich daher in uns. Dann erhalten wir Liebesbriefe oder werden nach allen Mitteln der Kunst denunziert. Das freut uns stets sehr, bedeutet es doch, dass unsere Arbeit wahrgenommen wird und wirkt: Gemeinsam verändern wir die Welt! Unsere Zurück-Liebeserklärungen an unsere glühendsten Verehrer werden von Jens Wernicke in dieser Kolumne zusammengefasst.

Die Brechecke
Ullrich Mies

Die Brechecke

Wer einen großen Teil seiner Zeit damit verbringt, sich mit dem herrschenden Wahnsinn in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu befassen, hat ein Problem. Er oder sie muss den gesamten aufgenommenen Unrat irgendwie verdauen. Viele Menschen werden darüber depressiv, manche möchten sogar Hand an sich legen, um dem laufenden Schwachsinn zu entrinnen. Herr M. alias Ullrich Mies hat für sich eine andere Exit-Strategie gewählt: In „Die Brechecke. Herrn M. ist schlecht.“ spuckt er den Köchen das von ihnen angerichtete Essen vor die Füße.

Die Wunderlampe
Volker Bräutigam

Die Wunderlampe

Aus der Glotze, der Wunderlampe, bezieht die Mehrheit der Bundesbürger ihr Weltbild und ihre politische Einstellung. Die Nachrichtensendungen Tagesschau, Tagesthemen usw. erreichen täglich mehr als zehn Millionen Menschen. Der gesetzliche Auftrag an die Redaktion ARD-aktuell lautet: „einen objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“ Erfüllt wird dieser Auftrag allerdings nicht. Defizitäre, parteiische und manipulative Berichterstattung gefährden Demokratie und friedliches Zusammenleben. Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer stellen Gegenöffentlichkeit her.

Untergrundkapitalismus
Hans See

Untergrundkapitalismus

Niemand hat die im Kalten Krieg als „gefährlich“ eingestufte und daher zu Berufsverboten führende Theorie vom Staatsmonopolistischen Kapitalismus jemals kürzer und zutreffender definiert als der rechtskonservative CSU-Chef und Ministerpräsident Bayerns Horst Seehofer. Vor großer TV-Öffentlichkeit sagte er am 20. Mai 2010 im ZDF: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt. Und diejenigen, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden.“ Im Klartext: In kapitalistischen Demokratien haben sich Parlamente und Regierungen, wenn sie Investoren nicht abschrecken oder in den Untergrund, in das System der kriminellen Ökonomie, treiben und dann bei nächster Gelegenheit abgewählt werden wollen, nach den Interessen und Entscheidungen der Großkonzerne und deren Strategen zu richten. Deshalb wünscht sich Kanzlerin Merkel eine „marktkonforme Demokratie“. Hans See setzt dieser Dystopie eine reale Utopie entgegen: eine demokratiekonforme Wirtschaft, die es seitens der Zivilgesellschaft über das Nahziel einer krimnalpräventiven Mitbestimmung in Konzernen zu erkämpfen gilt.

Zeitzeuge
Dirk C. Fleck

Zeitzeuge

Wir klammern uns an den letzten Strohalm. Während die Natur- und Wirtschaftshaushalte weltweit zusammen brechen, wollen wir einfach nicht wahrhaben, was sich um uns herum tut. Unser Blickwinkel ist extrem beschränkt. Wirklich vertraut sind wir nur mit dem kapitalistischen Cola-Imperium, seinen Gesetzen und scheinheiligen Werten. An ihm orientieren wir uns, das ist unser Maßstab. Den Mut, seinen eigenen Impulsen nachzugehen und sich auf die Suche nach der ganz eigenen Wahrheit zu begeben, bringen in dieser verängstigten, überwachten und auf Sicherheit bedachten Leistungsgesellschaft nur noch wenige Menschen auf. Dirk C. Fleck begreift sich als Zeitzeuge unserer an ihrer Gier erstickenden Hochzivilisation und will Mut machen, zu sich zu stehen und eigene Wege zu gehen.

Schöne neue Welt
Wolfgang Romey

Schöne neue Welt

Digitaltechnik - das meint elegante, glänzende, nützliche, teure Geräte und billige, nette Spielereien. Warum nicht das allerneueste Smartphone kaufen oder die digitale Assistentin nutzen? Wenn man bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Digitaltechnik genauer hinschaut, müssten Zweifel entstehen. Die Herstellung ist mit schweren Menschrechtsverletzungen und massiver Verseuchung oder Zerstörung der Umwelt verbunden, gleiches gilt für die Entsorgung. Genutzt werden die schönen digitalen Geräte für umfassende Überwachung und das Sammeln von Nutzerdaten. Ihr Einsatz ist mit großen Sicherheitsrisiken verbunden. Und die intensive Nutzung führt auch zur Veränderungen des Denkens und einem Umbau der Hirnstruktur. Die superreichen Chefs von Facebook, Google, Amazon zielen darauf ab. In dieser Kolumne klären Wolfgang Romey und Christopher Kühn regelmäßig zu Thema und Hintergründen auf.

Literatur-Salon
Rubikons Literaturredaktion

Literatur-Salon

Wo ist die Literatur, die sich kritisch mit unserer Gesellschaft auseinandersetzt? Betrachtet man heutige Bestseller-Listen, drehen sich die Themen um Nazi-oder DDR-Vergangenheit, Erotik, Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern oder historische Stoffe. Die Brüche unserer eigenen Gesellschaft werden im Literaturland der Dichter und Denker wenig, und wenn überhaupt, dann am ehesten in Krimis beschrieben. Nicht selten setzt sich zudem im arriviert Literarischen das Narrativ des „öffentlich-rechtlichen“ Weltbildes fort. Hier schafft Katrin McClean im Rubikon eine neue Plattform. Eigensinnige Autoren, die gesellschaftliche Realitäten mit spitzer Feder aufs Korn nehmen, vom täglichen Irrsinn bis hin zum politischen Abgrund, sind eingeladen, sich in unserem „Literatur-Salon“ der kritischen Masse vorzustellen.

Junge Federn
Rubikons Jugendredaktion

Junge Federn

Die Monokultur des Mainstreams sorgt nicht gerade für ein sehr beeindruckendes kritisches Potential. Grundregeln des journalistischen Handwerks scheinen in Vergessenheit zu geraten, wenn der herrschende Diskurs es erfordert. Leider gilt das auch für junge Alpha-Journalisten in spe, die auf den ausgelaugten Böden der vermeintlichen Qualitätsmedien nachwachsen. Jugendredakteur Aaron Richter möchte deshalb auch jungen Federn der neuen Generation die Gelegenheit gegeben, den Rubikon als Plattform jenseits des Mainstreams zu nutzen.

Der gemeine Kreative
Der gemeine Kreative

Der gemeine Kreative

Bestseller müsste man schreiben! Oder Filme und Serien für Millionen Zuschauer. Dann wäre man fein raus, ja, mindestens wohlhabend und müsste bei Schlechtwetter nicht mal mehr aus dem Haus. Der gemeine Kreative schreibt — unter anderen Namen — Bestseller, Filme und Serien für Millionen — und beleuchtet in seinen Rubikon-Texten in loser Folge, weshalb Leute wie er weder ein Haus, noch ein gescheites Auto, geschweige denn ein Pferd oder eine Altersvorsorge haben. Das ist komisch, und zwar doppelt, erst recht aber erhellend und regelrecht nützlich — für all jene nämlich, die vom erfolgreichen „Kreativsein“ im Reich der multimedialen Großkonzerne immer noch träumen — oder das Schreiben einfach nicht lassen können.

Einwand zur Lage
Hannes Hofbauer

Einwand zur Lage

Die Welt gerät aus den Fugen. Medien und Politik verbreiten Nebelschwaden. Stattdessen braucht es den Blick auf dahinterliegende ökonomische Interessen. Nur so kann der Diktatur des Kapitals wirksam begegnet und die kollektive Souveränität wiedergewonnen werden. Hannes Hofbauer meldet sich dazu zweiwöchentlich zu Wort.

Verquerssignale
Magda von Garrel

Verquerssignale

„Verquerssignale“ als Anspielung auf „Verkehrssignale“? Ja, genau! Und warum auch nicht, wenn es darum geht, den mit vermeintlichen Sachzwängen gepflasterten Weg zu verlassen und stattdessen nach unreglementierten Perspektiven Ausschau zu halten? Ganz in diesem Sinne befasst sich Magda von Garrel in ihrer Kolumne mit ausgesuchten Einzelthemen, die ihrer Ansicht nach bislang entweder zu selten oder zu einseitig wahrgenommen werden. Bei diesem Ansatz ist sowohl mit überraschenden Erkenntnissen als auch mit provozierenden Meinungsäußerungen zu rechnen. Im Idealfall ergeben sich daraus lebhafte Diskussionen, an denen sich viele Leserinnen und Leser beteiligen.

Orientierung im Orient
Karin Leukefeld

Orientierung im Orient

Berichte, Interviews, Reportagen und Einschätzungen vom Leben hinter den Schlagzeilen aus dem Mittleren Osten sollen über historische und aktuelle Hintergründe unzähliger Konflikte aufklären. Befeuert von regionalen und internationale Interessen haben Kriege sich wie ein Flächenbrand über der Region ausgebreitet. Kulturelle und religiöse Unterschiede und Volksgruppen werden instrumentalisiert. Menschen, die Jahrhunderte in gegenseitigem Respekt und Toleranz miteinander verbunden waren, werden gegeneinander aufgehetzt und vertrieben. Gleichzeitig gibt es fast überall auch gesellschaftliches Engagement, mit dem die Menschen versuchen, jenseits von Krieg, Intervention und Bevormundung ihr eigenes Leben und das ihrer Nachbarschaft respektvoll zu gestalten. Karin Leukefeld berichtet aus der Region.

Werkzeug- und Prämissenkunde
Wolf Wetzel

Werkzeug- und Prämissenkunde

Neuerdings scheint es unvermeidbar geworden zu sein, zu ein- und derselben Frage völlig widersprüchliche und aneinander vorbeigehende Antworten zu finden. Derlei Vielfalt und Verschiedenheit ist jedoch oft mehr verwirrend als erhellend. Das liegt weniger an den unterschiedlichen Positionen, die eingenommen werden, sondern meist daran, dass die Prämissen dieser Positionen und Weltsichten unausgesprochen bleiben. In dieser Rubrik geht es darum, die verschiedenen „Werkzeuge“ zu erkunden, (bspw. Ideologiekritik, Staatskritik, politische Ökonomie, Systemanalyse, Diskurstheorie, Rassismustheorie und Intersektionalität) die, es ermöglichen, anhand eines Textes dessen Auslassungen, Hintergründe und Absichten sichtbar zu machen. Es geht darum, sich gemeinsam grundsätzliche Analysefähigkeit wieder anzueignen. Wolf Wetzel wird anhand unterschiedlicher Texte die verschiedenen Werkzeuge vorführen und lädt zur Nachahmung ein.

América insurrecta
Harald Neuber

América insurrecta

Lateinamerika war in seiner Geschichte gleichermaßen Projektionsfläche für koloniale Eroberer, europäische Ausbeuter und Revolutionsromantiker. Doch der Kontinent hat auch eine eigene, verdeckte Geschichte des Widerstands gegen die Vereinnahmung von außen: die indigenen Bewegungen, die Revolten, angefangen beim letzten Inka-Herrscher Tupac Amarú in Peru 1571 bis hin zu den Neo-Zapatisten in Mexiko 1994. Lateinamerika war nach dem Putsch in Chile am 11. September 1973 das erste Experimentierfeld der neoliberalen Chicago Boys um Milton Friedman, die ihre Theorien mit Hilfe des Terrors der Pinochet-Junta umsetzten. Während des „verlorenen Jahrzehnt“ der 80er Jahre formierte sich erneut Widerstand, der nach 1998 in einer Renaissance progressiver Kräfte gipfelte, die sich seither an mehreren Fronten behaupten müssen: inneren Widersprüchen der Reformprozesse, wirtschaftlichen Herausforderungen und einer gnadenlosen Subversion von außen gegen Nerudas und Theodirakis’ aufständisches Amerika – América Insurrecta. Harald Neuber führt in die Materie ein.

Kommentar zum Weltsystem
Immanuel Wallerstein

Kommentar zum Weltsystem

Der bekannte US-amerikanisch Soziologe Immanuel Wallerstein, Emeritus der Yale University, des Fernand Braudel Centers in Binghampton (New York) sowie der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris, veröffentlicht regelmäßig Beiträge zur Weltlage auf seinem Blog. Die Rubikon-Redaktion übersetzt die auf Englisch geschriebenen Kommentare für das deutschsprachige Publikum.

Durchschaut
Marcus Klöckner

Durchschaut

In „Durchschaut“ kommentiert Marcus Klöckner regelmäßig aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Durchschauen bedeutet im Rubikon: Realitätskonstruktionen der Eliten dekonstruieren und den Blick auf das Fundament der herrschenden Verhältnisse freilegen. Durchschaut ist pointiert, durchdacht und auf den Punkt. Ein Baustein zur intellektuellen Selbstverteidigung.

Auf dem Prüfstand
Andreas von Westphalen

Auf dem Prüfstand

Meinungen regieren die Welt. Nach jedem Terroranschlag wird mehr Überwachung gefordert. Dabei wird gerne übersehen, dass weder Vorratsdatenspeicherung noch Videoüberwachung zu mehr Sicherheit führen und zu allem Überfluss seit rund 15 Jahren die Täter bei Anschlägen bereits geheimdienstbekannt waren. Aber auch in vielen anderen Bereichen halten die Aussagen führender Politiker einer Überprüfung der Fakten nicht stand. Daher wird Andreas von Westphalen regelmäßig aktuelle Themen aufgreifen, Meinungen analysieren und die grundlegenden Fakten prüfen, um die eigentlichen Probleme und Fragestellungen auszuarbeiten, die gerne unter einem Dunst von Meinungen unter den Tisch fallen.

Faktencheck
Maren Müller

Faktencheck

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“ schrieb einst der Soziologe Niklas Luhmann. Aber waren oder sind wir, gerade in Zeiten des wachsenden Vertrauensverlustes gegenüber den Leitmedien, wirklich wissend, oder leben wir nur in einer Illusion von Informiertheit? Nehmen wir als Rezipienten nicht lediglich die Realität wahr, welche uns die Nachrichtenauswahl der Redaktionen selektiert? Wie stellt man sicher, dass diese Informationen der Wahrheit entsprechen und nicht nur einem lang gepflegten Narrativ? Wer legt fest, wessen Wahrheit publikationswürdig und wessen Meinung inakzeptabel ist? Wer hat Zugriff auf Primärquellen, und wer beruft sich auf zweifelhafte Dritte? Was ist eine relevante Nachricht, und was ist Story-Telling? Wo beginnen Manipulation und Propaganda? Diesen und anderen Fragen geht die Vorsitzende der Ständigen Publikumskonferenz, Maren Müller, mit wachsender Neugier nach.

Controlled Demolition
Sven Böttcher

Controlled Demolition

Ein fundamental marodes Gebäude stürzt unweigerlich ein oder um – wenn es nicht rechtzeitig kontrolliert gesprengt wird. Wir aber verabschieden uns eben nicht kontrolliert von unserem längst nicht mehr tragfähigen System, sondern murmeln „alternativlos“, halten uns die Augen und Ohren zu und wohnen auch noch in der Bruchbude. Sven Böttcher fordert dringend zum Verlassen des Gebäudes auf und platziert die Sprengsätze der Reihe nach, präzis und schadensminimierend.

Welt(Un)Ordnung
Werner Rügemer

Welt(Un)Ordnung

Der transatlantische Kapitalismus hat seine bisherige - ohnehin undemokratisch erzwungene - Legitimation bei den Mehrheiten der Bevölkerungen verloren, im eigenen Herrschaftsgebiet und auch weltweit. Die "Offene Gesellschaft" entblättert sich schlimmer, als es der halluzinierte schlimmste Feind je wirklich war. Der volkswirtschaftliche und moralische Niedergang gebiert weltweit militärische und geheimdienstliche Aggression. Aber demokratische Alternativen haben es schwer, werden zudem raffiniert bis brutal bekämpft. Und wie steht es überall mit den abhängig Beschäftigten, vor allem in der "westlichen Wertegemeinschaft", in der sie keinen Wert mehr haben - wie arbeiten, leben und fühlen sie? Und wie können und könnten sie kämpfen und an Stimme und Gewicht gewinnen? Werner Rügemer klärt auf.

Gegen den Strich
Matthias Burchardt

Gegen den Strich

Eine wesentliche Strategie neoliberaler Herrschaft bildet die Besiedelung und Umprogrammmierung tradierter und emanzipatorischer Konzepte. Analytische und sprachliche Trennschärfe können — in Verbindung mit der Aufdeckung der Interessen im Hintergrund — verhindern, dass gute Absichten mittels Massenindoktrination in ihr Gegenteil verkehrt werden und sich in den Bereichen von Bildung, Kultur, Gesundheit und sozialer Arbeit unter dem Deckmantel des Humanismus weiterhin ungehindert die Unmenschlichkeit ausbreiten kann. Beispielsweise beruft sich das Konzept der „individuellen Förderungen“ zwar auf emanzipatorische Bildungskonzepte, realisiert de facto jedoch — organisiert von OECD und Bertelsmann — Entsolidarisierung und totale Vereinzelung. Matthias Burchardt entkleidet solche Lügen und Konzepte der Macht.

Aus der Warte der Kinder
Ursula Wesseler

Aus der Warte der Kinder

Man kann sehr viel über eine Gesellschaft erfahren, wenn man sich anschaut, wie sie mit ihren Kindern umgeht. Aus der Warte der Kinder auf das Ganze zu blicken, ist wie der Blick auf die Fieberkurve eines vermutlich Kranken: ein sicheres Indiz für einen Zustand. Ob dieser Zustand noch haltbar oder schon chronisch krank ist: da streiten sich die Experten. Doch die Indizien sind da. Die Veränderungen im Leben der Kinder sind manchmal rasant, oft sehr subtil und vor allem sehr mächtig. Diese Veränderungen sind nicht zufällig, sondern direkte Auswirkungen aktueller Entwicklungen in Arbeitswelt, Bildungs- und Familienpolitik, im Wohnungsbau, bei den Sozialgesetzen etc. Und sie verändern das Bewusstsein vieler Menschen grundlegend: Wer heute über Bildung spricht, hat eine völlig andere innere Haltung als noch vor zehn Jahren. Blicken wir also in die Welt der Kinder und teilen ihre Freude, ihr Erschrecken, ihre Unbefangenheit und ihre Ängste. Wir werden viel über uns selbst lernen. Ursula Wesseler weist den Weg.

Falsches Spiel
Holger Balodis

Falsches Spiel

Politik, Lobbyisten und interessierte Wirtschaftskreise füttern uns in der Rentenpolitik mit falschen Informationen. Sie wollen uns weismachen, eine bessere Alterssicherung für alle sei nicht möglich. Sie singen das hohe Lied von Eigenverantwortung und privater Vorsorge. Und verschweigen, wem das nutzt. So werden Millionen Arbeitnehmer und Rentner in die Armut geschickt, während die, in deren Interesse das falsche Spiel betrieben wird, Milliardengewinne einstreichen. Holger Balodis klärt auf.