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Zweitausendachtzehn

Zweitausendachtzehn

Wird das neue Jahr ein Jahr der Gegensätze oder Gemeinsamkeiten?

Ein neues Jahr ist da und mit ihm die Hoffnung, dass dieses Mal vielleicht alles ein wenig besser wird. Noch sind die guten Vorsätze nicht ganz verklungen, noch umweht uns die Frische eines neuen Anfangs.

Doch schnell ereilt uns die Wirklichkeit unserer Welt. Neben gravierenden innenpolitischen Problemen und der Schwierigkeit, eine gemeinsame Regierung zu bilden, beschäftigen uns die globalen Probleme weiter: Artensterben, Umweltverschmutzung, Erderwärmung, Gletscherschmelze, ansteigende Meeresspiegel, Zyklone, Dürren, Überschwemmungen, extreme Armut, Hunger und Kriege, die ganzen Völkern den Boden unter den Füssen entreißen, immer neue Krankheiten und Seuchen und ein zunehmendes allgemeines Unwohlsein. Auch wenn die Feste für uns üppig ausgefallen sind, so können wir auch an diesem Jahresbeginn nicht daran vorbeisehen, dass die Erde und die meisten ihrer Bewohner leiden.

Doch was kann der Einzelne angesichts dieser gigantischen Probleme tun? Deutschland ist, so meinen wir, ja bereits Vorreiter in Sachen Umweltschutz, finanziert großzügig die Gemeinschaften, zu denen es gehört und öffnet mehr Hilfesuchenden die Türen als viele andere Länder. Sollen die anderen es doch erst einmal ebenso gut machen. Schließlich können wir nicht die Probleme der ganzen Welt lösen.

Und so ziehen sich viele aus dem großen Leben in ihr kleines Leben zurück, in dem die Dinge vielleicht noch einigermaßen in Ordnung scheinen. Dabei lässt uns die Angst nicht los, dass es uns auch bald treffen könnte. Wir schließen Versicherungen ab, horten Erspartes, schotten uns ab, wählen extrem rechts, lassen uns freiwillig allerorts überwachen und drängen jene zurück, die uns unseren Wohlstand streitig machen könnten. So als wollten wir nicht sehen, dass die Probleme der Welt auch mit uns etwas zu tun haben.

Gestalterische Möglichkeiten

Wenn man die Ziffern des Jahres 2018 zusammenzählt, ergibt sich die Quersumme 2. Die Zahl steht gleichzeitig für Gegensätzlichkeit und für Gemeinsamkeit. Sie bedeutet, dass wir die Wahl haben: weiter polarisieren und versuchen auszuschließen, was uns nicht passt, oder uns der Zusammenhänge bewusst werden. Sie werden ja immer offensichtlicher und sind inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen. Doch die Erkenntnisse der neuen physikalischen Gesetze offenbaren uns nicht nur, dass alles untrennbar miteinander verbunden ist und nichts getrennt vom Ganzen existiert. Sie machen auch deutlich, dass unser Universum und alles, was in ihm existiert, Energie ist, Vibration.

Die Dinge gestalten sich entsprechend der Informationen, die sie tragen. Hiermit wird klar, dass unsere schöpferischen Gestaltungsmöglichkeiten nicht auf unser Tun reduziert sind. Als eine Form von Energie ist vor allem unsere geistige Kraft, unser Denken, Fühlen und Sagen formgebend und richtungsweisend.

Die Welt, die wir um uns herum wahrnehmen, entsteht in unserer Vorstellung. Sie ist eine Spiegelung unseres kollektiven Bewusstseinsstandes. Jeder einzelne erfährt in ihr die Reflexion seiner eigenen Gedanken, Ideen, Wünsche, Träume, Vorurteile und Ängste. Alle zusammen schaffen wir das, als was uns die Welt heute erscheint.

Niemand kann sich dieser Verantwortlichkeit entziehen. Wir sind alle Teile des Gesamten und gestalten es nicht nur mit unserem äußeren Wirken, sondern auch durch unsere innere Haltung mit. Wenn ich hier etwas bewege, hat das Auswirkungen am anderen Ende des Planeten. Niemals wurde uns diese Tatsache so klar vor Augen geführt wie heute. Daraus ergibt sich eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: hinsehen. Hierin liegt der Sinn des Wortes Apokalypse: den Schleier beiseite schieben.

Die Dinge von innen heraus verändern

Damit offenbart sich jenseits des Anscheins der Dinge eine neue Realität: nicht die anderen sind schuld an den Missständen unserer Welt. Nicht an ihnen ist es, die Dinge zu verändern. Keine Politik, keine Wissenschaft und keine technische Errungenschaft können Lösungen für Probleme bringen, die aus uns heraus entstanden sind. Wenn wir nicht in uns selbst anfangen, wird es keine Wendung zum Besseren geben können.

Kein Retter wird sich zu uns hinabschwingen und uns aus unserem Schlamassel befreien. Denn das uralte Modell von Opfern, Tätern und Rettern ist brüchig geworden und macht einem neuen Denken Platz, das den verantwortungsbewussten erwachsenen Menschen ins Zentrum stellt. Ihm ist klar, dass die äußere Welt sich dann ändern wird, wenn er Frieden und Harmonie in seine innere Welt bringt.

Wir können jetzt sofort damit beginnen, uns um unsere eigenen inneren Abgründe und Wüsten zu kümmern, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Jede Reibung, jede Auseinandersetzung, jeder Verlust, jedes Unwohlsein, jeder Schmerz ist eine Gelegenheit, sich ein Stück mehr mit sich selbst und seinen dunklen Seiten anzufreunden.

Wir können lernen, das Ungeliebte, das Schwache und Fehlerhafte in uns anzunehmen, es zu umarmen und zu integrieren, anstatt zu versuchen, es zu bekämpfen oder wegzuschieben. Es wird ja eh seinen Weg hinein finden, wenn nicht durch die Tür, dann über das Hinterfenster. Wie alles, was existiert, will es schließlich wahrgenommen werden. Und wenn es dann im Licht des Bewusstseins steht, löst es sich schließlich von ganz alleine auf wie die Dämonen der Nacht in der Morgensonne.

Mit dieser Haltung können wir uns nun auch innerlich aufrichten und damit einen entscheidenden Schritt nach vorne tun. Das noch junge Jahr ist eine gute Gelegenheit, sich in Bewegung zu setzen.

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