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Wo ist die Freiheit geblieben?

Wo ist die Freiheit geblieben?

Eine Mutter schildert ihre Erfahrungen in Zeiten von Notstand und Corona-Hysterie.

Man sagt ja, dass, wenn einem etwas auf der Seele brennt, man es niederschreiben soll. Das soll wohl helfen. Ob dies der Fall ist, weiß ich nicht. Jedoch veranlassen mich die aktuellen Zustände im Land und die Hysterie um das Coronavirus zu dieser persönlichen Reflexion.

Wo ist die Freiheit geblieben? Die Freiheit als Mensch und die Freiheit als Mutter?

Das erste Mal in meinem Leben erfahre ich eine Angst um meine Freiheitsrechte und um das weitere Leben meines einjährigen Sohnes. Auch wenn ich die normale Beschulung erlitten habe und es mir damals nicht bewusst war, in welchem Zwangssystem ich da steckte und mir meine Freiheit tagtäglich genommen wurde, bin ich heute viel reifer und im Bewusstsein, dass ich eigentlich in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung lebe.

Doch seit ich Mutter bin, bringt das Leben ganz andere Herausforderungen und Erfahrungen mit sich. Ich spüre das erste Mal eine Angst in mir aufkommen, in welcher Welt wir bald leben könnten und momentan leben. Wer hätte noch vor wenigen Wochen gedacht, dass wir durch einen Virus so in Angst und Schrecken versetzt werden und wir mal eben sämtlicher Freiheitsrechte beraubt werden. Und das über Nacht.

Selbstverständlich habe ich eine Verantwortung vor meinem Nachwuchs und mache mir Gedanken, wie es weitergehen wird. Denn ich habe den Anspruch, meinem Sohn ein gutes, friedfertiges, gesundes und lebendiges Leben zu ermöglichen. Wie geht das in einer Welt, wo die Massenmedien propagandistisch unterwegs sind und die breite Masse dies nicht erkennt? Wie geht das, wo immer noch der Politik eine Kompetenz zugesprochen wird und man nahezu untertänig sich danach zu richten hat?

Ein gewöhnlicher Spaziergang durch die Stadt

Wenn ich mit meinem Sohn in diesen Tagen durch die Stadt laufe und unsere Besorgungen mache, dann bekomme ich Angst. Ich sehe nur noch geschlossene Geschäfte — außer Apotheken, Friseure, Bäcker und Lebensmittelgeschäfte — und kaum mehr Menschen. Hin und wieder treffe ich Bekannte, die mir weismachen wollen, wie gefährlich das Virus wirklich ist und gehe ernüchtert weiter.

Da ist es wie Balsam auf der Seele, wenn ich in ein fünfminütiges Gespräch mit der Kassiererin in einem Drogeriemarkt verwickelt bin und wir uns ob der Situation einig sind, dass hier eine Volksverarschung stattfindet und vieles so nicht stimmt, wie es propagiert wird. Übrigens standen wir so eng beieinander, dass ein Lineal noch gerade so der Länge nach zwischen uns gepasst hätte. Und es ist völlig klar, dass ich mich in dieser Situation der Verbundenheit nicht angesteckt habe mit diesem angeblichen Killer-Virus.

Der Gang durch die Stadt geht weiter

Nach dem Einkauf ging ich mit meinem Sohn weiter zum Markt und sah vor einem Obst- und Gemüsestand eine sehr lange Menschenschlange. Doch die Schlange war anders als sonst. Nicht, dass viele Menschen anstanden, nein, es waren ein paar wenige. Aber diese standen alle sehr weit auseinander. Ob es wirklich die zwei Meter waren, die nun vorgeschrieben sind, wage ich zu bezweifeln. Es waren mindestens drei! Und schon wieder bekomme ich Angst und frage mich, in welcher Welt ich da lebe. Als würde ein Virus irgendwelche Grenzen kennen oder Meterangaben und Abstände beachten? Die Menschen befolgen es, ganz wohlerzogen und hinterfragen nicht. Noch dazu stand ein Mann etwas im Abseits, packte sein Smartphone aus und machte ein Foto von der Menschenschlange. Ach so, in solch einer Welt also leben wir. Irgendwie ver-rückt. Wie soll ich dies meinem Sohn einmal erklären?

Lebensmittel einkaufen ist noch erlaubt, oder?

Als wir in unserem Bioladen ankamen, bekam ich ein Gespräch mit der Marktleiterin und einem Stammkunden mit, die sich darüber unterhielten, wie dramatisch es sei, dass nicht genug Tests für das Coronavirus zur Verfügung stünden. Schon wieder bekomme ich Angst, denn ich frage mich, wie kritisch heute die Menschen sind. Es ist doch bekannt, dass die Tests nicht validiert sind und sehr ungenau. Da sorgen wir uns hierzulande um irgendeinen wenig ernst zu nehmenden Test, während in anderen Ländern täglich zig Menschen an Hunger leiden und daran sterben. Da sorgen wir uns in unserer Wohlstandsgesellschaft um solche Nebensächlichkeiten, anstatt unser Gehirn einzuschalten und kritisch zu sein, mit dem, was uns erzählt wird. Und wieder frage ich mich: Wie soll ich das einmal meinem Sohn erklären?

Ich bekomme Angst, weil durch die aktuelle Situation plötzlich Freundschaften anfangen zu bröckeln, weil man sich in wesentlichen Dingen nicht mehr einig ist.

Auch so eine Nebenwirkung der Hysterie und Angstmache um das Virus. Weil man sich daran stört, dass die beste Freundin dem Schwindel aufsitzt und nicht merkt, dass das Virus von viel wichtigeren Themen ablenkt. Ja, verschiedene Meinungen zu haben, schadet nicht, sondern regt an. Wenn man aber bei grundlegenden Themen nicht mehr auf einen Nenner kommt — wie die Gesundheit, die Freiheit und das Zusammenleben —, dann beginnt eine Freundschaft nicht mehr so freudig zu werden, wie sie noch vor wenigen Tagen war. Wie verhält man sich da? Wie kann ein offener Dialog weitergehen? Die Freundin erwartet nun von mir handfeste Beweise, Wissenschaft und harte Fakten. Abgesehen davon, dass diese auch ihre Berechtigung haben und interessant sind, frage ich mich, wo denn der gesunde Menschenverstand und — was in meinen Augen viel wichtiger ist — das gesunde Bauchgefühl und die Instinkte geblieben sind? Wer das hat, der riecht doch förmlich den Braten, oder nicht?

Wir leben in einer Kleinstadt. Man begegnet also ständig Menschen, die man kennt, was zum Wohlsein aller beiträgt. So raste auf unserem Spaziergang ein Bekannter auf dem Fahrrad an uns vorbei, und er trug einen Mundschutz. Er bemerkte, dass wir ihn mit einem verwirrten Blick ansahen, machte kehrt und kam auf uns zu. Angstbesetzt — so meine Wahrnehmung — sagte er uns, dass wir jetzt alle dringend Mundschutz tragen sollten, denn das Virus sei so gefährlich und sonst nicht einzudämmen. Ich erinnere mich nicht mehr daran, was wir dem entgegneten, doch erbost fuhr er davon und hält uns wahrscheinlich für bekloppt. Eine Frau, die in der Nähe an ihrem Hauseingang stand, bekam die Situation mit, wir lächelten uns an, und sie sagte nur:

„Ich mit meinen 84 Jahren habe keine Angst, denn ich lache den ganzen Tag und bin glücklich und zufrieden“.

Welch Balsam für die Seele und schöne Begegnung mit dieser älteren Dame. Und erneut bekomme ich Angst, wie wir alle wieder aus dieser Situation rauskommen. Und was viel schlimmer scheint: Wie lange wird es dauern, bis wir uns davon wieder erholt haben?

Wenige Tage später: Es hat sich nichts verändert. Leider!

Einige Tage sind vergangen, mein Mann, mein Sohn und ich sind wieder unterwegs in unserer Geisterstadt, die so leer wirkt, als lebten nur noch wir hier. Da wir uns nach wie vor nicht an gewisse der neuen Regeln halten, wie den Abstand von zwei Meter zu anderen Menschen zu beachten, waren wir mal wieder konfrontiert mit einer Situation, über die wir nur unsere Köpfe schütteln konnten: Wieder einmal standen wir an einer Kasse, alle Menschen in der Schlange hielten sich „wohlerzogen“ an den vorgegebenen Abstand, der auch am Boden markiert war. Selbstverständlich rückten wir drei zum Vordermann auf, wie wir das immer tun.

Wir sind friedfertige und freundliche Menschen und haben kein Problem mit Nähe — auch nicht in diesen Tagen. Der Mann schaute uns irritiert an, schob demonstrativ seinen Wagen zwischen sich und uns — und wartete. Als er zur Kasse weit mehr als zehn Meter Abstand hielt, forderte ich ihn freundlich auf, doch aufzurücken und seine Waren auf das Band zu legen. Er keifte mich an, ich solle doch ruhig bleiben, wir kämen alle dran und wir sollen gefälligst den Abstand einhalten. Wir seien ihm zu nah gekommen. Mein Sohn indes verschluckte sich ein wenig und fing an zu husten, wie das bei Babys nun mal passieren kann. Der Mann keifte weiter, wir sollen Abstand halten, unser Sohn hätte Husten. Wieder bekomme ich Angst, weil ich mich frage: Wo unsere Menschlichkeit geblieben ist?

Wenn Solidarität keine echte Solidarität mehr ist...

In diesen unruhigen Zeiten bräuchte es doch wahrhaftige Solidarität und nicht diese geheuchelte, weil man plötzlich anfängt der alten Dame aus der Nachbarwohnung die Einkäufe zu besorgen. Braucht es einen Virus, damit wir einander helfen? Was braucht es noch in diesen Tagen, was zur Gesundheit des Menschen beiträgt? ein Zusammenrücken, ein Beisammensein und das Genießen der Sonnenstrahlen und frischer Luft. Doch was passiert: Isolation, Spaltung der Generationen, Quarantäne, Ausgehverbote und so weiter. Ich bekomme Angst bei dem Gedanken, dass wir dieses Szenario nun jeden Winter haben werden, weil ja klar ist, dass es jedes Jahr eine Grippewelle gibt und etliche Menschen daran auch sterben. Weil ja klar ist, dass jeder Coronaviren in sich trägt und diese bei 99 Prozent der Menschen keine Symptome hervorrufen.

Schon wieder bekomme ich Angst bei dem Gedanken, für was das Virus gerade ein Platzhalter sein soll. Was alles wird uns gerade vorenthalten, weil nur noch etwas vom Virus zu hören ist?

Der G5-Ausbau? Eine neue Zwangsimpfung? Bald der Zwangskindergarten? Die Abschaffung des Bargeldes? Ja, als Mutter denke ich an all das, weil ich weiß, wie schädlich es für die Gesundheit und Lebendigkeit meines Nachwuchses ist.

Was kann und soll ich meinem Sohn vorleben? Was soll ich ihm einmal erzählen? Dass die Menschen nicht mehr auf ihr Bauchgefühl hören und lieber der Politik alles glauben? Dass sich bei Millionen von Menschen nicht Widerstand regt, die eigene Freiheit wiederzuerlangen? Und dass alles nur wegen eines Virus? Einen Virus, wie es sie tausendfach gibt? Viren, die zum Leben, zum Menschen dazugehören und mit an unserem Überleben beteiligt sind?

Hoffnung macht sich breit

Doch mit der Angst, die ich in diesen Tagen vermehrt verspüre, kommen wir nicht weiter. Auch hilft sie mir in der Beziehung zu meinem Sohn nicht. Wenn ich meinen Sohn in diesen unruhigen Tagen beobachte, dann ist dies Balsam für meine (Mutter-)Seele. Wir pflegen einen Umgang, der all seine Bedürfnisse stillt. So verbunden wir sind, so frei kann und möchte er sein.

Wenn ich sehe, wie er tief versunken mit allem spielt, was er entdeckt; wenn ich sehe, wie er durch die Stadt läuft und wildfremden Menschen — sollten wir noch welche treffen — ein Lächeln ins Gesicht zaubert, weil er so viel Glück und Zufriedenheit ausstrahlt; wenn ich sehe, wie er mit seiner Stimme spielt und mit uns kommuniziert, dann ist die Welt doch in Ordnung. Dann verfliegt meine Angst und Hoffnung macht sich breit — Hoffnung, auf eine bessere Welt, weil die Generation, die in diesen Zeiten heranwächst, anders begleitet wird und andere Wege gehen wird. Davon bin ich überzeugt und das ist mein Anspruch als Mutter, meinem Sohn dies vorzuleben und ihn auf dem Weg in eine aufrichtigere Welt zu begleiten.

Abschließend möchte ich betonen, dass ich mit diesen Anekdoten niemanden an den Pranger stellen oder gar verurteilen möchte. Es war mir ein Bedürfnis, meine Erlebnisse zu schildern und ein Bewusstsein zu schaffen, in welch ver-rückter Welt wir leben. Und wenn mein Sohn mich all das fragt, was in dieser Welt alles schiefläuft, dann werde ich eine gute und aufrichtige Antwort finden. Dies ist meine Verantwortung vor meinem Sohn — und unseren Mitmenschen.

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