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Willkommen im Faschützmus!

Willkommen im Faschützmus!

Was sind „Verschwörungstheorien“ — und warum gibt es sie?

Das Kapital hat sich immer stärker in wenigen Händen konzentriert — es ist das Geld der Reichen, der Pensionskassen, der Stiftungen et cetera, die alle möchten, dass sich ihr Geld vermehrt. Doch damit steigt die ökonomische Machtstellung derer, die diese riesigen Beträge verwalten. Und das, ohne dass diese Mächtigen in der Öffentlichkeit auftreten und ihre Absichten verkünden und begründen würden, wer weiß schon, wer hinter BlackRock, JP Morgan, Goldman Sachs, Weltbank et cetera steckt?

Für die Durchsetzung von Gesetzen sind die Politiker, sind die Regierungen zuständig. Sie haben die Staatsgewalt. In Diktaturen sind die Verhältnisse einfach: Ein Führer befielt. In Demokratien ist es komplizierter, aber mittlerweile haben sich auch da gewisse Abläufe eingespielt. Da die meisten Bürger sich ungern unmittelbar an den oft komplexen Entscheidungsfindungsprozessen, die meist noch länger sind als das Wort selbst, beteiligen wollen, delegieren sie ihre Entscheidung an Leute, denen sie mehr Kompetenz zusprechen als sich selbst. Denen geben sie bei den Wahlen ihre Stimme per Kreuzchen auf einem Zettel.

Diese anonyme Verbindung vom Wahlbürger zum Abgeordneten ist selbstredend dünner als die Kontakte, die ein Konzern mittels seiner Lobbyisten zu den Abgeordneten pflegt. Man zeigt sich auch gerne erkenntlich, indem man seine eigenen Experten Gesetzesvorschläge erarbeiten lässt, die sehr klar vermitteln, wie die Entscheidungen eines Ministeriums gewünscht werden. Warum sich da noch die Mühe machen, herauszufinden, was die Bürger „da draußen im Lande“ wollen — die sind sich ja eh nie einig! Und im Grunde wollen die doch ihre Ruhe, ihren sicheren Job, Sport am Samstag und Tatort am Sonntag.

In der US-Demokratie ist eigentlich noch klarer, wie der Weg ins White House gelingt: Wer das meiste Kapital einsammeln kann, kann die stärkste Kampagne fahren... Als Präsident wird er/sie wohl nicht vergessen, wer den Wahlkampf gesponsert hat!

Zurück zu den Verschwörungstheorien. Manche sind einfach böswillige Unterstellungen, um irgendjemand in ein schlechtes Licht zu setzen. Doch viele waren es nur so lange, bis es jemandem gelang, Beweise für die zunächst als Theorie ausgesprochene Vermutung zu liefern.

Das sahen vor Jahrzehnten die Medien als ihre Aufgabe, und deckten viele „Affären“ des Politklüngels auf. Heute muss man schon den Begriff „investigativer Journalismus“ bemühen, um diese Arbeit vom täglichen Zeilenfüllen, für das es früher den Begriff „Journaille“ gab, zu unterscheiden.

Wodurch entstehen aber Vermutungen, die die Grundlage für Verschwörungstheorien bilden? Aus einem unguten Gefühl — dem Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt am offiziellen Narrativ. Nehmen wir die aktuelle „Corona-Krise“. Da klingt es in vielen Ohren unglaubwürdig, ja geradezu zynisch, wenn sich Politiker hinstellen und sich um die „Risikogruppen“ sorgen! Missstände in Pflegeheimen werden seit Jahrzehnten hingenommen, an tausende Tote jährlich durch Krankenhauskeime hat man sich offenbar gewöhnt, und wenn ein besonders aggressives Influenza-Virus 25.000 Opfer fordert wie 2018, dann ist das eben Schicksal. Und jetzt? Keiner weiß etwas über die tatsächliche Gefahr, die von diesem neuartigen Virus ausgeht — aber es mutiert in den Verlautbarungen bereits zum großen Bruder der Pest! Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit?

Genau damit aber legt man den Grundstein, auf dem Verschwörungstheorien aufbauen: Misstrauen! Kann das wirklich stimmen? Können das die wirklichen Gründe sein, weshalb diese und jene Beschlüsse gefasst werden? Oder gäbe es nicht weit schlüssigere, logische „Hinter“gründe, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden — nicht nur, weil es sie verunsichern würde, sondern weil sie sonst ihre Mitwirkung verweigern würde.

Zurück auf Anfang

Aber — werden jetzt viele einwenden — welches Interesse kann die Elite, können die Mächtigen an den momentanen Verhältnissen haben? Die Wirtschaft geht in die Knie, die Banken brechen zusammen, Abermillionen werden arbeitslos? Die Antwort ist einfach und brutal: Erstens gibt es Finanzwetten, mit denen man genau damit reich wird, dass man auf den Crash setzt. Und zweitens: Es war schon länger klar, dass der Zusammenbruch kommen musste! Wie bei „Monopoly“ führt die systemisch eingebaute Akkumulation dazu, dass das Spiel irgendwann nicht weiter gehen kann; wenn zu viel bei zu wenigen angehäuft ist, muss erst alles auf Anfang zurück, dann kann ein neues Spiel beginnen.

Bisher haben Kriege für „Minuswachstum“, also Zerstörung des Geschaffenen gesorgt, wodurch ein Bedarf entstand, durch den anschließend ein „Wirtschaftswunder“, also ein ungebremstes Wachstum möglich wurde. So war man nie gefordert, sich Gedanken über eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang zu machen. Doch heute einen weiteren Weltkrieg riskieren? Das ist offenbar allen zu heiß. Also müssen wir durch den Zusammenbruch, durch das Platzen sämtlicher wachstumsbedingter Blasen durch. Um aber nicht eingestehen zu müssen, dass dies mutwillig und sehenden Auges in Kauf genommen wurde, käme eine Ausrede gelegen, jemand, dem man die Schuld geben kann. Solange die Nationalstaaten noch dominierten, eigneten sich die jeweiligen Nachbarstaaten als Sündenböcke.

Heute geht es da humaner zu: Wir nehmen einfach einen Feind, den man nicht sehen kann! Das ist zusätzlich genial, weil vor ihm die Angst am größten ist! Eine Gefahr, die überall lauern kann, selbst in meinen Liebsten kann sie sich verstecken! Ich bin nirgendwo mehr sicher, außer mit mir allein und auf kleinstem, desinfiziertem Raum.

Und genau das ist es doch, wofür wir unsere Politiker in erster Linie gewählt haben: dass wir sicher sind! Und jetzt sagen die uns: „Ihr seid nur sicher, wenn ihr euch einsperrt! Fürchtet euch vor einander, denn jeder kann ein Selbstmordattentäter in Zeitlupe sein! Bevor er/sie morgen Symptome zeigt und auf die Intensivstation muss, hat er/sie dich noch angesteckt!“

Wir stehen also vor einer essentiellen und weitreichenden Entscheidung: Freiheit oder Sicherheit?

Sind wir bereit, wegen einer Bedrohung, von der niemand weiß, wie real sie wirklich für einen selbst und die Menschheit als Ganzes ist, so weitreichend auf unsere Freiheit zu verzichten? In einigen Ländern mag das leichter gehen, da dort von Freiheit sowieso keine Rede sein kann. Aber gerade diese Beispiele sollten uns in den sogenannten Demokratien daran erinnern, dass individuelle Freiheit mühsam erkämpft werden musste und schnell weg sein kann.

Wir erleben derzeit in atemberaubender Geschwindigkeit, wie unsere Freiheit eingeschränkt wird — vorgeblich, um unsere Gesundheit zu schützen. Und wir erleben erstaunt, wie viele sich damit nicht nur abfinden, sondern die Maßnahmen sogar begrüßen oder gar stärkere einfordern!

Seien wir wachsam und vorsichtig, nicht nur, was das Coronavirus betrifft. Sollten wir nicht, statt „Ermächtigungsgesetzen“ leichtfertig zuzustimmen, der „Selbstermächtigung“ den Vorrang geben?

Warum wollen sich so wenige der Mühe unterziehen, sich unterschiedliche Sichtweisen anzuhören und daraus eine eigene Meinung zu bilden? Um dann zu entscheiden, wie viel Freiheit bei wie viel Risiko man eingehen möchte, statt sich aus Bequemlichkeit einer Autorität unterzuordnen, die einem vorschreibt, wie man sich zu schützen hat?

Oder sind es gar nicht so wenige, die selbstbewusst genug sind, eigene Entscheidungen treffen zu wollen? Ich hoffe es.

Ich möchte jedenfalls nicht in einem „Faschützmus“ leben!

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