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Wenn Bücklinge auf aufrechte Kämpfer machen

Wenn Bücklinge auf aufrechte Kämpfer machen

Demokratie à la Germanien in der Bundeshauptstadt.

Das sollte gefeiert werden, in Berlin, im Kino Babylon, einer alten linken Adresse. Dann liefen die Drähte heiß und Strippen wurden gezogen, ganz ohne sich in dunklen Räumen zu verschwören. Einfach so, weil man Berliner Kultursenator ist, weil man mit diesem Posten spielen kann, weil man einen Etat hat, ohne mit dem Geld zu klimpern.

Dieser Mann ist nicht nur Kultursenator in Berlin, sondern auch noch „LINKER“, also Mitglied in der Partei „DIE LINKE“, die mit der SPD zusammen die Regierung bildet. DIE LINKE tritt gerne für die Rechte von Minderheiten ein, sie will die Armut bekämpfen, für mehr Gerechtigkeit sorgen, gegen Krieg, gegen Rassismus und Antisemitismus sein und setzt sich gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit ein. Im Wahlkampf auf jeden Fall.

Mit diesem institutionellen Gewicht und politischen Image tritt er nun in die Arena, der Kultursenator Klaus Lederer, und weiß, wie man seine Stadt sauber hält:

„Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

Ein Mann mit großen Gefühlen, der weiß, was in einen „Kulturort“ gehört und wer da nichts zu suchen hat. Abgesehen davon, dass Veranstaltungen und Events mit und ohne Aluhüte, mit zarter bis abgedrehter Esoterik in Berlin an jeder Ecke stattfinden, fragt man sich: Hat der Mann nicht mehr alle Tassen im Schrank? Dann müsste Django Lederer die halbe „Kultur“-stadt räumen lassen.

Nein, Klaus Lederer ist kein Wahnsinniger, der auf die Straße rennt, um in seiner Stadt aufzuräumen. Er bleibt ganz entspannt sitzen, blickt über die Dächer von Nizza und lässt machen.
So solidarisch wie nur möglich gibt er seinem Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert den Auftrag, den Babylon-Chef Timothy Grossman anzurufen, um das Nötige und Richtige zu sagen – von Mann zu Mann, ohne jede Drohung, ohne jeden Wink, dass man auch ganz anders könne.

Der Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert klingelt also ganz spontan beim Babylon-Chef durch und offeriert ihm seine „deutliche Irritation“ ob dieser Veranstaltung. Das wird man wohl noch machen können. Ein Tag später zeigt die „deutliche Irritation“ schnellstmögliche Wirkung. Der Babylon-Chef wird kleiner als jeder Aluhut und sagt die Veranstaltung ab.

Nun zu den Aluhüten, die Klaus Lederer aus der Stadt haben möchte. Selbstverständlich hat der Kultursenator keinen Druck auf das Kino Babylon ausgeübt. Man hat einfach nur miteinander gesprochen, und das gut und sehr fruchtbar.

Und selbstverständlich gab es keinen ökonomischen Druck, also so etwas wie eine versteckte Erpressung. Daran denken nur Menschen mit Aluhüten. In Berlin, im Immobilienverwertungskonsortium „Berlin“ käme so etwas nie vor, schon gar nicht mit den LINKEN.

Dass das Kino Babylon jährlich etwa 400.000 Euro öffentliche Zuschüsse bekommt, hat mit dieser Sache nichts zu tun! Es kam ja noch nie in Berlin und anderswo vor, dass öffentliche Zuschüsse gekürzt oder gar gestrichen wurden, um politisches Missverhalten zu sanktionieren.

Nein, wer solche Gedanken hegt, sollte sich schnellstmöglich von Klaus Lederer behandeln lassen.

Und jetzt Spaß beiseite:

Im Wissen um die eigene Feigheit, um den eigenen Opportunismus, um politische Fehler und widersprüchliche Entwicklungen, sollte man Ken Jebsen angehen. Wenn es darum ginge, darüber zu streiten, heftig und inhaltlich, unhaltbare Positionen anzugreifen und Leistungen anzuerkennen, dann wäre ich gerne dabei.


**Redaktionelle Anmerkung: Wer den Konflikt um Andrej Holms Einstellung als Staatssekretär für Wohnen nachlesen möchte, der kann dies hier tun: Causa Andrej Holm – Staatssekretär, Linksextremist und/oder Stasi-Mitarbeiter?.

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