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Von Covid zu Putin

Von Covid zu Putin

Rudolph Bauer brachte neue Poesie gegen die Coronadiktatur und die Putinhetze zu Papier.

Covid-19 und Lyrik, Krieg und Poesie? Wie geht das zusammen? Bestens, wie Rudolph Bauer in seinem neuen Gedichtband „Von Covid-19 zu Putin-22 — Neue politische Lyrik“ beweist, in welchem er gegen die politischen Zumutungen und medialen Ungeheuerlichkeiten der Coronamaßnahmen und der neu erwachten Russophobie, die auf verhängnisvolle Weise zu unseren täglichen Begleitern geworden sind, mit ästhetisch-dichterischer Kraft, Sarkasmus und Mut anschreibt. Keine schlechte Art, sich gegen Covid-19-Totalitarismus und Kriegshetze zur Wehr zu setzen.

Wie schon der Titel nahelegt, besteht eine enge Verbindung zwischen den „Hygienezuchtmeistern“ und den NATO-Kriegstreibern. Die Welt muss abgerichtet werden für den Great Reset, von dem die vermeintlich Mächtigen in Davos schwadronieren. Die einen müssen willig gemacht, die anderen aus dem Weg geräumt werden, sollten sie sich der schönen, neuen Überwachungswelt und dem Alleinherrschaftsanspruch einer Weltmacht verweigern.

In seiner politischen Prosa führt Bauer zusammen, was zusammengehört: Virus, Krieg, Terror, Supermacht des Kapitals, europäische Vasallen, Bill Gates, Aktienkurse, totales digitales Netz, Investmentkapital, Raubtierherrschaftsordnung, Ausbeutung, Drohnenmord und vieles mehr der Dinge, die gerade unsere Welt verheeren.

Bereits im März 2020 schreibt Bauer in seinem „Corona-Poem: Das Virus“ gegen den Irrsinn der Covidschutzmaßnahmen, gegen die „mainstream-herrschaftslinie“ und die „hygienediktatur“ an, um im Nachtrag des März 2022 mit der Frage „provoziert der westen einen dritten weltkrieg“ den Bogen in die Jetztzeit zu schlagen.

Doch obwohl er in seinem Gedicht „Die Zukunft, Licht erhellt“ die unfassbar „hirnverbrannte zeit“ in Worte fasst und schreibt:

„(…)
im global wahnsinn richten sie die welt zugrunde
die Black Rock Schwab das econmic forum in Davos
schicken uns sehend auges vor die hunde
und nennen es der freiheit schönstes los

der oberintrigant Bill Gates und seine helfershelfer
bestechen die vollstrecker der intrigen
die medien die politik die wissenschaft das militär
die ganze menschheit zu besiegen
(…)“
,

trotzt Bauer in seinen Versen am Ende immer den Mächtigen und ruft zum Kampf auf, so auch im Gedicht „Gegen die Zuchtmeister“, das mit den Zeilen endet:

„(…)
wir brauchen weder zuchtmeister noch schwarze pädagogik
wir brauchen keine höllenprediger
wir brauchen kraft und freiheit | zuversicht
und neues Selbstvertrauen

power to the people“.

Bauers Gedichte klagen in einer „Antihymne“ Rüstungsfirmen und ihre „rüste-wüste — von geiern überwacht“ an:

„der tod ist ein meister
aus Hecklerland
aus hechelland
aus heuchelland
aus transatlantisch
NATO und vasallenland
aus satansland
verharmlosland
verlogenland
leicht wie ein herbstblatt
schwer wie blei
(…)“

Er polemisiert in dem Gedicht „Pfäffischer Dummkopf“ gegen einen ehemaligen Bundespräsidenten und seinen Vorschlag des Frierens für den Frieden und rechnet ab mit dem Geschwätz des jetzigen Bundespräsidenten in dessen Rede anlässlich der Kapitulation von 1945 am 8. Mai 2020.

Bauer geht dichterisch den philosophischen „Fragen zur Würde des Menschen“ nach, was er ist, der Mensch, und gibt darauf höchst verstörende Antworten; er skizziert neue „Zehn Gebote“ eines autorisierten Staates, beklagt in „Die Aktualität vom Lob der Torheit“ den

„(…)
kolossalen schwachsinns dreister narretei
die uns in unbesonnenheit und blödheit wiegt
im doofen einundzwanzigsten jahrhundert
in welchem klugheit scheint total besiegt
(…)“

und stellt „Betrachtungen über den Populismus“ an, um festzustellen:

„(…)
dass populismus längst am ruder ist
und dass ein viertes reich begonnen hat
erkennen weder presseschau
noch sonntagsblatt

Am tor zur aktuellen diktatur erneut
versagen wissenschaft gewerkschaft kirchen
propagandaintellektuelle spin-
doktoren faken facts
und es versagt das volk im schreck
die folgsame gefolgschaft der massen | wird wieder
einmal wahr | wie seinerzeit als recht
zum unrecht umgemünzt
(…)“

Aber Bauer wäre nicht Bauer, würde nicht auch dieses Gedicht mit einem Aufruf zur Gegenwehr und einem optimistischen Zukunftsausblick enden:

„doch volkes widerstand setzt sich zur wehr
wir stehen auf wir denken quer
wir widersetzen uns | wir wollen eine neue welt
aus achtsamkeit zusammenhalt | besorgt um tier und
pflanzen | um des nachbars glück | um jedes
erd- und meer- und himmelsstück“

Er nimmt sich die Qualifikationen von Entscheidungsträgern und die Kriterien zu deren Berufung vor, indem er in „Entscheidungskriterien“ dichtet:

„(…)
etwas zu wissen von land leuten und kultur ist überflüssig
wenn kriegseinsätze in fremden ländern beschlossen werden
und das fernsehen dokumentiert

rohstoff- und handelskenntnisse sind keine voraussetzung
um über abkommen parlamentarisch abzustimmen
oder eine kolumne zu verfassen

algorithmen und künstliche intelligenz erfordern nicht
eine entsprechende vorbildung derer die darüber bestimmen
beziehungsweise applaudieren
(…)“

Ein Gedicht, das die aktuelle propagierte Abkehr vom Leben, von Lebenslust und der Freude an Freiheit besonders eindrücklich beschreibt, ist das von Bauer im Februar 2022 verfasste Gedicht „Der Totenkult“.

„nachdem die tödlich vulnerablen gruppen
vorerst gerettet sind mit toxischem gebräu
verfallen sie dem neuen tod der schöner als ersticken sei
dem tod durch waffen

jetzt wird dem tod den sie per injektion
dreifach besiegt zu haben gläubig meinen
ein neues breites tor | das tor zum heldentod geöffnet
sirenen locken schrill

zum schutze das gesicht vermummt
zur rettung | um ab jetzt immungestärkt
sich aufzumachen in den dritten den letzten weltkrieg
zum wohl von Washington

nachdem die tödlich vulnerablen gruppen
vorerst gerettet sind mit toxischem gebräu
verfallen sie dem neuen tod der schöner als ersticken sei
dem tod durch waffen

europas totenkult besteht aus schlotterangst
vor eines virus tödlichem infekt zum einen
und der geilheit | das eigene leben und das anderer
zu opfern für profite

das ist die freiheit | der die toren des totenkults
ihr leben opfern | während die freiheit frei
zu leben | aufgegeben wurde ohne widerstand | gehorsam
wie auf teuflischen befehl

nachdem die tödlich vulnerablen gruppen
vorerst gerettet sind mit toxischem gebräu
verfallen sie dem neuen tod der schöner als ersticken sei
dem tod durch waffen“

Doch bei allem Optimismus in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft lässt das Vergangene den Autor durchaus ratlos zurück. In dem Gedicht „Du sollst nicht töten“ wird gefragt:

„wer ließ Olof Palme töten
wer Petra Kelly
wem war Gerd Bastian im weg
wer gab Kennedy in auftrag
wer Martin Luther King
unter welchen Umständen endete Muammar al-Gaddafi
unter welchen Salvador Allende
wer ermordete im auftrag des CIA Patrice Lumumba
wer tötete Che
warum
wer hat sie auf dem gewissen
(…) “

In den letzten Strophen dieses Gedichts schleichen sich Melancholie und erstmals auch Zweifel ein, um letztendlich doch noch vom Blues in den Walzertakt überzugehen:

„wer gibt uns die kraft
woran halten wir fest
worauf stützen wir uns
wem können wir vertrauen
wie lange noch
warum sind wir noch standzuhalten in der lage

ich blicke in den spiegel

steige in Moldau Amazonas und Nil
singe den blues
tanze den walzer“

Nicht resignieren, aufbegehren muss nach Bauer die Devise sein, so wie er es in dem Gedicht „Zwei Jahre später schon“ ausdrückt:

„rebelliert
zerreißt den totenschein“

Oder wie er in „Sanktionen gegen das eigene Volk“ rät:

„(…)
vorsicht vor jedem da oben
der statt zu dienen zu herrschen sich anmaßt

keine macht für niemand
erlernt die freuden des heiteren aufstands“

Nur mutig kann man Rudolph Bauers Gedicht angesichts der bei uns herrschenden Ukraine-Solidaritätshysterie „An der Seite der Russischen Föderation“ bezeichnen, in der er die Pazifisten aufruft:

„kämpft pazifisten
verflucht die NATO-aggression
die provoziert
und waffen liefert
mit sanktionen sich

ins abseits stellt
uns drangsaliert

von freiheit frieden
faseln sie | sie loben
die frechheit der faschisten
die in den kriegslaboren
an verbrechen tüfteln
lassen | massenmordend

(…)

wähnen sich
friedensfreunde im verbunde
mit faschisten
sie desertieren nicht
als pazifisten
mutig an der seite der RF

jener brudervölker | die bedroht
durch eine supermacht
durch einen militärmoloch
durch arroganz und unverstand
durch indianer-mörder
durch indigenen-mörderbanden
durch sklaven-mordkolonnen
den Ku-klux-klan
bis in die gegenwart
des jetzt und hier“

Um in dem Gedicht „Hiermit erkläre ich Herrn Putin“ gleich noch eins draufzusetzen:

„(…)
Hiermit erkläre ich
herrn Putin | zum herzlich willkommenen
gastfreund“

Das nächste Gedicht verkündet „Der Pazifismus springt zu kurz“ und im Gedicht „Venceremos-Siege“ wird erklärt, wie „unsere Siege“ im pazifistischen Sinne zu verstehen sind:

„(…)
dass ein wort wie sieg
die niederlagen anderer
bedeutet zeigt | wie
schwarz das denken noch
in uniformen steckt
gehorsam und befehl

unsere siege sind
waffenlos gewaltfrei
und himmlisch
beseitigt durch sie
werden die sorgen
der armen der welt

sagen wir freude
statt siege | sagen wir
freundschaft und
glück | liegen wir uns
in den Armen | lasst
menschheit uns sein
(…)“

Besondere Lesefreude bereitet die von Bauer umgemodelte „Rede des Marc Anton an die Römer“ in dem Stück „Julius Cäsar“ von Shakespeare. Bauer ersetzt die „ehrenwerte“ Person Brutus durch den Namen Merkel. Man erinnere sich: Brutus war der beste Freund Cäsars, den er dennoch verriet und meuchelte. Daraufhin wiegelt der Cäsar auch nach dessen Tod in Treue verbundene Mark Anton in einer rhetorisch brillanten Rede das römische Volk gegen den Verräter Brutus auf. In Rom bricht ein Bürgerkrieg aus.

Und nicht zuletzt beinhaltet der Lyrikband ein „Drosten-Dramolett — Oder: Wir alle sind die Welle“, in dem Bauer ein Drosten-Interview in seine zutiefst unlogischen, widersprüchlichen, belanglosen, fachfremden Aussagen zerlegt und den mit diversen Medienpreisen ausgezeichneten „virologischen Luftikus“ als vermeintlichen Experten demaskiert.

Rudolph Bauer ist ein Virtuose des Wortes, dessen Gedichte in bester Tradition zu den politischen Gedichten von Bertolt Brecht bis Jannis Ritsos stehen. Es macht Freude und es macht Mut, diese mit Spott und Bissigkeit im Geiste der Aufklärung gegen die tristen und fast hoffnungslos scheinenden politischen Verhältnisse im Land ankämpfende politische Lyrik zu lesen. Ein Gedichtband, der zum Widerstand anregt. Kein Opferjammern. Resignieren gilt nicht.


„Von Covid-19 zu Putin-22 — Neue politische Lyrik“ — Rudolph Bauer, pad 2022, Bestellanschrift: pad-verlag@gmx.net, Website: rudolph-bauer.de


Quellen und Anmerkungen:

Der Sozial- und Politikwissenschaftler Professor Dr. Rudolph Bauer ist Herausgeber einer Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen und auch im Bereich der Literatur und der Bildenden Kunst tätig. In den vergangenen beiden Jahren bildeten die Covid-19-Pandemie und zuletzt der Ukrainekrieg Schwerpunkte seiner Arbeit. Bauer sieht in der gegenwärtigen Politik „… einen Zivilisationsbruch als Folge einer unterentwickelten politischen Kultur, einer Regierungsintelligenz an der Nachweisgrenze und einer degenerierten ‚Linken‘, die aufgrund ihrer intellektuellen Ängstlichkeit, marxistische Begriffe zu verwenden, noch nicht einmal bis zum moralischen Niveau des Papstes (‚Diese Wirtschaft tötet‘) aufzuschließen in der Lage ist“.

Von Angelika Gutsche erhältlich:

Romain Rolland (herausgegeben von Angelika Gutsche). Der Erste Weltkrieg aus Sicht eines Pazifisten. Aus den Tagebucheinträgen 1913 – 1919. Mediengruppe Westarp, 2021, 298 Seiten. Zu beziehen hier. Das Buch wurde auch bei Rubikon besprochen .

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