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Verkannte Pioniere

Verkannte Pioniere

Dafür, dass sie Tierleid und Umweltzerstörung nicht zulassen wollen, werden Veganer oftmals beschimpft.

In Deutschland leben und ernähren sich rund 1,3 Millionen Menschen rein pflanzlich (1), umgangssprachlich auch als „vegan“ bekannt. Sie haben für sich entschieden, Produkte von Tieren weder zu tragen noch zu verzehren. Selbstredend werden auch Produkte vermieden, bei denen Tiere als Versuchsobjekte benutzt worden sind. Oft sind die drei Hauptargumente, sich rein pflanzlich zu ernähren, Umweltbewusstsein, Vermeidung von Tierleid sowie die eigene Gesundheit.

Menschen, die sich für diese Lebensweise entschieden haben, sind oft für diejenigen, die sich vermeintlich „normal“ oder vegetarisch ernähren, zu extrem. Schließlich sei der Mensch nun einmal ein Allesfresser — Omnivore —, und ohne den Fleisch- und tierischen Milchverzehr würde es uns heute evolutionsbiologisch gar nicht geben.

Besonders die Berichterstattung, sei es in den Massenmedien, aber auch in alternativen Medien, erzeugt stets ein sehr spezielles Bild über VeganerInnen. Bei den Massenmedien überrascht dies kaum. Wenn über Politik und Soziales mit Neusprech und Verzerrungen einseitig informiert wird, wieso sollte es bei der Ernährung nach dem Motto „Du bist, was du isst“ anders sein? Verwundert sollte man eher über Berichte und Meinungen in alternativen Medien sein. Zwar sind diese durchaus fundierter, doch beäugt wird der Mensch, welcher sich rein pflanzlich ernährt, immer noch mit einem gewissen Zweifel.

Dabei liegen alle Argumente auf dem Tisch. Sei es, dass wir Raubbau an der Natur betreiben, die Umwelt belasten (2), uns selbst so ernähren, dass wir Entzündungen im Körper fördern oder Tiere in Konzentrationslagern halten, damit wir möglichst günstiges Fleisch haben können.

Müssen Veganer perfekt sein?

Auch bei den Texten, welche hier im Rubikon schon veröffentlicht wurden und die sich mit dem Thema Veganismus befassten, hatte man das Gefühl, dass der Veganer, die Veganerin als eine Art Klassenbeste und Besserwisser angesehen werden. Tenor dieser Texte ist zumeist, dass es zwar löblich sei, wenn man sich vegan ernährt, aber sinngemäß die vegan lebenden Menschen nicht zu Ende gedacht hätten. So werden beispielsweise Aspekte der Nachhaltigkeit angeführt, die die Veganer mit ihrem exotischen Gemüse und Obstverzehr nicht bedenken würden.

Damit wird der Veganismus gänzlich hinterfragt und ihm im Grunde vorgeworfen, nicht perfekt zu sein. Dem Veganer, der Veganerin wird auch zur Last gelegt, dass sie gar nicht „besser“ sind als der Durchschnitts-Vegetarier oder die Omnivoren, als sei dies die Essenz der veganen Philosophie. Schließlich konsumiere die Veganerin Unmengen an Soja- und Palmölerzeugnissen. Reicht es denn nicht auch aus, auf Fleisch zu verzichten? Muss man in allen Belangen extrem werden?

Tatsächlich schaffen es viele nicht, sich vorzustellen, weshalb man komplett auf Kuhmilch beziehungweise zumeist Milchpulver verzichten sollte. Hierfür gibt es aber gute Argumente. Noch bedauernswerter als die Tatsache, dass man sich das nicht vorstellen kann, ist, dass in diversen Berichten das Fazit immer lautet: Menschen mit einer veganen Lebensweise seien zwar umweltbewusster, aber trotzdem oft nicht nachhaltig.

Schließlich benutzt der junge Veganer, die junge Veganerin, um ein Beispiel zu nennen, mit hoher Wahrscheinlichkeit Netflix oder andere Streamingportale und sollte sich dessen bewusst sein, dass der dabei erzeugte Stromverbrauch ganz und gar nicht gut ist für die Umwelt (3).

Bleiben wir einmal bei diesem Bild und befassen uns mit dem Argument des intensiven Netflix-Users, welcher sich vegan ernährt, obgleich hier die inhaltliche Ebene komplett verlagert und vermischt wird: Während ich jeden Tag neu überlegen kann, ob ich etwas streame oder nicht, kann ich eben nicht entscheiden, ob ich etwas esse oder nicht. Essen ist etwas Essentielles, ohne das wir nicht existieren können. Wenn sich also ein Mensch, ganz gleich was er isst, über seine Essgewohnheiten Gedanken macht, dann ist das ein gewaltiger Unterschied zur Frage, ob er sich dann nicht auch Gedanken machen sollte, wie viel er pro Tag streamt. Ich gebe absolut zu, dass das Streamen einen massiven Einfluss auf unseren Stromverbrauch hat.

Aber schauen wir uns mal an, wie dieses Dilemma mit der Logik eines Veganers gelöst werden kann: Jener Pflanzenfresser hört nicht auf zu essen, nur weil Gemüse nicht nachhaltig produziert wird und Schlachthöfe nach wie vor die ländlichen Gegenden Deutschlands verunstalten. Sie oder er versucht, durch seinen Konsum innerhalb des Systems eine Änderung herbeizuführen. Und siehe da, die veganen Produkte sind mittlerweile in nahezu jedem Lebensmittelmarkt vorhanden und florieren. Wenn sich eine Person entscheidet, keine Milch- und Fleischprodukte zu kaufen, dann werden entsprechend seinem geringeren Konsum weniger von diesen Produkten verkauft. Nicht-vegane Produkte werden so gesehen verdrängt.

Genau diese Herangehensweise ist auch beim Streamen logisch und sollte von einem Veganer, aber auch von jedem anderen Konsumenten, bedacht werden. Wo beziehe ich meinen Strom? Wird dafür Atommüll produziert oder der Hambacher Forst zerstört? Nun ist mir bewusst, dass ich durch meinen Stromanbieter nicht direkten Einfluss auf den Strom habe, den Netflix für seine Server et cetera bezieht. Indirekt habe ich diesen Einfluss aber schon, denn durch ein kollektives Umdenken beim Stromverbrauch würden Anbieter ihre Gewinnspannen behalten wollen und reagieren. So könnte auch „grüner“ Strom — mittelfristig durch massive Forschungsinvestitionen in Speicher- und Transporttechnologien — auf allen Ebenen den Atom- oder Braunkohlestrom verdrängen — der Einzelne müsste jedoch zunächst mal bei sich beginnen.

Tierschutz und Ökologie

Ein anderes, beliebtes Argument, womit das absolut Positive der pflanzenbasierten Lebensweise negativ konnotiert wird, ist die Ansicht, dass mit dem Wegfall der Massentierhaltung durch einen weltweiten Veganismus die Probleme der Welt, insbesondere in den ärmeren Regionen der Welt nicht gelöst seien. Es würde schließlich genauso viel Soja, gegebenenfalls sogar viel mehr produziert werden, da es zwar als Kraftfutter für die Tierhaltung wegfallen, der Mensch es aber direkt konsumieren würde (4).

Auch exotische Früchte wie Avocados oder andere, nicht in Deutschland produzierte Obst- und Gemüsesorten, aber auch Getreidesorten wie Quinoa belasten unsere Umweltbilanz maßgeblich. Im Rahmen dieser Argumentation frage ich mich, ob nur Veganer jene Früchte oder den Soja-Cappuccino konsumieren oder ob nicht der Omnivore dies ebenso tut. Als Veganerin mag ich den Tierschutz unterstützen und gleichzeitig den Umweltschutz nicht gänzlich. Jedoch ist es mit Sicherheit gravierender, seinen Hamburger mit Avocado und Rindfleisch zu essen, als nur mit einem Linsen-, Kidneybohnen- oder Kichererbsen-Patty und Avocado. Dem Veganer kann man nicht absprechen, dass er mehr für den Umweltschutz unternimmt als der Omnivore, indem er auf tierische Produkte verzichtet.

Geldbeutel als Stimmzettel

Abschließend bleibt in dieser Diskussion auch festzuhalten, dass VeganerInnen in allererster Absicht nicht proklamieren, die Welt zu ändern. In einer Zeit, in der wir dem Neoliberalismus unterliegen, unser Geldbeutel unser Stimmzettel ist und die Menschen lieber von Amazon, Zalando und dem Rewe-Online-Supermarkt kaufen, gibt es doch keinen besseren revolutionären Akt, als sich vegan zu ernähren und auf diesem Gebiet eine Veränderung herbeizuführen.

Natürlich ist das kapitalistische Wirtschaftssystem das Grundproblem, und die Massentierhaltung ein Symptom.

Industrialisierung der Landwirtschaft, strukturelle Gewalt gegen Kleinbauern und Subventionen für Milchbauern, die zu Überproduktion führen, sind einige der Parameter. Im Rückschluss bekämpft man mit seinem Veganismus — zwar innerhalb des Systems, aber dennoch — die kapitalistische Denkart in der Massentierhaltung — man entzieht sich einfach diesem Markt als Verbraucher.

Schlachthöfe und Schlachtfelder

Ein sehr beliebtes Argument von Nicht-VeganerInnen ist, dass sie Tierprodukte konsumieren, solange diese Tiere in Würde leben oder gelebt haben. Ich frage mich, was die Definition für die Würde des Tieres ist. Insbesondere frage ich alle, die wahrhaftig so denken, woran sie die tierische Würde messen möchten. Ich habe jedenfalls noch keinen Weg gefunden, mir von Tieren Fragen beantworten zu lassen. Offenkundig legt man dabei also selber fest, welche Würde das Tier verdient hat, und es scheint, dass diese Würde unterhalb der Menschenwürde angesiedelt ist. Wäre dem nicht so, wären würdevolle Prinzipien wie etwa das Recht auf Leben aus dem Grundgesetz oder das Streben nach Glück aus der Präambel der nordamerikanischen Unabhängigkeitserklärung Grundlagen der Würde von tierischen Lebewesen. Genau in diesen Kontext möchte ich persönlich das Zitat von Leo Tolstoi auch verstanden sehen:

„Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

Solange wir also nicht anfangen, die Erde, die Natur, das Lebendige als Eins wahrzunehmen, solange werden wir auch zwischenmenschliche Konflikte und Katastrophen nicht lösen können. Das Umdenken hat auf allen Ebenen stattzufinden anstatt im aristotelischen Sinne, den Menschen als Krone der Schöpfung anzusehen und alle anderen Lebewesen als weniger würdig einzuordnen. Es ist sogar zu hinterfragen, ob der Homo sapiens tatsächlich das Meisterwerk der Evolution ist.

Der Veganismus ist per se nicht perfekt, so wie nichts in unserer Welt perfekt ist, außer die Natur selbst. Der Grundgedanke des Veganismus, Tierleid nicht zu unterstützen, bleibt aber bestehen.

Wenn es fragwürdige Elemente gibt, etwa den horrenden Palmöl-Verbrauch, dann bestehen auch hier bereits Lösungsansätze; bei vielen veganen Produkten wird schon mit „Frei von Palmöl“ geworben. Auch wenn man etwas nur ganz oder gar nicht machen möchte — lieber sollte man diesen Weg gehen, als darauf zu verzichten, wenigstens einen kleinen Beitrag für die Welt zu leisten. Lösungswege sind nie nur schwarz oder weiß.

Schwarze Schafe

Fest steht auch, dass es natürlich immer Ausnahmen gibt. Eine vegane Person, die pro Tag mehrere Avocados, Bananen, Kakao und Kaffee in Massen konsumiert, zudem alle vier Wochen mit dem Flugzeug einmal um den halben Globus reist — außer im Sommer, da dann der Urlaub in den Fjorden mit dem Luxusliner ansteht —, leistet sicherlich keinen wirklichen Beitrag für die Verbesserung unserer Welt. Aber verändern wir das Thema bei gleichbleibender Argumentation, dass Veganismus die Welt nicht retten könne: Verfassungsrechtlich haben wir in Deutschland das Grundgesetz, welches in Artikel 146 beschreibt, dass eine Verfassung noch vom deutschen Volk zu wählen ist ab dem Zeitpunkt einer Wiedervereinigung. Viele Menschen in Deutschland unterstützen solch ein Begehren.

Fakt ist jedoch auch, wenn man sich beispielsweise Gruppierungen wie die Reichsbürger ansieht, dass diese Unterstützung nicht immer einen ehrwürdigen Hintergrund hat. Bedeutet dies aber zwingend, dass ein solches Volksbegehren ohnehin nichts verändern kann, nur weil sich innerhalb einer solchen Interessengemeinschaft auch „schwarze Schafe“ tummeln? Die gleichen Maßstäbe sollten auch bei der veganen Lebensweise angesetzt werden. Die Bewusstseinsveränderung durch die vegane Lebensweise ist zwar immens, aber mit der Zeit sollte man sich natürlich nicht damit zufrieden geben, sondern sich stets hinterfragen: Reicht mein Beitrag für eine Verbesserung der Welt, oder muss ich weitere Knoten lösen in unserer so komplexen, globalisierten Weltgemeinschaft? Hier sei auch erwähnt, dass bereits ein großer Schritt zur Rettung der Welt unternommen wäre, wenn zunächst einmal die Tiere gerettet würden.

Positive Erfahrungen — positive Vorbilder

Wie schon festgestellt: auch Veganer sind nicht perfekt. Man steht im Markt vor der herkömmlichen, aber regionalen Salatgurke oder der in Plastik verpackten Bio-Gurke aus einem fernen Land. Je nach Tagesform habe ich mich schon für beides entschieden, denn zu einer Auseinandersetzung mit diesem Thema bin ich noch nicht gekommen. Eine der großen Leidenschaften meiner Frau und mir ist das Kochen und leckeres Essen. Seit wir vegan leben, essen wir mindestens genauso lecker. Und wenn wir mal Lust auf eine Quiche haben, dann machen wir uns eine vegane, und die ist köstlich!

Im letzten Herbst haben wir einen wundervollen Sohn bekommen. Während der Schwangerschaft attestierte die Frauenärztin meiner Frau stets die besten Eisenwerte, das „schönste CTG“ et cetera. Dennoch war und ist es eine Mammutaufgabe, sich bewusst vegan zu ernähren und zum Beispiel den Eisen- oder Omega-3-Fettsäuren-Haushalt zu berücksichtigen. Obwohl wir beide Akademiker sind, stieg uns der Rechercheaufwand zuweilen über den Kopf.

Wir haben aber auch entschieden, dass unsere Kinder, sollten sie einmal nicht-vegane Produkte essen wollen, diese auch bekommen. Jeder Mensch, auch der kleinste, sollte selbst entscheiden können, ob sie oder er etwas Bestimmtes essen möchte oder nicht. Wir hoffen natürlich, dass unser Sohn sich uns zum Vorbild nimmt und sich mit den Gegebenheiten in unserer Esskultur auseinandersetzt. Aber wenn sein freier Wille irgendwann komplett ausgeprägt ist, wird er sich für das entscheiden, was für ihn richtig ist.

Uns selbst ist beispielsweise ein junger Mann aus Bayern ein Vorbild, was die pflanzenbasierte und tierleidfreie Philosophie betrifft. Der wunderbare Johannes Jung vom Erdlingshof ist bei vegetarischen Eltern aufgewachsen und hat sich irgendwann von tierischen Produkten komplett verabschiedet. Er hat in seinem Leben also noch nie Fleisch konsumiert. Dennoch ist er ein großgewachsener und allem Anschein nach gesunder Mann ohne erkennbare Mangelerscheinungen.

Das alles sind für uns tatsächliche und wahrnehmbare Fakten und daran orientieren wir uns.

Wir haben auf dieser Reise auch gemerkt, dass der Veganismus ganz klar erst heutzutage infrastrukturell möglich geworden ist, wenn man sich dabei auch ausgewogen ernähren und die notwendigen Vitamine und Nährwerte erhalten möchte. War man vor rund 100, 90 oder auch 80 Jahren zufrieden, überhaupt etwas Nahrhaftes zur Ernährung der Familie zu haben, so hat man heute diverse „Superfoods“, die allesamt hinsichtlich ihrer Vorzüge bekannt sind. Kritik an alten Generationen oder gar alten Zeiten ist Unsinn und führt auch zu nichts. Aber in einer Welt, in der ich die komplette Entscheidungsfreiheit über die Diversität meines Essens und damit auch über meinen Vitaminhaushalt habe, ist die vegane Ernährung auch vom gesundheitlichen Standpunkt her längst angekommen.

Der Begriff „Veganismus“ sollte eine positive Bedeutung haben

Leider hat der Veganismus dennoch im Ergebnis noch keinen sehr guten Ruf. „Vegan sein“ wird in den Medien oft in einem abwertenden Sinne verwendet und, wie hier dargestellt, verhält es sich teilweise auch bei alternativen Medien nicht anders. Entweder heißt es, das Essen schmecke nicht und die Veganer würden sich quasi selber geißeln. Oder die vegane Lebensweise wird wegen angeblicher Mangelerscheinungen komplett abgelehnt. Wen wundert dies, wenn doch klar ist, dass dahinter massive wirtschaftliche Motive stecken.

Veganismus wird von milliardenschweren Landwirtschafts- und Nahrungsgüterkonzernen natürlich nicht unbedingt geschätzt; diese Unternehmen machen seit Jahrzehnten Millionenumsätze mit Fleisch und Milch, sie schalten ihre Anzeigen in den Medien und setzen damit auch den Rahmen für die öffentlichen Meinung. Über die Medien verbreitete Abschreckung vor Veganismus ist oft der einzige Weg für diese Unternehmen und ihre Lobby, um gegen Umsatzeinbußen anzukämpfen.

Von offiziellen Stellen ist ebenfalls keine Unterstützung zu erwarten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zitiert veraltete Studien, um die vegane (Kinder-)Ernährung nicht zu empfehlen (5). Damit im Zusammenhang wäre auch der Einfluss der Pharmaindustrie zu nennen; auch sie weiß mit ihrer durchschlagsstarken Lobby die Menschen geschickt dazu zu verleiten, sich selbst zu „vergiften“. Schließlich kann nur mit dem kranken Menschen ein gutes Geschäft gemacht werden. Und auch Antibiotika für die Massentierhaltung sind ein wichtiger Geschäftsbereich. Apropos: Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, was sein wird, wenn das letzte Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung verwendet werden (6)?

Es wird Zeit, dass wir uns dem Veganismus als etwas Positives zuwenden und ihn in seiner Bedeutung aufwerten.

Ein Hauptproblem ist sicherlich, dass es keine eindeutige Definition für den Veganismus oder den Begriff „vegan“ gibt, sodass dieser oft entweder missbraucht wird oder man ihn so weit auslegt, dass ihn vegane Menschen gar nicht erst erfüllen können.

Aber bevor deswegen aufgrund von anekdotischer Evidenz gleich alle VeganerInnen abgewertet werden und damit gleich auch die dahinterstehende Philosophie, sollte sich doch jeder losgelöst von Online-Debatten und fragwürdigen Beispielen einfach selbst einmal mit diesem revolutionären Akt beschäftigen, wenn er es schon nicht schafft, bei der Demo in Ramstein (7) dabei zu sein oder sich einen eigenen Gemüsegarten anzulegen.

Für mich heißt vegan sein, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen und in direkter Absicht kein Tier für mich leiden lassen möchte und einem pflanzenbasierten Lebensmittelkonsum nachgehe, gepaart mit dem Drang, einen zusätzlichen Beitrag für die Tiere zu leisten, um vorherrschende Missstände abzubauen.

Würde kein einziges Tier für den Menschen leiden, bräuchte es den Begriff „vegan“ gar nicht mehr.


Quellen und Angaben:

(1) https://vebu.de/veggie-fakten/entwicklung-in-zahlen/anzahl-veganer-und-vegetarier-in-deutschland/?gclid=EAIaIQobChMIoaquotaw4QIVDrvtCh1zUwzfEAAYASAAEgLT3PD_BwE
(2) http://www.cowspiracy.com/facts
(3) https://www.rubikon.news/artikel/die-kuchen-schlacht
(4) https://www.rubikon.news/artikel/kann-veganismus-die-welt-retten
(5) http://www.tofufamily.de/veraltet-einseitig-und-unprofessionell-die-grosse-petition-gegen-die-dge/
(6) https://www.peta.de/antibiotikaeinsatz-in-deutschen-staellen
(7) https://www.ramstein-kampagne.eu/

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