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Überhitzte Kulturrevolution

Überhitzte Kulturrevolution

Im Sommerloch werden derzeit die ideologischen Weichen für einen Herbst gestellt, in dem die korporatistische Elite die Menschen mit weiteren Restriktionen quälen will.

„Das wirklich Beängstigende am Totalitarismus ist nicht, dass er Massaker begeht, sondern dass er das Konzept der objektiven Wahrheit angreift. Er gibt vor, die Vergangenheit wie die Zukunft zu kontrollieren“ (George Orwell).

Heiße Wochen liegen hinter uns. Nicht so heiß, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) Deutschlands seinen Zuschauern mittels manipulativ gefärbter Wetterkarten gerne vorgaukeln will, aber es war schon ganz schön warm. Hochsommer eben. Urlaubszeit. Reisewelle. Für viele vielleicht das erste Mal seit Ausrufung des Corona-Notstandsregimes. Denn noch im März entstand der Eindruck, als könnte mit dem Jahr 2022 ein relativ unbeschwerter Sommer ins Haus stehen. Viele Nachbarländer beendeten die restriktiven Pandemiemaßnahmen, schafften COVID-Zertifikate und Maskenpflicht ab. In der Schweiz riet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Menschen bereits im März, die hiesige Coronavirus-App auf dem Smartphone zu deinstallieren. Und auch in Deutschland stellte die Regentenkaste ein Ende aller Maßnahmen in Aussicht. Was danach passierte, ist bekannt.

Nicht nur „Team Geisterfahrt“ nahm in Berlin wieder richtig Fahrt auf und gängelt die Bevölkerung weiterhin ohne Unterlass mit sinnloser Symbolpolitik und präventivem Paternalismus in Sachen Gesundheitsschutz, auch der Ukrainekonflikt gewann an Momentum. Meldungen zu diesem von langer Hand geplanten US-Stellvertreterkrieg gegen Russland lösten die Pandemie-Newsticker von einem Tag auf den anderen ab. Masken- und Spritzen-Emojis wurden auf den Social-Media-Plattformen unreflektiert durch blau-gelbe Flaggen ersetzt. Ungeachtet der Tatsache, dass die Ukraine von einem korrupten Nazi-Regime gesteuert wird und generell jeder Krieg zu verurteilen ist, egal wer ihn führt — denn sterben müssen vor allem normale Menschen wie du und ich. Nicht die Personen, die ihn aus Stolz, Eigennutz, geopolitischen Interessen oder Gier vom Zaun brechen.

Die destruktiven Auswirkungen des in der Folge vom Wertewesten implementierten Sanktionsregimes gegenüber Putins Supermacht im Osten beginnen sich dagegen gerade erst wirklich Bahn zu brechen, Monate nach Bekundung bedingungsloser Solidarität mit Kiew. Galoppierende Inflation, Kaufkraftverlust, ungeahnte Preissteigerungen sowie eine hausgemachte Gaskrise trüben die Sommerlaune zusehends. Sorgen vor der Zukunft bestimmen den Alltag vieler Menschen. Angst.

In Washington lassen die US-Imperialisten des militärisch-industriellen Komplexes zeitgleich nichts unversucht, um den seit geraumer Zeit schwelenden Konflikt mit China zu eskalieren. Nachdem die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die aus unerfindlichen Gründen über ein Privatvermögen von 100 bis 200 Millionen US-Dollar verfügt — je nachdem, welcher Quelle man folgt —, bereits am 2. August 2022 durch ihren überraschenden Besuch in Taiwan für einen diplomatischen Eklat mit dem Reich der Mitte sorgte, jettete Mitte August bereits die nächste Gruppe amerikanischer Politdarsteller nach Taipeh — dieses Mal eine Delegation des US-Kongresses unter Leitung des demokratischen Senators von Massachusetts, Ed Markey.

Begleitet werden diese politischen Provokationen in Richtung des Adressaten Peking von militärischen Manövern in der umstrittenen Straße von Taiwan. Dort wollen die Vereinigten Staaten in den kommenden Wochen verstärkt Luft- und Seestreitkräfte auffahren lassen. Die strategischen Planspiele des US-Militärs, seiner Thinktanks und Demagogen für einen heißen Krieg in der Region Asien-Pazifik laufen derweil auf Hochtouren — und reichen vom Szenario eines kurzen Präventivschlags gegen China über das langfristige Verteidigen Taiwans bis hin zum ausgereiften Nuklearkrieg im Westpazifik.

Daneben ist die global vernetzte Deutungselite verstärkt darum bemüht, das Narrativ des Klima-Notstands in die Köpfe der Bevölkerung und die sozioökonomischen Strukturen des Landes zu „nudgen“.

Egal ob niedriger Wasserpegel im Rhein oder aufgeheizter Asphalt bei der Tour de France, die monokausale Weltsicht der „Woko Haram“ lässt nur eine Begründung zu: den Klimawandel. Auch wenn die Straßen bei der Tour de France im Zuge hoher Temperaturen schon immer mit Wasser gekühlt wurden.

Aus diesem Grund sehen nicht nur die Wetterkarten im ÖRR zwischenzeitlich aus, als fließe Lava durch die Straßen. Auch Berichte über sommerliche Waldbrände werden mit dem Begriff „Selbstentzündung“ tituliert, Stromausfälle auf von der Sonne zusammengeschmolzene Kabel zurückgeführt.

Kein Nudging-Elaborat scheint zu abstrus. Kein Strohmann-Argument zu unlogisch. Keine Widersinnigkeit zu peinlich. Denn die zahlreichen Richtigstellungen, die von den Leitmedien ein paar Tage nach den betreffenden Panik-Überschriften online gestellt werden, liest ohnehin kaum jemand.

Anlass zu Sorge gibt es auch hinsichtlich der allgemeinen Nahrungsmittelversorgung im kommenden Winter. In den Vereinigten Staaten sind im Laufe des Jahres zum Beispiel schon über 20 Fabriken zur Nahrungsmittelverarbeitung abgebrannt. Gemäß Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters ist das natürlich reiner Zufall. Zweifelsohne verschärft das jedoch die durch marodierte Lieferketten angespannte Situation zusätzlich, ebenso wie das bewusste Abfackeln von Weizenfeldern seitens des ukrainischen Militärs. Unterdessen nutzt der supranationale Korporatismus die Krisen-Kakophonie gut gelaunt zu seinen Gunsten und erwirbt alles, was an landwirtschaftlichen Anbauflächen verfügbar ist.

So wurde Microsoft-Gründer Bill Gates binnen kürzester Zeit zum größten Landbesitzer der USA. Konzerne wie Cargill, Dupont oder Monsanto, deren größte Anteilseigner die Kapitalsammelstellen BlackRock, Vanguard und Blackstone sind, haben unterdes 1,7 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland in der Ukraine zusammengekauft. Auf dem Immobilienmarkt sieht es kaum anders aus. So nutzen ökonomische Krisenprofiteure und die Politik das Sommerloch des Jahres 2022 nicht nur, um ihre performative Agenda möglichst unbemerkt voranzutreiben, auch die zahlreichen Krisenherde befeuern diesen fiskalischen Raubzug der Finanzeliten.

Die völlige Abkehr der herrschenden Kaste vom Gemeinwohlgedanken war kaum jemals offensichtlicher.

Dass die heißen Monate des Jahres von Regierungen stets genutzt werden, um kontroverse oder unpopuläre Entscheidungen durchs Parlament zu jagen, ist nichts Neues. Dass die Ferienzeit dazu dient, eine „woke“ Kulturrevolution voranzupeitschen, ist dagegen bemerkenswert. So sind Planungen, die Bundeswehr ab 1. Oktober 2022 für Inlandseinsätze abzustellen, um die Polizei bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu unterstützen, nur ein verstörendes Symptom des kontinuierlich kranker agierenden Systems. Denn Dammbrüche und Paradigmenwechsel scheinen mittlerweile an der Tagesordnung zu sein.

„Wir kommen jetzt in eine Phase hinein, wo der Ausnahmezustand die Normalität sein wird“ (Karl Lauterbach).

Das dürfte wohl eine der wenigen Prophezeiungen des Panikpredigers im Gesundheitsministerium sein, die sich erfüllen wird. Selbst BILD-Chef Claus Strunz warnt mittlerweile davor, dass Habeck und Konsorten nur darauf warten, den Klima-Lockdown auszurufen. Vor diesem Hintergrund kommt es den dunkelgrünen Kulturrevolutionären kaum ungelegen, dass Olaf Scholz wegen des CumEx-Skandals derzeit wieder verstärkt unter Beschuss gerät. Über 50-mal soll der SPD-Finanzlobbyist vor dem entsprechenden Untersuchungsausschuss angegeben haben, sich an nichts erinnern zu können.

Das ruft Erinnerungen an Mafia-Prozesse wach. Sollte der augenscheinlich korrupte Bundeskanzler seinen Hut nehmen müssen, wäre vermutlich Robert Habeck als Vizekanzler am Zug. Und das verheißt nichts Gutes, wie aktuelle Planungen des dogmatischen Maoisten zum Energiesparen belegen. Denn der postulierte „Wutwinter“ dürfte nach Habecks Gutdünken in einem dystopisch anmutenden „Dunkeldeutschland“ Einzug halten.

Die aufgrund der instrumentalisierten Energiekrise in Aussicht gestellten staatlichen Übergriffigkeiten dürften jene des Coronaregimes sogar noch toppen. So sollen öffentliche Gebäude bis maximal 19 Grad beheizt werden dürfen. Wird körperlich gearbeitet, müssen zwölf Grad genügen. Ladentüren und Eingänge müssen geschlossen, Werbetafeln und Leuchtreklamen von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr ausgeschaltet werden. Die Fassadenbeleuchtung öffentlicher Gebäude und Denkmäler wird gänzlich untersagt. Und auch die Straßenlaternen sollen temporär oder clusterweise ausgeschaltet werden, obwohl das vor allem in Großstädten, Problemvierteln oder urbanen Parkanlagen durchaus negative Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung haben könnte. So schafft man neue Angsträume.

Nach Etablierung eines Präzedenzfalls über die totalitären Coronamaßnahmen beschränkt sich die staatliche Bevormundung selbstredend nicht auf den öffentlichen Raum. Auch im Privaten soll kontrolliert werden, ob sich Bürger an zentralistische Vorgaben halten.

Bisher wurde offiziell zwar nur beschlossen, dass private Pools nicht mehr mit Gas oder Strom beheizt werden dürfen — erste Stimmen, die eine strikte Kontrolle des Energieverbrauchs in Privatwohnungen fordern, werden aber bereits laut.

Auch wenn solche Vorhaben derzeit von allen Seiten vehement verneint werden, zeigen die Erfahrungen aus den vergangenen zweieinhalb Jahren, dass mediale Testballons dieser Couleur nicht ohne Grund losgelassen werden.

Das gilt gleichsam für die jüngsten Äußerungen von Olaf Scholz, dass niemand im bevorstehenden Winter beabsichtige, auf Demonstranten zu schießen. Denn der Vorwurf, dass er diese Zusage bis in ein paar Monaten wieder aus dem Gedächtnis getilgt haben könnte, scheint im Lichte seiner selektiven Amnesie in Bezug auf den CumEx-Skandal nicht allzu weit hergeholt.

So ist auch die unverschämte, in ihrer Ausgestaltung weltweit einzigartige Gasumlage als weiteres Puzzleteil eines menschenverachtenden Panoptikums kreativer Zerstörung zu bewerten, dem die Zivilisation durch neofeudalistische Zirkel ausgesetzt wird. Das implizieren einmal mehr die organisatorischen Hintergründe. Denn wie der Zufall es will, profitiert von der Finanzspritze für die Energiewirtschaft vor allem das Unternehmen Uniper mit Sitz in Düsseldorf. Dieses hatte bereits im Juli 2022 Finanzhilfen in Höhe von 15 Milliarden Euro vom deutschen Staat erhalten. Uniper gehört zu 56 Prozent dem finnischen Energiekonzern Fortum. Und in dessen Aufsichtsrat sitzt WEF-Günstling und -Vorstandsmitglied Philipp Rösler, ehemaliger FDP-Bundesvorsitzender und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Dieser Umstand ist ein Paradebeispiel für die mittlerweile offen zelebrierte Systematik des Korporatismus, dessen singuläres Ziel in der Privatisierung und Monopolisierung aller verfügbaren Ressourcen zum Machterhalt einer internationalen Finanzelite besteht. Dieses Ziel ist im Kern kriminell. Um es zu erreichen, bedarf es organisierter Kriminalität und institutionalisierter Umverteilung von Vermögenswerten. Das bestätigte — scheinbar unterbewusst — auch die ungelernte Küchenhilfe und grüne Vollzeitideologin Katrin Göring-Eckardt, als sie im August 2022 kurzerhand auf Twitter verlauten ließ:

„Wir brauchen Umverteilung von unten nach oben und nicht umgekehrt.“

Zwischenzeitlich hat sie diese — als plumpen Tippfehler abgetane — Formulierung zwar gelöscht und den vielsagenden Satz für einen neuerlichen Beitrag umformuliert, aber so ein potenzieller Freud’scher Versprecher lässt ja unter Umständen tief blicken. Wer insgeheim noch davon ausgeht, korporatistische — und demnach faschistische — Strukturen bestünden in der vermeintlich demokratischen Bundesrepublik nicht, wird selbst von der Bundeszentrale für politische Bildung eines Besseren belehrt: mit einem Artikel vom 26. Mai 2002, der die Überschrift „Die Entwicklung des deutschen Korporatismus“ trägt.

Die kriminelle Verwobenheit von Staat und Konzernen in Bezug auf die Gaskrise führt in jedem Falle einmal mehr vor Augen, dass es im technokratischen Korporatismus der oktroyierten Zeitenwende unerheblich ist, welchem politischen Spektrum seine Repräsentanten zuzuordnen sind.

Ob links, grün, liberal, konservativ oder rechts — wenn es um Macht und Geld geht, ziehen die Public-Private-Partnerships der supranational konstituierten Global Governance am gleichen Strang. An jenem, aus dem der freiheitlich organisierten Zivilgesellschaft langsam, aber sicher der Strick gedreht wird.

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