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Tragik und Hoffnung

Tragik und Hoffnung

Die Synchronizitäten im weltpolitischen Geschehen der vergangenen Jahrzehnte lassen darauf schließen, dass diese durch eine Hochfinanz-Clique orchestriert wurden.

„Die Mächte des Finanzkapitals hatten ein (…) weitgestecktes Ziel, und zwar kein geringeres als die Errichtung eines Systems der weltweiten Finanzkontrolle in privaten Händen, das in der Lage ist, das politische System eines jeden Landes und die Weltwirtschaft zu beherrschen“ (Carroll Quigley).

Inkompetenz, Unvermögen, mangelnde Fachkenntnis, Solidarität, sozialer Druck, Ideologie, Fraktionszwang, Dummheit, Ignoranz, Gier, Machtbesessenheit — oder schlicht Zufall: Mit diesen und diversen anderen Einordnungen versuchen nicht wenige Menschen, auch solche, die dem offiziellen Kurs oder Narrativ des Tages kritisch gegenüberstehen, sich die abstrusen Vorgänge der vergangenen zweieinhalb Jahre sowie das Handeln von in der Öffentlichkeit stehenden Schlüsselpersonen zu erklären.

Selbst skeptische und gut informierte Zeitgenossen weigern sich jedoch häufig vehement, anzuerkennen, dass zum Beispiel das international konzertierte Vorgehen im Zuge der Coronakrise kein Zufall gewesen ist. Dass es einen Plan gegeben haben könnte. Dass Krisen von Interessengruppen bewusst herbeigeführt oder amplifiziert werden, um das disruptive Momentum für andernfalls schwerlich zu rechtfertigende Veränderungsprozesse zu nutzen. Und noch verheerender: dass Wahlen, Prognosen, Umfragen und Hochrechnungen manipuliert sind. Das gesamte System reine Fassade? Das kann und darf nicht sein. Obwohl selbst eine Studie der elitären Princeton-Universität aus dem Jahr 2014 zu dem für jeden Demokraten ernüchternden Ergebnis kam, dass keine Korrelation zwischen dem, was der US-Wähler möchte und der tatsächlichen Vorgehensweise der Regierung festzustellen ist.

Dass der Staat sich nicht primär um die Bevölkerung sorgt und kriminelle Absprachen, Vereinigungen und Verschwörungen eher die Regel als die Ausnahme sind, stellt vor allem die amerikanische Regierung immer wieder unverhohlen unter Beweis. Ob Watergate, Iran-Contra oder die Ermordung von John F. Kennedy, ob Sterilisation von 70.000 Ureinwohnern, staatlich organisierter Terrorismus in Südamerika, illegale Versuche an Menschen im Zuge des MKUltra-Programms, Missbrauch von Obdachlosen für medizinische Tests oder gar die heimliche, atomare Verseuchung dreier US-Kleinstädte während Operation Green Run — die Vielzahl an kriminellen Übergriffigkeiten der US-Regierung gegenüber der eigenen Bevölkerung ist schier unglaublich. Wer sich selbst von den Skrupellosigkeiten überzeugen will, die der Staat seinen Bürgern im Land der unbegrenzten Möglichkeiten antat und nach wie vor antut, findet im virtuellen Lesesaal der CIA sehr viel Material.

Denn durch den „Freedom of Information Act“ sind nun eine Vielzahl ehemals klassifizierter Dokumente für jedermann zugänglich. Sie zeigen: In Washington und vor allem Langley (Sitz der CIA) war man sich wirklich für nichts zu schade.

Warum sollte das heutzutage anders sein, wo dem digital-finanziellen und militärisch-industriellen Komplex viel effizientere Methoden und Werkzeuge zur Verfügung stehen als jemals zuvor?

So nimmt Politik in der Spätmoderne die Position ein, die die Kirche im Mittelalter innehatte. Die Reden und Appelle der vermeintlichen Volksvertreter sind die Predigten — und die in regelmäßigem Turnus zu wiederholenden Wahlen die Glaubensbekenntnisse der Adepten, Jünger und verängstigten wie hörigen Gemeinden. Was das zeitgemäße Pendant zum kirchlichen Ablasshandel ist, sei der Imaginationskraft des Lesers überlassen. An Auswahl mangelt es ja nicht.

Vielen mag es in der dystopischen Gegenwart schlicht an Zeit, Muße und Energie fehlen, um sich im Detail mit all den wilden und verstörenden Ereignissen unserer Zeit, ihren politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Hintergründen sowie ihrem historischen, sozialen oder kulturellen Kontext auseinanderzusetzen. Das ist nachvollziehbar — und ebenfalls kein Zufall. Andere belügen sich selbst, weil Selbsterkenntnis und der Zusammenbruch ihres Weltbilds äußerst schmerzhaft sein können. Auf tragische Art und Weise hoffen sie wohl darauf, sich nie mehr selbst wahrnehmen zu müssen. Manche wollen es einfach nicht sehen und gehen ohnehin am liebsten den Weg des geringsten Widerstands. Sie halten sich aus allem raus. Und eine weitere Gruppe besteht vermutlich aus Mittelsmännern, Mitläufern und Mittätern.

Dabei liegen die Fakten auf der Hand und sind in der Regel frei zugänglich. Optimismus beruht hingegen oftmals auf Mangel an Information oder auf Ignoranz und Selbstverleugnung. Denn egal ob es um COVID-19, den Ukrainekrieg, Nahrungsmittelknappheit, Affenpocken, eine Wirtschafts- und Energie-Krise oder die postulierte Klimakatastrophe geht — für all diese Transformationsprozesse, Krisenszenarien oder katalysierenden Events existieren Dokumente offizieller Stellen und verantwortlicher Akteure, die nahelegen, dass der aktuelle Ist-Zustand bewusst herbeigeführt wurde — oder dass Umstände, die dahinführten, zumindest billigend in Kauf genommen wurden. Auch wenn sie der eigenen Bevölkerung ausschließlich zum Nachteil gereichen.

Das bekannteste Beispiel diesbezüglich dürften dieser Tage zwei Publikationen des „World Economic Forum“ (WEF) aus Davos sein: „The Great Reset“ und „The Great Narrative“. Obwohl das erste Buch klipp und klar darlegt, dass die vermeintliche Pandemie von den Wirtschaftseliten als Chance zur neofeudalen Restrukturierung der Weltwirtschaft sowie des gesellschaftlichen Zusammenlebens betrachtet wird, und verdächtig früh nach Beginn der Coronakrise erschien, wird von den Mainstreammedien weiterhin gerne in Abrede gestellt, dass es sich beim „Großen Umbruch“ um eine ähnlich der Mafia organisierte kriminelle Verschwörung handelt.

In den Köpfen vieler Menschen existiert noch immer das Trugbild verrauchter Salons und mystischer Orte, an denen sich heimlich eine Handvoll betagter Herren trifft, um konspirative Pläne zur Erlangung der Weltherrschaft zu schmieden. Sie wollen nicht sehen, dass Klüngel und Korruption heute in aller Öffentlichkeit stattfinden — getarnt als Kooperation. Doch genau das ist mittlerweile der Fall. Die kriminellen Verschwörer unserer Zeit sitzen in Parlamenten, Talkshows, Vorständen und Redaktionen. Die Neofeudalisten der „Vierten Industriellen Revolution“ sind darauf aus, gesellschaftlichen Konsens herzustellen, anstatt sich mit Kontrahenten herumzuschlagen. Denn Widerstand verteuert den Wandel.

Dass dies früher durchaus anders war, ist korrekt. Deswegen hat man die Strategie ja angepasst. Bevor man elitäre Unterfangen wie die Bilderberger-Konferenzen, die Trilaterale Kommission, Chatham House alias Royal Institute of Foreign Affairs, den Council on Foreign Relations (CFR) und sein deutsches Gegenstück, die Atlantik-Brücke, den US-China Business Council oder den Bohemian Club mit einer vermarktbaren Fassade versah, um Gegnern durch manipulative Öffentlichkeitsarbeit etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, operierten diese verschwiegenen Zirkel der herrschenden Kaste präferiert im Geheimen — und bei Gegenwind mit Gewalt.

Mit der Verbreitung und Konsolidierung von Massenmedien und vor allem des Internets änderte sich das. Was nicht mehr geheim zu halten war, wurde sukzessive weichgespült und publik gemacht. Bei besonders auffällig inhumanen Unterfangen änderte man zuerst den Namen. So hieß zum Beispiel Foreign Affairs, das Magazin des Council on Foreign Relations, bis 1922 noch Journal of Race Development; das Journal for Biosocial Science der Cambridge University nannte sich bis 1969 The Eugenics Review und so weiter.

Zudem: Öffentlich akzeptierte Organisationen zur Umsetzung strategischer Ziele der Hochfinanz waren längst gegründet. Je ausgeprägter sich der Korporatismus gestaltete, desto weniger mussten die Oligarchen selbst in Erscheinung treten. Man herrscht nun indirekt, über die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelsorganisation (WTO), den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Europäische Union oder die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Dass die Gründung vieler dieser Organisationen auf das Betreiben einer überschaubaren Anzahl superreicher Oligarchen, Financiers und Familien zurückzuführen ist, ist weder ein Geheimnis noch Fiktion. Denn die Arroganz dieser selbst ernannten Herrscherkaste geht so weit, dass sie selbst ausführlich über ihre größenwahnsinnigen Allmachtsfantasien schreibt.

So zum Beispiel David Rockefeller, der als erster Vertreter des Rockefeller-Clans eine Biografie veröffentlichte, obwohl man die Wurzeln der Familie bis ins frühe 17. Jahrhundert und nach Neuwied in der Nähe von Koblenz zurückverfolgen kann. Titel des knapp 700 Seiten starken und im Jahr 2003 erschienenen Buches: „Erinnerungen eines Weltbankiers“. In unverfrorener Unbescheidenheit erklärt der 2017 verstorbene Finanzmogul in seinen Memoiren, wie er zum Thema Globalisierung stand — bei Rockefeller ist das tatsächlich ein Euphemismus für Weltherrschaft — und wie stolz er auf die massive Einflussnahme auf die geopolitischen Verhältnisse mittels von ihm finanzierter, geleiteter oder gegründeter Organisationen wie dem CFR oder der Trilateralen Kommission ist.

„Wir befinden uns am Anfang einer globalen Umwälzung. Alles, was noch fehlt, ist eine große weltweite Krise, bevor die Nationen die neue Weltordnung akzeptieren“ (David Rockefeller, Bilderberger-Konferenz 2005).

Weitere Informationen rund um das globalistische Treiben der Rockefellers und ihren erstaunlichen Einfluss auf die Finanz- und Geopolitik des letzten Jahrhunderts finden sich im offiziellen Familienarchiv, dem Rockefeller Archive Center. Besonders interessant sind hier die Sammlungen zu den von der Familie finanzierten Organisationen, zum Beispiel dem Population Council, dem Social Science Council oder eben der zuvor erwähnten Trilateralen Kommission, die zwar gemäß Erklärung auf der eigenen Webseite von „Privatpersonen“ gegründet wurde, den Namen des Initiators aber tunlichst unterschlägt. Welchen Einfluss ein generationsübergreifend planender Clan wie die Rockefellers mittels Stiftungen, Thinktanks und NGO-Vehikeln auf die Weltpolitik nehmen kann, dürfte nach Sichtung der familieneigenen Dokumentation unschwer zu erkennen und kaum von der Hand zu weisen sein.

Wie sich der öffentliche Auftritt der superreichen Neofeudalisten im Lauf der Zeit verändert hat, zeigen die Rockefellers ebenfalls exemplarisch. Denn die Familie war ob ihrer ruchlosen Geschäftspraktiken weithin verhasst. Nicht umsonst gaben sich Patriarch John D. Rockefeller und sein Sohn mit Aufkommen des Mediums Fernsehen Mühe, einen Imagewechsel zu vollziehen. Weg vom rücksichtslosen, skrupellosen, zurückgezogenen Großkapitalisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hin zum spendablen, freundlichen und öffentlich wahrnehmbaren Philanthropen des anbrechenden Medienzeitalters. Der Smithsonian Channel beschreibt es in einem Video-Bericht zum auffälligen Imagewechsel des Rockefeller-Clans treffend mit den Worten:

„Dank der Verbreitung des Mediums Film kann das Publikum nun das Leben und den Lebensstil der Reichen und Schönen sehen. Die Könige der Diebe werden zu Prominenten.“

Nun sind die Rockefellers nur ein mächtiger Industriellenclan von vielen, der bis heute zweifellos Einfluss auf den Lauf der Welt nimmt. Vergleichbare Erfolge haben unter anderem die Carnegies zu verzeichnen. Andrew Carnegie veröffentlichte bereits im Jahr 1886 ein Buch, in dem er zur Globalisierung Amerikas aufrief, da nur dieser Kurs zu weltweiter Dominanz des von ihm vertretenen Establishments führen könne — getarnt als Demokratie.

Ungleich einflussreicher waren die Rothschilds, deren Name aufgrund edler Weine weithin bekannt ist. Selbst die angesichts des tatsächlichen Einflusses der Familie eher knapp bemessene Wikipedia-Seite zum Thema lässt erahnen, welche Möglichkeiten politischer Einflussnahme dieser Familie im Laufe ihrer über 200-jährigen Geschichte offenstanden. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet im offiziellen und sehr umfangreichen Familienarchiv der Rothschilds bemerkenswerte Informationen. Seit 1789 beeinflusst der unvorstellbar reiche Clan den Lauf der Welt in nie gekanntem Ausmaß — und das bis heute meist im Verborgenen. Auf den bekannten Ranglisten der Superreichen taucht der Name Rothschild nie auf. Das hat die Familie aufgrund ihres historischen Einflusses sowie ihrer perfide organisierten Unternehmens-, Stiftungs- und Beteiligungsstrukturen gar nicht nötig. Man tritt lediglich mit vordergründig wohltätigen Aktivitäten und ein paar kleinen Privatbanken öffentlich in Erscheinung.

Diese Einflussnahme macht das Haus Rothschild seit Langem zur Zielscheibe von Kritikern. Und zwar zu Recht. Denn es handelt sich auch in diesem Fall — ganz banal — um organisierte Kriminalität. Dabei spielt überhaupt keine Rolle, dass die Familie jüdische Wurzeln hat, auch wenn das natürlich die gängige Verteidigungsstrategie des Clans und seiner Unterstützer ist — jedem Kritiker der Rothschilds die Antisemitismus-Keule überzuziehen. Daher muss an dieser Stelle kurz angemerkt werden, dass ich die Praktiken der Familie genauso anprangern und verurteilen würde, wenn sie einen buddhistischen, muslimischen oder christlichen Hintergrund hätte. Denn es geht hier nicht um Religion, sondern um Betrug, Diebstahl, Wirtschaftskriminalität, Korruption, antidemokratische Umtriebe, Strafvereitelung und Kriegstreiberei zulasten der gesamten menschlichen Zivilisation.

Auch die verbrieften Hintergründe der seit knapp einem Jahrhundert bestehenden Technokratie-Bewegung, die dunkle Geschichte der Eugenik sowie die Entwicklung von China oder Russland im 20. Jahrhundert geben allen Grund zur Annahme, dass die jüngere Weltgeschichte nicht auf plumpen Zufällen basiert, sondern die Geschehnisse organisch ihren Lauf nahmen. Eine gegenteilige Behauptung widerspricht bereits nach Prüfung der bisher angeführten Informationen jeder Logik.

Wer nach Sichtung der vorgängig genannten Dokumente, Belege und Indizien noch immer partout den Standpunkt vertreten möchte, es gäbe keine übergeordneten, langfristigen und internationalen Strategien oder Pläne, die zum aktuellen Status quo des Planeten und der von der Oligarchie ausgerufenen „regelbasierten Weltordnung“ geführt haben, Strategien, die von politischen Spektren, Prozessen und Ereignissen völlig unabhängig sind, findet zusätzliche Anhaltspunkte für diese Arbeitshypothese im Testament von Cecil Rhodes, das als Buch im PDF-Format frei verfügbar ist.

Rhodes war einer der einflussreichsten Menschen seiner Zeit und beschrieb in seinem letzten Willen unmissverständlich, wie er gedachte, seinen Visionen von einer Neuordnung der Welt posthum Nachdruck zu verleihen — nämlich durch Gründung von Geheimgesellschaften, die Politik, Wirtschaft und Finanzwelt infiltrieren und nach den Vorstellungen von Rhodes und Konsorten langfristig beeinflussen sollten.

Nach seinem Tod führte Lord Alfred Milner, der vor Winston Churchill die britischen Kolonien regierte, seine Pläne weiter und gründete zum Beispiel Milner’s Kindergarten, aus dem später die sagenumwobene Round-Table-Bewegung hervorging, von der man annehmen muss, dass sie heute in Organisationen wie Chatham House, dem CFR, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Trilateralen Kommission fortbesteht. Denn die Spur des Geldes trügt in der Kriminalistik selten.

„Warum sollten wir nicht eine Geheimgesellschaft mit nur einem Ziel gründen, der Förderung des britischen Empire und der Unterwerfung der ganzen Welt unter britische Herrschaft, für die Wiederherstellung der Vereinigten Staaten, um die angelsächsische Rasse zu einem einzigen Imperium zu machen? Was ein Traum! Aber doch ist es wahrscheinlich, es ist möglich“ (Cecil Rhodes).

Wes Geistes Kind Cecil Rhodes war, verdeutlicht ein weiteres Zitat des einstigen Finanzmoguls und Namensgebers für Rhodesien (heute Republik Simbabwe):

„Der Eingeborene ist wie ein Kind zu behandeln und ihm das Wahlrecht abzusprechen. Wir müssen in unseren Beziehungen zur Barbarei Südafrikas ein System der Despotie annehmen, wie es in Indien funktioniert.“

Manch einer mag nun einwenden, dass es sich hierbei um die machtversessenen, eigenbrötlerischen und faschistoiden Visionen von Einzelpersonen handelt, um betagte Ideen, die mit der Gegenwart nichts zu tun haben. Dass genau dies nicht der Fall ist, zeigen renommierte Akademiker und allgemein anerkannte Autoren wie Professor Antony C. Sutton (1925 bis 2022) oder Professor Carroll Quigley (1910 bis 1977). Anthony Sutton verfasste Bücher wie „Wall Street und der Aufstieg Hitlers“, „Roosevelt und die internationale Hochfinanz“, „Wall Street und die Bolschewistische Revolution“ oder „Trilaterale über Washington“, letzteres mit Patrick M. Wood, der heute die Nachrichten-Seite technocracy.news betreibt.

Sutton zeigt in seinen Werken mittels fundierter Recherchen auf, welche verdeckt operierenden Kräfte hinter bekannten geschichtlichen Vorgängen wirkten und wirken. Und bei der Lektüre seiner Schriften wird schnell deutlich, dass es sich immer wieder um die gleichen einflussreichen Zirkel handelt, die den Lauf der Welt zu ihrem Vorteil beeinflussen.

Ob Russland, China oder Hitlers Naziregime — überall hatte die angloamerikanische Hochfinanz ihre Finger im Spiel und machte die Geschichte, wie wir sie heute kennen, erst möglich. Wer sich die Mühe macht, die entsprechenden historischen Belege der vergangenen 100 oder 200 Jahre zu analysieren, kann kaum zu einem anderen Schluss kommen.

„Das Argument, dass die beiden Parteien gegensätzliche Ideale und Strategien vertreten sollten, die eine vielleicht rechts und die andere links, ist eine dumme Idee, die nur für doktrinäre und akademische Denker akzeptabel ist. Stattdessen sollten die beiden Parteien fast identisch sein, damit das amerikanische Volk bei jeder Wahl die Schurken rausschmeißen kann, ohne dass es zu tiefgreifenden oder umfassenden Kurswechseln kommt“ (Carroll Quigley).

Untermauert werden die Ausführungen von Sutton durch die Arbeiten von Carroll Quigley, der als Professor in Georgetown sowie an den Elite-Universitäten Harvard und Princeton lehrte und aufgrund seiner Kontakte zum US-Establishment Zugang zu den geheimen Archiven und Dokumenten des Council on Foreign Relations oder des Royal Institute of Foreign Affairs erhielt. Sein berühmtester Schüler ist vermutlich Bill Clinton, der seinem ehemaligen Professor bei einer Rede im Jahr 1992 öffentlich dankte.

Quigley arbeitete knapp zwanzig Jahre an seinem wohl bekanntesten Buch „Tragedy and Hope“, einem Wälzer, der je nach Ausgabe bis zu 1.300 Seiten umfasst und 1966 veröffentlicht wurde. Bislang war dieses Lebenswerk auf Deutsch nur in einer stark gekürzten Version erhältlich. Der Kopp-Verlag bietet nun erstmals eine vollständige und kostengünstige Übersetzung des Buches an.

„Tragödie und Hoffnung — eine Geschichte der Welt in unserer Zeit“ ist deshalb so bedeutend, weil Quigley den mächtigen Kreisen, über die er schreibt, so nahe war wie kein Autor vor ihm. Das ist der Grund, warum er überhaupt Zugriff auf die sensitiven Informationen erhielt. Ein anderer mag sein, dass er der Agenda der angloamerikanischen Hochfinanz zunächst recht wohlwollend gegenüberstand. Seine einflussreichen Freunde rechneten wohl nicht damit, dass Quigley ihre geheimen Planungen und antidemokratischen Umtriebe ins Licht der Öffentlichkeit zerren würde.

Doch genau das tat er. Auch wenn die „brisanten“ Teile des Buches nur circa fünf bis zehn Prozent der über 1.000 Seiten ausmachen, sind diese Abschnitte mehr als entlarvend. Und im Laufe seiner zwei Jahrzehnte überspannenden Arbeit an „Tragedy and Hope“ muss Quigley zudem aufgefallen sein, dass die Aktivitäten dieser machtbesoffenen Clique von superreichen Globalisten eben nicht unterstützenswert, sondern zu verurteilen sind. Folgende Auszüge aus seinem Buch unterstreichen diese Annahme:

„Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ist die westliche Zivilisation in Gefahr, intern von einer korrupten, kriminellen herrschenden Kabale zerstört zu werden, die sich um die Interessen von Rockefeller dreht, zu denen Elemente von Morgan, Brown, Rothschild, Du Pont, Harriman und Kuhn gehören, Kuhn-Loeb und auch andere Gruppierungen. Diese Junta übernahm in den ersten zwei Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts die Kontrolle über das politische, finanzielle und kulturelle Leben Amerikas.“

„Dieses System sollte auf feudalistische Weise von den Zentralbanken der Welt kontrolliert werden, die gemeinsam handelten, durch geheime Vereinbarungen, die in häufigen Sitzungen und Konferenzen erzielt wurden. Die Spitze des Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel/Schweiz sein, eine Privatbank im Besitz und unter der Kontrolle der Zentralbanken der Welt, die selbst Privatunternehmen sind. Jede Zentralbank (...) versuchte, ihre Regierung durch ihre Fähigkeit zu dominieren, Staatsanleihen zu kontrollieren, Devisen zu manipulieren, das Niveau der Wirtschaftstätigkeit im Land zu beeinflussen und Genossenschaftspolitiker durch daraus resultierende wirtschaftliche Belohnungen in der Geschäftswelt zu beeinflussen.“

Die persönlichen und beruflichen Konsequenzen, die Quigley nach der Veröffentlichung von „Tragedy and Hope“ zu tragen hatte, erinnern an die heutige Cancel Culture. Denn trotz seiner unbestrittenen Reputation als exzellenter Akademiker, Historiker und Autor wurde er von den Gruppen, die er mit seinem Werk bloßgestellt hatte, angegriffen, gemieden und diffamiert. Finanzierungen für seine Forschungsarbeit wurden gestrichen.

In der Öffentlichkeit wurde ihm vor allem der Vorwurf gemacht, in „Tragedy and Hope“ keine Quellenangaben ausgewiesen zu haben. Bedenkt man jedoch, dass seine Recherchen primär auf vertraulichen Dokumenten beruhten, die niemandem vor oder nach ihm zur Verfügung gestellt wurden und die als geheim oder nicht existent galten, macht der Verzicht auf Fußnoten natürlich Sinn.

Aus diesen Vorkommnissen zog Quigley jedoch seine Lehren. Sein nächstes Buch, „The Anglo-American Establishment: From Rhodes to Cliveden“, hielt er zurück, obwohl es schon seit Ende der 1960er-Jahre fertiggestellt war, und verfügte, dass es erst nach seinem Ableben veröffentlicht werden dürfe. So geschehen im Jahr 1981, vier Jahre nach dem Tod von Carroll Quigley. Was er in „Tragedy and Hope“ aus nachvollziehbaren Gründen noch vermissen ließ, Quellenangaben, Fußnoten und Zitate, lieferte er mit diesem Werk posthum nach — und räumte damit jeden Zweifel an der Seriosität seiner zuvor angeführten Thesen aus.

„Professor Carroll Quigley präsentiert entscheidende Schlüssel, ohne welche die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts niemals vollständig verstanden werden können“ (Google Books).

„Der Leser wird erkennen, dass dies für vergangene, gegenwärtige und zukünftige Ereignisse gilt. Die Rhodes-Stipendien, die aufgrund der Bedingungen des siebten Testaments von Cecil Rhodes etabliert wurden, sind jedem bekannt. Weniger bekannt ist, dass Rhodes mittels fünf früherer Testamente sein Vermögen hinterlassen hat, um eine Geheimgesellschaft zu gründen, die sich der Erhaltung und Expansion des britischen Empire widmen sollte. Und was anscheinend niemandem bekannt ist, ist, dass diese Geheimgesellschaft (...) bis heute existiert (...). Diese Gruppe ist, wie ich zeigen werde, eine der wichtigsten historischen Tatsachen des zwanzigsten Jahrhunderts“ (Carroll Quigley).

Nun sind die mehr als 1.000 Seiten von „Tragedy and Hope“ keine leichte Kost und den wenigsten Lesern in Gänze zumutbar, wie Quigley damals selbst einräumte. Leider. Denn wären sich mehr Menschen dieser historischen Tatsachen bewusst, erschiene ihnen die Gegenwart in einem völlig anderen Licht.

Aus diesem Grund ist es erfreulich, dass sich der amerikanische Autor Joe Plummer die Mühe gemacht hat, das Lebenswerk von Quigley auf ein allgemein verträgliches Maß zu komprimieren. Im Jahr 2014 veröffentlichte Plummer sein nur 224 Seiten umfassendes Buch „Tragedy & Hope — The Illusion of Justice, Freedom and Democracy“ (Tragödie und Hoffnung — Die Illusion von Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie), das die wichtigsten Passagen aus dem Originalwerk zusammenfasst und auf einen für die breite Masse verträglichen Umfang verdichtet.

Plummers Zusammenfassung enthält darüber hinaus wertvolle Tipps zu weiterführender Literatur und kurze Erklärungen zu Quigleys Ausführungen, die dem historisch unbewanderten Leser helfen, den Kontext des Originalwerks besser zu verstehen. Auf seiner Webseite stellt Plummer das gesamte Buch kostenlos zur Verfügung, nebst zusätzlichen Notizen, Informationen und Texten, die weitere knapp 600 Seiten umfassen. Ein aufschlussreiches Interview des Historikers Richard Grove mit Joe Plummer aus dem Jahr 2016 findet sich bei YouTube.

Es dürfte unstrittig sein, dass die Haltung des Staates gegenüber seiner Bevölkerung sowie die Geschichte der vergangenen 100 Jahre angesichts der oben angeführten, historisch belegbaren Informationen aus belastbaren Quellen in einem anderen Licht erscheinen, als die Geschichtsbücher lehren. Denn Geschichte schreiben immer die Gewinner.

Auch dem eingefleischtesten Skeptiker sollten zumindest leise Zweifel an der offiziellen Darstellung der ein oder anderen wirtschaftlichen, geopolitischen, sozialen oder technologischen Entwicklung kommen. Und auch am Wohlwollen des Staates gegenüber den auf seinem Territorium lebenden Menschen. Dies vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Welt des Jahres 2022 frappierende Ähnlichkeiten mit jener Zukunft aufweist, die sich technokratische Neofeudalisten wie Rhodes, Carnegie, das Haus Sachsen-Coburg und Gotha (seit 1917 Haus Windsor), die Rockefellers oder Rothschilds bereits vor über einem Jahrhundert als Ideal für ihre herrschende Kaste ausmalten.

„Auf dieser ursprünglich finanziellen Grundlage (…) entstand im 20. Jahrhundert zwischen London und New York ein Machtgefüge, das tief in das Universitätsleben, die Presse und die Praxis der Außenpolitik eindrang“ (Carroll Quigley).

Natürlich steht es trotz dieser geradezu erdrückenden Fülle von belastenden Indizien weiter jedem frei, anzunehmen, dass es sich bei all den Synchronizitäten der jüngeren Geschichte um reinen Zufall handelt. Mit logischem Denken, Kombinationsvermögen und Reflexion hat solch eine Geisteshaltung dann allerdings nur noch wenig zu tun. Glaube ist in diesem Falle wohl die treffendere Beschreibung.

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