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Terror-Logik

Terror-Logik

Mit den Waffen der Logik ist Terror oftmals besser beizukommen als mit Grundrechteabbau, Militarisierung und Krieg.

Man solle die Menschen an dem Bahngleis abholen, an dem sie stehen. Wohl wahr. Aber, um im Bild zu bleiben:

Im ersten Semester lernt ein angehender Journalist im ersten Seminar in der ersten Stunde, das er – was auch immer er schreiben will – die W-Fragen beantworten sollte: Was passierte wann wo wie von wem, und am besten auch: warum?

Und Parteizeitungen der fortschrittlichen Kräfte weltweit heißen nicht nur Unita, Vorwärts, L'Humanité, sondern auch „Prawda“ - “Wahrheit“.

Das hat etwas mit der Aufklärung zu tun. Wissen um die Wahrheit ist Vorbedingung für Demokratie, und sie zu finden und dann weiter zu verbreiten ist nichts Anstößiges. Man wird nicht zum belehrenden Langweiler durch beharrliches Nachfragen, und es ist nicht peinlich für einen Politiker, mal zu sagen „ich weiß es nicht – meine Entscheidungen hängen aber von der Sachlage ab“.

Scharf formuliert: die Menschen sind das schnelle, inhaltsleere, der „angesagten“ Richtung folgende Geplapper leid. Die Menschen können durchaus Widersprüche aushalten. Glattgebügeltes Gerede aber immer seltener. Begriffe wie „Lügenpresse“ stammen aus der Linken und dürfen nicht den Dumpfbacken überlassen werden, Begriffe wie „Verschwörungstheorie“ sind Herrschafts-Sprache und dienen dem Niederbügeln kritischer Fragen.

Das plumpe Denken

„Die Hauptsache ist, plump denken lernen. Plumpes Denken, das ist das Denken der Großen. Es besteht darin, einen höchst komplizierten Sachverhalt auf den Punkt zu bringen. Einen Sachverhalt, den noch keiner so recht durchschaut, geschweige denn formuliert hat, so zu artikulieren, dass die Adressaten sich gleichwohl darin wiedererkennen. Das heißt: das neue Denken muss an das alte anschlussfähig sein“, schreibt Walter Benjamin.

Als Bert Brecht die Forderung nach einfacher Denkweise erhob, beschäftigte ihn zugleich der Reichtagsbrand.

Kinder erkennen Märchen sofort anhand von Signalwörtern wie etwa: „böser Wolf“, Hexe, „Frau Holle“ oder „Tischlein-deck-dich“. Diese Signalformeln helfen dem Kind dabei, eine Unterscheidung zu Tatberichten aus dem realen Leben zu treffen. Verkopften Erwachsenen ist manchmal diese Fähigkeit abhandengekommen – aber viele in der Bevölkerung haben „das noch drauf“.

Als zum X-ten Mal „Dokumente des Täters gefunden“ wurden in Berlin, war für sie die Sache klar. Nicht aber für unsere Journaille, die sich sofort durch Details und Aufmerksamkeiterreger jegliche Distanz zu den „Ermittlern“ zuschütten ließen.

Logik und Plausibilitäts-Prüfung ersparen Detailhuberei. Und wenn man noch so sehr mit „Informationen“ zugedröhnt wird, die allerdings eben nicht „in-Form-setzen“, weisen die Regeln der Logik Auswege aus dem Chaos der Menge.

Bei der Plausibilität, das betont Wikipedia zu Recht, ist der Kontext entscheidend. Wer davon ausgeht, dass der gute Westen vom bösen Islam bedroht wird, und mehr müsse man nicht wissen, der hält auch die absurdesten Szenarien für plausibel. Mehr zum Thema Kontext (heutzutage neudeutsch „framing“ genannt) findet man in diesem entzückenden Vortrag der politisch naiven Frau Wehling:

Ich hier werde jetzt eben nicht in die Tiefe der angesprochenen Terror-Vorfälle gehen, ich werde Sie nicht mit unzähligen Bild- und Videoanalysen, „Ungereimtheiten“ hier oder da belästigen, sondern anhand simpler Wikipedia-Zusammenfassungen meist nur der „Anfangssequenzen“ des jeweiligen Narrativs den Irrsinn der betreffenden Terror-Geschichten beleuchten. Dies im vollen Bewusstsein, dass Wikipedia bei politischen Artikeln die lexigraphische Widerspruchsfreiheit im Dienste der herrschenden in Reinkultur darstellt. Die jeweiligen Wenns und Abers, die Detailanalysen, sind u.a. im Forum von Geomatiko zu finden.

Bedenken Sie bitte Ihr eigenes Vorwissen, auch über Ihre Lebenserfahrung im Umgang mit Lügnern. Die sind immer im Vorteil -anfangs – weil es dauert, bis man vom ersten Zweifel über die Nachforschungen bis zur hieb- und stichfesten Widerlegung kommt. Diesen Zeitvorteil nutzen Lügner. Da hilft nur Distanz, Klarheit, Sanktionierung der ersten großen Lüge. Das ist plump, wirkt ein wenig stur, aber Kindern z.B. hilft es, bei einem Märchen das Grausame zu verdauen, Freude am Erkennen des Narrativs zu entwickeln und sich schöne Passagen mehrfach vorlesen zu lassen. Die Basis ist die Erkenntnis: es ist doch nur ein Märchen...

Stade de France: 13. November 2015

Kurz gesagt: Da kamen drei Attentäter also definitiv zu spät zu ihrem gloriosen Ableben, das im Stadion geplant war. Ein Land im Ausnahmezustand seit Charlie Hebdo, davon die Hauptstadt, darin das Stadion im Zentrum, dort der Staatspräsident plus Staatsgast: eine tolle Kulisse für Selbstmord-Attentate. Aber stattdessen: ein mickriger „Wums“, den man zwar hören konnte, aber den niemand sah – so, dass es sich auch um einen - zugegeben: großen - Böller gehandelt haben konnte, der niemanden zu Schaden kommen lässt, nicht einmal Autos auf den Parkplätzen.

Spätestens jetzt hätte doch damit zu rechnen sein müssen, dass alle verfügbaren Polizeieinheiten herbeiflitzen. Jedoch nichts dergleichen: Attentäter Nummer 2 zündet angeblich seine Selbstmordbombe, einsam und verlassen, wieder ohne auch nur den geringsten Schaden, der dann ja auch ein Beweis gewesen wäre. Aber wenn man schon mal da ist... Noch immer keine Polizeisirene, kein Polizeihubschrauber mit Suchscheinwerfern, nichts.

Wo sind eigentlich die Foto- und Filmaufnahmen von den Stellen, an denen die Explosionen stattgefunden haben?

Aus Langeweile oder Übermut sagt sich nun Attentäter Nummer 3: wenn schon die beiden ersten nichts bewirkten, dann will auch ich wenigstens keinen Schaden anrichten oder Beweise hinterlassen. Und so geschieht es. Wums.

Welch vermaledeite Planung! Erst zu spät kommen und dann sinnlos sich selbst „wumsen“, wo simple Böller denselben Effekt gehabt hätten.

Jede Logik besagt: und es waren nur Böller. Beweise blieb die französische Polizei für diese Irrsinnsgeschichte schuldig. Fotos, Videos, Körperfetzen, Zeugen, all das wurde ihr angesichts der folgenden Ereignisse von Medien und Politik auch nicht abverlangt.

Kinder würden sagen: also ein Märchen... .

Charlie Hebdo: 7. Januar 2015

Zusammengefasst: Die Attentäter vertun sich zunächst in der Adresse, erhalten aber, maskiert und schwer bewaffnet wie sie waren, dann die korrekte Auskunft. Pariser Häuser sind normalerweise durch ein Türöffnersystem gesichert, dass die frühere Conciergerie ersetzt und zum Beispiel den Zugang für Clochards, Bettler, Bösewichte, Flugblattverteiler, also das Großstadt-Gelichter, versperren soll. Aber sie kamen rein – und was erfolgte? Alarm? Davon ist nichts bekannt.

Die faszinierende Planung setzt sich fort: die Täter erreichen unbehelligt die richtige Adresse. Ihre Planung muss wiederum eine offene Tür vorgesehen haben – denn sie kommen rein. Zufällig war kurz zuvor das stationierte Polizeiauto vor der Tür als Sicherung abgezogen worden, aber noch saß ein Wachmann in der Redaktion, und die Redaktionsräume waren verschlossen. Die geniale Planung muss nun vorgesehen haben, dass ein Wunder oder ein Zufall auch diese Tür öffnet, unbemerkt, so dass der Polizist nicht einmal seine Waffe ziehen konnte. Das Wunder geschieht, die Dinge nehmen ihren Lauf.

Aber sicher doch – so mag ein Einwand lauten – es gibt Zufälle. Die gibt es. Aber wer bindet Zufälle in seine Planung ein? Welcher Brandstifter hofft, dass bei vier Feuern, die er legt, an vier verschiedenen Orten, die vier verschiedenen Feuerwachen vier Mal nicht ausrücken, weil kein Personal da war, man an falschen Alarm dachte, das Auto nicht betankt oder der Fahrer sich verirrt hatte? Bei 9/11 soll eben das geschehen sein: eine Planung auf der Basis, dass vier Mal die Luftabwehr versagt...

Bei Charlie Hebdo öffnen sich zufällig drei Mal sonst verschlossene Türen, und dieses Wunder muss geplant gewesen sein. Andernfalls, bei Türsprengungen, Geballer, Geiselnahmen und Geschrei, wären ja der Wachmann alarmiert worden, die Redaktionsmitglieder auf das Dach geflüchtet, die allgegenwärtige Polizei im Herzen der Hauptstadt Paris alarmiert worden.

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Würzburg: 18. Juli 2016

Zusammengefasst: In Würzburg hatte also ein Afghane einen Hass auf die Deutschen entwickelt, schnappt sich eine Axt und geht abends in einen Zug damit (statt beispielsweise in eine belebte Fußgängerzone), um dort Chinesen zu attackieren (Inbegriff deutschen Aussehens und deutscher Art und Leitkultur).

Planung und Ausführung auch dieser Tat scheinen mir schon jetzt nicht einmal für den miesesten Hollywood-Streifen als Drehbuch-Plot zu reichen. Dann hält er den Zug an – und trifft dort auf ein zufällig vorhandenes SEK der Polizei. Die ihn angesichts seiner weiterhin ungestümen Aggressivität per Axt zwar mal wieder sauber mehrfach erschießt – aber bis in den Mittag des Folgetags die Axt nicht finden kann.

(Die Axt wurde bei Wikipedia durch ein Beil ersetzt, die beim Angriff auf die Polizisten wieder zur Axt mutiert, und die Geschichte der Suche danach wird verschämt verschwiegen, so wie die Nationalität der Opfer nicht als Widerspruch zur offiziellen Motivation diskutiert wird.)

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Deutsche Politiker und Journalisten aber sehen da keinen Anlass zum Nachhaken. Sind ja auch nur verletzte Chinesen und ein toter Afghane – ist das der Grund?

Die AMAQ meldet angeblich die IS-Verantwortung für verschiedene Terroranschläge. Aber so wie Sie nicht so schnell eine Axt in Ihrer Nähe finden werden, einen rechten Sinn in Planung und Durchführung der Terrortaten, so suchen Sie auch vergeblich im Internet nach dieser „Nachrichtenagentur“.

Irgendwie schaffen es einzig die kalifornische SITE oder die deutsche „Superjournalistin“ Sabine Rossi, irgendein Auftreten von AMAQ zu orten. Wenn Sie persönlich eine Website erstellen möchten, benötigen Sie Zeit und Identifikation und manches mehr, um eine eindeutige Adresse mit einem .eu oder .de oder .com anzumelden.

Die AMAQ aber wechselt angeblich teils im Stundentakt ihre Adresse. Wie um alles in der Welt schafft es da nur ein google-crawler, deren Webinhalte zu finden und zu verlinken? Wie verbreitet AMAQ die „Nachrichten“, wenn sie nicht gefunden werden kann? Außer wie gesagt durch unsere Qualitätsmedien und deren Journalisten, Rossi z.B.

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Polizeiterror in München: 22. Juli 2016

"So gingen nach der Tat bei der Münchner Polizei mehr als 4300 Notrufe ein. Fast 2400 Anrufer fragten nach vermissten Personen. Und rund 72 000 Menschen suchten über soziale Medien direkten Kontakt. 71 Meldungen aus dem gesamten Stadtgebiet berichteten von Schießereien. Allesamt „Fehlwahrnehmungen oder Falschmeldungen“, so Hampel – die aber dennoch von Beamten überprüft werden mussten", schreibt die Augsburger Allgemeine.

Fotos belegen die Schilderungen der Münchener, die teils zu Hunderten oder Tausenden in Kinos, Kaufhäusern etc. eingesperrt wurden – angeblich zu ihrem eigenen Schutz, aber von Männern, die in ihrem schwarzen Outfit nicht zu erkennen waren als Polizisten. Hände über dem Kopf wurden sie in langen Reihen abgeführt.

Kinder würden fragen, ob sich denn ein Terrorist von der Erschießung von Passanten mit hochgehaltenen Händen abbringen lassen würde. Oder ob der Schutz darin besteht, dass sie mit dem „Männchenmachen“ nicht von schießwütigen Polizisten abgeballert werden. Eine „falsche Bewegung“ wie ein Griff zur rutschenden Hose würde dann also als „Griff zur Waffe“ fehlinterpretiert und wäre als „putative Notwehr“ von unserer Justiz gutgeheißen.

Eine andere Erklärung als die, den „Terror offensichtlich machen“ fällt mir nicht ein. Ja- das alles soll mit der Erzählung von einem Amokläufer in einem Einkaufszentrum zusammen hängen. Den Tausende Polizisten allerdings nicht zu fassen kriegten, so dass er sich dann angeblich auch noch selbst erschießen musste.

(Am Rande sei angemerkt: Meine Strafanzeige wurde abgewiesen.)

Dafür darf „seit München“ die Bundeswehr bei Terrorlagen mitmischen. Wenn also z.B. die Bevölkerung einer deutschen Großstadt Männchen machen soll – das will eingeübt werden.

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Amri und das Weihnachtsmärchen: 19. Dezember 2016

Am 8. Januar gelang es dem Autor dieser Zeilen, etwas Unruhe im „Presseclub Nachgefragt“ zu stiften (Minute 1:52):

„Flugs“ kommt der Berliner Senat nach 4 Monaten „meiner Forderung“ nach Strafermittlungen bzgl. „Strafvereitelung im Amt“ nach.

Statt mich nun beruhigt zurückzulehnen und abzuwarten, was die Sonderermittler im Berliner LKA an Aktenfälschungen und Nichtverfolgen von Kriminellen so vorfinden, erfreche ich mich jetzt und will noch mehr. Ich will z.B. wissen, warum die Staatsanwaltschaft nicht von sich aus, wie es ihr Job ist, den offensichtlichen Straftaten nachforschte.

Und dann interessiert mich, seit wann Innenminister bei ihren Staatsanwaltschaften „Anzeigen erstatten“ statt sie per Dienstanweisung flott zu machen. Seit wann muss man die Anwälte des Staates (der hier ja nun durch den Senator repräsentiert ist) zum Jagen tragen, ein höfliches Ersuchen zum Tätigwerden stellen?

Nicht genug.

Die gesamte Skandallandschaft im Berliner LKA, die derzeit zu lustigen Absetzbewegungen führt, bietet reichlich Stoff für Untersuchungsausschuss, Journaille und kopfschüttelnde Interessierte, wohl wahr. Und dennoch ist das alles läppisch gegenüber dem zweiten von mir im Presseclub angesprochenen Thema, das da lautete: „ob es der Amri überhaupt war“.

Die Bösitäten abzumessen ist verdienstvoll, aufzuspüren, wie und wann LKA-Leute zusammen mit LKA NRW und anderen Geheimdienstlern den bitterbösen Amri als Sündenbock parat hielten, ihn pamperten und schützten, all das ist nett zu wissen, klärt aber nichts bzgl. des Weihnachtsmarkts.

Angesprochen hatte ich schon die gefundenen Dokumente (einen Tag zu spät) als Signalfakt für „Märchen“. Es fiel ja vielen auf. Aber Fingerabdrücke und Zeugenaussagen, Fotos und Videos wären doch auch schön als Beweis.

Nach dem angeblich vorhandenen Foto von Amri am Bahnhof Zoo, auf dem er angeblich bedeutungsvoll den Zeigefinger in die Kamera reckt, fragte ich den Generalbundesanwalt (GBA), erhielt jedoch nur die Antwort, wegen „laufender Ermittlungen“ gebe es seitens dieser Behörde nicht mehr als das, was sie schon veröffentlicht habe. Diese Aussage bezog sich auch auf den Sachverhalt mit der tödlichen Kugel, die den polnischen Fahrer - aus Amris Waffe – getroffen habe.

Projektil-Äpfel und Hülsen-Birnen

Der GBA „ermittelte“ auch noch am 12. April 2017: „Gegen 19.30 Uhr tötet Anis Amri den polnischen LKW-Fahrer Lukasz Urban mit einem Kopfsteckschuss.“ Heißt: Der GBA sagt als Behörde ganz offiziell, wer der Täter zumindest beim Mord an Herrn Urban gewesen sei – ohne Gerichtsverhandlung:

Auffallend: Keine Rede mehr von Messerstichen, von den vier Stunden der Nichterreichbarkeit, vom sterbenden Fahrer, der womöglich ins Lenkrad gegriffen und gebremst habe usw. - das passte alles nicht zusammen und war wohl schon nicht mehr der deutschen Öffentlichkeit vermittelbar.

Leider fällt mit dieser unerklärten Korrektur nun auch die Zeit seit ca. 16 Uhr weg, die zuvor angefüllt war mit Probefahrten Amris mit dem brandneuen LKW, so dass er sich hatte mit der Technik vertraut machen können – Fahrtenschreiber und GPS hätten angeblich diese Fahrten offenbart.

Wenn schon keine Gerichtsverhandlung (mangels eines lebendigen Angeklagten), so sollten doch Beweise seitens des GBA vorgelegt werden.

Ein Blick auf die „Beweisführung“

„Ein Abdruck des in Berlin sichergestellten Projektils wurde an die italienischen Behörden übersandt“, so die Pressemitteilung des GBA vom 29.12.2017.

Das phänomenale Ergebnis der italienischen waffentechnischen Untersuchung: „Zudem wurde am Standort des LKW eine Patronenhülse aufgefunden. Diese passt zu der in Italien sichergestellten Waffe“, so die PM des GBA vom 4.1.2017.

Der GBA entblödet sich nicht, die Twittermeldung der Mailänder Polizei dann gleich an die Presse weiter zu geben:

✔ @poliziadistato
#poliziascientifica conferma: l'arma che uccise autista camion strage Berlino risulta la stessa con cui #AnisAmri ferì poliziotto a Milano
09:50 - 4 Jan 2017

Und auch die FAZ dokumentiert eben dies.

Nun ist es aber so, dass der GBA die Frage nach dem Projektil gestellt hatte. Dass zu der bei dem toten Amri gefundenen Waffe all die Hülsen der daraus wann auch immer verfeuerten Patronen passen, ist klar – nur nichts besagend. Bildlich gesprochen hatte der GBA danach gefragt, ob der Apfelsaft aus dem Apfel stammt, um dann als Antwort zu erhalten: der Birnensaft entstamme der Birne, und gibt sich damit zufrieden. Die Presse auch.

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Die rasante dreifache Schrittgeschwindigkeit

Ein anderer wesentlicher Bestandteil des Narrativs „Weihnachtsmarkt“ ist die flotte Fahrt des Herrn Amri: zunächst völlig berührungs- oder gar unfallfrei durch den Abendverkehr Berlins, und dann angeblich mit so etwa 65 km/h durch den Weihnachtsmarkt – so schätzten es alle „Augenzeugen“.

Nun könnte der Staatsanwalt seit der Sicherstellung des Fahrtenschreibers seit vielen Monaten die genaue Geschwindigkeit objektivieren und dokumentieren, tut das aber nicht. Obwohl das Gerät nach allem Möglichen ausgewertet wurde: Die erwähnten angeblichen Probefahrten Amris, die Fahrtstrecke, der angeblich durch ein automatisches System ausgelöste Bremsvorgang.

All diese Aspekte wurden medial hin- und herdiskutiert, alle mit Bezug auf den Fahrtenschreiber. Warum also schweigt der GBA auch bzgl. der LKW-Geschwindigkeit? Wer so offenherzig seine Ermittlungsansätze bezüglich des Projektils – also dem Mord an der ersten Person – offenbart, könnte doch nun zu beweisen versuchen, wie all die anderen Personen getötet oder verletzt wurden, mit vorhandenen Daten wohlgemerkt.

Nur eine Zeitung bezieht sich - offensichtlich im Besitz der Fahrtenschreiberdaten – auf die vorliegende Datenlage: DIE ZEIT. Sie schreibt:

„Mit rund 15 km/h schiebt sich der Lkw auf den Weihnachtsmarkt. 15 km/h sind nicht besonders schnell, doch an diesem Abend auf dem überfüllten Markt genug, um Menschen zu überrollen und Buden niederzureißen. Die Opfer haben keine Chance.“

Um Buden zu zerstören, sind 15 km/h wirklich durchaus ausreichend. Aber mit der Formulierung eines am Montag eine Stunde vor Schließung des „überfüllten Marktes“ geht der ZEIT die Märchenphantasie durch. Bei den geschätzten 60 Metern Fahrstrecke und den etwa 60 Toten und Verletzten ergibt sich zwischen dem ersten Schmerzens- oder Todesschrei und dem letzten Glühweinstand etwa eine Viertelminute, um den 2,55 Metern Frontbreite des Trucks mit ein, zwei Schritten nach links oder rechts auszuweichen.

Da es an der Glühweinbuden die meisten Opfer gegeben haben soll, stehen diese vielen Sekunden Zeit im Gegensatz zur Geschichte. Zählen Sie mal 15 Sekunden im Geiste durch, in denen Sie Todesschreie, Hilferufe, krachende Buden hören. Selbst stockbetrunken könnten Sie noch ausweichen.

Warum sind die objektiven Daten nicht längst veröffentlicht, für alle verfügbar? Auch in dieser Frage mauert der GBA und sagt einfach nur, man habe den Fahrtenschreiber ausgewertet. Die Geschwindigkeit scheint also Staatsgeheimnis zu sein wie so vieles mehr. Der GBA schweigt sich zu nahezu allem aus, was man Tatsachenfeststellung nennen könnte: zur Zahl und den Namen der Opfer, zu Route und Geschwindigkeit, zu all den angeblich vorhandenen Teil-Aspekten der Taten Amris.

Das alles bleibt den Medien vorbehalten, denen offenbar diese oder jene Infos oder Behauptungen gesteckt werden. Die Tataufklärung verlagert sich somit vom GBA zu den Medien – von deren Darstellung sich GBA und Polizei bei Bedarf dann leicht distanzieren können. Denn die Mediendarstellungen prägen zwar das öffentliche Bewusstsein, die vermeintliche Informiertheit über die Realität, aber wenn da etwas unplausibel wird, hat es der GBA ja nicht offiziell gesagt.

Kriegschirurgie: Die Legende von den warmherzigen Sanitätern

„Für den 19. Dezember 2016, 18 Uhr, hat das Berliner Traumanetzwerk eine besondere Sitzung anberaumt: Aufgerüttelt von den Anschlägen in Paris im Jahr zuvor soll das eigentlich Unplanbare geplant werden, die Versorgung von Verletzten im Terrorfall. Die Konferenz ist kaum beendet, da holt die Realität die Sitzungsmitglieder ein: Beim Anschlag am Breitscheidplatz verlieren an diesem Abend zwölf Menschen ihr Leben...“ (zitiert nach Springer Medizin).

Wie praktisch und welch ein schöner Zufall, dass am Breitscheidplatz gleich eine umfangreiche Zahl an Sanitätern und Ärzten bereitstand – das waren diejenigen Personen, die nicht zufällig anwesende Schauspieler oder Journalisten waren. Sie gaben sich allesamt nicht als solche zu erkennen. Z.B. Alexander Heinrich, der nicht nur bei „Spiegel TV“ über seine fachkundigen MANV berichtete (Feuerwehridiom für „Massenanfall von Verletzten“, sondern auch für den Bundestag schreibt.

Nicht jede Hilfe war willkommen – nur die der Eingeweihten

Bei SPIEGEL-TV wird uns der "ersten Steuerschätzer" Hüsges nur als "Volkswirt" vorgestellt. Der Beamte aus dem Bundesfinanzministerium mit Einfluss auf unser aller Geld ist Partner von Sascha - einem mysteriösen Opfer vom Breitscheidplatz. Sacha war – Nachdem der LKW angeblich durch die Menge gefahren und zum Stehen gekommen war - an den Platz geeilt.

Und dann traf ihn etwas am Kopf - bei SPIEGEL werden "herabfallende Trümmer" - herbeiphantasiert.

„Er [Sascha] war aktiv in der Flüchtlingshilfe. Wir wohnen in der Nähe eines Flüchtlingsheims, er hat sich sehr um die Menschen dort gekümmert.“ - so wird Sascha von Hartmut Hüsges charakterisiert.
Interessanterweise wird diese Geschichte im selben Artikel (!) parallel zu dieser erzählt:

"Ein Mann half unmittelbar nach dem Attentat den Verletzten, so gut er es konnte. Er hat keine medizinische Ausbildung. Aber beim Helfen hat ihn ein Balken im Genick getroffen. Er kam in das Virchow Klinikum der Charité." (Fall 1: Virchow)

Zur Unterscheidung zum Fall 1: Sascha (also Fall 2) hingegen fuhr zunächst mit Hartmut nach Hause. Nicht ins Virchow-Krankenhaus. Das sind also allein schon zwei Fälle von „Balken im Genick“.

Echte Nothilfe von echten Nothelfern scheint lebensgefährlich gewesen zu sein. Oder anders gesagt: wer den Gummipuppen und Opferdarstellern zu nahekam und sie somit als solche hätte identifizieren können, riskierte Haue. Das allerdings ist eine unbewiesene Annahme – leider die einzige, die Sinn ergibt. Außer man unterstellt, dass Glühweinbuden sich verselbständigen und um sich schlagen.

"Es gab einige grobe Ungeschicklichkeiten", sagte der ehemalige SPD-Chef [Kurt Beck] der "Passauer Neuen Presse". "So hat mir ein Betroffener geschildert, dass er einer sterbenden Frau helfen wollte, er aber von einem professionellen Helfer weggezerrt wurde." Entsprechende Fälle müssten aufgearbeitet werden. "Es gilt, aus dem Anschlag in Berlin zu lernen, damit wir vorbereitet sind, auch wenn es hoffentlich nie wieder zu so einer Tat kommen wird." Beck dokumentiert so den Fall 3 von „unerwünschter Nothilfe“.

Vorbereitung und Planung, das A und O.

Beim nächsten Terrorangriff sollte man beispielsweise nicht nur blaue Handschuhe an die Beteiligten verteilen, sondern auch ein wenig weißes Verbandmaterial, das einfach auf keinem der Fotos und Videos bei den Ersthelfern zu entdecken ist. Und das, obwohl jede Glühweinbude und jede Wurstbraterei gewiss ein kleines Erste-Hilfe-Set da hat für kleine Verletzungen, auch Glassplitter soll es ja bei Bier- und Weinausschank gelegentlich geben.

Es fehlte auch nicht an Autos, die sich stauten, wo leicht die Erste-Hilfe-Sets hätten erbeten werden können, geschweige von der Ausrüstung der Polizeiwagen und der Feuerwehr, die schnell da waren. Bei den künftigen Einsatzbesprechungen muss das in die Planung mit einbezogen werden.

Kinder würden sagen: also ein Märchen...

Wer trägt die Beweislast?

Nochmals die direkte Ansprache an Sie, werte Leser: Kann es sein, dass Sie zur Rettung Ihres Wahrnehmungs- oder gar Weltbildes jetzt die Frage stellen, ob ich denn hier behaupte, es habe gar keine Leichen oder Verletzte gegeben? Ich frage zurück: Muss ich etwas behaupten oder beweisen? Eine Beweislastumkehr, die mir zudem den Aufbau einer Theorie unterschieben will, mache ich aber nicht mit. Notwendigerweise habe ich all die Daten nicht, die LKA und BKA und GBA besitzen und aber nicht herausrücken, und nur an deren Informationen kann ich mich und können wir uns „abarbeiten“.

„What really happened“ ist nicht mein Aufklärungsjob, sondern die Aufgabe derjenigen Behörden, die von uns allen bezahlt werden und als Exekutive vom Parlament kontrolliert werden müssen. Dort ist die Beweislast, der man sich locker entledigt, wo geschwiegen oder gelogen wird. Darüber gilt es sich aufzuregen – und nicht über den, der diese böse Botschaft übermittelt.

Der Plan, die Londoner mit leeren Kanistern und Messern zu erschrecken (und dafür standesgemäß erschossen zu werden)...

In London zitieren sich am 3.Juni die Terroristen selbst: wieder einmal ein Transporter, der über eine Brücke fährt, diesmal abends. Nicht etwa, weil Fotos, Videos und Menschen (=reale Augenzeugen) Mangelware sind, sondern um eine "Geschichte von Terror" unbehelligt erzählen zu können.

Danach herrscht dann ein Mangel an Pistolen und an Sprengstoff, so dass der Plan lautet: "Zückt die Messer". Jetzt sind also schon vor die Brust gebundene Kanister als Sprengstoff-Westen-Ersatz furchteinflößend. Die Polizei zeigt wieder schick Präsenz und führt die Passanten mit Händen über dem Kopf ab. Was bekanntlich dem Terror Einhalt gebietet.

Ob das alles vielleicht mit den Wahlen und dem Brexit zu tun haben könnte? (Eine Erwachsenenfrage...)

Kinder würden sagen: so blöde Geschichten mag ich nicht mehr. Morgen bitte mal etwas ohne Hoax, z.B. die Geschichte von Lilliput, bitte...

Antifaschismus halb und halb

Es gehört mittlerweile zum guten Ton, Rassismus und Faschismus, Fremdenhass, Nationalismus und Hetzparolen abzulehnen. Schön. Gut so. Allerdings wäre es angebracht, sich darüber bewusst zu werden, dass nach den bekannten Terrorattacken in Frankreich und GB dort die „Operation Sentinelle“ bzw. die „Operation Temperer“ angelaufen sind, der dauernde Ausnahmezustand mit Militär auf den Straßen. Also exakt das, was seitens der CDU/CSU als feuchter Traum immer wieder angesprochen wird. Wir sind in Deutschland – offizieller Antifaschismus hin oder her – nur eine Haaresbreite von solchen Zuständen entfernt.

Es waren aber historische Erfahrungen mit dem Reichssicherheitshauptamt, die unser Trennungsgebot der Exekutivgewalten begründeten. Die Formel von der Polizei als dem „Freund und Helfer“ stammte von Göring.

Wie kommen da Linke, Linksliberale, Demokraten nur auf die Idee, diesem ideologischen Stempel für eine Staatsgewalt zu trauen, sie als quasi neutral zu sehen, ihren „Ermittlungsergebnissen“ zu glauben? Wer nur ein wenig in die Geschichte des BKA sieht, entdeckt dort die faschistische Tradition, z.B. in personam von Paul Dickkopf.

Dickkopf wirkt durch seine Interpol-Karriere irgendwie fast schon entschuldigt – aber auch Interpol selbst ist durch z.B. die französische Prägung der Behörde nicht etwa politisch neutral und unverdächtig, sondern durch die Übernahme dort der alten Vichy-Beamten belastet, die z.B. mittels der sogenannten „Rattenlinien“ zum Ausschleusen bekannter SS-Größen nach Lateinamerika beitrugen.

Die Vernetzung dieser Leute unter CIA-Führung mit Personal, ist auch heute zu beobachten – siehe den Fall Amri. BKA und Interpol mit diesen „alten Geschichten“ noch heute in Verbindung bringen sei unpassend? Der Fisch stinkt bekanntlich am Dickkopf zuerst, aber zuvor sorgt er noch für Nachwuchs. Der Interpol-Verbindungsmann Zierckes war Karl-Heinz Dufner.

Als sein Name auf derselben Liste der Kunden von Azov-films auftauchte wie der Edathys, ging er still und leise mit dem berühmten „goldenen Handschlag“ seines Chefs in den Ruhestand. Das BKA als Geheimdienst zu betrachten, fällt angesichts der netten Streifenpolizistin von nebenan manchem nicht leicht. Man sehe sich aber das verhalten des GBA, der Staatsanwaltschaften und der Polizeien im „Fall NSU“ an: da ist vom Weiß einer weißen Schutzweste nichts mehr übrig.

Schlussbemerkung

Kant stellte mal diese Fragen für den Weg aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit:

Was kann ich wissen? - Was soll ich tun?- Was darf ich hoffen?

Man muss nicht auf all diese Fragen sofort eine Antwort wissen, aber es lohnt sich, sie anzugehen. Wenn ich schon nicht alles wissen kann, kann ich doch immerhin hoffen und etwas tun. Sich nicht verblöden lassen und in aller Schärfe gegen die Verblödungsindustrie angehen, wäre ein Anfang.

Vor nahezu einem halben Jahrhundert wurde auf deutschen Straßen gerufen „Enteignet Springer!“ Damit wäre es schon damals nicht getan gewesen, und heute müssten die Forderungen weitreichender sein. Aber deutsche Wahlkämpfe nehmen nicht einmal ansatzweise das Thema ins Visier. Obwohl Karl Kraus das Wort „Journaille“ erfand, obwohl „Lügenpresse“ originär linkes Parolengut ist, wird ausgerechnet der Rechten die Kritik an der Märchenwelt überlassen, mit dem bekannten rassistischen und islamfeindlichen Ergebnis.

Wo sind die Demokraten und Denker, die Aufklärer und radikalen Kapitalismuskritiker, die Verfassungspatrioten und Aufrechten? Hessels „Empört Euch“ ist mittlerweile ebenso Geschichte wie es die 68er sind. An der Wahrheit wird noch gearbeitet.

Die Linke überlässt diesen Job eines Faktenchecks den Hetzern und erfreut sich daran, statt die reale Welt zu verändern, eine Märchen-Welt verschieden zu interpretieren.

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