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Psychologische Kriegsführung

Psychologische Kriegsführung

In der aktuell im Entstehen begriffenen „Demokratur“ ist für abweichende Meinungen kein Platz mehr.

Psychologische Kriegsführung wird gleichermaßen gegen kritische Stimmen aus dem konservativen Lager und gegen abweichende Stimmen aus der noch verbliebenen unabhängigen Linken, die mittlerweile weitgehend ins Internet abgedrängt wurde, angewandt.

In so noch nie dagewesener Weise hat die amtierende Bundeskanzlerin auf der Pressekonferenz am 16. März 2020 in die Autonomie der christlichen Kirchen, der jüdischen und islamischen Gemeinden eingegriffen. Mit der monatelangen Schließung der Gotteshäuser im Kontext einer vermeintlichen Eindämmungsmaßnahme wurde erfolgreich unterbunden, dass der kirchliche Raum als Ort der Begegnung und des Organisierens von Protesten — wie in der Endphase der DDR — zur Verfügung steht.

Dieser massive Eingriff in die kirchliche Autonomie in vielen Ländern, die gegenwärtig im Corona-Ausnahmezustand sind, hatte ein Protestschreiben hoher katholischer Würdenträger zur Folge. Mittlerweile haben diesen am 7. Mai 2020 veröffentlichten „Aufruf für die Kirche und für die Welt“ mehr als 50.000 Menschen unterschrieben.

Natürlich kann man, wie Peter Bürger auf Telepolis, kritisch Stellung zu der Gruppe von Kardinälen beziehen, die diesen vom Erzbischof Carlo Maria Viganò verfassten Aufruf unterzeichnet hat, und beispielsweise deren oppositionelle Stellung zu dem amtierenden Papst untersuchen. Das ist aber nicht das Anliegen meines Artikels. Bevor ich später inhaltlich auf dieses Schreiben eingehe, möchte ich die Reaktionen der Konzernmedien und vor allem deren psychologische Kriegsführung betrachten.

Konzernmedien und ihre psychologische Kriegsführung

Seit dem 9. Mai 2020 haben viele führende Konzernmedien massiv auf den Aufruf reagiert. Die Tagesschau titelte ihren Artikel mit der bis vor kurzem noch nicht vorstellbaren Schlagzeile:

Bischöfe verbreiten Verschwörungstheorien“.

In gleicher Weise haben sich mittlerweile etablierte Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Der Tagesspiegel, Der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung (SZ) und viele andere auf das kirchliche Schriftstück eingeschossen.

Was hier zunächst auffällt, ist die inflationäre Verwendung des „Verschwörungstheorie“-Begriffs, der eine ganz zentrale Rolle in der psychologischen Kriegsführung der Konzernmedien spielt. Im Folgenden kürze ich diesen Begriff mit VT ab — als „seelische Dekontaminierungsmaßnahme“.

Seit dem (mutmaßlich) verdeckten Staatsstreich vom 11. September 2001 — so wird er allerdings von den meisten Zeitgenossen noch nicht wahrgenommen — ist eine inflationäre Zunahme des VT-Begriffs im öffentlichen Sprachgebrauch zu beobachten. Mittlerweile ist eine neue Generation herangewachsen, die wie selbstverständlich mit seinem unreflektierten und bedenkenlosen Gebrauch im Alltag konfrontiert wurde und wird. Der Gebrauch dieses Ausgrenzungs- und Diffamierungsbegriffs lässt sich in seiner Funktionalität quellenkritisch bis ins Jahr 1967 zurückverfolgen.

Der Diffamierungsbegriff „Verschwörungstheorie“

In einem CIA-Memo, das durch den „Freedom of Information Act“ freigegeben wurde, sind die Formen der psychologischen Kriegsführung festgehalten, die die CIA den Konzernmedien im Umgang mit Kritikern der fragwürdigen staatlichen Version zum Mord an dem US-Präsidenten John F. Kennedy und der Warren-Kommission anempfiehlt (1).

Der VT-Begriff wird in diesem CIA-Dokument ausdrücklich als Diffamierungs- und Ausgrenzungsbegriff in den Diskurs eingebracht. Darüber hinaus wird angeraten, kritischen Autoren nur rein kommerzielle Interessen zu unterstellen — und ihnen weitere Negativbegriffe aus dem umfänglichen Arsenal psychiatrischer Fachtermini „anzuhängen“ .

Hinter dieser über Jahrzehnte weiterentwickelten und verfeinerten mentalen Waffe der psychologischen Kriegsführung lassen sich immer noch die machiavellistisch gesonnenen wissenschaftlichen Berater der CIA aus den Bereichen der Psychologie, Psychiatrie, Soziologie, Kommunikationswissenschaften und Kognitionsforschung erkennen. Der „Conspiracy Theory“ -Terminus, für den es im deutschen Sprachraum keine Entsprechung gab, bezeichnete ursprünglich im US-amerikanischen Englisch Wirtschaftsverbrechen. Die Anfänge seiner neuen Bestimmung im Arsenal der psychologischen Kriegsführung gehen bis in die frühen 1950er-Jahre zurück — also in die Zeit des US-amerikanischen Napalm-Vernichtungskriegs gegen Nordkorea, dem eine wichtige Weichenstellung im ersten Kalten Krieg zukommt.

Den Wirkungsmechanismus des VT-Begriffs, der sehr effektiv die Einschüchterung und Ausgrenzung kritisch denkender Menschen aus ihrem sozialen Umfeld ermöglicht, hat Dr. Ansgar Schneider eingehend analysiert. Jeder kritisch denkende Mensch hat bereits schmerzlich an sich selbst erfahren dürfen, wie der diffamierende VT-Begriff verunsichert und einschüchtert, an sich selbst zweifeln lässt, das klare autonome Denken lähmt (petrifiziert) — und wie er im ungünstigsten Fall zur sozialen Ausgrenzung führen kann.

In einem Vortrag aus dem Jahr 2019 legt Dr. Ansgar Schneider ab 1:34:00 den perfiden psychologischen Wirkungsmechanismus des VT-Begriffs analytisch offen, der in schlimmer Weise das Denken und die Psyche der Menschen kontaminiert und damit in der gewünschten Weise den Debattenraum verengt. Sensible Themenfelder — wie der Kennedy-Mord, die illegalen westlichen Kriege, US-Staatsfolter, 9/11, der Corona-Ausnahmezustand — werden damit zu Tabuzonen deklariert und erfolgreich aus dem öffentlichen Diskurs herausgenommen.

Die machiavellistisch-wissenschaftlichen Berater der CIA haben sich bei dem perfiden Wirkungsmechanismus des VT-Begriffs das assoziativ-konfigurative Vorgehen des menschlichen Denkens zunutze gemacht. Zunächst wird dieser in fragwürdiger Identitätsbildung mit dem Themenfeld verknüpft, das tabuisiert werden soll. Wer öffentlich darüber nachdenkt, dass an 9/11 drei Hochhäuser im Kontext eines (mutmaßlichen) verdeckten Staatsstreichs gesprengt wurden, wird umgehend mit dem VT-Narrativ aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen.

Das funktioniert, so Schneider, über die mit dem VT-Begriff verknüpften Assoziationsmuster. Nach der fragwürdigen Identitätssetzung — wie die Sprengung von WTC 7 als VT — erfolgt umgehend eine mentale Verknüpfung mit einem unseriösen und unwissenschaftlichen Gegenstand, beispielsweise: „Die Mondlandung fand nicht statt“.

Noch entscheidender aber ist die nächste mentale Verknüpfung des VT-Narrativs mit einem rassistischen oder rechtsradikalen Gegenstand, wie zum Beispiel die Kritik an den westlichen Finanzkonzernen sei per se antisemitisch.

Abschließend konstatiert Schneider seine erkenntnistheoretische Einsicht wie folgt:

„Das Wort ‚Verschwörungstheorie‘ ist ein manipulativer Begriff, der Herrschaftskritik mit Rassismus und Pseudowissenschaft re-kontextualisiert und damit stigmatisiert.“

Die Funktionsweise psychologischer Kriegsführung

Warum funktionieren diese Muster der psychologischen Kriegsführung so gut in den Konzernmedien? Diese Frage ist anspruchsvoll — eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Der Journalist Marcus Klöckner hat in seiner aktuellen Publikation differenziert herausgearbeitet, wie sich seit längerem in den Konzernmedien unter dem Einfluss des großen Geldes „Glaubensgemeinschaften“ herauskristallisiert haben, die von der „Integrität“ des VT-Narrativs überzeugt sind und die psychologische Kriegsführung in ihrer hintergründigen Dämonie gar nicht mehr als solche erkennen können.

Längst ist der VT-Begriff auch in der akademischen Szene in fragwürdiger Weise salonfähig geworden — ein Phänomen, das überhaupt nicht neu ist. Ich verweise hier nur kurz auf die universitäre Eugenik an US-amerikanischen und deutschen Universitäten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In einem sehr aufschlussreichen Interview in „Geschichten aus Wikihausen — Folge 40“ werden ab 12.25 wichtige Zusammenhänge über aktuelle Organisationsformen psychologischer Kriegsführung im universitären Bereich offengelegt.

Nach mehr als vierzig Jahren Neoliberalismus lässt sich mit den Worten des früheren CIA-Präsidenten-Beraters Ray McGovern festhalten: „Wir haben keine freie Presse mehr“ .

Exemplarisch lässt sich der perfide Wirkungsmechanismus des VT-Narrativs an Texten der tendenziösen und mit den bestehenden Machtstrukturen konformen Amadeu Antonio Stiftung über die Proteste gegen den Corona-Ausnahmezustand aufzeigen.

Ich empfehle jedem Leser, sich selbst ein Bild zu machen, wie der VT-Narrativ mittlerweile in katastrophaler Eindimensionalität jede inhaltliche Auseinandersetzung und jede tiefergehende Analyse der Proteste gegen den Corona-Ausnahmezustand in den Konzernmedien verunmöglicht.

Im Spiegel-Interview mit dem Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeiffer, entrinnt der Diskurs nirgendwo dem „VT-Circulus vitiosus“. Bevorzugt erscheint der VT-Begriff als Schlagwort in Überschriften, so auch in dem bereits genannten Tagesschau-Artikel „Bischöfe verbreiten Verschwörungstheorien“.

Psychologische Kriegsführung begegnet einem zur Zeit überall in den Konzernmedien, exemplarisch möchte ich dabei noch auf den Artikel „Diese Feindbilder einen die Corona-Querfront“ in der SZ verweisen. Erfreulicherweise haben Albrecht Müller von den NachDenkSeiten und Uli Gellermann auf KenFM mit ihren Analysen zur medialen Diffamierungsstrategie an den Kritikern des Corona-Ausnahmezustands gegengesteuert.

Eine These an dieser Stelle: Die offenkundige massive Militanz, diese geballte Anwendung von psychologischer Kriegsführung in den Konzernmedien ist kein Zeichen von Stärke. Wer sich seiner Sache tatsächlich sicher ist, kann gelassener auftreten.

Wer sich seiner Sache sicher ist, braucht auch die inhaltliche Auseinandersetzung nicht zu scheuen, anstatt in schrillsten Tönen gleichermaßen auf Kritik von konservativen Kardinälen und von linken, ins Internet abgedrängten Journalisten einzuschlagen. Die auffällige argumentative Übereinstimmung zwischen dem Protestschreiben der Kardinäle und dem millionenfach angeklickten KenFM- Video „Gates kapert Deutschland“ wäre eine eigene Untersuchung wert (2).

Der Aufruf der Kardinäle und der Covid-19-Alarmismus

Im Anschluss möchte ich noch inhaltlich zu dem heftig attackierten Aufruf der Kardinäle Stellung beziehen. Wenn dort zu Beginn von einer schweren Krise die Rede ist, in der „unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt werden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, der freien Meinungsäußerung und der Bewegungsfreiheit“ , dann ist das sehr wohl diskussionswürdig und zur Zeit Gegenstand vielfältiger Proteste. Zugleich aber gehen die Konzernmedien inhaltlich in keiner Weise auf diesen Narrativ ein. Wer sich über den aktuellen „Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung“ informieren will, muss abermals auf die Alternativmedien im Internet zurückgreifen.

Wenn Erzbischof Viganò des Weiteren schreibt, dass „viele maßgebliche Stimmen aus der Welt der Wissenschaft und Medizin bestätigen, dass der Alarmismus wegen Covid-19 durch die Medien in keinster Weise gerechtfertigt zu sein scheint“, so gehört auch dieser Narrativ sehr wohl in den öffentlichen Diskurs. Er wird aber ebenfalls in den medialen Angriffen auf dieses kirchliche Schreiben ausgeblendet. Dessen ungeachtet haben sich bereits zahlreiche führende Mediziner, wie Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, kritisch zur medialen Darstellung der Pandemie und zu den Maßnahmen im Ausnahmezustand geäußert.

Ein Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern hat in einem internen Memo die von politischer Seite ganz bewusst gewollte und gewünschte Corona-Schockstrategie an der eigenen Bevölkerung kritisch beleuchtet — und wurde umgehend von seinen dienstlichen Obliegenheiten nach dem Leak entbunden.

Die amtierende Berliner Regierung wusste bereits zu einem frühen Zeitpunkt, dass die von Corona ausgehende Gefahr deutlich niedriger zu verorten ist. Das hat Dirk Gintzel im Internetmagazin Multipolar in sehr genauen Analysen belegt.

Diskussionswürdig sind auch die folgenden Positionen des kirchlichen Aufrufs:

„Wir haben Grund zu der Annahme (...), dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen. (...) Wir glauben auch, dass in einigen Situationen die Eindämmungsmaßnahmen, einschließlich der Schließung von Geschäften und Betrieben (...), die ganze Wirtschaftssektoren zum Erliegen gebracht haben, ergriffen wurden, um eine Einmischung von fremden Mächten zu begünstigen, mit schwerwiegenden sozialen und politischen Auswirkungen.“

Im Sinne einer inhaltlichen Auseinandersetzung hätten die Konzernmedien hier auf die Funktionsweise der Corona-Schockstrategie eingehen können — unter Bezugnahme auf die Analysen der Journalistin Naomi Klein zur Vorgehensweise bei neoliberalen Schockstrategien. Statt die „Einmischung fremder Mächte“ sofort mit dem VT-Begriff abzutun, wäre hier eine Untersuchung transnationaler Akteure aus dem Bereich der Schattenbanken und Hedgefonds zielführend gewesen, wie sie beispielsweise der Journalist Ernst Wolff vornimmt.

Manipulation und Kontrolle

In die öffentliche Diskussion gehört auch der folgende Kritikpunkt des kirchlichen Schreibens:

„Die Kriminalisierung persönlicher und sozialer Beziehungen muss als inakzeptabler Bestandteil eines Projekts verurteilt werden, mit dem die Isolation der Individuen gefördert werden soll, um sie besser manipulieren und kontrollieren zu können.“

Zahlreiche Autoren haben bereits über diese heraufdämmernde smarte Diktatur publiziert, deren Grundlage die neoliberale Atomisierung der Individuen ist und die auf die Zerstörung eines human ausgerichteten Gemeinwohls hinzielt. Wer die soziale Vereinzelung beobachten konnte, die sich seit dem weltweiten Gebrauch von Smartphones ab 2007 etabliert hat, sieht gegenwärtig die menschlichen Individuen zusätzlich noch hinter einer Zwangsmaskierung im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen verschwinden. Nicht ohne Grund spricht Harald Welzer von einer kommenden smarten Diktatur und macht vor seinen Studenten deutlich, dass „mit Facebook kein (versteckter) Berliner Jude überlebt hätte“ .

Ganz in diesem Sinne schreiben auch die Kardinäle in ihrer Protestschrift von einer „verabscheuungswürdigen technokratischen Tyrannei", die mit der EU-weiten Einführung eines digitalen Immunitätsausweises so noch nie dagewesene Freiheitseinschränkungen mit sich bringen könnte.

Die „subtilen Formen der Diktatur“, von denen in dem kirchlichen Aufruf die Rede ist, werden in den mit dem VT-Narrativ gespickten Verrissen der Konzernmedien in keiner Weise andiskutiert oder erörtert. Ich kann daraus nur die Schlussfolgerung ziehen, dass sie damit bereits zu einem wichtigen und tragenden Element eines neuartigen „subtilen Totalitarismus“ geworden sind.

Der Einfluss sogenannter Empowered Individuals

Schlussendlich wäre auch eine auf den „Philanthrop“ und Multimilliardär Bill Gates bezogene Formulierung in dem kirchlichen Schreiben öffentlich zu diskutieren, die die Konzernmedien in ihrer heftigen Kritik wiederholt vermeiden. Im Aufruf heißt es:

„Man beachte auch den offensichtlichen Widerspruch jener, die einerseits eine Politik der drastischen Bevölkerungsreduzierung verfolgen und sich gleichzeitig als Retter der Menschheit präsentieren, obwohl sie über keine Legitimation verfügen, weder eine politische noch eine soziale.“

Gates durfte seine Positionen vor kurzem in einem neunminütigen Interview in den Tagesthemen vorstellen. Gegen sein dort artikuliertes Vorhaben, sieben Milliarden Menschen impfen zu wollen (möglicherweise aus eugenischen Erwägungen), hat sich eine italienische Parlamentsabgeordnete gewendet.

Die lautstarken Kritiker des corona-kritischen kirchlichen Appells versäumen es, auf die ganz erheblich gestiegene Bedeutung sogenannter Empowered Individuals hinzuweisen, die als Multimilliardäre und Oligarchen die Macht besitzen, über die Parlamente und Regierungen hinweg in Abläufe einzugreifen, die die Geschicke vieler Millionen Menschen bestimmen.

Bereits 2004 hat David Callahan in seinem Buch „The Givers“ diese fatale Entwicklung an der Spitze des Machtgefüges aufgezeigt und analysiert.

Einer sorgfältigen Analyse bleibt es noch vorbehalten, inwieweit der Aufruf gegen die Maßnahmen in den Corona-Ausnahmezuständen in der Tradition der 1937 erschienenen Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Papst Pius XI. stehen könnte, die sich kritisch mit der schwierigen Rolle der katholischen Kirche im faschistischen Deutschland auseinandersetzt.

Diskussionsvorschläge für den Blick über den „Corona-Tellerrand“

Abschließend möchte ich noch Diskussionsvorschläge einbringen, die es ermöglichen sollen, über den „Corona-Tellerrand“ hinauszuschauen. Nach meinem Dafürhalten ist es von ganz zentraler Bedeutung, dass wir über all das miteinander ins Gespräch kommen, was hinter den Nebelkerzen der psychologischen Kriegsführung verborgen bleiben soll — und uns als „kafkaesk-orwellscher Albtraum“ wohl noch lange begleiten wird :

  • Wir befinden uns in einer äußerst prekären Situation, weil es nach vierzig Jahren Neoliberalismus in der westlichen Welt keine freie Presse mehr gibt. Psychologische Kriegsführung verengt in sehr schwerwiegender Weise den Debattenraum und verunmöglicht in weiten Teilen der Bevölkerung die kritische Reflexion über die Corona-Ausnahmezustände in zahlreichen Ländern. Der Corona-Ausnahmezustand stellt, so der Hamburger Jura-Professor Dr. Stefan Homburg auf der Stuttgarter Demonstration am 9. Mai 2020, einen ungeheuren und so noch nicht dagewesenen Betrug an der Öffentlichkeit dar.
  • Der tendenziöse Wikipedia-Artikel über ihn macht deutlich, dass seine Ausführungen zum Corona-Ausnahmezustand nicht überall auf Gegenliebe stoßen.
  • Eine Pandemie als eine Form der modernen Kriegsführung zum neo-totalitären Umbau westlicher Gesellschaften liegt als „Modell“ schon seit vielen Jahren in der Schublade.Im Windschatten der sogenannten Corona-Krise wurde ein großer neuer Kalter Krieg gegen China lanciert. Darüber diskutieren Dirk Pohlmann, Mathias Bröckers und Robert Fleischer in der aktuellen Ausgabe von „Das dritte Jahrtausend“ ab 1:30:15. Hinter dem Corona-Ausnahmezustand verbirgt sich die bisher schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise, die die Finanzkrise von 2007/2008 bei weitem übertrifft und zur massiven Verarmung breiter Bevölkerungskreise führen wird. Der Journalist Ernst Wolff ist hier bekannt für seine fundierten und deutlichen Worte.
  • Die fortschreitende Klima- und Ökokatastrophe, auf die im vorigen Jahr Fridays for Future und Extinction Rebellion aufmerksam gemacht haben, steigert sich durch eine Methankatastrophe, über die seit kurzem drei wissenschaftliche Aufsätze vorliegen, vollends ins Agonal-Abgründige. Der bevorstehende planetarische Kollaps könnte ein zentraler Grund für das aktuelle Erproben von Ausnahmezuständen in zahlreichen Ländern sein. Der aktuelle „Umbau“ westlicher Gesellschaften in eine neo-totalitäre Richtung — nach chinesischem Vorbild — bewegt sich als smarte Diktatur in eine völlig neue Richtung, bei der künstliche Intelligenz eine ganz maßgebliche Rolle spielt. Durch neuartige ressourcenintensive Technologien und eine noch nie dagewesene megalomane Datenerhebung ist eine scheinbar „weniger repressive“ totale Machtausübung möglich als in althergebrachten Diktaturformen. Dazu veröffentlichte Rubikon aktuell die beiden sehr empfehlenswerten Artikel von Ronja Kolompar und Elias Davidsson. Interessanterweise bezieht sich die Autorin Kolompar in einer Passage ebenfalls auf das corona-kritische Schreiben der Kardinäle vom 7. Mai 2020. Abschließend möchte ich noch auf den ganz außerordentlich wichtigen Rubikon-Artikel „Der Gesundheitsterror“ von Giorgio Agamben hinweisen, in dem er den zur Zeit im Entstehen begriffenen transnationalen „subtilen“ Totalitarismus brillant analysiert.

Quellen und Anmerkungen:

(1) Vergleiche dazu: Daniele Ganser „Imperium USA — die skrupellose Weltmacht“, Seiten 189 bis 205.
(2) Vergleiche dazu: Hannes Hofbauer „Auf den Punkt".

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