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Mitten hinein!

Mitten hinein!

Wer ein Problem lösen will, suche die Weisheit in seiner Mitte.

Forscher wie Stephen Hawkins geben unserer Zivilisation noch 100 Jahre. Dann soll es vorbei sein mit der Menschheit. Wenn wir so weiter machen. Der französische Filmemacher Yann Arthus Bertrand erwidert, dass es zu spät ist, um pessimistisch zu sein. Wir brauchen Hoffnung und Ermutigung, um uns nicht in Ohnmacht, Schuldzuweisungen, Wehklagen oder Sarkasmus zu verlieren.

Keine Flucht in irgendwelche künstlichen Paradiese, keine blutige Revolution, die doch nur den Mächtigen zuspielen würde, und kein schulterzuckendes Zurückziehen in unsere Wohlstandsblasen können uns aus dieser gigantischen Krise befreien. Niemand wird uns aus dem Schlamassel, den wir alle zusammen angerichtet haben, retten: kein Politiker, kein Wissenschaftler, kein Star, kein Gott, keine Technik. Die Lösung unserer Probleme wird nicht von außen kommen. Sie kann nur aus uns heraus kommen.

Martin Luther King, Gandhi, Nelson Mandela: alle großen politischen Führer unserer Zeit wussten, dass der Wandel, den wir uns wünschen, zuerst in unserem Inneren stattfinden muss, bevor sich in der Welt etwas andern kann.

Der Ausgang aus der Hölle ist mittendrin.

Nur wenn wir das Problem annehmen und uns in seine Dunkelheit hineinwagen, können wir unser Seelenlicht, wie Clarissa Pinkola Estés es nennt, in sie hineintragen.

Eine einzige Kerze reicht aus, einen ganzen Raum zu erleuchten. Millionen haben die ihre bereits angezündet. Niemals zuvor in unserer Zivilisation haben sich so viele Menschen für das Wohl aller engagiert. Überall auf der Welt erwachsen mutige und klarsichtige Initiativen, die sich für den Schutz des Lebendigen einsetzen.

In den großen Medien wird davon nur selten gesprochen. Es liegt im Sinne derer, die von dem kranken System profitieren, die Menschen misstrauisch zu machen und gegeneinander aufzubringen:

Divide et impera — teile und herrsche.

Seit jeher besitzen jene die größte Macht, die sich der Angst der Menschen zu bedienen wissen. Ihnen nützt es, wenn wir glauben, wir seien schwach, von Grund auf schlecht und einer dem anderen ein Wolf.

Denn was würde geschehen, wenn wir uns von unserer Angst befreien würden? Wenn jeder erkennen würde, wer er ist und welche Möglichkeiten in ihm stecken? Wenn wir, zu unserer vollen Größe aufgerichtet, unsere Seelenlichter anzünden und auf dem dunklen Ozean sichtbar würden? Wenn wir uns zusammenschließen würden?

Niemand würde mehr die Lösungen für seine Probleme einkaufen und damit versuchen, die innere Leere mit Besitz, Komfort, Absicherungen, Tand und billigem Amüsement zu füllen. Niemand würde mehr andere manipulieren, unterdrücken und ausbeuten. Wer die Zusammenhänge erkennt würde nicht mehr die Natur zerstören, Tiere unter abscheulichen Bedingungen halten und in jeder Hinsicht versuchen, das Lebendige zu dominieren.

Vor allem aber würde niemand mehr an der allgemeinen Orientierungslosigkeit und Ohnmacht verdienen.

Das jahrtausendealte Gesellschaftsmodell der Pyramide würde von ganz alleine in sich zusammensinken. Wenn wir nur von unserer Fähigkeit Gebrauch machten, unsere eigene innere Dunkelheit auszuleuchten.


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