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Lügenpresse

Lügenpresse

Warum glauben nach wie vor so viele, dass die Medien grundsätzlich nicht lügen?

Lügenpresse

von Immanuel Meyer

Das Faktum, dass die sogenannten Leit-Medien (der qualitätsfundierte Mainstream) überhaupt erst unter der Zielsetzung der Kontrolle der Massen durch Indoktrination und Propaganda gegründet wurden, ist im Gegensatz zu den Verlautbarungen jener sich selbst beweihräuchernder Maul- und Schreibhuren weder umstritten noch erlogen.

Es ist ein Faktum.

Statt sich an dem post-faktischen Gedankengut, das Fakten ja nicht zwangsläufig überhaupt Fakten seien, abzuarbeiten, beschäftigt sich dieser Essay daher mit der Fragestellung, warum die so große Masse der in Deutschland lebenden Menschen immer noch die genannten Meinungsmacher als Säulen der Aufklärung, Information und Wahrheit ansehen und ihnen grundsätzlich vollstes Vertrauen entgegenbringen.

Als Beispiel hierzu könnte die extrem hohe Wahlbeteiligung der Bundestagswahl herhalten, wo fast 75 Prozent des Stimmvolkes bewiesen haben, dass es die repräsentative Demokratie als Fassadendemokratie noch nicht durchschaut hat und echte Demokratie weder kann noch will.

Stattdessen gibt man lieber seine Stimme ab, in dem Erwarten damit die positive Gestaltung dieses Landes voranzubringen, oder zumindest schlimmeres zu verhindern.

Natürlich schließt echte, also gelebte Basis-Demokratie und Selbstbestimmung eine Beteiligung an diesem Circus Halligalli Bundestagswahl nicht aus, wohl aber wird jeder, der diese Farce als solche und die realen machtpolitischen Strukturen dahinter erkannt hat, seine Zeit nicht dieser sinnlosen Tätigkeit opfern.

Die in die Köpfe gehämmerte Botschaft, dass man gefälligst stolz auf seine Demokratie zu sein hat, und daher die die fast schon heilige Pflicht der Wahlbeteiligung als echter, mündiger Demokrat gefälligst zu erfüllen hat, ging voll auf.

Damit zeigt sich, dass Deutschland der politischen Transformation und dem Zerfall in Wahrheit nicht-/anti-staatlicher (allein das Volk ist der Staat) staatlicher Strukturen wiedermal stark hinterherhängt, wie das am fast schon religiösen Gehorsam der meisten Mitbürger gegenüber den Eliten-Verstehern alias Verkündungsinstrumenten der manipulativen Botschaften der real Herrschenden besonders deutlich wird.

Weder in England noch in den USA gelang es den Meinungsformern den Brexit zu verhindern oder die Wahl der Kriegstreiberin und Massenmörderin „Killary“ Clinton durchzusetzen.

Auch in weiten Teilen der Bevölkerungen in Frankreich oder Spanien tritt dieser Wandel immer deutlicher zutage, in unseren ruhigen Landen hingegen informiert sich der tüchtige Michel nach wie vor in Zeitung, Radio und Fernsehen und bezieht nahezu ,,sein“ gesamtes ,,Wissen“ über die Welt und Politik aus diesen Quellen.

So sind vielerorts durchaus interessante Gespräche zu vernehmen, man versteht sich ja schließlich als Interessierter und politisch aktiver Teil der Gesellschaft:

„Hast du gestern Maybrit Illner gesehen? Da sah der Gabriel aber gar nicht gut aus.“

„Ja, und dann dieser Trump und Putin, wenn das mal gut geht!“

„Ach naja, auf das Wetter haben wir ja schließlich auch keinen Einfluss. Man muss halt immer das Beste draus machen.“

Der Reaktionsspielraum auf solch lobenswerte Kommunikationsbemühungen engt sich meistens sehr schnell auf Ansteckung dieses zur Schau getragenen innerlichen Zombiemodus ein, man fühlt sich ebenfalls irgendwie untot und ziemlich surreal.

Wie aber ist dieser anhaltende, volle Erfolg der medialen Wahrheitskrieger zu erklären?

Sind vielleicht einfach ihre Methoden weitaus ausgereifter und perfider, wie jene der Kollegen in England oder den Vereinigten Staaten?

Deutsche sind ja schließlich bekannt für ihr großes Organisationstalent und spitzfindigen Erfindungsreichtum.

Auch wenn es zugegebenermaßen schwerfällt, den Klaus Klebern und Julian Reichelts unserer superpluralistischen demokratieverkörpernden Presselandschaft tiefgründigen Sachverstand und Unterscheidungsvermögen zu unterstellen, diesen Leuten fehlen ja, wie man weiß, durch ihre Empathie- und Charakterlosigkeit die dazu nötigen Grundvoraussetzungen. So sind also weniger die besonders befähigten Gesinnungswächter des deutschen Sprachraumes für ihre (fast) allen Erwartungen entsprechende Aufgabenerfüllung, die Schäfchen zu behirten, zu benennen, sondern vielmehr die Gutgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit des deutschen Michels.

Worin begründet sich aber diese und wie kann die zu Veränderung benötigte kritische Maße für die Beschützer des Status Quo der Herrschenden wirklich gefährlich werden?

Die Zeit drängt, Insektensterben (Glyphosat), Umweltvernichtung, Artensterben, Klimawandel und Zerstörung des Lebens von Tieren (Massentierhaltung) und Menschen, kollektiv wie individuell, kennt kein Halten mehr.

Alles ächzt nach Wandel und schreit um Hilfe, doch Otto Normal geht es so gut wie nie zuvor, haben sie schließlich gestern im Fernsehen gebracht, heute Morgen auf der Fahrt zur Arbeit auch nochmal im Radio wiederholt.

Auch wenn angesichts der hierzulande grassierenden, an Bewusstlosigkeit grenzenden Lebensunlust und Liebesunfähigkeit die Bemühung glücklich zu sein und die Dinge auch mal positiv zu sehen sicherlich begrüßenswert ist, wirkt das Ganze dennoch unausweichlich ziemlich realsatirisch.

Kritisches Denken und Reflexion sind sicherlich minimale Randerscheinungen in den Welten der Hänse und Sabinen Müller, im Angsthaben sind sie aber ohne Zweifel Weltmeister.

Angst vor dem Jobverlust.

Angst vor dem damit einhergehenden Imageverlust als Arbeitsloser.

Angst vor der gesellschaftlichen Realität, die im Tiefsten vorhergeahnt, sich immer weniger leugnen lässt.

Angst vor dem bösen Flüchtling und polnischen Räuberbanden.

Angst vor dem Fahrradsturz und jedweden körperlichen Leiden und Schmerzen.

Angst vor der Zukunft.

Angst vor sich selbst, seinem eigenen Verstand, denn was würden die anderen von einem denken, wenn man plötzlich nicht mehr mit ihnen für sich denken lässt, sondern sich mal seine eigenen Gedanken macht?

Angst vor dem System, was schon ziemlich lebens- und menschenverachtend rüber kommt, aber dennoch so alternativlos und unmöglich zu verstehen scheint, dass man als Einzelner sowieso nix dran ändern kann.

Angst vor der Liebe, denn dann würde dieses auf Angst beruhende Kopfmenschen-Ego ja in sich zusammenbrechen, Reflexion und Selbsterkenntnis würden seinen Platz einnehmen.

Das darf nicht geschehen, da muss man dann schon mal mit allen Mitteln seine (mentale) Heimat verteidigen!

Seit Martin Luther und der Hölle auf Erden, die mit dem dreißigjährigen Krieg erstmals hier Fuß gefasst hat, ist die Geschichte Mitteleuropas für Mensch und Natur ohne Frage eine des endlosen Schreckens.

Angst, Gewalt, Terror und Elend waren oftmals die größten alltagsbestimmenden Faktoren. Was an Liebe die Schweden, einen Napoleon, den Versailler Vertrag oder das Besatzungsstatut noch überlebt hat, wurde von inländischen Spitzenerzeugnissen wie Nationalsozialismus, Kaiser-/Führertum, Militarismus, Nationalismus und Gewaltbereitschaft völlig zertrümmert.
Man ist schließlich Weltspitze und von Nichts kommt auch Nichts.

Sicherlich kann aus dieser Lieblosigkeit keine Liebe erwachsen, man vermutet fast, dass sie in Angst mündet.

Angst vor den eigenen Eliten, die nicht nur 1848 ihre Potenz, sich gegen das Allgemeinwohl durchzusetzen, bewiesen haben, sondern vor allem während der braunen Terrorherrschaft, wo sie dank ihrer vervollkommneten Gewissensbefreiung einen totalen Konformitätszwang durch brutalsten Horror zu errichten vermochten.

Da ordnet man sich erfahrungsgemäß dann doch lieber unter und biedert sich an, das wird man ja noch machen dürfen.

So schlecht ist das alles außerdem doch gar nicht, also warum sich die ganze Zeit den Kopf zerbrechen?

Heute läuft übrigens wieder Dschungelcamp, nur dieser Trump und Nordkorea beunruhigen mich schon ein bisschen, stand wieder was in der Zeitung, da könnte man fast Angst bekommen.
Zum Glück macht Angela Merkel so einen tollen Job, die passt schon auf uns auf.

Wer den Informations- und Wahrheitsgehalt der Tagesschau mit deren Einschaltquote vergleicht, gerät ebenfalls in Gefahr, in Lethargie diesem allabendlichen, fast schon kultischen Ritual Folge zu leisten.

Und auch die Tatsache, dass der sogenannte Tiefe Staat seine Folterwerkzeuge nicht mehr nur noch öffentlich präsentiert und pflegt, sondern auch zunehmend seine Bereitschaft diese auch einzusetzen unterstreicht (Katalonien, Hamburg) ist nicht unbedingt motivationsfördernd.

Doch könnte man das derzeitige Aufbauschen des Tiefen Staats und dessen Herrschaftsinstrumente, (das Gewaltmonopol, Terror und „Soft Power“) die für alle offensichtlich immer plumper und brachialer agieren, auch als Konsequenz seines zunehmenden Machtverfalls interpretieren.

So wird beispielsweise die Polizei von großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr als eine Instanz für Sicherheit und zur Rechtssicherung der Allgemeinheit wahrgenommen, sondern als brutale Verteidiger des Status Quo, der Machtstabilisierung der global agierenden Profitregime, was sich in einer immer kleiner werdenden Akzeptanz dieser Institutionen wiederspiegelt.

ACAB-Graffitis („all cops are bastards“) gehören so inzwischen zum Stadtbild in ganz Deutschland, während sich immer weniger Bewerber für die Karriere als Eigentumswächter entscheiden.

Historische Vergleiche für diese Transformation eines Herrschaftssystems gibt es zu genüge, so ging dem Mauerfall eine sehr ähnliche, schleichende Auflösung staatlicher Strukturen voraus.

Ein Machtvakuum, was übrigens auch von der Privatisierungstruppe der neoliberalen Politiker der Post-Sowjet-Ära nicht aufgefüllt wurde, vielmehr vergrößert dessen Wirken dieses Vakuum fortwährend (was ja auch nicht ganz ungewollt ist).

Die Masse, die so abhängig von der Fremdsteuerung ist, dass sie Angst vor der Freiheit hat und daher gegen diese und die gesellschaftliche Transformation ankämpft, wird diese auch nicht mit nackter Gewalt verhindern können.

Vielmehr entzieht sie sich durch diese Krampfpanik lediglich der Wahrnehmung dieses Wandels.

Er findet natürlich trotzdem statt.

Statt sich also an versuchter Überzeugungsarbeit der Unbelehrbaren zu verausgaben, ist es weitaus sinnvoller sich in Eigeninitiative am Wandel zu beteiligen.

Es gibt nicht nur sehr viel zu tun, es ist jetzt auch vieles mehr für jeden einzelnen möglich, als die mit Angst, Verunsicherung und Kontrolle arbeitenden Lügenmedien den Menschen zu vermitteln versuchen.

Liebe und Vertrauen sind die Säulen der Transformation.

Und wer stetig und verantwortungsbewusst Alternativen zur sich auflösenden Megamaschine nicht nur konzipiert, sondern diese auch real verwirklicht, ist zum einen überrascht, wieviel Gegenöffentlichkeit es nicht nur schon gibt, sondern auch, wie wirksam diese bereits ist und welch unfassbares Potenzial tatsächlich in einem selber steckt.

Es wartet auf seine Aktivierung.

Alles wird gut.


Immanuel Meyer ist 1990 in Offenburg geboren. Mit erreichter Volljährigkeit meldete er sich zunächst vom Gymnasium ab und pendelte die nächsten 2 Jahre zwischen Deutschland und Indien. Der Kultur-Schock trat aber erst bei der Heimreise voll in Kraft, hier schien einiges ziemlich krass falsch zu laufen. Anschließend holte er schließlich das Abitur am Abendgymnasium nach, und studiert derzeit an der Universität in Freiburg Archäologische Wissenschaften und Kulturwissenschaft. Er tritt für einen radikalen Wandel zum Friede und Liebe der Gesellschaft ein, wobei jeder für sich die Systemwende Schritt für Schritt verwirklicht.


Lügen die Medien?


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.rubikon.news/artikel/gemeinsam-verandern-wir-die-welt
(2) https://www.rubikon.news/kolumnen/leser-aktion

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