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Kuba will mehr

Kuba will mehr

Die größte Insel in der Karibik möchte den Tourismus im Land neu ankurbeln.

Rund zwei Jahre haben sich die meisten Länder, insbesondere jene, die vom Tourismus abhängig sind, mit ihren rigiden und autokratischen Corona-Restriktionen vor allem eines: einen enormen wirtschaftlichen Schaden zugefügt, sich also ins eigene Bein geschossen. Und zwar mit allem, was dazu gehört, von Produktions- und Lieferengpässen, Pleiten, Einkommensverlusten der Bevölkerung und mehr Armut bis hin zu Massendemonstrationen und Aufständen. Von gesundheitlichen „Kollateralschäden“ einmal ganz zu schweigen.

Sicher, es gab auch einige Gewinner, nicht nur die ihre Macht mit den Maßnahmen und Gewaltmonopolen weiter ausbauende Politik, den EU-Zentralismus, die speziell westliche Pharmabranche, die undemokratische, aber immer einflussreichere WHO oder ihren Lieblings- und Megasponsor, den durch Corona nun noch viel reicher gewordenen Investor-in-alles-was-auch-niet-und-nagelfest-ist, Bill Gates mit seiner fast schon legendären Bill & Melinda Gates Konzernstiftung. Es gab durch die international gleichgeschaltete Corona-Politik in den letzten zwei Jahren sogar fast täglich einen neuen Gewinner, also Milliardär. Oxfam, die internationale und sogenannte Wohltätigkeitsorganisation, hat es in ihrem Bericht „Profiting from Pain“ vor Kurzem ganz genau so gesagt:

„Während der Pandemie (2020—2021) tauchte alle 30 Stunden ein neuer Milliardär auf. Bei etwa dem gleichen Tempo könnten im Jahr 2022 fast eine Million Menschen von extremer Armut betroffen sein.“

Und „das Vermögen der Milliardäre ist in den ersten 24 Monaten der COVID-19-Pandemie stärker gewachsen als in den 23 Jahren zuvor zusammen. Das Gesamtvermögen der Milliardäre der Welt entspricht heute 13,9 Prozent des globalen BIP, was einer Verdreifachung gegenüber 4,4 Prozent im Jahr 2000 entspricht“ (1, 2).

Die kleine Konferenz für Sonne, Rum und weiße Strände

Nun dürfte wohl keiner dieser Milliardäre auf Kuba wohnen oder einen Umzug nach Havanna planen. Damit aber zumindest der kubanische Staat und die Bevölkerung der Insel nach den sich selbst auferlegten Coronastrapazen, die seit dem Jahr 2020 ja noch zur erdrückenden antikubanischen Blockadepolitik des selbstgerechten US-Imperiums mit seinem weltweiten Anhang an vorwiegend Vasallenstaaten dazugekommen sind, zumindest wieder aufgefangen werden, geht der Karibikstaat mit der Kampagne „ÚNICA“ in die internationale Tourismusoffensive. Übrigens bedeutet „única“ auf deutsch so viel wie „einzigartig“, womit die durchaus einzigartige Karibikinsel gemeint ist.

Aus diesem Anlass ist der kubanische Tourismusminister Juan Carlos Garcia Granda jedenfalls in Deutschland. Genauer gesagt am 25. Mai 2022 im Hotel Roomers in München zu einer an und für sich ganz gewöhnlichen, wenn auch kleinen aber feinen Pressekonferenz mit dann doch recht netten und sympathischen Vertretern der kubanischen (Urlaubs-)Politik. Und das bei Nieselregen pünktlich um 9 Uhr. Aber ehrlich gesagt sind mir die Karibikstrände, die der Minister und sein kleines Team, auch die Marketing Direktorin des kubanischen Tourismusministeriums, Pilar Alvarez Azze, ist da, während seines Vortrags gleich über den Flatscreen wandern lässt, um einiges lieber als München heute nass und für mich irgendwie zu früh.

Damit deutsche Touristen aber überhaupt erst einmal auf die Insel kommen können, sei man im Gespräch mit deutschen Fluglinien, etwa mit Condor und diversen Reiseveranstaltern. Denn man möchte ja Touristen ins Land bekommen. Mehr, viel mehr Touristen. Auch und vor allem deutsche Touristen, mindestens eine halbe Million, so der Tourismusminister. Außerdem sind die Einrichtungen, ob die Hotels oder die Gastronomie der Insel auf dem neuesten Stand, wobei man das Lokale nicht vernachlässigt.

Kuba zeichne sich außerdem durch seine Strände aus — die Insel zeichne sich durch weit mehr als 5.000 Küstenkilometer aus. So wurde zum Beispiel Varadero, einer der wichtigsten kubanischen Urlaubsorte, bei der Travellers Choice 2022 von Tripadvisor „zum zweitbesten Strand der Welt gewählt“.

Aber nicht nur das, auch darauf macht Juan Carlos Garcia Granda gerne aufmerksam. Denn da wären ja noch die berühmten kubanischen Zigarren, der Tabak und die legendären Tabakbauern, der Rum, die Cocktails, Mojito, Daiquiri oder Cuba Libre und selbstverständlich „la música“, die kubanische Musik, wobei mir meine letzte und viel zu lange zurückliegende Nachttour durch Havanna in den Kopf schießt (3).

Es gibt eben mehrere Gründe, die Insel zu besuchen. Nicht nur das kristallklare Wasser, die karibische Sonne und der kubanische Lifestyle machen sie einzigartig. Man möchte eben, dass die Besucher ihren Badeurlaub am besten noch mit Kultur verbinden und etwas über das Land, die Leute und die Geschichte erfahren. Schließlich, so der Minister, hätte Kuba auch „neun Stätten“, die als Weltkulturerbe geführt werden, „227 Denkmäler“, die Revolution und noch viel mehr. Etwa die Amischlitten aus den 1950er-Jahren und jede Menge Bars.

Aber auch mit der medizinischen Versorgung und der Sicherheit auf der Insel könne der Rest der lateinamerikanischen Urlaubskonkurrenten einfach nicht mithalten. Das einzige Risiko, das es in Kuba gäbe, wären die vielen sich anbahnenden Freundschaften mit den Menschen dort. Die Kubaner sind ein sehr gastfreundliches Volk, sagt der Minister so oder so ähnlich mit seiner leicht verkratzen, etwas tiefen Stimme auf Spanisch, bevor seine Worte für das gute Dutzend Zuhörer übersetzt werden, nur eine Dame mit Presseausweis war vermutlich zu ihrer eigenen Sicherheit im Raum der kubanischen Gastfreundschaft bis hinter beide Ohren schwer maskiert.

Frei von … auch Restriktionen

Kuba verfügt mittlerweile über zehn internationale Flughäfen und drei Kreuzfahrtterminals. Man hätte die Zeit der Pandemie genutzt. Und die Privatwirtschaft würde auch gefördert. Immer mehr. Man sei auf einem guten Weg, obwohl es wegen der Blockade natürlich noch zu Problemen und gelegentlichen Versorgungsengpässen kommen kann und kommt. Da braucht man nicht viel drumherumzureden. Aber man müsse ja nicht ständig nur ausländisches Bier trinken, es gibt ja auch kubanisches — und das kann jeder Gast doch ebenso schön kühl genießen (4).

Was früher einmal selbstverständlich war, würde nun wieder gelten, denn man müsse bei der Einreise nichts mehr vorlegen, keinen Corona-Test und auch keinen Corona-Impfausweis.

Die Einreisequarantäne ist natürlich auch passé. Das liegt, so der Minister, daran, dass zwar nicht alle, aber fast die komplette Bevölkerung brav gegen Corona geimpft sei, Kinder eingeschlossen. Und zwar mit eigenen, mit kubanischen Impfstoffen. Also hätte man Vertrauen in die Gäste — oder eben in die eigenen Impfstoffe. Dadurch, das ist dann auch bei „Cuba.Travel“, dem kubanischen Tourismus-Portal so zu lesen, konnte man „diese gefährliche weltweite Pandemie in den Griff bekommen“.

Zumindest auf der Karibikinsel, während anderswo, wie in Neuseeland oder Deutschland, die meisten mit Coronaviren, ob zwar gesund doch trotzdem infiziert oder eben erkrankt, längst durchgeimpft oder sogar geboostert sind (4, 5).

Wenn Kuba nun also wieder frei zu- und umgänglich ist, dann wäre da ja nur noch die Sache mit den Masken. Oder will man den Menschen die frische und gesunde Meeresluft an Kubas weißen Stränden etwa für schlechte und verbrauchte Luft und Luftzufuhr hinter irgendeinem ungesunden Kunststofffetzen bei tropischen Temperaturen wirklich vorenthalten? Nein. Wohl kaum. Denn auch zur Behandlung sind die Menschen gerne ans kubanische Karibikmeer gereist, was man übrigens weiter fördern möchte.

Man würde teilweise zwar noch überlegen, aber das soll dann doch und endlich wieder jedem selbst überlassen werden. Denn das wollen und sollen die seit weit über einem halben Jahrhundert unter Angriffen und Boykotten leidenden Kubaner ja auch: frei und selbstbestimmt sein und entscheiden, etwa wie, wann und mit wem sie Handel oder Austausch betreiben, leben oder sich entwickeln, kommunizieren und informieren möchten (6, 7, 8, 9).

Wenn alles (fast) nach Plan läuft

Tja, dann kann man wohl nur noch hoffen, dass die Tour des Ministers ein voller Erfolg wird, für die kubanische Tourismusbranche alles nach Plan läuft und vor allem den anderen Plänen, jenen aus den Pandemie-Planspielen westlicher Think Tanks, menschen(un-)freundlicher Milliardäre, ihrer Stiftungen und bestimmter Konzerne, einen ordentlichen Strich durch die Rechnung macht.

Denn Sie wissen ja — und hoffentlich weiß es die kubanische Regierung auch —, im März 2021 gab es schon wieder so ein fiktives Pandemie-Szenario mit alten Bekannten wie George Gao von der China CDC, Chris Elias von der Bill & Melinda Gates Foundation, Vertretern der US-Regierung und den Pharmariesen Johnson & Johnson, Merck sowie der WHO. Eben eine sogenannte „Tabletop-Übung“, ausgerichtet von der „Nuclear Threat Initiative“ (NTI) in Zusammenarbeit mit der Münchner Sicherheitskonferenz — Achtung, Überraschung — über den Ausbruch einer Affenpocken-Pandemie, damals angenommen, angesetzt oder eben angedacht für den 15. Mai 2022.

Und so kam es dann ja vor ein paar Tagen. Fast auf den Tag genau haben die echten Affenpocken Westafrika verlassen und geistern nun im Rest der Welt umher. Dabei kann es sich, so die Faktenfinder der staatlichen ARD-Tagesschau felsenfest von sich und sämtlichen Zufällen zur Wahrung der von Bill Gates so oft heraufbeschworenen Erzählung von immer schnelleren Wellen irgendwelcher Pandemien überzeugt — und wie schon vor rund zweieinhalb Jahren beim Gates-WEF-Event 201 von New York — ausschließlich und natürlich nur und sonst rein gar nichts, um einen Zufall handeln. Ja was denn sonst?

Viva la revolución

Sollte es also tatsächlich bald zur nächsten WHO-Pandemie, in diesem Fall mit Pocken von den Affen, kommen, na dann hilft aber auch die charmanteste Tourismuskampagne mit jeder Menge Palmen, Sonne, weißer Strände und dem schönsten Meeresrauschen nicht wirklich viel vor der nächsten QR-Code-Diktatur mit Freiheits-, Reise-, also Bewegungsrestriktionen. Und die sind besonders für den Tourismus tödlich. Es sei denn, die Kubaner spielen dann — hoffentlich, sonst werden sie noch übernahmebereit — nicht mehr mit … na ja, lang lebe die Revolution (5, 6, 7, 8).


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Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.oxfam.org/en/research/profiting-pain
(2) https://test.rtde.tech/gesellschaft/139192-studie-wahrend-covid-19-pandemie/
(3) https://www.cubatravel.cu/de/Blog/Post/85206/Varadero-wird-zum-zweitbesten-Strand-der-Welt-gew%C3%A4hlt
(4) http://floosrainik.net/eu-beauftragter-kubas-fuer-menschenrechte-haben-kubanischen-sozialismus-neu-definiert
(5) http://floosrainik.net/kuba-verhaengt-quarantaene-fuer-einreisende
(6) https://freeassange.rtde.me/inland/131844-geimpft-geboostert-trotzdem-krank/
(7) http://floosrainik.net/us-feindbild-kuba-fast-60-jahre-blockade-schikane-und-einmischung-und-kein-ende-in-sicht
(8) http://floosrainik.net/us-embargo-schadet-kubas-landwirtschaft
(9) http://floosrainik.net/us-blockade-behindert-freie-nutzung-des-internets-auf-kuba
(10) http://floosrainik.net/kubas-hilfe-fuer-die-opfer-von-tschernobyl
(11) https://www.nti.org/wp-content/uploads/2021/11/NTI_Paper_BIO-TTX_Final.pdf
(12) https://www.nti.org/analysis/articles/strengthening-global-systems-to-prevent-and-respond-to-high-consequence-biological-threats/
(13) https://test.rtde.tech/international/139206-affenpocken-wunder-natur-oder-umsetzung/
(14) https://www.tagesschau.de/faktenfinder/affenpocken-simulation-great-reset-101.html

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