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Glaubenskrieg ums Klima

Glaubenskrieg ums Klima

Ein Wegweiser durch den Dschungel der gegenwärtigen Umwelt-Debatte.

1. Es gibt keine Klimakrise

In Deutschland bezeichnet die AfD die Leugnung der Klimakrise als ihr „Alleinstellungsmerkmal“ und als zweiten Schwerpunkt ihrer Politik. Sie bestreitet, dass es eine Klimakrise gibt und dass der Einfluss des Menschen einen wesentlichen Einfluss auf das Klima hat. Im weitesten Sinn bedeutet es auch die Verweigerung der Erkenntnis, dass die menschliche Zivilisation ein zerstörerisches Potenzial in sich trägt.

In den USA sind es insbesondere kleine Frackingunternehmen und kleinere Konzerne im Bereich der fossilen Brennstoffe, die — getrieben durch Angst vor dem Verlust von Profiten — den Einfluss des Menschen und von durch den Menschen produziertes CO2 auf die Umwelt abstreiten.

2. Ja, Mensch zerstört Klima, daher Entwicklung eindämmen

Diese These war noch zu Beginn der Präsidentschaft von Barack Obama im Westen weit verbreitet. Ja, wir haben ein Problem, die Zivilisation produziert zu viele Schadstoffe. Aber die Konsequenz daraus war die Forderung, dass sich die Entwicklungs- und Schwellenländer nicht weiter bemühen, auf das Niveau der westlichen Industrienationen aufzusteigen.

Diese Länder wären lediglich gut für die Lieferung von Rohstoffen und sollten ansonsten auf einem niedrigen Niveau der Armut verbleiben und von westlichen Ländern CO2-einsparende Technik kaufen. Auch wenn das so explizit natürlich niemand sagte. Zu dieser Politik gehörte auch die Forderung, dass diese Länder bitteschön ihr Bevölkerungswachstum reduzierten. Und von Klimaschutz-NGOs und Regierungen geförderte Programme verschafften westlichen Ländern Profite, indem sie Solarzellen, Mobiltelefone und Fernseher den Ärmsten der Armen verkauften, selbst jenen, die nicht einmal über eine Toilette verfügten.

3. Ja, Natur ist in Gefahr, weil wir ihr keinen Geldwert gaben

Dies ist die derzeit herrschende These in den USA und damit auch im Rest der westlichen Welt. Die Natur soll gerettet werden, indem man aus ihr ein Ding mit einem bestimmten Wert macht, der dann gehandelt werden kann. Nebenbei soll so der Kapitalismus gerettet werden, der vor dem großen Problem steht, dass das für ihn zwingend notwendige Wachstum immer schwerer zu erzielen ist (15).

4. Der Rest der Natur ist in Gefahr, muss absolut geschützt werden

Die Kritiker der Finanzialisierung der Natur weisen darauf hin, dass, wenn man der Natur einen Geldwert gibt, es nur eine Frage der Zeit ist, bis etwas Natur Zerstörerisches einen höheren Geldwert hat. Außerdem sind die vorhergehenden Ansätze alle neokolonialistisch und rassistisch. Sie bedeuten, dass nur wer Geld hat, das Recht hat, die Umwelt zu „verbrauchen”. Die oft erwähnte Cory Morningstar, die viele Einsichten in die Hintergründe des „Non Profit Industrial Complex”, wie sie es nennt, formuliert hat, gehört in diese Kategorie.

5. Natur in Gefahr, aber alle müssen gleiche Rechte haben

Eine weitere Gruppe streitet nicht ab, dass die Umwelt und damit auch das Klima in Gefahr sind. Sie sieht aber wie die Vertreter der vierten These eine Beschränkung der Entwicklung auf die „zivilisierten Länder” als rassistisch und tatsächlich unmöglich an, wenn man nicht die schlimmsten Gedanken aufgreift, und eine künstlich induzierte Reduzierung der Bevölkerung durch Biowaffen tatsächlich in Erwägung zieht (1). Oder die Geburtenrate (2) zwangsweise reduziert.

Diese Gruppe ist der Meinung, dass man die technische Entwicklung nicht stoppen, sondern im Gegenteil extrem vorantreiben muss, um neue technische Lösungen zu finden, mit denen der menschliche Einfluss auf den Planeten für diesen ungefährlich gemacht werden kann. Zu den Vertretern dieser Gruppe gehört China. Die Gruppe will einerseits weltweit das chinesische Modell ausrollen, mit dem Milliarden Menschen innerhalb der letzten zwanzig Jahre aus der Armut geholt wurden, andererseits die wissenschaftliche Forschung extrem beschleunigen und den Einfluss der Politik auf die Umwelt in den Griff bekommen. Das ist der nächste Schritt nach der bisherigen Politik, die man zum Beispiel in dem Projekt „grüne große Mauer” (3) erkennt.

Erstaunlicherweise denkt der Westen nur in militärischen Dimensionen, wenn es darum geht, das Klima mit Technologie zu beeinflussen.

Ein Beispiel dafür ist die Zukunftsanalyse des Planungsamtes der Bundeswehr im Rahmen der Planungen: „Streitkräfte, Fähigkeiten und Technologien im 21. Jahrhundert” aus dem Jahr 2012. Das Papier mit dem Titel „Future Topic Geoengineering” beschäftigt sich fast ausschließlich mit den militärischen Aspekten einer Beeinflussung des Wetters oder des Klimas.

„Geoengineering könnte auch grundsätzlich von Staatengruppen, einzelnen Staaten und gar von finanzstarken nicht-staatlichen Akteuren eingesetzt werden. Hierdurch könnte sich die Grundlogik heutiger global konsens- und partizipationsbedürftiger Klimapolitik drastisch wandeln. Statt alle Länder zu überzeugen, den Klimawandel zu bekämpfen, könnte internationale Klimapolitik quasi im Alleingang von einigen wenigen Ländern betrieben werden. Dann würden nur noch die Kostenfrage für den Einsatz und dessen Nebenfolgen im Fokus stehen. Das heutige hochkomplexe Feld einer globalen und umfassenden Teilhabe an Klimamaßnahmen könnte umgangen werden. Das bei einer so nicht global abgestimmten Vorgehensweise entstehende Konfliktpotenzial wird bei den Befürwortern stark vernachlässigt, erscheint jedoch offensichtlich” (4).

Aber dieses Thema soll nicht weiter vertieft werden.

Naturschutzkonvention als Option?

Der Schutz des Menschen wurde in der Menschenrechtskonvention festgelegt. Aber der Mensch ist nur eine Untereinheit der Natur. Wenn diese Untereinheit nun die Natur als Gesamtheit bedroht, liegt es nahe, eine Naturschutzkonvention zu vereinbaren. Das geschieht jedoch nicht, weil man im Westen der Welt, in den dominanten Ländern, die Natur als Ding ansieht, für das man einen Geldwert definieren kann, und das man kaufen und verkaufen kann. Und so soll sie, ganz im Sinne jener Kräfte, welche unzählige „gemeinnützige” Umweltschutzorganisationen finanzieren, zu einem handelbaren Objekt werden.

„Es ist höhnisch, dass sich Anti-REDD-Klimaaktivisten, falsche grüne Organisationen — im Gegensatz zu legitimen Basisorganisationen, die es aber nur selten gibt — und selbsternannte Umweltschützer, die sich für fortschrittlich halten, gegen die Kommerzialisierung der natürlichen Ressourcen der Natur aussprechen und gleichzeitig die Desinvestitionskampagne der angeblich linken Mainstream-Gruppen fördern.

Es ist ironisch, denn die Desinvestitionskampagne wird zu einer gewaltigen Finanzumschichtung führen, die zu Geldflüssen in jene Portfolios führt, in die bereits sehr stark investiert wurde und die von der intensiven Kommerzialisierung und Privatisierung der letzten verbliebenen Wälder der Erde abhängen. Über REDD und Umweltmärkte siehe (5).

Diese Tour de Force wird mit raffinierter Präzision unter dem Deckmantel des Umweltschutzes und der „Internalisierung (6) negativer Externalitäten (7) durch angemessene Preise” durchgeführt. Ironischerweise — wenn auch nur scheinbar — wird der größte Anstieg der ultimativen unternehmerischen Eroberung der letzten verbleibenden Ressourcen der Erde von den Umweltschützern und Umweltgruppen geleitet, die behaupten, sich einer solchen unternehmerischen Herrschaft und Eroberung zu widersetzen” (8).

Wenn nun neue Steuern „zur Rettung des Klimas” eingeführt werden, sollte sich jeder fragen, wo das Geld wirklich investiert wird. Schließlich wurde die „Solidaritätsabgabe”, die für den Aufbau der neuen Bundesländer erhoben worden war, auch zunächst für die Finanzierung des Krieges der USA gegen den Irak ausgegeben (9).

Auch wenn durch die Präsidentschaft von Donald Trump die Macht der US-Nicht-Regierungsorganisationen und Stiftungen, also die Macht der „Gemeinnützigen Klimaindustrie”, hier auch Non Profitable Industrial Complex beziehungsweise nicht gewinnorientierter industrieller Komplex genannt, in den Hintergrund trat, sind die USA, auch wenn es nicht so scheint, nun mal die tonangebende Macht der Welt in Hinsicht auf eine Kommerzialisierung und Finanzialisierung (10) der Natur unter dem Banner des Klimaschutzes und Naturschutzes. Daher lohnt es sich dort genauer hinzuschauen, denn es wird maßgebend für die Welt werden.

Es handelt sich um die logische thematische Fortsetzung meines mit Tim Anderson herausgegebenen Buches „Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg” (11). Auch dort treten Stiftungen, die von Oligarchen und Regierungen gesteuert werden, als „Nicht-Regierungs-Organisationen” auf, um die Öffentliche Meinung zu manipulieren.

Der Unterschied zur im vorliegenden Buch kritisierten „Umweltschutzindustrie” besteht darin, dass sich die „Menschenrechtsindustrie” zur Durchsetzung von Ressourceninteressen insbesondere aggressiv gegen Länder richtet, die sich nicht der Ausbeutung durch die westlichen Großmächte unterwerfen wollen. Dagegen richtet sich die „Umweltschutzindustrie” zunächst gegen die eigene Bevölkerung, also nach innen, um jene zu zwingen, die zwar auch profitierten, aber gleichzeitig ausgebeutet wurden, eine Neuauflage des kapitalistischen Systems unter dem Banner der Nachhaltigkeit zu finanzieren.

In einem zweiten Schritt wird eine neue Kolonialisierung und Ressourcenbeherrschung und -Ausbeutung unter dem Banner des Umweltschutzes voran getrieben. Waren es früher Religion, dann die Zivilisation, die „den Wilden” gebracht werden musste, wollen ihnen nun Konzerne den „Umweltschutz” beibringen.

Am Beispiel des Phänomens Greta Thunberg ist zu erkennen, wie Menschen mit modernsten Mitteln der Propaganda, die weit über die ersten theoretischen Überlegungen von Edward Bernays hinaus gehen, und unter Nutzung neuester Technologien, dazu gebracht werden, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln.

Ging es der Menschenrechtsindustrie darum, die Akzeptanz in der Gesellschaft für Kriege, Sanktionen und Rüstung zu erhöhen, ist die Aufgabe nun wesentlich schwieriger. Die Gesellschaft muss dazu gebracht werden, die Hauptverursacher beziehungsweise die Hauptprofiteure der Umweltzerstörung zu ermächtigen, die von diesen erzeugten Zerstörungen nicht rückgängig zu machen, sondern zukünftig zu verhindern. Wobei die Kosten dieser Veränderung nicht die Profiteure der Zerstörung tragen sollen, sondern jene, die durch sie ausgebeutet wurden und werden.

Die Absurdität der Situation wird klarer, wenn man sich folgendes Beispiel vor Augen hält: Ein Unternehmer kauft ein Gelände mit reichem Baumbestand. Er fällt die Bäume, verkauft das Holz und bietet die Fläche als Campingplatz an. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass durch die Baumfällaktion und die Nutzung als Campingplatz das Grundstück in den Fluss abzurutschen droht. Die nun notwendige Aufforstaktion müssen aber die Nutzer des Campingplatzes bezahlen, während der Grundstücksbesitzer mit dem erzielten Gewinn eine Baumschule gekauft hat und sein Vermögen durch das Aufforsten noch weiter steigert.

Wie die Campingplatznutzer dazu gebracht werden, freiwillig die Aufforstung zu bezahlen, an welcher der Eigentümer des Platzes noch einmal verdient, gehört zu den größten Fortschritten aus Bernays Lehren.

Ein Werkzeug bei der Realisierung der neuen Stufe des Kapitalismus ist zum Beispiel die Einführung eines Sozial-Kredit-Systems. Während der Deutschlandfunk ein solches System des chinesischen Staates als „Weg in die IT-Diktatur” bezeichnete (12), erhebt sich keinerlei Widerspruch, wenn NGOs, die von Oligarcheninteressen gesteuert werden, ein solches System einrichten. Ein weiterer Baustein dieser neuen „nachhaltigen” Welt ist die implizite Feststellung, dass „Nachhaltigkeit” käuflich ist, wodurch die Besitzlosen noch weiter von der Gesellschaft abgehängt werden.

In einer gemeinsamen Anstrengung unterstützen die Medien, Kreise der Wirtschaft und letztlich die Politik die neue schöne Welt der Profit generierenden Nachhaltigkeit. Die Medien, weil sie längst zum Sprachrohr von Wirtschaft und Politik wurden, gewisse Kreise der Wirtschaft, weil sie sich ein Weiterführen des auf Wachstum und Profit ausgerichteten Handelns erwarten, und die Politik, weil sie die Chance sehen, einen noch größeren Anteil des von den Menschen immer mühsamer erkämpften Geldes, im Staat umverteilen zu können.

Dabei wird die Erhöhung der Staatsquote aber nicht für eine Umverteilung von Reich auf Arm genutzt, sondern von Allen auf jene, die Profit mit „Nachhaltigkeit” verdienen. So können Politiker einerseits Geld einnehmen und andererseits wie ein gutwilliger Monarch Wohlwollen über Subventionen wieder verteilen … und ganz gut davon leben.

Tausende gutmütige Menschen, zum Teil Idealisten, ja Millionen Demonstranten in den westlichen Ländern, stellen Forderungen, die dann elegant von der Politik umgebogen und durch den NPIC abgesegnet als „Neue Politik” verkauft werden. Und bevor der Demonstrant begreift, was passiert, wird er selbst zum Ausgebeuteten eines Systems, das er selbst half, einzurichten.

Während ich „Die Absurdität der Realität” (13) beschrieb, dann die Gründe untersuchte, warum wir diese Absurdität akzeptieren (14), wurde der Ruf immer lauter: „Und was kann man tun?” Darauf eine Antwort zu geben, fiel mir so schwer, dass ich zunächst noch eine weitere Facette dieser Überlegungen hinzufügen wollte. Es geht darum, wie die Mächtigen dieser Welt die Grundlagen, die Edward Bernays für die Propaganda gelegt hatte, perfektionierten.

Nach der „Menschenrechtsindustrie” taucht nun also eine „Umweltschutzindustrie” auf, die zum großen Teil eng mit der Menschenrechtsindustrie verbunden ist, und ähnliche, aber nun auch neue Werkzeuge nutzt.

Aufzudecken, wie perfide die Menschenrechtsindustrie die Gefühle der Menschen missbraucht, heißt nicht, Menschenrechte zu verachten. Im Gegenteil: Diese Menschenrechtsindustrie tritt die Menschenrechte mit Füßen und missbraucht sie nur als Vorwand für vollkommen andere Ziele.

Und auch die Kritik an der Umweltschutzindustrie soll nicht bedeuten, dass der Umweltschutz zu vernachlässigen wäre. Im Gegenteil. Wenn wir nicht grundlegende Veränderungen bewirken, werden wir die Welt in wenigen Jahrzehnten so vernichtet haben wie Heuschreckenschwärme, die über Feldfrüchte herfallen. Während die Heuschrecken dann weiter ziehen, werden wir Menschen das nicht tun können. Deshalb wird passieren, was immer geschieht, wenn eine Spezies keine natürlichen Feinde hat und sich so vermehrt, dass die Lebensgrundlagen vernichtet werden: Wir werden übereinander herfallen. Aber was soll dann die Kritik an dieser Umweltschutzpolitik, die derzeit besondere Blüten als „Klimaschutzindustrie” treibt?

Nun, Einzelaspekte des Umweltschutzes dienen dazu, Menschen zu mobilisieren. So wird verhindert, dass sie sich grundsätzlich mit den großen Problemen der Menschheit auseinandersetzen. Und gleichzeitig werden Ziele erreicht, die niemals erwähnt werden, und nichts mit Umweltschutz zu tun haben. Seien es politische aber noch viel wichtigere wirtschaftliche Ziele.

Die Helden des Wechsels

Als Helden des Wechsels werden viele jene Mäzene, Philanthropen und Unternehmer ansehen, die anscheinend vollkommen uneigennützig Stiftungen und NGOs mit Finanzmitteln ausstatten, die sich mit Umweltschutz und Klimarettung beschäftigen. Die Wahrheit könnte verstörend sein. Denn häufig gehen durchaus sehr weltliche und auf Gewinn ausgerichtete Ziele Hand in Hand mit den angeblich nur die Natur unterstützenden Projekten. Das kann Zufall oder Absicht sein, wer weiß das schon. Vielleicht liegt darin tatsächlich die einzige Lösung für die anstehenden Probleme. Aber das Problem ist, dass die Gesellschaft keine Chance hat, darüber zu entscheiden. Denn die Gegenposition zum „kapitalistischen Rettungsprojekt” der Welt findet kein Podium.

Die Helden des Wechsels im Bereich der Unternehmer sind für mich jene, die langlebige Produkte herstellen, für die sie Ersatzteile über einen längeren Zeitraum vorrätig halten, weil die Produkte reparierbar sind. Außerdem sind ihre Produkte möglichst alle Ressourcen schonend hergestellt, und die Mitarbeitern erhalten faire Löhne.

Aber es scheint, dass solche Unternehmer — und das entsprechende nachhaltige Wirtschaften — in der drohenden neuen schönen Welt der Propaganda keinen Platz haben. Das ist erschreckend.

Dennoch wurde ich während der gesamten Recherchen zu meinem neuen Buch immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob nicht ein „grüner Kapitalismus” immer noch besser wäre als der Kapitalismus der Vergangenheit. Aber ob der „grüne Kapitalismus” sich überhaupt vom vorhandenen Modell unterscheidet, und ob er die Umwelt-Probleme der menschlichen Zivilisation wirklich lösen kann, muss jeder selbst entscheiden. Für mich war eher wichtig aufzuzeigen, wie die Menschen im 21. Jahrhundert manipuliert und die Empfänger der Manipulation immer jünger werden.

Die Herrscher der Vergangenheit setzten mit Religion und durch schlichte Gewalt ihre Ideen durch, huldigten sich gegenseitig, um das System des Absolutismus nicht zu gefährden. Meine Einschätzung der modernen Form dieser elitären „Führerschaft” lautet:

Heute sind die Propaganda-Methoden viel raffinierter, vorgedacht von Edward Bernays, und wurden in den letzten Jahrzehnten von den besten Denkern, die man für Geld kaufen kann, zur Perfektion weiter entwickelt. Und die Wirkung ist größer und umfassender als die, welche man durch Kirche und Gewalt erreichen kann.

Ich will nicht darüber diskutieren, ob sich die Welt erwärmt und wenn ja, um wie viel Grad Celsius. Im Rahmen der allgemeinen Wirkungen der menschlichen Zivilisation auf die Erde ist die Möglichkeit zu vernachlässigen, dass die Forscher sich um 20 oder 50 Jahre getäuscht haben. Auch geht es nicht darum, welche Größenordnung bei der Veränderung dem Menschen zugerechnet werden muss. Es geht vielmehr darum festzustellen, wie das Establishment legitime Sorgen und Nöte okkupiert, um daraus im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung den größtmöglichen Vorteil für die selbst ernannten Eliten der westlichen Welt zu erreichen und nicht die Probleme der Menschheit zu lösen.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Siehe auch Bericht über das Projekt von der New American Century (PNAC), «Rebuilding America’s Defenses, Strategy, Forces and Resources for a New Century«, Washington DC, September 2000. http://www.newamericancentury.org/RebuildingAmericasDefenses.pdf (Diese Strategie spricht übrigens auch die Möglichkeit an, mit neuen, auf bestimmte Genoytypen abgestimmte biologische Waffen, neue Wege in der biologischen / chemischen Kriegsführung gehen zu können). S. 60: »And advanced forms of biological warfare that can 'target' specific genotypes may transform biological warfare from the realm of terror to a politically useful tool.« (Und weiter entwickelte Formen der biologischen Kriegsführung, mit der bestimmte Genotypen gezielt getroffen werden können, könnten die biologische Kriegsführung aus dem Reich des Terrors in ein politisch nützliches Werkzeug verwandeln.) Auf der letzten Seite stehen die einflussreichen Verfasser dieser Studie..
(2) https://www.voltairenet.org/article164347.html
(3) https://www.scmp.com/tech/article/3013884/how-technology-helping-chinas-fight-against-encroaching-deserts
(4) https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source (Link abgekürzt, über das Buch begleitenden Blog anklickbar)
(5) https://www.iied.org/redd-protecting-climate-forests-livelihoods
(6) Internalisierung = die Aneignung und Verinnerlichung gesellschaftlicher Werte, Sitten, Normen und sozialer Rollen im Rahmen der Sozialisation und der Erziehung.
(7) Externalisierung = … die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf Unbeteiligte, also Auswirkungen, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält. Sie werden nicht in das Entscheidungskalkül des Verursachers einbezogen.
(8) http://www.theartofannihilation.com/mckibbens-divestment-tour-brought-to-you-by-wall-street-part-xii-building-acquiescence-for-the-commodification-of-the-commons-under-the-banner-of-a-new-economy/
(9) https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/interview-mit-theo-waigel-solidaritaetszuschlag-teilabschaffung-ist-problematisch-100.html
(10) Finanzialisierung = Tendenz eines (kapitalistischen) Systems hin zu einer zunehmenden Bedeutung bzw. Dominanz des Finanzsektors gegenüber anderen Bereichen dieses Systems.
(11) https://menschenrechtsindustrie.blogspot.com/
(12) https://www.deutschlandfunk.de/sozialkredit-system-china-auf-dem-weg-in-die-it-diktatur.724.de.html?dram:article_id=421115
(13) https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-die-absurditaet-der-realitaet/
(14) https://www.youtube.com/watch?v=taF4RqGOr8I
(15) Da dies das Thema ist, welches im Hintergrund des Phänomens Greta Thunberg aktiv ist, wird sich mein in kürze erscheinendes Buch mit den Akteuren, der Politik und der Kritik dieser These besonders beschäftigen.

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