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Geier über Caracas

Geier über Caracas

Die Medien verbreiten ein verzerrtes Bild der Lage in Venezuela, um den von den USA geplanten Regime Change zu stützen.

Man erzählt uns oft, dass Menschen in Venezuela kein Essen, keine Kleidung, kein Klopapier hätten und dass hinter der Unzufriedenheit im Volk mit der linksgerichteten Regierung echter Hunger stecke. Diese Story enthält ein Körnchen Wahrheit, wenngleich die Ursachen für die ökonomische Schieflage weitaus komplexer sind, als die Medien uns weismachen wollen.
Ich bitte Sie aber, sich dieses Foto von Anhängern der CIA-Gallionsfigur, der Marionette des Westens, des ungewählten „Präsidenten“ Juan Guaido anzusehen. Es wurde am 24. Januar auf einer Guaido-Kundgebung in Caracas aufgenommen und gestern im Guardian, der Geheimdienst-Hauspostille, veröffentlicht. Bitte betrachten Sie das Foto ganz genau. Vergrößern Sie es, so weit es geht. Nehmen Sie die einzelnen Menschen in der Menge genau unter die Lupe, einen nach dem anderen.

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Das sind keine Armen und ganz sicher keine Verhungernden. Ich habe, wie es der Zufall will, eine Menge Lebenserfahrung in der Arbeit mit Menschen, die Entbehrungen ertragen müssen, die hungrig und verzweifelt sind. Ich erkenne das ausgemergelte Gesicht der Not und den verzweifelten Blick der Bedürftigkeit.

Sehen Sie sich diese Unterstützer Guaidos an, einen nach dem anderen. Diese Gruppe von Menschen — mit ihren Designerbrillen, gepflegten Frisuren, ihrer eleganten Kleidung und den glatten Wangen — kennt keinen Hunger. Diese Menschen kennen keinen Mangel. Es ist eine Versammlung Rechtskonservativer, eine Versammlung der Wohlsituierten. Diese Gruppe gehört zu jenen, die den großen Reichtum Venezuelas jahrzehntelang auf korrupte Weise abgezweigt haben und die nun sicherstellen wollen, dass sie wieder richtig absahnen können. Kurzum, es handelt sich um eine Gruppe genau jener Menschen, von denen man annehmen würde, dass sie einen CIA-Coup unterstützen.

Diese manikürten Hände, die hier in die Luft gereckt werden, werden niemals Steine werfen oder gewalttätig werden — es sei denn gegen einen armen Bauern, den man ihnen wehrlos zu dem Zweck vorsetzt. Diese Gruppe leidet nicht unter den sozialen Unruhen, die die CIA herbeimanipuliert und inszeniert. Diese reichen Knöpfe sind immun dagegen, genauso wie Davos lediglich dazu dient, alljährlich daran zu erinnern, wie wenig zielgerichtet Gott Lawinen abgehen lässt.

Es gibt sehr wohl richtiges Leid in Venezuela. Die CIA arbeitet hart daran, Gewalt zu schüren, und die echten Armen werden bald anfangen zu sterben — sowohl diejenigen, die man zum Aufruhr angestiftet hat, als auch jene, die bei den Sicherheitsbehörden arbeiten. Doch lassen Sie sich nicht leimen von dem völligen Unsinn, dass es sich hier um einen demokratischen Volksaufstand handele. Das stimmt nämlich nicht. Es ist schlicht ein weiterer ungeschminkter CIA-Staatsstreich zum Zwecke eines Regime-Changes.

UPDATE: Hier noch nützliche Informationen von Jill Stein (1) zu Elliot Abrams. (2)

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Quellen und Anmerkungen:

1) Jill Stein kandidierte 2016 für die Green Party für die Präsidentschaft in den USA.

2) Die USA haben am 26. Januar den umstrittenen altgedienten Diplomaten Elliott Abrams zum Sonderbeauftragten für die Krise in Venezuela ernannt. Er war wegen seiner Rolle in der Iran-Contra-Affaire verurteilt worden. https://www.nzz.ch/international/pompeo-ernennt-umstrittenen-diplomaten-zum-venezuela-sondergesandten-ld.1454849


Craig Murray ist Autor und Menschenrechtsaktivist. Er war von 2002 bis 2004 britischer Botschafter in Usbekistan und von 2007 bis 2010 Rektor der Universität Dundee.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „[The Vultures of Caracas]“(https://www.craigmurray.org.uk/archives/2019/01/the-vultures-of-caracas/). Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert.

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