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Es geht um alles!

Es geht um alles!

Ein klarer Appell für das Zusammenwirken der sozialen Bewegungen gegen die Zerstörung der Erde.

Ein Appell von Esther Bejarano, Sally Perel und Bernhard Trautvetter

Die Menschheit steht derzeit vor zahlreichen Gefahren, nicht nur vor der Gefahr eines ökologischen Absturzes. Auch die Gefahr eines Atomkrieges rückt näher. Spannungen und Rüstung verbreiten sich.

Die Nuklearforscher haben die Weltuntergangsuhr auf zwei vor Mitternacht gestellt.

Die Polarisierung der Gesellschaften steigert in Verbindung mit der zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich die Gefahren des Zerfalls. Egoismus zerstört Gemeinschaften. Wachstumswahn, De-Regulierung und Privatisierung zeigen, dass der neoliberal entfesselte Kapitalismus unfähig ist, den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

Die Konkurrenz um Standortvorteile, um Ressourcen, Märkte und Handelswege führt vermehrt — in Verbindung mit dem Aufstieg nationalistischer Kräfte — zur wachsenden Rücksichtslosigkeit im Unrecht des Stärkeren. Wirtschaftskriege steigern weltweite Spannungen.

In Krisenzeiten spielen rechte Populisten mit wohlwollender Unterstützung einflussreicher Medien die nationale Karte und spielen benachteiligte Menschengruppen gegeneinander aus. Sündenböcke, wie einst Juden und heute Flüchtlinge, werden zu Verantwortlichen für den Zerfall des Sozialstaats und der Sicherheit abgestempelt.

Um die alternativen Kräfte zu schwächen, betreiben die Herrschenden eine Kampagne zur Spaltung und De-Legitimierung der Bewegungen, die sich gegen die kapitalistische Ordnung stellen: Sie dehnen den Antisemitismus-Begriff so weit aus, dass schon die Kritik an der Politik der Regierung Israels als israelfeindlich und dadurch mit antisemitischen Mustern durchsetzt diskreditiert wird. Teilweise gelingt es ihnen, diese Position auch in linken Spektren hoffähig zu machen.

Auf der Grundlage unserer jahrzehntelangen Erfahrungen mit Unrecht, Gewalt, Faschismus und Krieg rufen wir alle alternativen Kräfte dazu auf, sich ihrer Gemeinsamkeiten zu besinnen und sich aktiv für die Rettung des Lebensraums Erde einzusetzen.

Dabei ist es wichtig, den Zusammenhang von ökologischen, friedenspolitischen, gewerkschaftlichen und demokratischen Forderungen zu sehen. Konkrete Forderungen wie die nach einer nuklearfreien Welt, nach bezahlbarem Wohnraum und einem Mindestlohn sowie nach einem Ausstieg aus fossilen Energieträgern und nach einer konsequenten Einhaltung der Menschenrechte gewinnen ihre nachhaltige Kraft, wenn sie mit dem Ziel der Überwindung der Ursachen, die im Kapitalismus liegen, verbunden werden.

Das Zeitfenster zur Überwindung der Gefährdungen unserer Zukunft ist vielleicht nicht mehr lange offen. Diese Erkenntnis erlegt uns die Verantwortung auf, gemeinsam Prioritäten zu setzen und miteinander beharrlich, konsequent und solidarisch in diesem Sinne zu wirken.

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