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Erst die „Systemrelevanten“!

Erst die „Systemrelevanten“!

Der versprochene Impfsegen ist wertvoll, weil nicht gleich genug für alle da ist und zuerst an jene gedacht werden sollte, die wirklich wichtig sind.

Hurra — ich bin 68! Dachte ich in meiner zunehmend sarkastischen Art. Im Ergebnis weiteren Nachdenkens und voller Empathie für meine wichtigeren Mitmenschen beschloss ich jedoch sogleich, und das im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, freiwillig dem versprochenen Impfsegen zu entsagen, also auf dieses mögliche Glück zu verzichten. Zugunsten derer, die es wirklich verdienen. Und da steht doch wohl eine etwaige Reihenfolge völlig außer Frage: Angela Merkel und die gesamte Bundesregierung mit allen Ministern zuerst! Systemrelevanter geht ja wohl kaum — man stelle sich nur das Chaos vor, sie würden Opfer der Heiligen Corona — und, manche mögen es nicht glauben, das Chaos kann wirklich noch größer werden, als jetzt schon angerichtet.

So stieg vor meinem inneren Auge kammerspielartig die Vision einer medienwirksam inszenierten öffentlichen Impfaktion für diese Regierung während einer Tagung des Deutschen Bundestages auf — vorbildhaft für alle Abgeordneten und das ganze Volk! Und zu sehen würde sein, wie sich, gewissermaßen im Banne der Exekutive, zuerst die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD, dann natürlich mindestens auch der Grünen und der Linkspartei demonstrativ die Ärmel hochkrempeln und ihre Mitstreiter ihnen samt und sonders aus den Bänken folgen, solange der Vorrat reicht.

Und weil er so viel für das System geleistet hat, wird die Kanzlerin gleich als erstes den vorsorglich eingeladenen Herrn Christian Drosten an ihre Seite bitten, um auch ihn mit dem Status der Erstgeimpften auszuzeichnen, sozusagen als Vergoldung seines Bundesverdienstkreuzes. Damit alles mit rechten Dingen zugeht und niemand auf dumme Gedanken kommt, wird die ganze Aktion selbstverständlich von einem unabhängigen Beobachterteam vor Ort überwacht und einem eigens von ihm bestellten medizinischen Personal durchgeführt: Nicht, dass etwa ein Minister oder eine Ministerin übersehen wird oder gar aus Versehen ein Placebo verabreicht bekommt.

Die grenzenlose Begeisterung des deutschen Volkes vor den heimischen Bildschirmen ist vorstellbar und ihr Höhepunkt mit der Verlautbarung erreicht, dass jeder und jede Einzelne der Erstimpflinge freiwillig die Serumkosten aus der eigenen Tasche bezahlt — vorbildwirksam für alle Folgenden, schließlich ist die Staatskasse eigentlich leer. Außerdem verstummen alle Impf- und sonstige Kritiker, Diskussionsorgien und Demonstrationen verlieren ihr Motiv. Und es versteht sich von selbst: Die nächste Bundestagswahl kann getrost ausfallen — wer sollte schon ernsthaft diese großartige Regierung durch Neuwahl in Frage stellen wollen? Außerdem können wir einen weiteren Tag unseres Lebens zu Hause bleiben.

Wie es weitergehen könnte mit der Reihenfolge der Impfungen? Natürlich im Sinne der Systemrelevanz mit den Ministerpräsidenten, Regierungsmitgliedern und Parlamentariern der Länder — vielleicht, um Streit und Gerangel zu vermeiden, einfach in alphabetischer Reihenfolge, also mit B beginnend, damit Herr Markus Söder nicht etwa erst zum Schluss drankommt oder mit der Ausnahme nach dem Prinzip Ladys First als erste Frau Manuela Schwesig, die sich in den letzten Monaten mindestens genauso verdienstvoll zeigte.

Vorstellbar wären als Nächste die Intendanten von ARD und ZDF und auch die Eigner und Herausgeber der meisten Tages- und Wochenzeitungen — schließlich haben die Leitmedien in den letzten Monaten in zu erwartender Weise ihre Definitionsmacht der Verhältnisse erfolgreich zur Erhaltung des Systems benutzt, in dem sie auf bis dato unerreichte Weise und in täglicher bewusst angstmachender Wucht der Verkündung von Zahlen und Spekulationen das großartigste Ausmaß von Gehorsam im deutschen Volke seit etwa 80 Jahren hergestellt haben.

Nur das Letzte ist wahr — aber vielleicht kann man über alles andere das Volk abstimmen lassen? Vielleicht spricht ja gar nichts gegen eine schnelle Impfung. Schließlich sind inzwischen die Pharma-Aktien gestiegen, an denen sich von unerwünschten Nebenwirkungen Betroffene schnell wieder gesundstoßen könnten.

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