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Eine autoritäre Sekte

Eine autoritäre Sekte

Die destruktiven Strukturen des Staates tragen mittlerweile kultische Züge — dies wird sichtbar, wenn man bestimmte psychologische Kriterien heranzieht.

Politisch übergriffige „NWO“-Thinktanks und Globalisierungslobbies treiben immer wieder neue Blüten, die Weltverbesserungsszene boomt, Illusionsverkäufer haben Hochkonjunktur. Mehr oder minder abstruse Ideen werden in der Szene propagiert, demokratiepolitisch bedenkliche Methoden und Techniken werden zu deren Durchsetzung praktiziert.

Na und, könnte man sagen, Deutschland und die Welt sind schließlich groß genug, dass jeder auf seine Weise Unrecht haben kann.

Wenn es nur so einfach wäre: Hunderte politsektiererisch am gleichen Strang ziehende Sondergemeinschaften gibt es allein in Deutschland — und immer wieder entstehen neue. Ihre entristische Wühlarbeit in Medien, Verbänden und Parteien hat Macht akkumuliert und zur Entstehung einer regelrechten Nebenregierung geführt, die imstande ist, den gewählten, nominellen Staatslenkern das Heft aus der Hand zu nehmen: Wenn die auf revolutionäre Veränderung setzende Lobby den politischen Apparat erfolgreich von seitwärts bearbeitet hat, übernimmt dann Letzterer die Durchführung des Programms von oben, gegen das Volk.

Dabei ist sicher nicht jede globalistische Gruppe oder solcherart instrumentalisierte Staatsführung schon per se problematisch. Und erst recht nicht ist Sekte gleich Sekte, Psychokult gleich Psychokult, angehender Failed State gleich werdender Failed State.

Gerade die in diesem Spiel der Kräfte schlussinstanzlich handelnden Staaten brüsten sich nach innen wie außen gern mit dem Gütesiegel demokratiepolitischer Duldsamkeit beziehungsweise gesellschaftlicher Durchlässigkeit. Dass dieses Selbstlob berechtigterweise in Prüfung zu ziehen ist, das haben die einschneidend von oben erzwungenen Maßnahmen in den aktuellen Themenfeldern Klima, Corona und (Ukraine-)Krieg gezeigt.

Sind die uns so vertraut gewordenen, sicher geglaubten „Demokratien des Westens“ auf dem Weg, ihre liberalen Grundsätze ad acta zu legen, um zur Etablierung nicht mehrheitsfähiger Weltstaatsmodelle das autokratische Modell zu umarmen?

Die Antwort darauf erscheint vorderhand nicht leicht, denn: Bis dato wurden Kriterien zur Einschätzung eines solchen Wegs nur ungenügend herausgearbeitet. Was genau also macht eine „abgelenkte Regierung“ problematisch oder gefährlich? Wodurch droht sie gar zum „destruktiven Kult“ zu werden, der Menschen abhängig macht, ausbeutet oder zerstört?

Welche Mechanismen sind es, mit denen das passiert?

Gerade weil das Feld noch als weitgehend unbepflügt gilt, ist es nötig, objektive Kriterien zur differenzierten Beurteilung, quasi ein Raster, zu finden, um ein „Profil“ der entsprechenden Gruppe — bezogen auf ihre Problematik oder Gefährlichkeit — zu erstellen. Hierzu soll die folgende Checkliste dienen. Sie ist in sechs Bereiche gegliedert, die in den einzelnen Staatswesen zu Problemfeldern werden können — oder schon geworden sind:

  1. Ideologie
  2. Die zentrale Figur
  3. Gruppenstruktur
  4. Einfluss auf das Mitglied
  5. Techniken der Persönlichkeitsveränderung
  6. Kontakte nach außen und Umgang mit Ehemaligen und Kritikern

1. Ideologie

Hier geht es um das „weltanschauliche Selbstverständnis“ eines Staats. Denn nicht nur die Praxis, sondern auch die ideologische Ausrichtung kann zu vielfältigen Problemen führen — vor allem, wenn folgende Tendenzen vorherrschen:

  • „Überwertige Idee“ Das Paradies auf Erden oder der „neue Mensch“ ist mit Hilfe einschneidender, für alle verbindlicher Maßnahmen herstellbar. Das entspringt Allmachtsfantasien und Größenwahn.
  • Wahrheitsmonopol: Der Staat beziehungsweise die staatsnahe Wissenschaft haben — ihrer Ansicht nach — das einzig gültige Welterklärungssystem.
  • Schwarz-Weiß-Denken: Einfache Gut-Böse- oder Richtig-Falsch-Muster prägen das Denken und Handeln.
  • Endzeitvision: Der Weltuntergang — etwa durch „Bevölkerungsbombe“ oder eine „Klimabedrohung“ — ist nahe.
  • Rettungsplan: Der Staat beziehungsweise die staatsnahe Wissenschaft propagieren Patentrezepte, die das Heil versprechen.
  • Expansiver Machtanspruch: „Wir müssen die Welt retten“, ist der Tenor.

2. Die zentrale Figur innerhalb und außerhalb des gewählten Politzirkus: Führer, Guru, Meister oder Meisterin

Hier sind vor allem folgende Punkte zu beachten:

  • Führerkult: Er/Sie wird in den Stand unberührbarer Quasi-Göttlichkeit gestellt und verehrt.
  • Führungsstil: Er/Sie hat oberste — nicht mehr kritisierbare — Autorität, verlangt kritiklose Loyalität und beansprucht Wahrheitsmonopol.
  • Charismatisierung: Lancierung idealisierender Legenden, à la „Der/Die gute Retter/in aus dem Volke“

3. Gruppenstruktur: Elitegemeinschaft

Hier stehen folgende Punkte im Vordergrund:

  • Abschottung nach außen: Wer die Ziele nicht oder nicht mehr mitträgt wird ausgegrenzt
  • Hohe Gruppenkohäsion: Die In-Group hält „wie Pech und Schwefel“ zusammen, von der Bestimmungsebene bis weit in die breite Folgsamkeitsbasis hinein; sie überwacht, kontrolliert und bestraft sich gegenseitig. Eventuell gibt es neue Sprachregelungen, die die Zielsetzungen bedienen.
  • Es existiert eine Hierarchie, mit Befehlsgewalt der Oberen, Gehorsam des einfachen Mitglieds und gestaffeltem, zensiertem und intransparentem Informationssystem.
  • Elitebewusstsein: Aktivistische Gruppenmitglieder fühlen sich als Avantgarde zur Rettung der Welt/Menschheit. Missionierungszwang und/oder Märtyrerideologie prägen das Gruppenbewusstsein.
  • Ausbeutung: Gruppen-Einfache/Untertane lassen sich — mehr oder weniger freiwillig — materiell oder/und als billige Arbeitskräfte ausnutzen. Sie sind gegenüber der Führung fronpflichtig
  • Subversive und illegale Tätigkeiten: Die Leit-Gruppierung glaubt, über dem Gesetz zu stehen und drängt Mitglieder, die in staatliche Führungspositionen vorrücken wollen offen oder versteckt zu illegalen Tätigkeiten wie Geldwäsche, Missbrauch und ähnlichen, mit der Folge der Erpressbarkeit!

4. Einfluss auf das Mitglied: Bewusstseinskontrolle

In diesem Bereich geht es um die persönlichen, die individuellen Ebenen der Beeinflussung:

  • Entindividualisierung: Die Gruppe und das gemeinsame Ziel sind wichtiger als der Einzelne.
  • Einfluss auf die alltägliche Lebensgestaltung: Es gibt Vorschriften für Sprache, Essen, Kleidung, Körperpflege, Tagesgestaltung, Ausgangs- und Kontaktsperren, Kommunikationskontrollen/zensur, unter anderem von sozialen Netzwerken. Sexualität wird entsprechend der Ideologie anempfohlen.
  • Materielle Abhängigkeit: Berufliche Sicherheit besteht nur bei Folgsamkeit. Zuwiderhandelnde erleben, egal wo und bei wem sie arbeiten, eine schnelle Kündigung. In der nächst höheren Stufe hat der Gruppen-Einfache/Untertan kein Privateigentum und/oder kein Geld mehr. Seine Versorgung ist dann zentralistisch geregelt nach dem Motto „Own nothing but be happy“. Die Datenerfassung des Besitzstands, der Gesundheit, der Versicherungen, Personalpapiere, der Steuern et cetera ist nahezu totalitär.
  • Bruch mit der persönlichen Lebensgeschichte: Beziehungen zur Familie, zu Partnern und Freunden werden, für den Fall der Abtrünnigkeit, bereits im Vorfeld propagandistisch in Frage gestellt. Nach dem Motto: „Mit denen darf man sich nicht gemein machen“
  • Sektenidentität: In den Leitungsebenen des Kults bewegt sich das Mitglied fast ausschließlich in der Gruppe und unterliegt — finanziell und in ansehensseitig der Großgemeinschaft akklamiert — einer allmählichen „Umwertung aller Werte“. Damit einher geht ein Verlust von Realität und von Tauglichkeit für ein Leben außerhalb der Gruppe. Es entwickeln sich psychische und materielle Abhängigkeit.

5. Techniken der Persönlichkeitsveränderung

  • Von Sex über Sport, Freigabe von Drogen und dem massiven Einsatz gleichgeschalteter Werbung/Medien wird gerade den unteren Chargen in der Hierarchie ein Sammelsurium bewusstseinskanalisierender Ablenkungsfelder eröffnet. Diese Praktizierenden erfahren zugleich eine wiederholte Labilisierung durch körperliche und psychische Überforderung in einem Hamsterradsystem, sensorische Deprivation eingeschlossen.

6. Kontakte nach außen und Umgang mit Ehemaligen/Kritikern

  • Bunkermentalität: Die Leit-Gruppe kapselt ihre Gedankenwelt massiv ab. „Innen der Himmel, außen die Hölle“. Obwohl das Gegenstand von Kritik am Gegner ist, pflegt man selbst Feindbilder, die bis in rassistische Muster hineinreichen: „weiße alte Männer“
  • Es gibt keinen legitimen Grund, aus der Gruppe auszusteigen; deshalb werden Ehemalige zu Unpersonen erklärt, „beruflich, sozial und juristisch vogelfrei“, die mitunter erpresst werden, oder es erfolgt der totale Kontaktabbruch.
  • Kritiker werden eingeschüchtert Es wird versucht, sie mit Drohungen, öffentlichem Rufmord, Gerichtsprozessen oder sogar körperlichen Attacken mundtot zu machen.

Soweit einschlägige Kriterien, anhand derer sich prüfen lässt, ob und inwieweit eine durch extremistische Ideologien/Strukturen/Gruppen beeinflusste Regierung problematisch oder bereits gefährlich geworden ist. Treffen alle Merkmale zu, so entspricht das dem Muster eines „destruktiven Kults“. Jeder Leser mag selbst bewerten, wie weit es der deutsche Staat — und andere Nationen neben ihm — bereits gebracht haben.

Wer meint, die Tabelle sei willkürlich durch einen fachlich Unversierten erstellt, irrt. Sie ist, bis in die allermeisten Formulierungen hinein, deckungsgleich mit einem Fachbeitrag, der 1996 erschien, unter dem Titel „Was eine alternativ–spirituelle Gruppe zum problematischen Kult macht — Psychologische Kriterien zur Beurteilung von Destruktiven Gruppierungen“. Verantwortlich zeichnet der „Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.“, Arbeitskreis „Psychomarkt und Religion“.

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