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Die Wohlstandsformel

Die Wohlstandsformel

Ein Blick auf die Geschichte zeigt, welche Faktoren einem Land finanzielle Stabilität geben und Armut zu vermeiden helfen.

Kublai Khan musste sich als Enkel des Dschingis Khan würdig erweisen. Deshalb richtete er sein Augenmerk auf die größte Beute der damals bekannten Welt: Südchina. Im Jahr 1279 vollendete Kublai Khan die Eroberung Chinas, schmiedete ein neues Großreich und gründete die Yuan-Dynastie.

Die Mongolen waren für ihre teuren Gepflogenheiten bekannt — sie liebten den Krieg und vor allem Frauen. Als das Geld knapp wurde, begannen die Verwalter der Yuan-Dynastie, Papiergeld zu drucken.

Die Yuan-Beamten waren nicht die ersten, die auf diese Idee kamen; die Regierung der vorherigen Song-Dynastie hatte ebenfalls Papiergeld gedruckt. Aber es gab einen großen Unterschied.

Das Papiergeld der Song-Dynastie, bekannt geworden als Guanzi, war durch Kupfer-, Silber- und Goldmünzen unterlegt. Die Yuan-Währung war jedoch durch nichts gedeckt. Wenn der Regierung also das Geld ausging, druckte sie einfach mehr.

Um 1350 war Kublai Khan bereits seit Jahrzehnten tot. Aber die Wirtschaftsbehörden der Yuan-Dynastie druckten immer noch wie verrückt Papiergeld. Und das verursachte eine schwere Hyperinflation in ganz China.

Das Leben der Menschen geriet durch die finanzpolitische Verantwortungslosigkeit der Regierung komplett aus den Fugen, und im ganzen Land kam es zu Rebellionen.

Bis zum Jahr 1368 war die Yuan-Dynastie vollständig zusammengebrochen, und ein verarmter Bauer und späterer Mönch namens Zhu Yuanzhang erhob sich, um Kaiser zu werden und die neue Ming-Dynastie zu gründen.

Zur Wiederbelebung der von der Inflation gebeutelten Wirtschaft schuf die Ming-Dynastie ein nie dagewesenes Maß an wirtschaftlicher Freiheit. Märkte und Wirtschaftszweige wurden dereguliert. Die Regierung gab zum Beispiel ihr Monopol auf die Salzproduktion auf und die Kaufleute wurden ermutigt, die Preise durch den Marktwettbewerb regulieren zu lassen. Gleichzeitig stabilisierte die Regierung die Währung und führte wieder Metallmünzen ein. Und im 16. Jahrhundert erlaubten die Ming-Behörden sogar, dass ausländische Währungen wie der spanische Silberdollar in China im Umlauf waren.

Dies erwies sich als wesentlich stabileres Tauschmittel als eine Fiat-Währung, und die chinesische Wirtschaft blühte infolgedessen auf. Der Wohlstand stieg rasant an. China war in der Lage, Kanäle und Brücken zu bauen, die Große Mauer zu dem heute bekannten Gigant aus Ziegeln und Stein zu erweitern und zu befestigen sowie zahlreiche andere öffentliche Bauvorhaben zu verwirklichen.

Nebenbei bemerkt, wie wir unlängst thematisierten, war die Besteuerung der Reichen nicht die Hauptmethode zur Finanzierung dieser Infrastruktur. Stattdessen wurden die Kaufleute für ihre freiwilligen Beiträge zum Gemeinwohl gelobt und in hohem Ansehen gehalten.

Alles in allem war China zu einem der reichsten und mächtigsten Länder der Welt geworden. Unschwer ist zu erkennen, weshalb: wirtschaftliche Freiheit, Deregulierung, stabile Währung, verantwortungsvolle Investitionen.

Diese Faktoren haben wir im Laufe der Geschichte immer wieder gesehen.

Ab dem 10. Jahrhundert verfolgte der Stadtstaat Venedig ein ähnliches Modell wirtschaftlicher Freiheit. Zu einer Zeit, als das mittelalterliche Europa am Feudalsystem erstickte, war Venedig einer der wenigen Orte, wo selbst Bauern reich werden konnten. Die venezianische Regierung etablierte Handelsgesellschaften, verankerte die Rechtsstaatlichkeit und führte schließlich den Venezianischen Golddukaten ein ― eine Goldmünze, die aufgrund ihrer Reinheit und Stabilität schnell auf der ganzen Welt für den internationalen Handel akzeptiert wurde.

Dank dieser Politik entwickelte sich das winzige Venedig zu einer der reichsten und stärksten Wirtschaftsmacht Europas.

Jahrhunderte später verbesserten die Niederlande dieses Modell sogar noch weiter und wurden das kapitalistischste Land, das die Welt bis dahin gesehen hatte. Die Niederländer gründeten die erste Börse, die ersten Aktiengesellschaften wie die Niederländische Ostindien-Kompanie und zahllose andere Finanzinnovationen, von Investmentfonds bis zu Aktienoptionen.

Die Regierung hielt sich im Hintergrund und erlaubte dem privaten Sektor, sich zu entfalten. Sie hielt die Steuern angemessen und die Währung stabil; tatsächlich wurde der Holländische Gulden ― eine Silbermünze ― im 18. Jahrhundert zur Leitwährung Europas.

Die Geschichte ist voll von weiteren Beispielen, die zeigen, dass wirtschaftlicher Wohlstand eigentlich eine ziemlich einfache Formel hat. Erforderlich sind wirtschaftliche Freiheit, finanzpolitische Verantwortung und eine stabile Währung. Auf diese Weise wurden auch die USA zum reichsten Land der Welt.

Aber die Richtung, die die USA und der Großteil des Westens jetzt einschlagen, ist das genaue Gegenteil. Sie demonstrieren einen vollständigen Mangel an finanzpolitischer Verantwortung. Heutzutage geben sie Billionen von Dollar aus, als ob das nichts weiter wäre. 30 Billionen Dollar Schulden ― 50 Prozent mehr als der Wert der gesamten Wirtschaft ― sind für sie einfach nichts.

Die Zentralbanken entwerten auch weiterhin die Währung; sie haben vergangenes Jahr so viel Geld „gedruckt", dass sich die Bilanz der Federal Reserve innerhalb weniger Monate fast verdoppelt hat.

In der Geschichte gibt es auch dafür viele Beispiele.

Das Weströmische Reich zerfiel infolge seiner nicht enden wollenden Korruption, fiskalischen Verantwortungslosigkeit und Währungsentwertung.

Die französische Bourbonenmonarchie, die österreichisch-ungarische Donaumonarchie, das Osmanische Reich ― sie alle endeten als korrupte, aufgeblasene, hoch regulierte Bürokratien mit enormen Schulden.

Manchmal hilft es, etwas zurückschauen und das große Ganze zu betrachten ― 5.000 Jahre Menschheitsgeschichte machen es ziemlich offensichtlich, welche Faktoren Wohlstand statt Armut bewirken.

Erleben Sie also, dass Ihre Regierung aktiv extreme Defizite, Gelddrucken, Verstaatlichung von Industrien, einschränkende Steuern und andere marxistische Prinzipien fördert, dann fragen Sie sich: Sind das die Prinzipien für Wohlstand oder für Armut?

Auch hier ist die Geschichte sehr aufschlussreich.

Denken Sie immer daran, dass wir hier über Trends sprechen ― der Abgrund wird sich nicht gleich morgen früh auftun.

Aber das macht es noch wichtiger, an die Zukunft ― und die Zukunft Ihrer Familie ― zu denken. Denn Ihre Regierung denkt mit Sicherheit nicht daran.

Sie können nicht kontrollieren, was Politiker und Zentralbanker tun werden. Sie können das nationale Vorgehen nicht kontrollieren. Aber Sie können Ihr eigenes Verhalten kontrollieren ... und Ihren eigenen zukünftigen Wohlstand.

Wenn beispielsweise die Steuern erhöht werden, können Sie darauf vorbereitet sein, rechtliche Schritte einzuleiten, um Ihre Schulden zu reduzieren.

Wenn die Währung abgewertet wird, können Sie Ihre Ersparnisse in alternativen Anlagen erhalten.

Wenn die Wirtschaft übermäßig reguliert wird, können Sie eine Umstrukturierung in einer vorteilhafteren Gerichtsbarkeit in Betracht ziehen.

Das ist es, worum es bei einem Plan B geht: Sicherzustellen, dass Sie ― was auch immer als Nächstes passiert oder nicht passiert ― jederzeit in einer Position der Stärke sind.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien am 4. Februar 2021 unter dem Titel „International Diversification Strategies. Historical lessons in prosperity vs. poverty“ auf SovereignMan. Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzerteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratteam lektoriert.

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