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Die Tyrannei der Impfenden

Die Tyrannei der Impfenden

Die meist passiven Ungeimpften als Unterdrücker zu beschimpfen stellt eine beispiellose Opfer-Täter-Verdrehung dar.

von Christian Herkt

Wie sich sicherlich alle erinnern können, wurden damals wie heute bewusst Menschen der Gefahr von Leib und Leben ausgesetzt. Dieses Hobby findet nun dank engagierter Länderchefs wie Michael Kretschmer ein neuerliches Ende. Schön zu wissen, dass man nun wieder zu alten Gepflogenheiten zurückkehren und seine Privatveranstaltungen zum Leidwesen der hiesigen Gastronomen im Eigenheim austragen kann.

Die gesetzten Grenzen geben Sicherheit und verringern das Ansteckungsrisiko genauso effektiv, wie Zigaretten Lungenkrebs verhindern. Man kennt ja die gut ausgestatteten WGs, die eifrig Anwesenheitslisten führen und unter Zuhilfenahme hospitaltypischen Hygienematerials Nasenabstriche am Eingang durchführen. Nur um dann einmal angekommen in den beengten Behausungen natürlich ohne Maß Saftschorle konsumieren zu können.

Die Legislative kennt halt ihre Bürger in- und auswendig. So ist ihr zum Beispiel nicht entgangen, dass viele Menschen um Regierung bitten. Knapp drei Viertel der Sachsen waren gewillt, bei der Regierungsbildung mitzuwirken. Dabei entschied sich ein nicht unerheblicher Teil dazu, die Karte mal auszubleichen und schwarz zu hellblau zu gestalten und damit ihre Stimmen einer Partei zu geben, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Hoppla, Herr Kretschmer.

Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser. Das wissen auch die gescheiten Wähler. So stört es auch scheinbar recht wenige von ihnen, dass freiheitliche Werte wieder zur Verfügung stehen, sofern man seine Freiheit zur Entscheidung über seinen Körper aufgibt. Die Bewegungsfreiheit kann nun neuerdings neu erworben werden, alles was dazu nötig ist, ist lediglich ein Piks. Nein, entschuldigen Sie. Nicht der Piks befähigt Sie, in einen Laden zu spazieren, denn dann würde ja ein Pflaster auf dem Arm und ein vertrauensvolles Nicken reichen. Es ist viel mehr die Bestätigung des Pikses durch vertrauenswürdige Pharmahändler oder Ärzte.

Die nun auf das Handy übermittelten Daten sollen zeigen, dass man von einem registrierten Rind, welches ständig sein markiertes Ohr hinhält, um die Weide zu besuchen, nicht mehr allzu weit entfernt ist. Möge Ihr Akku immer gut geladen sein oder mögen Sie zumindest dauerhaft Ihren Impfpass am Körper führen. Ansonsten gilt auch für Sie, dass ein vertrauensvolles Nicken nicht mehr reicht, um die Verkäufer mit Ihrer privilegierten Anwesenheit zu belästigen.

Wenn jetzt allerdings bald wieder geboostert werden muss — denn nur so funktioniert ein nachhaltiges Wirtschaften — und Ihr Impfstatus ab einem gewissen Punkt verfällt, was bleibt Ihnen denn dann noch im Vergleich zum widerspenstigen Ungeimpften? Ah! Richtig! Eine tiefe Überzeugung, wenigstens einmal in Ihrem Leben das in gesellschaftlicher Hinsicht Richtige getan zu haben und die Alten und Schwachen zu schützen durch das heroische Hinhalten ihres Oberarmes. Tja, nur leider interessiert das im Moment der Terminierung keinen Verkäufer oder Reiseanbieter mehr. Wie gewonnen, so zerronnen, könnte man sagen oder aber, ätschibätsch, reingefallen.

Vergessen wir aber nicht, wem wir diesen bald unfreiwilligen Schutz alleinig zu verdanken haben. Den Ungeimpften, die diese Pandemie aus purer Destruktionswut heraus auf die Politik und Sie losgelassen haben.

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