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Die Syrien-Lüge

Die Syrien-Lüge

Die westlichen Regime-Change-Versuche in dem arabischen Land kosteten enorme Opfer — gestützt werden sie durch ebenso hartnäckige wie unwahre Narrative.

„Lügen können Kriege in Bewegung setzen, Wahrheiten hingegen können ganze Armeen aufhalten“, lautet ein Zitat, das (wahrscheinlich fälschlicherweise) dem deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck zugeschrieben wird.

Im Fall des (sogenannten) „Syrien-Konfliktes“, bei dem es sich um nichts Geringeres als eines der größten Menschheitsverbrechen unserer Zeit handelt, konnten unumstößliche Wahrheiten auch nach zehn Jahren die selbstherrlichen, arroganten, kriminellen Regime Changer und humanitären Verbrecher der transatlantischen neoliberalen Elite nicht aufhalten.

„Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht“, schrieb einst der große Mark Twain.

Vor genau zehn Jahren, im März 2011, begann das Projekt „Regime Change“ im souveränen Staat Syrien. Und: Er begann (wie so oft) mit einer Lüge. Der von westlichen Eliten — mit Unterstützung und Finanzierung arabischer Despoten — ersonnene geopolitische Plan, die legitime syrische Regierung nach gängigen Blaupausen des Irak, der Ukraine und Libyens zu beseitigen und durch eine willfährige Marionettenregierung zu ersetzen, ist gescheitert. Dies ist dem Eingreifen Russlands, des Irans, vor allem aber dem unbeugsamen Willen des syrischen Volkes zu verdanken.

Als die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright in einem Interview 1996 gefragt wurde, ob sie über 500.000 in direkter Folge der US-Sanktionen krepierte irakische Kinder rechtfertigen könne, antwortete sie: „Wir meinen, dass sie den Preis wert sind.“

Am ruchlosen Vorgehen und am Moralverständnis der sich „Volksvertreter“ schimpfenden und dabei von ihren Wurmfortsätzen und Presstituierten in westlichen Medien in blindem Gehorsam unterstützten Politmarionetten transatlantischer Konzerne und des global agierenden Kapitals hat sich bis heute nichts geändert.

Der Preis ihres Wirkens in Syrien beträgt bis heute Hunderttausende Tote, Millionen Vertriebene, Entwurzelte und ein ehemals blühendes, fortschrittliches Land am Abgrund.

Vor genau zehn Jahren, im März 2011, lancierten die grauen Eminenzen hinter unserer verbrecherischen Weltordnung durch westliche Geheimdienste und Mainstream-Medien den Startschuss zum Projekt „Regime Change in Syrien“.

Ein dringender Anlass, um einige Fakten über dieses Jahrhundertverbrechen zu dokumentieren. Denn:

Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen.

1. Das Märchen von der „Syrischen Revolution“

In Syrien gab es keine „Revolution“ und es gibt keine „Rebellen“. Die demokratisch gewählte, legitime Regierung Syriens hat zu keiner Zeit „Krieg gegen die eigene Bevölkerung“ geführt. Das ist absurd. Die absolute Mehrheit der syrischen Bevölkerung steht laut US-Geheimdienststudien hinter ihrem Präsidenten Baschar al-Assad. Heute mehr als je zuvor.

2. Das säkulare, fortschrittliche Land Syrien

Syrien ist das einzige säkulare Land des Nahen Ostens. Religion und Staat sind strikt getrennt. Zuletzt verbot Syrien 2010 unter anderem den „Niqab“ (Gesichtsschleier) an allen Universitäten des Landes. Schon 1998 betrug der Anteil der Frauen an den Studierenden an syrischen Universitäten 40 Prozent. 1993 betrug der Anteil berufstätiger Frauen an der syrischen Gesamtbevölkerung 6 Prozent. 2001 waren bereits 26 Prozent aller syrischen Frauen berufstätig — einmalig in der arabischen Welt. Diese Emanzipation setzte sich bis zum Beginn des Syrienkrieges fort.

Syrien ist das einzige arabische Land, in dem Frauen bereits seit 1949 das Stimm- und Wahlrecht besitzen. Weder im autoritären System Katar noch in der mittelalterlichen Monarchie Saudi-Arabien — beide elementare Financiers der Terroristen in Syrien — gibt es eine gewählte Volksvertretung. Im Gegensatz als das zur „Diktatur“ diffamierte Syrien sind letztere jedoch strategische Verbündete des „aufgeklärten, humanistischen“ Westens.

3. Gradmesser der Gesellschaft: über die Rolle der Frau in Syrien

Frauen können in Syrien schon immer arbeiten, Auto fahren, reisen, wählen, studieren und selbstbestimmt leben. Frauen leisten freiwilligen Militärdienst, sind stark in der Wirtschaft und Politik. Frauen bekommen — anders als in Deutschland — in Syrien den gleichen Lohn wie Männer.

Im 20. Jahrhundert entstand in Syrien eine der ersten Frauenbewegungen der arabischen Welt. Gebildete Frauen setzten sich für Frauenrechte ein und kämpften für die Gleichberechtigung. So veröffentlichte bereits 1928 die libanesisch-syrische Feministin Nazira Zain al-Din, eine der ersten Personen, die den Koran aus feministischer Sicht kritisch interpretierte, ein Buch, in dem sie die Praxis der Verschleierung verurteilte und argumentierte, der Islam verlange, dass Frauen mit Männern gleichbehandelt werden. Die Präsidentin des demokratisch gewählten syrischen Parlaments war bis 2017 eine Frau: Hadiya Abbas. Seit 2017 hat dieses Amt übrigens der demokratische gewählte, orthodoxe Christ Hammouda Sabbagh inne.

Die Vize-Präsidentin Syriens — also der mächtigste Mensch der Republik nach Präsident Assad— ist eine Frau: Naja al Attar, die erste Frau mit einer vergleichbaren Position in der gesamten arabischen Welt. Ein bekannter und erfolgreicher Brigade-General der syrischen Armee ist eine Frau: Nibal Madhat Badr. Der wichtigste Berater des syrischen Präsidenten Baschar al Assad ist eine Frau: Buthaina Shaaban. Bereits 2016 saßen 13 Prozent weibliche Abgeordnete im syrischen Parlament. Zum selben Zeitpunkt betrug der Frauenanteil im türkischen Parlament 9 Prozent.

4. Der Staat Syrien: ein funktionierender ethnische-religiöser Flickenteppich

Jahrzehnte lebten in Syrien unterschiedlichste Ethnien und Angehörige verschiedener Religionen friedlich und durch einen starken Staat geeint zusammen. Noch im Juli 2009 lud niemand Geringeres als die Universität Heidelberg zu einem internationalen Kolloquium ein, bei dem Syrien als vorbildliches, einzigartiges Musterbeispiel eines friedlichen Zusammenlebens verschiedener Konfessionen dargestellt wurde — veranstaltet von Prof. Dr. Werner Arnold, Inhaber des Heidelberger Lehrstuhls für Semitistik, gemeinsam mit der Fritz-Thyssen-Stiftung.

5. Die Propaganda vom „Bürgerkrieg“

In Syrien findet und fand zu keiner Zeit ein „Bürgerkrieg" statt. Nach fast zehn Jahren ununterbrochenem Stellvertreterkrieg auf syrischem Boden gelang es dem syrischen Volk mit russischer und iranischer Unterstützung, nicht nur den IS zu besiegen, sondern auch Hunderttausende Terrorsöldner, die von ausländischen Mächten — NATO-Länder, Saudi-Arabien, Israel, Türkei — ins Land gekarrt worden waren. Aktuell sind nach wie vor Landstriche im Norden Syriens völkerrechtswidrig von einer türkischen Invasionsmacht besetzt.

Die Region Idlib — ebenfalls im Norden Syriens — wird zu 100 Prozent von der islamistischen Terrorgruppe Dschabhat Fath Asch-Acham kontrolliert, deren früherer Name war: Al-Nusra. Und der vorherige Name lautete Al-Kaida. Rund 30.000 Söldner aus mehr als 100 Ländern können sich aktuell nur aufgrund massiver türkischer Unterstützung in Idlib halten. Außerdem überwies die deutsche Bundesregierung in den vergangenen 24 Monaten ganz offiziell mehr als 100 Millionen Euro Steuergeld nach Idlib.

6. Der „Diktator“ Assad

Der Präsident Syriens Bashar al-Assad wurde demokratisch gewählt. Alle NATO-Länder, inklusive Deutschland, verboten syrischen Flüchtlingen, an der jüngsten demokratischen Wahl 2020 in den jeweiligen syrischen Botschaften ihrer Fluchtländer teilzunehmen. Richtig gelesen: Die deutsche Regierung verbot syrischen Flüchtlingen, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen und an der Wahl teilzunehmen. Keines der Länder, die zuvor den syrischen Flüchtlingen die Teilnahme an der Wahl verboten hatten, erkannte diese danach an. Die Wahl selbst wurde von unabhängigen Wahlbeobachtern etlicher Staaten als „frei, transparent, fair und demokratisch" eingestuft.

7. Über „moderate Rebellen“ und mittelalterliche Barbaren

Die sogenannten Rebellenmilizen bestehen und bestanden zu jeder Zeit fast ausschließlich mehrheitlich aus Ausländern. Laut einer Studie des Firil Center for Studies (FCFS, Berlin) kämpfen Islamisten und Terroristen aus 93 Ländern gegen die legitime syrische Regierung und die syrische Armee. Selbst das US State Department kommuniziert offen, dass in Syrien Kämpfer „mehr als 100 Ländern“ aktiv sind (1). Die islamistischen Horden setzen sich vor allem aus Zehntausenden ausländischen und von der NATO, Israel, Saudi-Arabien und der Türkei ins Land geschleiften Terror-Söldnern zusammen.

8. ISIS, IS, FSA: Die propagandistische Etikettierung terroristischer Söldner

So etwas wie eine FSA (Freie Syrische Armee) gibt es nicht und gab es auch nicht: zu keiner Zeit. Das reine Propaganda-Tool der grün-weiß-schwarzen Flagge, mit der auch gern ahnungslose grüne Lokalpolitiker in Deutschland für angebliche Demokratie in Syrien — meist Seite an Seite mit vollverschleierten Flüchtlingen aus Idlib — demonstrieren, wird heute nur noch von türkischen Terrorsöldnern im Norden Syriens genutzt. Ein Großteil dieser Barbarengruppen besteht nachweisbar aus ehemaligen IS-Kämpfern, die von der Türkei in neue Uniformen gesteckt wurden.

9. Die Lüge vom „Glaubenskrieg“

In der syrischen Armee sind Sunniten in der großen Mehrheit. Sie kämpfen zusammen mit Zehntausenden freiwilligen und wehrpflichtigen Schiiten, Alawiten, Drusen, Kurden oder orthodoxen Christen und Atheisten — unabhängig von ihrem Glauben für ihr Land, für ihre Familien. Zu keiner Zeit gab und gibt es einen Religionskrieg in Syrien. Die Verfassung Syriens garantiert die Religions- und Kulturfreiheit und definiert Syrien säkular. Als Zugeständnis an die mehr als 80 Prozent Muslime im Land muss lediglich der Präsident als Staatsoberhaupt Muslim sein.

10. Das Völkerrecht, ausländische Interventionen, und der Stellvertreterkrieg

Die USA, Frankreich und die Türkei sind — ebenso wie alle anderen beteiligten westlichen Mächte — völkerrechtswidrige Invasoren Syriens. Zwischenzeitlich operierten sogar belgische und australische Soldaten völkerrechtswidrig in Syrien. Der Staat Israel bombardiert seit Beginn des Syrienkrieges fast wöchentlich syrisches Territorium, ohne jegliche Konsequenzen, ohne jegliche internationale Verurteilung. Im Nahen Osten nennt man Israel längst die „Luftwaffe von Al-Kaida“, da das israelische Militär seit Jahren Aktionen mit islamistischen Terrorgruppen abstimmt. Außerdem werden seit Beginn des Syrienkrieges Terrorgruppen nachweislich von Israel ausgerüstet, verletzte Dschihadisten ganz offiziell in israelischen — auch in türkischen — Krankenhäusern versorgt.

11. Jeder darf mal?! Der Weltkrieg auf dem Boden Syriens.

Zeitweise bombardierten 11 Länder Syrien, darunter Belgien oder Australien. Dabei sind die einzigen Staaten, die völkerrechtlich um Hilfe von der syrischen Regierung gebeten wurden und diese auch leisten: Russland und der Iran.

12. Assad — Tyrann oder Präsident?

Die überwältigende Mehrheit der Syrer steht fest hinter ihrer Regierung um Assad. Das war bereits zu Beginn des Krieges laut westlichen Studien so — und ist 2020 laut US-Geheimdienststudien noch viel mehr der Fall. Daneben kämpfen aktuell circa 100.000 Menschen freiwillig für Assad in der Syrisch-Arabische Armee (SAA) und den National Defence Force (NDF) — um ihr Land, ihre Familien und ihre Regierung zu verteidigen. Ein Präsident, hinter dem nicht die Mehrheit dieses Volkes stünde, hätte sich in diesem Konflikt nicht mal einen Monat halten können. Darüber hinaus ist Assad kein Diktator — sondern ein demokratisch gewählter Präsident.

13. Es begann mit einer Lüge

Die „Proteste", mit denen die Krise 2011 begannen, waren entgegen nach wie vor anhaltender deutscher Berichterstattung nicht friedlich. Nach gängigem Muster (Maidan, Kiew) wurden Sicherheitskräfte erschossen, um zu eskalieren. Die Geschichte um angebliche „Assad-feindliche Graffitis", die in Daraa Unruhen ausgelöst und damit zum „Bürgerkrieg" geführt haben sollen, war schon immer: eine Lüge. Auch dies wurde vor geraumer Zeit einmal mehr durch den Fake-Skandal um Spiegel-Schreibsöldner Claas Relotius bestätigt, der diese Story unter anderem maßgeblich im deutschen Sprachraum mit der erfundenen Reportage „Der Junge, mit dem der Syrienkrieg begann“ verbreitete.

Zu Beginn der „Krise“ wurden nachweislich „Demonstranten“ mit von der CIA über den Irak nach Syrien geschmuggelten Waffen ausgerüstet. Auch das ist mittlerweile im Mainstream — unter anderem bei Michael Lüders — angekommen.

14. Das Stück vom Kuchen — oder: Die Interessen multinationaler Konzerne

Die Golanhöhen sind syrisch und seit 40 Jahren völkerrechtswidrig von Israel besetzt. Auch dieser Fakt wird in regelmäßigen UN-Resolutionen bestätigt. Unabhängig von internationalem Recht haben die USA einseitig offiziell den absurden israelischen Anspruch auf die syrische Hügel- und Berglandschaft 2019 bestätigt. Hier bohren bereits israelisch-amerikanische Konzerne nach syrischem Öl und syrischen Bodenschätzen.

15. Al-Kaida im Rettungswagen — die konstruierte Sage der weißen Retter

Die „Weißhelme" sind nachweislich ein Propagandatool der Islamisten um Al-Nusra, vom Westen offen finanziert, von einem ehemaligen englischen Geheimdienstler erfunden. Letzterer, James Le Mesurier, arbeitete seit 20 Jahren für westliche und arabische Geheimdienste und bildete ganz offiziell nach eigener Aussage die Mehrzahl der syrischen „White Helmets“ aus.

Zahllose Bilddokumente beweisen seit vielen Jahren, dass die Weißhelme sich zum Großteil aus islamistischen Terrorsöldnern rekrutierten, die an zahllosen Menschenrechtsverbrechen beteiligt sind. Als das Projekt syrischer Regime Change mehr oder weniger als gescheitert betrachtet werden musste, wurde White-Helmets-Gründer James Le Mesurier Ende 2019 in Istanbul als gefährlicher Mitwisser ermordet. Der echte syrische Zivilschutz und die Ersthelfer aller Länder sind in der International Civil Defence Organisation (ICDO) organisiert; einer ihrer Gründer (!) war übrigens ein Syrer.

Der echte syrische Zivilschutz, inklusive der syrische Rote Halbmond, ist so professionell und international respektiert, dass er in der Vergangenheit viele Partner anderer Länder ausbildete. Das erstklassig organisierte syrische Rote Kreuz/der syrische Rote Halbmond sind die syrischen Hilfsorganisationen. Beide leisten seit Jahren unter größten Opfern Übermenschliches. Respekt an diese echten syrischen Helden. Mehr als 11.000 Freiwillige von ihnen retten im barbarischen syrischen Stellvertreterkrieg Leben: Frauen, Männer, Sunniten, Schiiten, Christen, Alawiten, Juden. Etliche wurden in den vergangenen Jahren ermordet, unbewaffnet, während sie Menschen retteten. Viele davon von Al-Nusra/Al-Kaida/den White Helmets. Zuletzt stimmte die deutsche Regierung im Dezember 2020 der Aufnahme des Chefs der verbrecherischen und nun ausgedienten Weißhelme, Al-Saleh, in Deutschland zu.

16. Vom ausweglosen Krieg

Würde der Westen, Israel, die Türkei, die Golfstaaten und Deutschland die Finanzierung der Terrorbanden in Syrien (um Idlib) morgen einstellen, wäre der Krieg übermorgen zu Ende.

17. Profis am Werk: False Flag, Laiendarsteller und Giftgas

Die syrische Regierung hat bereits vor Jahren alle ihre verbliebenen Chemiewaffen unter internationaler Kontrolle abgegeben. Die Oberaufsicht darüber hatten die USA selbst, die Waffen wurden mehrheitlich von Deutschland vernichtet. Die syrische Armee hat im Syrienkrieg noch nie Chemiewaffen eingesetzt. James Mattis — der ehemalige Verteidigungsminister der USA höchstselbst — gab öffentlich zu, keinerlei Beweise zu besitzen, dass die syrische Armee jemals Giftgas eingesetzt hätte.

Die Märchen der angeblichen Giftgasangriffe von Ghuta und Chan Schaichun sind längst widerlegt: Durch entlarvende Leaks, in denen die Verdrehungen der ermittelnden OPCW durch WikiLeaks bewiesen wurden, durch unabhängige Gutachten, durch Hunderte Zeugenaussagen und nicht zuletzt durch etliche Geständnisse vieler, der an den Inszenierungen beteiligten Laienschauspieler selbst.

18. Über die wahre Rolle deutscher Humanisten

Deutschland unterstützt seit Beginn des Krieges offen und verdeckt nachweislich Terroristen in Syrien. Der syrische Regime Change wurde geopolitisch elementar von Deutschland geplant und getragen (Perthes-Feltman-Plan). Schon 2012 versorgte offiziell ein deutsches Spionageschiff vor der syrischen Küste Terroristen mit Aufklärungsdaten über die syrische Armee.

Die deutsche Regierung finanzierte bereits 2011 strategische Treffen syrischer Terrorgruppen in Berlin. Die deutsche Bundesregierung überwies den „White Helmets“, also Al-Kaida, laut eigener Aussage mehr als 10 Millionen Euro Steuergeld. Eine Anfrage der Linken an die Bundesregierung offenbarte darüber hinaus, dass Deutschland den islamistischen Terroristen in Idlib in den vergangenen 12 Monaten ganz offen mehr als 60 Millionen Euro Steuergeld überwies.

19. Das unendliche Leiden der Syrer

Die EU unter der Führung Deutschlands verhängte laut UNO seit 2011 die „härtesten Sanktionen seit dem 2. Weltkrieg“ (2) gegen das souveräne Land Syrien. Diese Sanktionen wurden auf persönliche Entscheidung Angela Merkels erst kürzlich wieder verlängert. Mit den aktuellen „Cäsar-Sanktionen“ wurden gegen das Land Syrien und seine Menschen die härtesten denkbaren Repressionen verhängt: unter Führung Deutschlands. Perfiderweise wurden die „Cäsar-Sanktionen“ 2020 zu einem Zeitpunkt verhängt, zu dem der Sieg des syrischen Volkes und seiner Armee gegen den Islamischen Staat und gegen von der NATO finanzierte islamistische Söldner eine vage Aussicht auf Frieden und Hoffnung möglich machte.

20. Die Lüge von der humanitären Hilfe

Das Blut von jedem sterbenden Kind, das in Syrien nicht mit Medikamenten versorgt werden kann (sanktioniert!) oder nicht ausreichend Wasser bekommt (Ersatzteile für Pumpen: sanktioniert!) klebt nicht an den Händen des legitimen syrischen Präsidenten Assad, der sein Land rettet, sondern an den Händen der deutschen Bundesregierung. Das komplette Land Syrien leidet —mit Ausnahme des von Islamisten besetzten Idlib — seit zehn Jahren unter tödlichen Sanktionen, die jede Familie in Syrien extrem betreffen. Medikamente können aufgrund der Sanktionen im ehemals fortschrittlichen Syrien schon seit Jahren nicht mehr hergestellt werden.

Da die verbrecherische EU unter Leitung von Deutschland auch alle Guthaben der unabhängigen syrischen Zentralbank gesperrt hat, ist es dem Staat Syrien unmöglich, dringend benötigte medizinische Hilfe zu erwerben.

Etliche Menschen sterben in Syrien, seit Jahren, aufgrund der EU-Sanktionen. Die einzige „Hilfe“, die von Deutschland nach Syrien fließt, landet im islamistisch kontrollierten Idlib. Zu keiner Zeit landeten Hilfsgüter oder Gelder aus Deutschland und von deutschen Steuerzahlern im Land Syrien selbst.

Anfang 2020 fragte ich beim deutschen Auswärtigen Amt nach, welche Summen an deutschen Steuergeldern wohin genau und vor allem an wen in Syrien transferiert werden und wurden. Das Auswärtige Amt antwortete mir einige Wochen später via E-Mail, bestätigte die ungeheuren Summen, die von Deutschland in das von Al-Kaida/Dschaisch al-Fatah kontrollierte „nordwestliche“ Syrien flossen, schweigt sich aber darüber aus, welche „Organisationen“ die Empfänger vieler Millionen Euro deutscher Steuerzahler sind.

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Und nun?

Nun kommt der Augenblick kurzer Ernüchterung. Was fangen wir mit so viel Wissen an, das — der Vollständigkeit halber muss das erwähnt werden — selbstverständlich ohnehin nur einen oberflächlichen Blick auf die Geschichte des syrischen Konfliktes wirft und durchaus auch Punkte ausklammert?

Ändert unser Wissen den Lauf der Dinge? Stehen wir dem verbrecherischen Treiben einer globalen Elite in Syrien — aber auch anderswo — nicht mittlerweile völlig machtlos gegenüber?

Was kann ich schon tun? Fragen sich Millionen Menschen …

Es ist an uns, das Leiden der Syrer zu beenden. Wir wollen die Zukunft unserer Welt nicht denen überlassen, die eine ausbeuterische Gewaltordnung unter ihrer Führung errichten wollen und die Welt in den Abgrund führen. Information ist unsere Waffe!

Denn der größte Feind der transatlantischen, neoliberalen Elite ist eine aufgeklärte Öffentlichkeit.

Vor allem aber gilt — und das halte ich für das Wichtigste:

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.“

Die Menschen in Syrien leben nicht in archaischen Erdhöhlen, auch wenn das westliche Propaganda gerne suggeriert. Sie sind wie wir Teil der Menschheitsfamilie, sie sind für uns nicht unerreichbar. Ganz im Gegenteil: Niemals zuvor in der Geschichte dieser Welt boten sich uns so effektive, unkomplizierte und schnelle Möglichkeiten, mit Menschen überall auf der Welt in Kontakt zu treten.

Es mag den einen oder die andere überraschen, aber Fakt ist: Tausende Menschen in Damaskus, Aleppo oder Homs sind über Facebook und andere soziale Medien erreichbar. Ich traf in den vergangenen Jahren auf wunderbare Menschen in Syrien: Eine junge Frau mitten im Ingenieurstudium in Latakia, eine ältere Dame aus Damaskus, ehemals tätig für das deutsche Goethe-Institut. Sie alle gaben für mich dem Leid der Syrer ein Gesicht, aber auch dem Mut, der unbeugsamen Kraft und der Kultur der Menschen in diesem historischen Land, dessen Hauptstadt Damaskus über Straßenbeleuchtung und Kanalisation verfügte, als meine Altvorderen noch in Strohhütten hausten.

Gewinnen Dinge ein Gesicht, kann man sich ihnen nicht mehr verschließen. Sie nicht mehr ignorieren. Das Establishment hat ein Interesse daran, dass ihm die naturgegebene Empathie nicht in die Quere kommt. Deswegen folgt es den immer gleichen Grundsätzen der Kriegspropaganda: Es verteufelt nicht nur den „Gegner“, vor allem kappt es sämtliche (menschliche) Verbindungen. Nun leben wir jedoch in einer Epoche, in der wir nicht gänzlich hilflos sind. In der die Matrix nicht lückenlos ist. Nutzen wir die Lücken und bauen unsere eigenen Netzwerke!

Im Jahr 2016 traf ich auf einen jungen, sympathischen Studenten aus Aleppo. Naaman — so sein Name — stolperte über einige meiner Facebook-Posts zum Thema Syrien, schickte mir eine Freundschaftsanfrage und bedankte sich bei mir.

Der christlich-orthodoxe Medizinstudent Naaman, der mit seiner gesamten Familie furchtbare Jahre des Krieges und der Belagerung im umkämpften Aleppo durchstand — täglich mit Tod und Gräuel konfrontiert —, bedankte sich bei mir, weil ich Anteil an seinem Leben, dem Leiden seiner Familie, seiner Heimatstadt, seines Landes nahm und das auch öffentlich äußerte.

Nach einem kurzen Moment der Rührung empfand ich damals vor allem: Scham. Ich schämte mich ein wenig für mich, und ich schämte mich für das Gros meiner uninteressierten Mitmenschen, deren Passivität, deren ohrenbetäubendes Schweigen, deren Desinteresse und deren kleiner, überschaubarer, aber zärtlich gepflegter enger Tellerrand das Schicksal von Naaman und das von Millionen anderen Menschen zu Leid und Schmerz verdammte.

Zeigen wir den Menschen in Syrien, dass sie nicht allein sind. Dass wir Anteil nehmen an ihrem Leben. Vermitteln wir ihnen, dass unsere „Volksvertreter“ alles andere tun, als uns zu „vertreten“; dass wir wissen, an wessen Strippen sie wirklich baumeln; dass unsere „überlegene westliche Zivilisation“ eben nicht aus ignoranten, selbstgefälligen, ungebildeten, uninteressierten, egoistischen und opportunistischen Narzissten besteht, die die ihnen gegebene kostbare Lebenszeit mit ausuferndem Konsum und immerwährender Prokrastination auf Netflix, Instagram und TikTok verschwenden.

Informiert euch. Vernetzt euch. Empört euch. Engagiert euch: Für den Aufstand des Gewissens!

„Wenn du bei jeder Ungerechtigkeit vor Empörung zitterst, dann bist du mein Kamerad!“ — Che Guevara.


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Quellen und Anmerkungen:

(1) U.S. State Department: Country Reports on Terrorism: „Since 2011, more than 40,000 foreign terrorist fighters (FTFs) from nearly a hundred countries swarmed into Syria and Iraq“
https://www.state.gov/reports/country-reports-on-terrorism-2019/
United Nations: „Mr. Voronkov said that, at one stage more than 40,000 foreign terrorist fighters from 110 countries might have travelled to join the conflicts in Syria and Iraq.“
https://www.un.org/press/en/2017/sc13097.doc.htm
(2) UN-Sonderberichterstatter Idriss Jazairy im Interview mit Karin Leukefeld: „Eine Stimme für die Menschen, die nicht gehört werden“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=52541#foot_3
28.09.16 — The Intercept: U.S. and EU Sanctions Are Punishing Ordinary Syrians and Crippling Aid Work, U.N. Report Reveals
https://theintercept.com/2016/09/28/u-s-sanctions-are-punishing-ordinary-syrians-and-crippling-aid-work-u-n-report-reveals/
UN Report 2016 via The Intercept: „In totality, the U.S. and EU sanctions on Syria are some of the most complicated and far-reaching sanctions regimes ever imposed.“
https://theintercept.com/document/2016/09/28/humanitarian-impact-of-syria-related-unilateral-restrictive-measures/

Referenzen, Quellen und Lesetipps:

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