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Die Leidmedien

Die Leidmedien

Die etablierten Medien sind für die Meinungsbildung nicht mehr zu gebrauchen.

von Edgar Fürst

Das Leid mit den Leitmedien ist wie die etablierte Revolution der Linken oder die Gesellschaftskritik von Superstars.

So hehr die Ideale in den Anfängen, geht es doch letztlich nur darum, dass die Nachkommen mit dem Einkommen der Vorkommen nicht auskommen.

Also jedes System überlebt sich selbst und provoziert den wachen Geist zum Zündeln, was dem schlichten zum Brandstiften genügt.

Gut, das ist nichts Neues — eher schon systemimmanent — weil wir eben so gestrickt sind. Es stellt sich also nicht die Frage, warum man den Leitmedien nicht mehr vertraut. Vielmehr die Frage, wem traut man überhaupt? Natürlich kann kaum jemand, der noch Herr seiner Sinne ist, die Programmgestaltung in TV-, Radio- oder Printmedien nachvollziehen. Geschweige deren Inhalten relevante Informationen abringen — aber wo liegt die Alternative?

Den restlos durch Neusprech Derangierten darf man ja kaum noch etwas zitieren, ohne sofort als genderfeindliches und politisch inkorrektes Körperteil, welches Herr Götz zu behandeln als Option in den Raum stellte, bezeichnet zu werden.

Also hätten wir zumindest den Urquell der Problematik erkannt. Dieser wiederum wurde von Gruppen mit finanziellen Interessen und meinen absoluten Lieblingen, den NGOs, weitgehend gefördert. (Nicht alles, was sich NGO nennt, ist auch eine, außer in den Leidmedien.)

Nun die Frage: Wie relevant können Medien sein, wenn sich die Basis bereits hirngespült in die Schlacht wirft?

Wie kann man eine objektivierte Sicht vermitteln, ohne durch die Kosten für Recherche sofort im kapitalistischen Fahrwasser zu sinken oder als Schiffbrüchiger am Ufer der Verschwörungstheoretiker zu stranden?

Eine Option würde in der Organisation einer „freien Redaktion“ liegen — also eine APA für Geistreiche –, die es Wissenden ermöglicht, zu verschiedenen Themen, welche gerade in den Massenmedien breitgetreten werden, ihre Sicht der Dinge zu publizieren, und wenn es wissenschaftlich wird, mit Fakten zu untermauern. Wesentlich scheint mir auch, eine globalere Sicht auf eine Problemstellung einzunehmen. Weil es so praktisch und aktuell ist, möchte ich das mal an der E-Mobilitäts-Euphorie festmachen.

Die derzeitige, simple Gleichung lautet: e-mobil macht null CO2 = gut & grün.

Würde man aber in diese Gleichung Herstellung, Ressourcen und Umweltschutz einfügen, so würde es schon wieder ganz anders aussehen.

Auch fehlt in dieser Betrachtung die Frage, wozu wir die Mobilität brauchen. Mit Industrie 4.0 müssen nur noch einige Techniker in die Produktionsstätte — da dort alles super sauber ist, können die auch gleich in der Nähe wohnen und mit dem Fahrrad in die Fabrik fahren.

Dort wird dann etwas für Arbeitslose produziert, die das ohnehin nicht kaufen können, womit der Techniker sich auch in den Reigen derer einfügen und dankbar für das Fahrrad sein wird.

So verhält es sich auch in der politischen Berichterstattung, wie das spätestens seit dem Doppel-W.-Bush, über Obama, zu Trump, Putin, Assad und Kim klar sein sollte.

Jeder bekommt eine Rolle zugewiesen und darf in der Nachrichten-Sitcom seine Rolle moderiert einnehmen, und vom Publikum wird erwartet, dies unreflektiert hinzunehmen.

Ich frage mich, wann der erste Sender auf die Idee kommt, die Nachrichten für Nintendo auf den Markt zu bringen.

Ein ganzheitliches Denken auf humanistischer Basis, unter Berücksichtigung der UN- beziehungsweise Menschenrechte fehlt restlos. Einen Hinweis auf eine UN-Resolution oder eine Passage der MR-Konvention braucht man ohnehin nicht zu erwarten. Dafür erfährt man — ob es einen interessiert oder nicht —, wo der Enkel von der Pepi-Tante sich dastessen hat, mit einer Experten-Analyse untermauert.

Es ist nur Gegacker aus einer Massentierhaltung, ernährt mit modifizierter Mastnahrung von APA, Reuthers und Konsorten. Wobei ich den „Leidmedien“ das Eine lassen muss: Als Filter für Nivellierung funktionieren sie tadellos.

Nun hat aber das Worldwide Web auch nicht die Heilsversprechungen erfüllt, außer für eben diesen kleinen Teil der Freien Radikalen, die sich beharrlich mit allem und jedem auseinandersetzen. Das wiederum zeigt, dass Medien irgendwie angesagt sein müssten, um ein breites Publikum zu erreichen.

Ein Ansatz könnte eine „freie Redaktion“ sein, die Beiträge so aufbereitet, dass diese in einer Kurzfassung „kindgerecht“ und einer Langfassung „denkergerecht“ zur Verfügung stehen.

Damit würde ein breiteres Spektrum angesprochen werden, und wenn dann auch noch Leitfiguren einer Gruppe die Querverweise auf die Quelle liefern, ist niemand ausgeschlossen. Als Basis für eine neue Medienkultur, in der man wieder Interesse erzeugen würde und Alternativen lebensfähig werden könnten. Die Problemstellung ist also ähnlich wie bei klassischer Musik.

In diesem Punkt versagen praktisch alle Medien — sind die Einen zu vertieft in eine Materie, ignorieren sie andere oder sind einfach nur korrumpiert.

Der einzige gemeinsame Nenner scheint die Sportberichterstattung zu sein — was mir aber auch sehr zu denken gibt.

Ein weiterer Auswuchs ist die Dokumenia, wo uralte Dokus, die längst überholt sind, zum x-ten Male als der Weisheit letzter Schluss verkauft werden und aktuellere ignoriert werden (siehe Daniele Ganser et cetera).

Schon auffällig, wenn man seinen Bekanntenkreis mit Aussagen behelligt und diese einen entgeistert ansehen, man diesen typischen Blick erkennt, wenn sie wieder so einen Verschwörungstheoretiker entlarven.

Daran ist leicht auszumachen, warum die etablierten Medien nicht mehr für die Meinungsbildung zu gebrauchen sind — außer: Man will wissen, was die Politik uns glauben machen möchte oder in welcher Show der nächste Supervollpfosten gekürt wird.


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Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.rubikon.news/artikel/gemeinsam-verandern-wir-die-welt
(2) https://www.rubikon.news/kolumnen/leser-aktion

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