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Die Geschichte mahnt

Die Geschichte mahnt

Die Tagung „Friedensperspektiven statt NATO-Kriegsplanung“ gedenkt des Überfalls von Nazi-Deutschland auf Polen vor 80 Jahren.

Friedensperspektiven statt Kriegsrat

Wir gedenken heute nicht einfach der Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Die Parole des Antikriegstages ist „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“ Sie wird heute leider wieder immer aktueller, wie es der Rechtsruck und zunehmender Rassismus und Militarismus offenbaren: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

Deswegen werden wir am 14. September auch wieder hier in Essen gegen rechte Aufmärsche demonstrieren unter dem Motto „Der Pott bleibt unteilbar“.

Unser Ja zum Zusammenleben ist ein Ja zum Leben.

Als Nazideutschland heute vor 80 Jahren den Zweiten Weltkrieg mit dem Angriff auf Polen begann, galt die Stadt Essen als die Waffenschmiede des Reiches. Auch hier hörte man Kanzler Hitlers Lüge, ab 5 Uhr 45 werde jetzt zurückgeschossen, über den großdeutschen Rundfunk; und der Reichstag stimmte direkt im Anschluss daran das Deutschlandlied an. Nicht erst seit damals ist klar, dass Kriege und Militärschläge immer mit Lügen und nationalistischer Propaganda einhergehen. Wir klären auf und protestieren gegen Krieg!

Am Ende dieser Menschheitskatastrophe, die der Zweite Weltkrieg war, folgten die von den USA verlogen begründeten Atomschläge gegen Hiroshima und Nagasaki. US-Präsident Harry S. Truman setzte sie als Signal an die Sowjetunion ein, wie sich in seiner Autobiografie im Kapitel „Die Atombombe und Russlands Kriegserklärung an Japan“ nachlesen lässt (1). Aber in der Öffentlichkeit behaupten die USA bis heute, die zwei Atomschläge verkürzten den Krieg und retteten so Menschenleben.

Die Menschheit hat sich von den Wunden der Kriege bis heute nicht erholt. Das alte Europa war nach dem Ersten Weltkrieg von Schützengräben und Ruinen vernarbt und nach dem Zweiten in weiten Teilen zerstört; nach einem Dritten würde sich hier für die nächsten hunderttausend Jahre niemand mehr blicken lassen können. Wir setzen uns für Frieden ein, für die Zukunft des Lebens.

Bis 1945 ließen knapp 250 Luftangriffe die Essener Innenstadt zu circa 90 Prozent als Ruinenlandschaft zurück, das übrige Stadtgebiet war zu etwa 60 Prozent zerstört. Ähnlich oder noch schlimmer erging es damals Städten wie Guernica, Rotterdam, Tokyo, Dresden und vielen Zentren der Zivilisation in drei Erdteilen. Das ist das Ergebnis von Faschismus und Krieg.

Die Kriegsgefahr ist auch für unser Land immer noch nicht gebannt. Im nächsten Oktober tagen hier in Essen ungefähr 300 hochrangige Vertreter/innen der NATO und des militärisch-industriellen Komplexes auf Einladung der Kalkarer NATO-Strategieschmiede.

Sie beraten sich in ihrer Jahreskonferenz 2019über den abgestimmten Einsatz aller ihrer Waffengattungen von Weltraumwaffen über die Luftwaffe, die Marine und das Heer bis zu Cyberviren und Störprogrammen übers Internet im Kriegsfall. Das Thema lautet Multi-Domänen-Operationen der Zukunft. Sie beraten über Maßnahmen, die die Zukunft im Krieg ersticken können.

Worüber wir hier sprechen, kann man in dem von der NATO eingeforderten „Konzept Zivile Verteidigung“ des Bundesinnenministeriums nachlesen: Auf Seite 14 geht es unter anderem „um die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten“, auch bedingt durch chemische, biologische, radiologische und nukleare Wirkstoffe, wie es dort heißt. Diese Wirkstoffe zählen zu den Multi-Domänen der Kriegsführung, um die es auf der Essener NATO-Konferenz gehen wird.

Wir fordern, diese Konferenzen zu verbieten, da sie das Friedensgebot verletzen.

Die Jahreskonferenz vor fünf Jahren stellte infrage, ob es in Europa keinen großen Krieg mehr geben werde (2). Im Jahr 2017 verlangte die Nachfolgekonferenz der Kalkarer Strategieschmiede der NATO, die die Konferenz veranstaltet, dass die Atommächte, also die NATO-Staaten USA, Großbritannien und Frankreich „Pläne zum Einsatz ihrer nuklearen Potentiale“ entwickeln und bereithalten sollen (3).

In der Messe Essen bereiten sich Militärs auf einen Krieg vor, der das Ende heraufbeschwört. Sie sprechen laut Tagungsunterlagen über einen „Werkzeugkasten“ für militärische Aktionen, also laut dem ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg geht es hier „umgangssprachlich“ um „Krieg“. Krieg wäre im Europa des 21. Jahrhunderts mit seinen Atom-, Chemie- und weiteren Waffen ein Inferno, wie es die Welt noch nie gesehen hat (4). Das zu verhindern ist der mahnende Auftrag des Antikriegstages. Unser Nein zum Krieg entspringt unserem Ja zum Leben!

Deshalb organisieren Friedenskräfte am Samstag, dem 28. September in Essen eine Tagung zum Thema „Friedensperspektiven statt Kriegsplanung“.

Wir beraten darüber, was wir gemeinsam mit Aktivisten der Ökologie- und Gewerkschaftsbewegung tun können, um erfolgreich zu sein gegen die Kriegsursachen und gegen den Krieg der Profitjäger gegen das Leben — denn es geht um die Zukunft. Es geht um das Leben. Darum geht es am Antikriegstag. Machen wir jeden Tag zum Weltfriedenstag, meldet Euch für die Friedenstagung an! Das kann man auf der Website www.friedensperspektiven.de ganz einfach tun.

Unser Nein zum Krieg ist ein Ja zum Leben! Dafür sind wir hier, dafür stehen wir überall ein, wo auch immer wir uns engagieren.

Dafür gibt es in unserer Friedensperspektiven-Tagung Möglichkeiten der Begegnung und des Austauschs als Kraft- und Informationsquelle für jeden und jede von uns, die Botschaft in die Welt zu tragen, bis sie Gehör findet:

Give Peace a Chance! Give Future a Chance!


Quellen und Anmerkungen:

(1) Harry S. Truman Autobiografie Bd. 1 Bern 1993 Seite 245
(2) http://www.japcc.org/wp-content/uploads/Future_Vector_II_web.pdf , Seite 141
(3) https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_Conf_RA_2017_screen.pdf, Seite 40
(4) https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_Read_Ahead_2019.pdf, Seite 19

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