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Die Faschismus-Macher

Die Faschismus-Macher

US-amerikanische Firmen und Geldgeber agierten als Steigbügelhalter für Hitler und seine Weltherrschaftspläne.

Am Ende des Ersten Weltkrieges im November 1918 begannen bereits die Vorbereitungen für den nächsten, den Zweiten Weltkrieg. Das betrifft vor allem die Planungen der Generalität der neu formierten deutschen Reichswehr. Doch gab es bei diesen Vorbereitungen noch weitere Mitspieler: denn der Kongress-Untersuchungsausschuss in Washington unter der Leitung von Harley Kilgore stellte im Sommer 1945 aufgrund seiner Recherchen eindeutig fest, dass von internationalen Investoren „... seit 1918 große Schritte unternommen worden waren, um Deutschland wirtschaftlich und industriell auf einen Krieg vorzubereiten.“

Tatsächlich strömten seit 1918 britische, französische und US-amerikanische Industrielle und Banker in das zerrüttete Deutschland. Nicht nur, um die Reste kaiserdeutscher Wirtschaftsmacht auszunehmen und zu filetieren. Nein, sie halfen tatkräftig mit beim Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft.

Und sie nahmen Einfluss darauf, wer in Deutschland zukünftig in der Politik das Sagen haben sollte. Es ist aktenkundig, dass die chaotische und zerstrittene rechte Szene unter dem finanzkräftigen Schirm von Hitlers Nazibewegung in München zusammengefasst wurde. Die New York Times (2) berichtet im Winter 1922 von unversiegbaren Geldquellen der jungen Totschläger um Hitler und bringt unverhohlen den US-amerikanischen Autofabrikanten Henry Ford mit dem Füllhorn der Nazis in Verbindung.

Gleichzeitig verkuppelt der US-Militärattaché Truman Smith den schwerreichen Harvard-Absolventen Ernst „Putzi“ Hanfstaengl mit dem jungen Nachwuchsdemagogen Adolf Hitler. Hanfstaengl bringt dem ungehobelten Schlägerkönig von München Tischmanieren bei, führt ihn in die besten Häuser Bayerns ein und finanziert die Umstellung des Naziblattes Völkischer Beobachter von einem Wochenblatt in eine Tageszeitung.

Das sind markante Episoden, die Sutton hier erzählt. Sie werfen ein Schlaglicht auf viel tiefer gehende Zusammenhänge. Denn es geht um gigantische Zukunftsinvestitionen. Die astronomisch — um nicht zu sagen: absurd — hohen Reparationsforderungen der Siegermächte gegenüber Deutschland hätten nur dazu geführt, dass Deutschland unter den Lasten zusammengebrochen wäre. Und dann wäre gar kein Geld mehr aus Deutschland herauszuholen gewesen. Das wurde zumindest den Finanzgrößen der New Yorker Wall Street recht schnell klar.

Also schnürten sie im Jahre 1924 ein großes Kreditpaket zusammen, das nun in Deutschland hineingepumpt wurde. Die Rechnung ist für die Banker von der Ostküste der USA ganz risikolos: die Kleinsparer in den USA zeichnen Pfandbriefe für die deutsche Wirtschaft und für staatliche und kommunale Einrichtungen in Deutschland. Das Geld sehen die Kleinsparer übrigens nie wieder (3). Die deutschen Reparationszahlungen an die bankrotten Kriegsgewinner Großbritannien und Frankreich helfen wiederum, die Schulden Großbritanniens und Frankreichs an die US-Banken zurückzuzahlen.

Für diese geniale Ringtauschaktion verlangen die US-Banken — genauso wie heute der Internationale Währungsfonds, IWF, gegenüber Schuldnern aus der Dritten Welt — im Gegenzug die Einhaltung politischer Auflagen auf deutscher Seite. Ganz Deutschland wird praktisch an die US-Banken verpfändet. Im Vorstand der staatseigenen Reichsbank sitzen nun Vertreter englischer und US-amerikanischer Banken. Auch im Vorstand der Deutschen Reichsbahn sitzen jetzt englische und US-amerikanische Banker. Das gesamte Inventar der Reichsbahn, mit Ausnahme des Personals, ist verpfändet an die angloamerikanischen Banken. Das kommunale Inventar, soweit es mit US-Geldern finanziert wurde, ist ebenfalls verpfändet.

Zugleich wird unter der Regie der US-Bankdirektoren eine radikale Konzentration der deutschen Industrie durchgeführt. In den Bereichen Elektrotechnik, Eisen- und Stahlverarbeitung sowie im Bereich Chemie werden die bestehenden Unternehmen zu zentralen Kartellen und Mega-Konzernen zusammengefasst. So entsteht unter Anleitung der US-Banker aus sechs Einzelunternehmen der chemischen Industrie das gigantische Konglomerat IG Farben. Damit ist der damals weltweit größte Chemiekonzern zusammengeschweißt. Ihm angeschlossen waren in der Schweiz die IG Chemie und in den USA die American IG.

Es entstehen weiterhin die Vereinigten Stahlwerke, und AEG wird zu einem Viertel von der amerikanischen General Electric übernommen. General Motors kauft bezeichnenderweise ausgerechnet im Katastrophenjahr 1929 die deutsche Adam Opel AG. Ford baut Werke in Köln und Berlin.

Nun sind alle kriegsrelevanten Branchen auch in Deutschland auf ein international konkurrenzfähiges Niveau gebracht. Und die nötigen Kapazitäten sind geschaffen, um einen modernen, industriellen totalen Krieg durchführen zu können. Sicher kann man mit Stahl zivile Fahrzeuge bauen, und die Elektroindustrie kann friedliche Radiogeräte herstellen. Jedoch zeigt die Entwicklung in den 1930er Jahren im Hitlerreich, dass sich die zivilen Kapazitäten rasch in Rüstungsfabriken konvertieren lassen — wie zum Beispiel die Opelwerke dank einer Geldspritze in Höhe von 100 Millionen Dollar durch den „Mutter“konzern General Motors im Jahre 1940 (4).

Unter US-amerikanischer und britischer Kontrolle

Und genau bei diesen Konversionsvorgängen waren nun wiederum die US-amerikanischen Teilhaber der in den 1920er Jahren geschaffenen deutschen Konglomerate äußerst hilfreich aktiv.

Die deutsche Kriegswirtschaft stand fast zu zwei Dritteln unter US-amerikanischer und britischer Kontrolle: Ford und General Motors produzierten 70 Prozent der Nutzfahrzeuge der Wehrmacht.

Opel Rüsselsheim lieferte Flugzeugaggregate für Görings Luftwaffe. Standard Oil — also: Esso — und der niederländisch-britische Konzern Shell belieferten unter deutsch klingenden Namen die meisten deutschen Tankstellen.

Antony Sutton weist nach, dass Standard Oil dem mit ihm eng zusammengewachsenen Konzern IG Farben zahlreiche kriegswichtige Patente und Rohstoffe lieferte, ohne die der Nazistaat nie und nimmer einen Angriffskrieg hätte führen können. Da ist zum einen die Kohleverflüssigung. Da Deutschland kaum über nennenswerte Ölvorkommen verfügt, konnte durch das Verfahren der Kohlehydrierung aus Steinkohle, die es in Deutschland reichlich gibt, Benzin gewonnen werden. Das Verfahren war im kaiserlichen Deutschland entwickelt worden, musste aber als Teil der Reparationen an Standard Oil abgetreten werden (5). Sutton zeigt nun, dass Standard Oil die Kohlehydrierung unter eigener Regie weiter perfektioniert hatte und das Patent vor dem Zweiten Weltkrieg der IG Farben kostenlos überließ.

Standard Oil belieferte ab 1935, also genau ab jenem Zeitpunkt, als die deutsche Wirtschaft unverkennbar auf Kriegswirtschaft umgeschaltet wurde, die deutsche Wehrmacht mit Tetraethylblei. Ohne dieses Tetraethylblei hätte Görings Luftwaffe nie gen England aufsteigen und London und Coventry bombardieren können. Die spanische Stadt Guernica wäre nie ausgelöscht worden. Doch Standard Oil, nebenbei bemerkt damals Bestandteil des Rockefeller-Imperiums, schreckte in seiner Unterstützung der Nazis nicht vor Landesverrat zurück: Standard Oil überließ der Wehrmacht das Patent für synthetisches Gummi. Und weigerte sich andererseits, dieses Patent den US-Streitkräften zur Verfügung zu stellen (6).

Nun waren in den 1930er und 1940er Jahren die damit verbundenen Geld-Transfers von einem Land zu einem anderen noch recht umständlich durchzuführen. Es gab noch kein weltweites Kontoführungsnetz, mit dem man in Minutenschnelle Geld von einem Konto in Wanne-Eickel auf ein Konto in Shanghai überweisen konnte, wie heute mit dem SWIFT-System. Wenn obendrein die Transaktionen Diskretion erforderten, wie die anrüchigen Geschäfte zwischen der Wall Street und den Mussolini-Faschisten oder Nazi-Deutschland, dann wurde das über Privatbanken abgewickelt. Denn persönlich haftende Privatbanken mussten ihre Bilanzen nicht veröffentlichen wie die als Gesellschaften geführten Banken.

Das war ein großer Wettbewerbsvorteil auch für jene international agierenden Privatbanken der Schröder-Dynastie. Diese hochvermögende Sippe hatte jeweils eigenständige Banken in New York, London und Hamburg. Zusätzlich arbeitete Sippenspross Baron Kurt von Schröder als Geschäftsführer der Kölner Bank H. Stein. Später wurde er aufgrund seiner Verdienste für die Nazis zum Ehrenmitglied der SS erhoben.

In den USA wickelte zudem die Privatbank Brown Brothers Harriman die braunen Geschäfte ab. Die Union Banking Corporation kooperierte mit deutschen Nazi-Banken über die niederländische Bank voor Handel en Scheepvaart, deren Eigentümerschaft sie sich mit dem deutschen Industriellen Fritz Thyssen teilte. Rechtliche Fragen dieser Transaktionen wickelte an der Wall Street die Anwaltskanzlei Sullivan und Cromwell ab. Zuständige Fachanwälte für den braunen Deal: die Brüder John Foster Dulles und Allen Welsh Dulles. Der Erstgenannte später US-Außenminister unter Eisenhower, sein Bruder Allen langjähriger Chef der CIA.

Bankbevollmächtigte in trauter Eintracht

Das ist noch nicht alles. Als großer transnationaler Schirm breitete sich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, über die kriegsfördernden Aktivitäten der Geschäftswelt aus. Die BIZ wurde 1930 von Owen D. Young, seines Zeichens Wall-Street-Bankier, sowie von Hjalmar Schacht, damals Präsident der Deutschen Reichsbank, und Montagu Norman, Präsident der englischen Zentralbank, ins Leben gerufen. Angeblich sollte die BIZ die Reparationszahlungen in geordnete Bahnen lenken.

Doch bereits 1932 wurden Deutschland sämtliche Reparationszahlungen erlassen. Und so wurde der eigentliche Zweck der BIZ schnell deutlich. Im gutbürgerlichen Basel trafen sich nun zweimal im Jahr die Zentralbankchefs und eine Reihe von Privatbankiers der Länder: USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan, und jeden Monat einmal die Bevollmächtigten der Zentralbankchefs (7).

Und so saßen in trauter Eintracht auch in den härtesten Kriegsjahren die Bankbevollmächtigten aller Krieg führenden Staaten, Freund und Feind, zusammen und sorgten dafür, dass die Finanzierung des Krieges immer weitergehen konnte, dass alle Kombattanten immer Geld flüssig hatten und dass der Krieg nicht deshalb beendet werden musste, weil ein Krieg führender Staat plötzlich pleitegehen würde.

Das war nämlich im Ersten Weltkrieg kurzfristig der Fall gewesen. Um die Jahreswende 1916/1917 waren Frankreich und vor allen Dingen Großbritannien bankrott. Der Krieg hätte damals beinahe abrupt beendet werden müssen, wenn nicht kurzfristig die USA zugunsten der Alliierten in den Krieg eingetreten wären und die US-Soldaten nicht die faulen Kredite der Morgan-Bank an Frankreich und Großbritannien gerettet hätten. Der Bevollmächtigte des Reichsbankpräsidenten Funk, Erwin Puhl, saß übrigens noch im Mai 1945 völlig unbehelligt als gleichberechtigter Teilnehmer am Tisch der BIZ.

Die in den 1920er Jahren aufgebauten engen Verbindungen zwischen der Wall Street und den aggressivsten Nazi-freundlichen Wirtschaftskreisen in Deutschland verfestigen sich also im Laufe des Krieges noch. Und auch die Kriegsführung der USA gegen Deutschland stärkte die Position dieses Netzwerkes ein weiteres Mal. Denn ein Dossier der US-amerikanischen Besatzungsbehörde kommt nach dem Ende des Krieges zu dem Ergebnis, dass die US-Luftwaffe mit gezielten Bombardements die Fabrikanlagen von Siemens, Bosch und Brown Boveri in Schutt und Asche gelegt hatten. Die drei genannten Elektrokonzerne gehörten dem US-NS-Netzwerk nicht an.

Geschont wurden dagegen jene Industrieanlagen, die zu IG Farben, also der Esso-Gruppe, gehörten sowie unter vielen anderen Mitgliedern des US-NS-Netzwerkes, zum Beispiel die Werke von AEG, Loewe, Ford oder Opel. Und nach dem Krieg schlüpften viele Netzwerk-Banker wie William Draper von der US-Bank Dillon Read in eine Offiziersuniform und kontrollierten bei der US-Besatzungsbehörde OMGUS, dass die deutschen Mitglieder des Netzwerkes ungeschoren davonkamen und die eigene Komplizenschaft unentdeckt blieb.

Unterstützung des Wahlkampfs

Damit hat Antony Sutton den Rahmen der Wall-Street-Connection mit dem Nazistaat abgesteckt. Im zweiten Teil seines Buches versucht der Autor einige Sponsoren der Nazis namhaft zu machen. Neben Henry Ford und Ernst „Putzi“ Hanfstaengl sind hier noch die Direktoren der IG Farben zu nennen. Bei dem berühmten „Kaiserhoftreffen“ einiger Unternehmer mit Hitler spendierten die IG-Farben-Leute 100.000 Reichsmark.

Und dann gibt es da das einzige knallharte Dokument über Geldtransfers der Wirtschaft an Hitler, das Sutton vorlegen kann. Am 20. Februar 1933 trafen sich nämlich im Palais des Reichstagspräsidenten Hermann Göring die Spitzen der deutschen Wirtschaft. Hjalmar Schacht sammelte an diesem Ort etwa 1.3 Millionen Reichsmark für das von ihm eingerichtete „Sonderkonto Treuhand“. Davon sollte Hitlers Wahlkampf für den 5. März finanziert werden. In diese Wahlkampfkasse zahlten, so Sutton, Konzerne der US-NS-Connection den Hauptanteil ein.

Schließlich geht Sutton noch auf den berüchtigten Keppler-Kreis sowie den Freundeskreis des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, ein. Eine Mafia-artige Organisation. Unternehmer zahlten Spenden an die SS und wurden dafür bei den Raubzügen der SS in besetzten Ländern bevorzugt bedacht. In diesem Kreis vertrat Baron Kurt von Schröder die US-NS-Seilschaft. Auch US-Konzerne wie ITT geizten bis 1944 nicht mit Spenden an diesen Zirkel.

Antony Sutton hatte seine wissenschaftliche Laufbahn begonnen mit Studien über den Technologie-Transfer aus den USA in die junge Sowjetunion. Ein weites Feld, das bislang noch kaum erforscht wurde. Aus diesen Recherchen entwickelte Sutton allerdings Zusammenhänge und Schlussfolgerungen, die das empfindliche Material beim besten Willen nicht hergibt. Sutton gehörte der Denkrichtung des in den USA sehr populären Libertarismus an. Eine Art Anarcho-Kapitalismus: Die optimale Gesellschaft kommt am besten ohne Staat aus und lässt dem Unternehmertum freie Bahn. Dann regelt sich alles von selbst. Der Libertarismus ist die zur Strömung des Marktradikalismus passende „Weltanschauung“.

Der libertäre Theoretiker Antony Sutton entwickelte folglich die Theorie, dass eine Handvoll Wall-Street-Banker sich verschworen habe, der Welt einen „korporativen Sozialismus“ aufzuzwingen.

Über den Staat knebele diese Clique die ach so freien Unternehmer. So hätten die Banker den Staatssozialismus in der Sowjetunion genauso konzipiert und gesponsert wie Mussolinis Faschismus und den Hitler-Faschismus. Und gewisse phänomenale Ähnlichkeiten des New Deal in den USA mit den Wirtschaftsankurbelungen im Hitler-Deutschland nimmt Sutton zum Anlass, auch Franklin Delano Roosevelt als Vollstrecker dieses korporativen Sozialismus zu brandmarken.

Sutton selber liefert in seinem Buch allerdings die Widerlegung jener Behauptungen. Immer wieder muss er zugeben, dass die Aktivitäten der Bruderschaft von US-amerikanischen Investoren und deutschen Nazi-Führern gegen den Widerstand der Roosevelt-Regierung stattfinden mussten. Und was die Sowjetunion betrifft, so stellt sich doch die Frage, warum die UdSSR nicht in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, dieser diskreten Kapitalgießkanne zur reibungslosen Kriegführung aller Kombattanten, vertreten war — wenn die Sowjetunion denn tatsächlich Teil eines Wall-Street-gesteuerten korporativen Staatssozialismus gewesen sein soll.

Suttons Gleichung aus Nationalsozialismus — Stalinismus — Roosevelt-New-Deal, und damit zusammengefasst alle nachfolgenden Sozialstaatsmodelle, ist absolut deckungsgleich mit den steilen Thesen von Walter Lippmann, Friedrich von Hayek oder Ludwig von Mises. Eine Totalitarismustheorie, die offenkundig die ideologische Rechtfertigung abgeben soll für die Zerschlagung des aktiven, gestaltenden Staates, um die Bahn frei zu machen für den gnadenlosen Vormarsch der globalen Konzerne. Die Irrungen und Wirrungen der Geschichte müssen herhalten als Sprungbrett einer marktradikalen Revolution.

Dennoch wollen wir gerne die Verdienste würdigen, die sich Antony Sutton als einer der ersten Querdenker nach einer langen Phase der erfolgreichen Verdrängung und Vertuschung jener schändlichen US-NS-Connection erworben hat. Eine fruchtbare und kontroverse Diskussion über die US-NS-Connection hat seit einigen Jahren begonnen, und die Fülle an Dokumenten und weiteren Archivfunden rechtfertigen die Forderung nach einer grundlegenden Neubewertung des Zwanzigsten Jahrhunderts. Nichts weniger als ein erneuter Paradigmenwechsel steht vor der Tür.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Antony C. Sutton: Wall Street und der Aufstieg Hitlers, Perseus Verlag Basel 2008, 205 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-907564-69-1, aus dem Englischen übersetzt von Peter Geiger
(2) New York Times vom 19. Dezember 1922: “Berlin hears Ford is backing Hitler”.
(3) Auch das eine Ursache des Finanzcrashs von 1929. Um das Geld endlich einzutreiben, bestellt Präsident Roosevelt den Geschichtsprofessor William E. Dodd zu seinem Botschafter für Nazideutschland. Dodd ist nicht Teil der US-NS-Finanzconnection, und genau aus diesem Grund hatte Roosevelt ihn für dieses Amt bestimmt. Im ersten Briefing beauftragt Roosevelt Botschafter Dodd, die Guthaben der amerikanischen Kleinsparer in Deutschland wieder einzutreiben — nicht zuletzt, damit die kleinen Leute in den USA wieder Geld haben, um die lahmende US-Wirtschaft anzukurbeln. Quelle: William E. Dodd: „Ambassador Dodd’s Diary“. New York 1941, S. 4. Eintrag 16. Juni 1933.
(4) Hermann Ploppa: „Hitlers Amerikanische Lehrer — Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nationalsozialisten“. Marburg an der Lahn 2016, S. 16. Washington Post vom 30. November 1998: „Ford and GM scrutinized for alleged Nazi collaboration”.
(5) Joseph Borkin: Die unheilige Allianz der IG Farben. Frankfurt 1990. Borkin stellt allerdings klar, dass die IG Farben in den 1920er und frühen 1930er Jahren von den Nazis angefeindet wurde, nicht zuletzt wegen der jüdischen Mitglieder im Vorstand. Das Verhältnis kehrte sich erst kurz vor Hitlers Machtergreifung radikal um, als Hitler versicherte, er werde das volkswirtschaftlich völlig unrentable Kohlehydrierungsverfahren auf jeden Fall politisch durchsetzen.
(6) Der damalige Leiter des Kongressuntersuchungsausschusses, Senator Harry Truman, erklärte 1942 aufgrund dieser Befunde, die Machenschaften von Standard Oil grenzten an Landesverrat. Quelle: Time (USA) vom 6. April 1942: „Dinner Table Treason“.
(7) Präsident der BIZ war von 1939 bis 1946 der US-Bankier Thomas McKittrick.

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