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Die Diktatur der Algorithmen

Die Diktatur der Algorithmen

Digitalisierungsoffensiven wollen die Arbeitenden einem maschinengestützten Zwang zur Selbstoptimierung unterwerfen.

Christa Schaffmann: Was treibt Sie an in Ihrem Widerstand gegen die fortschreitende ungezügelte Digitalisierung?

Detlef Hartmann: Es geht mir um die Freiheit, die akut gefährdet ist. Der Kapitalismus erfährt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) einen starken Schub, der auf die Intensivierung der Ausbeutung und die Einschränkung der Freiheitsrechte abzielt. Das gilt insbesondere für Arbeiterinnen und Arbeiter. Karl Marx hat sich in seinem historischen Konzept dazu bereits geäußert. Mit der industriellen Revolution, die den Menschen an die Maschinen gekettet hat, fing es an. Das setzte sich fort mit dem Taylorismus, der zu einer noch stärkeren Unterwerfung unter das kapitalistische Joch führte.

Frederic Winslow Taylor äußerte schon in der frühen Veröffentlichung seines epochal angelegten Projekts ausdrücklich die Absicht, dadurch einen „Krieg“ gegen die ArbeiterInnen zu führen, einen Krieg zu ihrer Unterwerfung unter das serielle System (Fließband und so weiter). Er sagte sinngemäß: Wir zertrümmern den Arbeitsprozess, zerlegen ihn in Partikel, weil wir an die innere Steuerungsfähigkeit des Menschen nicht herankommen, und fügen diese Partikel seriell zusammen. Der Organisationstheoretiker und Nobelpreisträger Herbert Simon hat darin die erste Manifestation der Herrschaft des Algorithmus gesehen.

Wie viel hat Ihr Widerstand mit dem während Ihres Studiums in Berkeley erworbenen Wissen sowohl um Technik, um Logik als auch um politökonomische Zusammenhänge zu tun?

Führende IT-Unternehmen wie Fairchild Semiconductor und sogar Intel warfen schon damals aus dem benachbarten Silicon Valley einen spürbaren Schatten auf die dramatischen sozialen Auseinandersetzungen, damals allerdings konfrontiert mit der Moral einer starken Hackerbewegung. Und wer sich wie ich für Logik interessierte, konnte auf dem Campus Alfred Tarski kennenlernen, einen herausragenden Logiker von der Statur eines Kurt Gödel. Er hatte das Werk „Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen“ mit seiner stark hierarchisierten Struktur verfasst. Jahre später habe ich in meinem Buch „Leben als Sabotage“ daran angeknüpft.

Politisch-ökonomisch schlugen sich die technologischen Veränderungen nach meiner Erfahrung noch nicht nieder. Denn der Zusammenbruch des Keynesianismus stand ja noch bevor. Derartiges Wissen hat für mich Intellektuellen sicher eine Rolle gespielt, mehr aber die Erfahrungen mit dem sozialrevolutionären Widerstand. Für diesen brauchte es kein Studium in Berkeley. ArbeiterInnen haben ein brutales System der seriellen Struktur erlebt (im Sinne von Simon), und das bringt Erkenntnis mit sich. Sie wissen manchmal besser als die Theoretiker, was da passiert. Wissen ist ja nicht nur intellektuelles Wissen, sondern viel, viel mehr.

Gibt es aus Ihrer Sicht eine „Szene des Widerstands“ gegen Digitalisierung und KI?

Nicht in dem Sinne, den wir normalerweise mit dem Szenebegriff verbinden. Es gibt eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, die sich mit Digitalisierung und KI sehr kritisch auseinandersetzen, weil sie darin eine akute Gefahr für die Freiheit sehen. Nicht umsonst nennt Werner Meixner sein jüngstes Buch „Wollt Ihr die totale Digitalisierung?“. Aber das spielt auf einer anderen Ebene als der von Menschen, die in ihrer täglichen Arbeit oder gar durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes erfahren, wohin die Technologie-Entwicklung führt, welche Zwänge sie erzeugt. Die bei Amazon Arbeitenden erleben Sklaverei, die anderen analysieren Sklaverei, um es vereinfacht zu sagen. Die Ebenen kommen selten zusammen.

Es wird die Aufgabe der Intellektuellen sein, den Weg zu den Quellen des Widerstands an der Basis zu finden und nicht darauf zu warten, dass die andere Seite sich auf sie zubewegt.

Ich würde gern auf drei ganz unterschiedliche Beispiele von Widerstand eingehen. Das erste stellt eine private Reaktion auf bestimmte Zwänge dar. Es betrifft das US-amerikanische Dienstleistungsunternehmen Uber. Die Firma bietet in vielen Städten der Welt Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung an, darunter UberPop, bei dem private Fahrer mit eigenem Auto über eine App vermittelte Aufträge erledigen. Das Unternehmen schöpft Wert und Mehrwert ab, die Risiken trägt der Fahrer. Den durch Uber angezettelten Preiskrieg können die klassischen Taxis nicht gewinnen. Der unfaire Wettbewerb bringt Taxifahrer an vielen Orten der Welt auf die Barrikaden. In Kenias Hauptstadt Nairobi hat es unlängst Angriffe auf Uber-Fahrer und ihre Fahrzeuge gegeben, ebenso in Paris und Amsterdam, wo Autos platt gemacht und Reifen zerstochen wurden.

Das klingt ein bisschen nach Luddismus, nach Maschinenstürmerei.

Ja, aber wir wissen, dass Ludditen vor allem die Entwertung ihrer Existenz bekämpft haben und nicht per se gegen Arbeitserleichterungen durch moderne Technik waren. Die Taxifahrer bauen darauf, dass ihre Aktionen nicht ohne Wirkung auf das Unternehmen Uber — ihren eigentlichen Gegner — bleiben. Ob das zielführend ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich gebe aber zu bedenken, dass auch die neuen Geknechteten — die Uber-Fahrer — Solidarität verdienen und im Übrigen auch selbst üben. Das zweite Beispiel für Widerstand liefern weltweit Beschäftigte von Amazon.

Wie beurteilen Sie die Lage der Arbeiterinnen und Arbeiter bei Amazon und deren Bewusstsein für das, was mit ihnen gerade gemacht wird?

Amazon ist ein Paradebeispiel für die neuen Ausbeutungsstrukturen. Bei Amazon ist die vollständige Enteignung des Arbeitsprozesses durch modernste Technologie Programm. Was sich dort abspielt, gibt einen Vorgeschmack auf maschinell optimierte menschliche Arbeit, wie sie durch Digitalisierung und KI auf immer mehr Feldern eingeführt wird.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten unter starkem Stress. Die tägliche Laufleistung von bis zu 20 Kilometern wird sekundengenau gemessen und protokolliert. Am Körper tragen sie ein GPS-Gerät, das sämtliche Schritte und Bewegungen erfasst und genau überprüft, ob die vorgeschriebenen Wege zwischen den einzelnen Stationen eingehalten werden. Abweichungen werden, selbst wenn sie eine Optimierung bedeuten, sanktioniert.

Das klingt für ein Unternehmen, das maximalen Profit anstrebt, unlogisch. Wie erklären Sie dieses Vorgehen?

Es geht um Standardisierung, um die Teilung der Arbeit in Einzelschritte per Algorithmisierung; Individualität ist nicht gewollt. Sie würde die Austauschbarkeit jedes beliebigen Beschäftigten erschweren.

Die vollständige Standardisierung beziehungsweise Quantifizierung und damit die Enteignung und Entwertung von Arbeit ist das Ziel.

Entscheidend ist aber: Die Normen werden unerreichbar hoch angesetzt, um die ArbeiterInnen zu zwingen, sich selbst zu optimieren. Das ist postmodern, das ist neu. ArbeiterInnen würden das vielleicht nicht mit diesen Worten beschreiben, aber den Zwang zur Selbstoptimierung spüren sie, und das Prinzip kontinuierlicher Arbeitsverdichtung ist ihnen durchaus bewusst.

An vielen Standorten wehren sich Belegschaften deshalb vehement gegen die algorithmische Fremdbestimmung ihrer Arbeit. Die jüngsten fanden im Februar in New York statt, wo unter anderem mit Plakataufschriften wie „I’m not a Robot“ auch gegen das Zeitmanagement protestiert wurde. Durch die Festlegung von engen Zeiträumen für bestimmte Arbeitsschritte entsteht ein permanenter Druck auf die Beschäftigten. Selbst die Ruhezeiten werden so knapp gehalten, dass der Weg zur Kantine samt Rückweg in diesen gigantischen Lagerhäusern fast die komplette Pause auffrisst, für das Essen selbst also kaum Zeit bleibt; für den Gang zur Toilette übrigens auch nicht.

Amazon ist international aufgestellt. Haben die Beschäftigten auch grenzüberschreitend Kontakt?

Das kann ich aus eigener Erfahrung im Widerstand gegen Amazon bejahen. Es gibt sehr gute Verbindungen zwischen Mitarbeitern polnischer, französischer, deutscher und spanischer Niederlassungen und auch persönliche Begegnungen. Bei einem Treffen im vergangenen Jahr erlebte ich eine Diskussion auf erstaunlich hohem Wissensniveau. Die Beteiligten analysierten genau, was da passierte — sowohl was die technische als auch was die ökonomische Seite betrifft.

Ich höre aus Ihren letzten Sätzen heraus, dass Sie selbst auch schon an Aktionen gegen Amazon beteiligt waren.

Das trifft zu. Ich bin ja ein linker Aktivist. Als solcher habe ich zusammen mit Hunderten anderen versucht, zwecks Blockade in die Berliner Niederlassung von Amazon einzudringen, was leider nicht gelungen ist. Amazon hatte anscheinend von unseren Absichten vorab erfahren und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen. Daraufhin wurden die Kreuzungen ringsum das Amazon-Gelände besetzt. Das wiederum rief massig Polizeiwannen auf den Plan. Die jedoch blockierten schließlich jegliche Auslieferung — in diesem Fall eine unfreiwillige Unterstützung durch den „Freund und Helfer“, die uns schmunzeln ließ.

Sie schreiben heute Bücher und morgen sitzen Sie mit Protestierenden gemeinsam auf der Straße?

Es ist großartig, wenn man die Arbeiterinnen und Arbeiter in ihrem Kampf unterstützen kann, sie bei solchen Aktionen auch hautnah erlebt. Das sind sehr emotionale Momente. Ähnlich bewegt hat mich seinerzeit eine Aktion am Düsseldorfer Flughafen, wo wir zur Unterstützung eines Streiks gegen die Selbstoptimierungszwänge im Cateringunternehmen „Gate Gourmet“ die Zufahrten für Busse blockiert haben, was nicht ungefährlich war. Diese gelebte Solidarität möchte ich nicht missen. Von solchen Aktionen gehen Impulse aus, es werden Verbindungen geknüpft.

Wie unterscheidet sich die Bereitschaft zum Widerstand in Deutschland von der in anderen europäischen Staaten?

Es gibt gravierende, historisch bedingte Unterschiede. Der Faschismus hat die Bundesrepublik weit über das Kriegsende hinaus geprägt. Das Land und auch die Produktion trugen nationalsozialistische Züge bis in die 1970er-Jahre hinein. Die Fähigkeit, etwas dagegen zu unternehmen, war in großen Teilen der Bevölkerung zerschlagen worden. In Frankreich ist die Bereitschaft zum Widerstand viel größer. Das haben zuletzt auch die Kämpfe der Gelbwesten gezeigt. Die tieferen Ursachen dafür liegen weit zurück — in den Anfängen der Französischen Republik unter Napoleon. Sie bringen heute die an den Rand gedrängten, proletarisierten Bürger in großer Zahl auf die Straße. Auch Spanien und Italien haben ihr residuales Reservoir an Motivation zur Selbstbehauptung gegen Macht; in Deutschland gibt es die nicht in vergleichbarem Maße.

Sie haben noch ein drittes Beispiel für Widerstand erwähnt.

Ich meinte den Kampf der Vertriebenen im Silikon Valley, wo durch den Reichtum einiger viele andere ihre Wohnungen verloren haben oder nicht mehr bezahlen können. Das Silicon Valley ist zu einem der bedeutendsten Standorte der IT- und Hightechindustrie weltweit aufgebaut worden. Es ist geografisch der südliche Teil der San Francisco Bay Area. Durch die Digitalisierung und viele damit verbundenen Innovationen, durch Startups, die zu großen Technologieunternehmen wurden, durch Konzerne wie Amazon und Facebook existiert dort konzentrierter Reichtum. Die Schicht von Leuten, die das große Geld verdient, geht rein nach San Francisco auf der Suche nach Wohnraum. Die Preise für Immobilien steigen. Wer nicht zahlen kann, wird regelrecht vertrieben.

San Francisco hat mittlerweile den höchsten Anteil an Obdachlosen in den USA — noch mehr als New York. Das ist ein Zeichen dafür, welcher Druck durch disruptive Prozesse auf die untere, aber inzwischen auch die Mittelschicht ausgeübt wird. Jeden Morgen werden die Obdachlosen von den Straßen und Plätzen verjagt. „Ich muss diesen Abschaum nicht jeden Tag sehen müssen“, sagte ein wohlhabender Hightech-Spezialist über das von ihm mitverursachte Elend. Die Obdachlosen werden mit Wasser weggespritzt wie Dreck. Das ist per Gesetz erlaubt, seit das Sit-Lie-Gesetz das Sitzen oder Liegen auf dem Bürgersteig oder in anderen öffentlichen Räumen verbietet.

Dieser Druck hat zu massivem Widerstand geführt. Unter anderem wurde die Google-Luxusbusse beschmutzt und blockiert, mit denen die Mitarbeiter aus ihrer Wohnidylle abgeholt und ins Unternehmen kutschiert werden. Eine große Zahl von Luxusautos wurde bereits in den 1990er-Jahren von einer Bewegung zerstört, die sich „Gruppe zur Beseitigung des Yuppie-Unwesens in der Mission“ nannte. Mission war der Name eines proletarischen Viertels. Heutzutage sind Hausbesetzungen an der Tagesordnung, aber auch andere neue interessante Formen des Widerstands.

Gibt es eine Chance, dass sich die geschilderten Widerstandsbereiche verbinden zu einer Bewegung gegen eine totale Digitalisierung, vergleichbar der weltweiten Bewegung zur Rettung des Weltklimas?

Daran arbeiten wir und viele andere mit uns, aber das ist sehr schwierig. Wir müssen unterscheiden zwischen Erfordernissen und realen Möglichkeiten.

Zur Realität gehört, dass die Fridays-for-Future-Bewegung an ihre Grenzen stößt. Die Politik lässt sie machen, sieht offenbar keine ernste Bedrohung in ihr. Und nicht zu Unrecht, denn sie ist ein großes Stück davon entfernt, Methoden zu benutzen, die KlimaaktivistInnen im Hambacher Forst entwickelt haben, also Regelverletzungen zu wagen und dem Staat zu zeigen, dass sie das Land durcheinanderbringen können.

In welcher Rolle sehen Sie Gewerkschaften?

Es gibt einige linke Mitglieder in Gewerkschaften, denen ich eine positive Rolle im Kampf gegen die totale Digitalisierung zutraue, aber von den großen systemstabilisierenden Gewerkschaften mit ihrer korporatistischen Haltung erwarte ich das nicht.

Nicht überall spüren Beschäftigte den direkten Zusammenhang von Digitalisierung und der eigenen verschärften Ausbeutung so deutlich wie bei Amazon. Er ist nicht überall so erlebbar und sichtbar.

Da gebe Ihnen recht. Für diesen Teil der Beschäftigten gilt es den Widerstandsbegriff zu erweitern um einen Begriff von Resistenz, und zwar nicht im Sinne der Anpassung an die neuen Verhältnisse zum eigenen Schutz.

Es geht darum, sich zu verweigern, einfach nicht mitzumachen, sich nicht kaputtmachen zu lassen.

Google hatte sich an einem Projekt zur Entwicklung autonomer bewaffneter Drohnen beteiligt, die selbst entscheiden, ob und wann sie ihre Waffen einsetzen. Da gab es unter den Softwareentwicklern einen Aufstand. Sie weigerten sich, daran weiter zu arbeiten. Und weil Softwareentwickler auf diesem hohen Niveau nicht einfach ersetzbar sind, war Google gezwungen, den Vertrag mit dem Pentagon nicht zu erneuern und aus dem Projekt auszusteigen.

Nun könnte man auch sagen: Für eine sozial verträgliche Digitalisierung, für KI-Anwendungen, die den Menschen dienen, trägt die vom Volk gewählte Regierung mindestens eine Mitverantwortung. Viele Forscher betonen ausdrücklich, dass sie das technisch Machbare erforschen, die Gestaltung der Umsetzung auch unter ethischen Aspekten jedoch in der Zuständigkeit der Politik liegt.

Wie viel oder besser gesagt, wie wenig da gestaltet wird, erleben wir derzeit ganz massiv in der Waffenindustrie und bei der Entwicklung autonomer Waffen — siehe Kampfroboter, wie sie etwa für den Einsatz an der israelischen Grenze entwickelt werden, am Gazastreifen oder an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea, Drohnen und sogenannte Drohnenschwärme, die sich nach Abschüssen reorganisieren und damit ihr Ziel weiter verfolgen können. Diese sind im Grunde Massenvernichtungswaffen.

Trauen Sie den Politikern eine Steuerung von Digitalisierung und KI im Interesse der Menschen durch Gesetze, Verordnungen und dergleichen überhaupt zu?

Nein, das tue ich nicht. Die deutsche Beteiligung an einem Verbot autonomer Waffensysteme hat die Merkel-Regierung gerade abgelehnt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sehr weitgehende Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung auf den Weg gebracht et cetera et cetera. Es hilft nur geballter Druck aus allen kritischen Ebenen, vor allem der praktischen Kritik im hier erörterten Sinn. Immerhin sind inzwischen zwar Abmilderungen auf dem Weg der KI-gestützten Gesichtserkennung im öffentlichen Raum eingeleitet worden. Aber der Glaube an eine freiwillige Steuerung im Interesse der Menschen ist eine Illusion.

Worin sehen Sie ein realistisches Ziel für die Generation der heute 20- bis 40-jährigen, was Digitalisierung und KI betrifft? Muss der Kapitalismus erst überwunden werden, bevor sich diese Technologien in den Menschen dienende Bahnen leiten lassen?

Ich würde unterschreiben, dass der Kapitalismus letztendlich überwunden werden muss. Zunächst geht es aber um Technik und Innovation, was nicht dasselbe ist. Innovation nimmt Technologien und macht sie zum Ausgangspunkt für die Zurichtung der gesamten Gesellschaft. Unter den heutigen Bedingungen der Digitalisierung und der KI wird eine technische Fähigkeit zum Bestandteil eines kapitalistischen Angriffs, zu einer kapitalistischen Innovationsoffensive, gegen die Widerstand zwingend jetzt erforderlich ist.


Quellen und Anmerkungen:

Detlef Hartmann ist politischer Aktivist und Buchautor. Beim diesjährigen Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie am 6./7. März in Berlin, der die Überschrift „DIGITALISIERUNG — Sirenentöne oder Schlachtruf der ‚kannibalistischen Weltordnung‘“ trägt, wird er unter anderem über die Perspektiven von Widerstand und sozialer Revolution sprechen.

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