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Die Agentin

Die Agentin

Angela Merkel hat 13 Jahre lang gewissenhaft ihren Auftrag erfüllt.

Der Ökonom Daniel Stelter, mehrjähriges Mitglied des weltweiten Executive Committee der Boston Consulting Group rechnet uns in seinem Cicero-Artikel vom August 2018 (1) glaubwürdig vor, dass uns die „Fehlentscheidungen“ der 13 Jahre Merkel-Regierung bis in näherer Zukunft im Mittel (ich habe grob aufsummiert) 6 Billionen, das heißt 6.000 Milliarden Euro kosten werden. Eine andere Schätzung kommt auf 4.000 Milliarden Euro.

Dazu müssten noch die Zerstörung von Infrastruktur, Militär, Nationalstaatlichkeit, aber auch von Demokratie und Sozialstaat, und, und, und gezählt werden. Stelter berücksichtigt auch nicht die Folgen der Privatisierung staatlicher Betriebe und den massenweisen Diebstahl privater digitaler Daten, wie auch sonstige Folgen neoliberaler Politik nicht eingerechnet werden, zum Beispiel die Umverteilung von unten nach oben durch die Steuergesetzgebung. Letzteres müsste Stelter berücksichtigen, weil die Umverteilung von unten nach oben bedeutet, dass diese Werte massiv ins Ausland so verschoben werden, dass sie in der deutschen Bilanz zukünftig nicht mehr auftauchen.

Gleichwohl, für Stelter ist dies das Ergebnis von 13 Jahren politischer Fehlentscheidungen und Misswirtschaft der Merkel-Regierungen.

Aber ich frage mich, ob Stelter auch nur irgendetwas begriffen hat, oder ob er einfach zu opportunistisch ist, um die Wahrheit zu schreiben. Die Ursache für eine Misswirtschaft dieses gigantischen Ausmaßes soll einfach Inkompetenz und Lobbyabhängigkeit einer wirtschaftlich ungebildeten DDR-Funktionärin gewesen sein? Der wirtschaftliche und politische Ruin eines Landes soll das Ergebnis des Versagens einer Frau gewesen sein, die von nichts eine Ahnung hatte?

Glaubt Stelter tatsächlich, dass die Entscheidungen der Merkel-Regierungen „Fehlentscheidungen“ waren, sozusagen in Unkenntnis der richtigen Entscheidungen?

Kann es so viel Dummheit in einer Person geben oder wusste Merkel nicht vielmehr ganz genau, was sie tat? Liegt etwa die riesige Dummheit nicht bei Merkel sondern bei all jenen, die immer noch glauben, dass es 13 Jahre lang „Fehlentscheidungen“ waren, die zu diesem Desaster geführt haben?

Richtig ist natürlich, dass die „Physikerin“ Merkel weder von Wirtschaft noch von sozialer Marktwirtschaft, noch von Demokratie eine Ahnung hat, nicht einmal von „marktkonformer Demokratie“. Als Funktionärin im DDR-Staat wusste sie allerdings, wie man redet und dabei nichts sagt, was man im unpassenden Moment bereuen müsste. Die orwellsche Sprache war ihr aus der politischen Praxis der DDR bekannt, bevor diese Sprache auch im Westen Gestalt annahm und den Bürgern langsam dämmerte. Und staatliche Überwachung bringt sie nicht aus der Ruhe, mahnende Worte bei Gelegenheit an „Freunde“ müssen reichen.

Selbstverständlich wurde sie beraten, und bei ihrer unbestrittenen Intelligenz ist ausgeschlossen, dass sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht kalkuliert hatte. Der „Koordinator für transatlantische Beziehung der Bundesregierung“ ist derzeit Peter Beyer. Er war zu besichtigen in der „Münchner Runde“ des BR-Fernsehens am 18. April 2018.

Merkel ist Mitglied der Atlantik-Brücke mit engen Verbindungen zum Council on Foreign Relations der USA beziehungsweise dem Atlantic Council. Sie ist Träger der Freiheitsmedaille der USA, genauer der Presidential Medal of Freedom, die eine der höchsten Auszeichnungen der USA ist, verliehen im Jahr 2011 an Angela Merkel. Wofür eigentlich? Hat sie sich dieser Auszeichnung als würdig erwiesen?

Sicher ist, dass die Ergebnisse Merkel‘scher Politik weitgehend mit den US-amerikanischen strategischen Zielen übereinstimmen: Schwächung der stärksten europäischen Wirtschaftsmacht Deutschland zwecks Verhinderung einer euroasiatischen Friedensallianz mit Russland, und Schwächung Europas als wirtschaftlicher Konkurrent der USA insbesondere durch massive Migration. Die Merkel‘sche Politik hat all dies erfüllt.

Angeblich könnte man eine Freiheitsmedaille der USA auch ein zweites Mal verliehen bekommen, für herausragende Verdienste für die USA. Ich schlage eindeutig Angela Merkel für eine neuerliche Verleihung der Freiheitsmedaille vor. Begründung: Zielführende Politik im Sinne der strategischen Ziele der USA.

Frage: Wer eigentlich sind die Dummen? Und welche Bedeutung hat es, dass Angela Merkel geschworen hat, Schaden vom deutschen Volk zu wenden?



Quellen und Anmerkungen:

(1) Daniel Stelter: Die Rechnung. 13 Jahre Merkel – eine Bilanz, Cicero – Magazin für politische Kultur, Res Publica Verlag, Berlin, August 2018, S. 15-25.

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