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Die Abschaffung der Frau

Die Abschaffung der Frau

Einer Feministin aus Norwegen drohen drei Jahre Haft, weil sie auf den biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen hingewiesen hat.

Hassrede?

Christina Ellingsen ist Sprecherin der Frauenrechtsorganisation „Woman‘s Declaration International“ und wurde nach einer Twitter-Debatte mit einem Transgender und biologischem Mann von diesem angezeigt. Der Aktivist definiert sich selbst als lesbische Frau, Ellingsen fragte aber, warum er glaube, „dass Männer lesbisch“ sein können. Es folgte eine Anzeige.

In Norwegen umfasst das Gesetz zu Hassreden seit 2021 auch Geschlechteridentitäten. Nun hat das Gericht zu klären, ob es sich bei Ellingsens Einspruch, die sich auf ein grundlegendes biologisches Prinzip beruft, um „Hassrede“ handelt.

Auch Amnesty International steht auf der Seite des Transgender-Aktivisten. Die NGO hatte Ellingsen zuletzt vorgeworfen, den Aktivisten zu „schikanieren“. In einer TV-Debatte sagte die Feministin: „Du bist ein Mann. Du kannst keine Mutter sein.“

„Biologie ist heutzutage Hassrede. Wir sind direkt auf dem Weg ins Mittelalter“, kommentierte ein Twitter-Nutzer die absurd anmutende Anzeige. Es könnte wirklich so sein.

Angriff auf die Geschlechter

Der Konflikt zwischen Transgender und Feministen wurde zunächst in der USA ausgetragen. Erstmals wirklich populär wurde die Debatte, als die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling gefragt hatte, ob es früher nicht eine eindeutige Bezeichnung für „Menschen mit Gebärmutter“ gegeben habe.

Das Wort „Frau“ ist also umkämpft und soll arbiträr werden. Auch Männer können sich bereits in einigen Ländern als „Frau“ bezeichnen. Für Feministinnen, die erst seit kurzem (also in den letzten 100 Jahren) substanzielle Rechte erkämpft haben, ein massiver Angriff auf die Frau selbst.

Sie stehen aber enorm unter Druck: Die aggressive Diskursführung von Transgender-Aktivsten wird kaum ernst genommen, man beschimpft sie als „transfeindlich“ und versucht die — recht offensichtliche — Kritik zu verdrängen.

Markiert werden die Feministen mit dem Kampbegriff „TERF“ (Trans exclusive radical feminism“). Und auch herrschende politische Kräfte stehen geschlossen hinter der Ideologie. Warnungen, dass die Entwicklung dazu führen würde, dass es in einigen Jahren keine reinen Frauenräume mehr geben würde, werden bagatellisiert.

Donna Krasniqi ist die Speerspitze innerhalb der SPÖ, die sich gegen diese Entwicklung stellt. Doch wie sehr sie innerhalb der Partei unter Druck steht, zeigte ihre emotionale Rede beim SPÖ-Frauentag Anfang Mai.

Nach der Rede wurde ihr von einer Bereichsleiterin Bildung (!) der Arbeiterkammer Wien, Ilkim Erdos, „Profilierungssucht“ und „mangelnder Respekt“ vorgeworfen. Im Juni 2021 nahm die SPÖ einen Beschluss an, wonach jeder Mensch sein Geschlecht selbst bestimmen sollen könnte. In Norwegen scheint man schon noch ein wenig weiter zu sein.

Von Transgender zu Cyborgs statt Frauen und Männer?

Eine bisher noch wenig beachtete Ebene in dieser Debatte, ist die (mögliche) Verbindung zwischen der Ideologie von Transgender und Transhumanismus.

Wenn der Mensch zunehmend nur ein kleines mechanisches Rädchen in der Megamaschine werden soll, also mehr Maschine als Mensch, wäre es nur logisch, seine geschlechtliche Identität aufzulösen. Am Ende stehen weder Männer noch Frauen, sondern nur noch Cyborgs.

Ein Ausgangspunkt dieser Entwicklung könnte Donna Haraways „posthumanistischer“ Text „Ein Manifest für Cyborgs“ aus dem Jahr 1985 gewesen sein. Im Schlusssatz hieß es damals: „Ich wäre lieber ein Cyborg als eine Göttin.“


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Beitrag erschien zuerst unter dem Titel „‚Männer können nicht lesbisch sein‘ — Feministin drohen drei Jahre Haft wegen Hassrede“ bei tkp.

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