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Der schwierige Mittelweg

Der schwierige Mittelweg

Das offizielle Narrativ zur Coronakrise ist zu Recht für viele unglaubwürdig geworden — dennoch sollte man sich vor zu einfachen alternativen Erklärungsmodellen hüten.

Wem es auch so geht wie mir, dem wird Mattias Desmets Buch „The Psychology of Totalitarianism“ eine willkommene neue Perspektive eröffnen. Denn es ist ein wichtiger Versuch, diese Erklärungslücke zu schließen. Es macht plausibel, warum es so etwas wie ein koordiniertes Massenphänomen wie die große Gruppe der Gläubigen geben kann, ohne dass im Hintergrund irgendwer diese Bewegung orchestriert. Das Modell sieht, kurz gefasst, folgendermaßen aus:

Das Modell

Wenn irgendetwas im Hintergrund operiert, dann ist es eine herrschende Hintergrundideologie. Man kann sie, je nach Neigung, den Szientismus nennen — also die Wissenschaftsgläubigkeit; oder das mechanistische Weltmodell — die Vorstellung, dass die Welt und wir selbst wie eine Maschine funktionieren; oder den materialistischen Naturalismus — die Idee, dass der Materialismus und die wissenschaftliche Erforschung der Materie ausreichend sind, um die Welt zu verstehen.

Wenn wir aber uns selber und die Welt nur noch als Maschine begreifen, die per Zufall aus dem Nichts in die Existenz katapultiert wurde und sich nun per Zufall irgendwie vor sich hin entwickelt, dann ist die logische Konsequenz, dass wir alle Störungen, Fehler oder Krankheiten als mechanische Fehlsteuerungen begreifen, denen man wiederum nur durch mechanische Prozesse entgegenwirken kann: social, political oder medical engineering, also sozialwissenschaftliche, politische, oder medizinische Eingriffe. Das wiederum führt dazu, dass man immer mehr Kontrollprozesse einbauen muss, im Sozialen, im Medizinischen, im Politischen, damit man Entgleisungen frühzeitig entdeckt und Fehler zurückverfolgen kann. Dann wird die ingenieurtechnische Qualitätssicherung zur Doktrin.

Diese Ideologie des universellen Steuerns und Kontrollierens führt am Ende mit dialektischer Perfidie genau zum Gegenteil dessen, was man anstrebt, nämlich nicht zu einem besseren Leben, sondern zu einer totalitären Gesellschaft.

Daher heißt das Buch auch „Psychologie des Totalitarismus“. Aus diesem Grund werden wir uns in Zukunft fragen müssen, was wir wollen. Wenn wir Sicherheit und Schutz vor allen Gefahrenlagen des Lebens vom Staat fordern, dann ist der Preis die totalitäre Kontrolle und damit weitgehende Aufgabe von Freiheit. Wenn wir das nicht wollen, müssen wir lernen, mit Unsicherheiten zu leben und Gefahren zu ertragen. Das Geschenk ist Freiheit.

Die Ideologie des Naturalismus hat sich seit Beginn der Aufklärung immer mehr verbreitet und beherrscht die Gehirne und Herzen vieler Menschen, vor allem in wichtigen Positionen in der Wissenschaft, der Politik, der Wirtschaft, den Medien und vielleicht sogar in den Religionen. Sie führt dazu, dass Menschen sich immer mehr als vereinzelte Atome in einer Welt ohne Sinn und Ziel fühlen. Dadurch entsteht Angst. Diese Angst hat aber kein Ziel, sondern liegt bloß. In der Psychologie sprich man von „frei flottierender Angst“. Sie führt zu Frustration und Aggression. Wenn das bei einer großen Zahl von Menschen der Fall ist, dann wird sich diese Angst immer wieder ein neues Objekt suchen, auf das sie sich richten kann: Terroristen, Islamisten, Ausländer, Klimakatastrophe — oder eben Pandemie.

In einer solchen Situation entstehen Selbstorganisationsprozesse, die relativ rasch zu neuen Strukturen, neuen Mustern und neuen Ordnungen führen — das „New Normal“ — die dann auf einmal sehr folgerichtig erscheinen. Diese Selbstorganisationsprozesse scheinen so gut koordiniert zu sein, dass man es sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass sie von selber entstehen. Sie entstehen aber in der Tat von selber. Gegen Ende seines Buches stellt Mattias Desmet ein paar schlagende Beispiele aus der Chaostheorie vor, die erläutern, wie so etwas funktioniert.

Und nun geschieht etwas Wichtiges: Die vormals atomisierten Individuen, die jeder für sich in einer sinnlosen und leeren Welt vor sich hin dümpelten, fühlen nun plötzlich einen neuen Sinn. Sie fühlen neue Zielstrebigkeit. Und vor allem: Sie fühlen neue Verbundenheit mit anderen. Alle sind darin vereint, diese neue Bedrohung zu bekämpfen, und es entsteht etwas, das sie lange nicht empfunden haben: das Gefühl der Zugehörigkeit, der Verbundenheit, der Solidarität mit anderen.

Dies wiederum führt dazu, dass sich die Ingroup der Gläubigen, ähnlich wie die Mitglieder religiöser Gruppierungen oder politischer Parteien, nach innen gut fühlen und nach außen abgrenzen: gegen die anderen, die Heiden, die Ungläubigen, die Skeptiker und Zweifler. Deren Argumente, Bedrohung gegen das neu entstandene Weltbild, werden also entwertet, finden kein Gehör mehr, dringen nicht mehr durch die Kanäle der Berichterstattung der Mainstream-Medien, sondern müssen sich Nebenkanäle suchen.

Die Konsequenz

Das führt nun zur sichtbar gewordenen Spaltung der Gesellschaft. Meistens sind die Gläubigen in der Mehrheit. So war es auf jeden Fall in der Coronakrise. Politiker haben ein gutes Gespür für den Wunsch und die Bedürfnisse der Mehrheit. Sie spüren förmlich deren Wunsch nach neuen Regularien. Und kommen ihm nach. Die Politiker sind also nicht die Treiber, sondern die Getriebenen, weil sie versuchen, den Wunsch der Mehrheit zu erspüren und entsprechend zu handeln. So entstehen Lockdown, Maskenpflicht, überhöhte Hoffnung auf die Wirkung von Impfungen und anderen therapeutischen Interventionen.

Die absurdesten Maßnahmen werden weitergepflegt, nur weil sie eben helfen, die Angst in Schach zu halten und weil sie sich aus dem Narrativ ergeben, das nun der Welt einen neuen Sinn verleiht. Gegenargumente werden ausgeblendet und Gegner, die Zweifler und Skeptiker, werden entmenschlicht.

Das konnte man an vielen Orten in den sozialen Medien besichtigen. Die Sprache entgleist sogar bei sehr distinguierten Menschen.

Es führt auch dazu, dass die Mehrheit gegenüber Nebeneffekten blind wird, zum Beispiel den Kollateralschäden, die die Abwehrmaßnahmen gegen die Infektion angerichtet haben, gegenüber den Impfnebenwirkungen, die nicht einmal genannt werden dürfen, geschweige denn untersucht, wenn man seinen Stand in der Gruppe der Gläubigen nicht verlieren will. Es führt dazu, dass die Unmenschlichkeit, die hier zutage tritt, geflissentlich übersehen wird.

Und man übersieht vor allem, dass diese ganzen Wirkungen und Nebenwirkungen von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen, erwünscht und unerwünscht, im Grunde schon immer im Narrativ des Naturalismus angelegt waren. Wenn ich nämlich die Welt und mich selber als seelenlose Maschine und als biologischen Automaten sehe, dann kann ich gar nicht anders als einer Optimierung durch Technokratie zustimmen.

Und so sind die Herrschaft der Experten, die Technokratie und mit ihr der Totalitarismus die logische Konsequenz nicht nur dieser zugrunde liegenden Ideologie des Naturalismus oder Mechanismus, sondern auch notwendig, um die so entstandenen Krisen in den Griff zu bekommen. Denn Naturalismus impliziert technokratisches Management von Problemen. Wo etwas als Mechanismus verstanden wird, muss man eingreifen, wenn der Mechanismus entgleist.

Insofern ist dies ein Teufelskreis: Die Ideologie des materialistischen Naturalismus entfremdet die Menschen von sich und der Natur und beschwört so durch die entstehende Angst und Vereinzelung psychologische Not herauf. Diese richtet sich auf das nächstbeste Bedrohungsgeschehnis und zwingt die politisch Handelnden zu totalitärem Durchgriff. Dieser totalitäre Durchgriff führt zu einer stärkeren Befestigung des zugrunde liegenden Denkens und damit zu einer Weiterführung genau dieser Denkweise, die die Probleme erzeugt.

Totalitarismus ist also die notwendige Folge eines rein mechanistisch-materialistischen Verständnisses der Natur, um es auf einen Punkt zu bringen. Es ist wichtig, Diktatur und Totalitarismus zu unterscheiden. Darauf verwendet Desmet viel Sorgfalt. Nur so viel: Diktatoren geht es nur um die Befestigung der eigenen Macht. Sie hören auf mit Willkür, sobald diese Macht gesichert ist. Die Gewalt richtet sich nur gegen die Opposition. Totalitarismus jedoch kann auch in einer Demokratie herrschen. Er strebt den Durchgriff zunächst auf das Problem an, dann aber auch auf die Bevölkerung, die bei diesem Durchgriff möglicherweise im Wege steht. Alle sollen am Ende der Ideologie untertan sein.

Das Besondere in dieser Krise ist es nun, dass es zum ersten Mal die ganze Welt in diesen totalitären Strudel gezogen hat, weil eben der Naturalismus zum dominanten neuen Narrativ geworden ist, nachdem die großen religiösen Erlösungsnarrative, zumindest im Westen, abgedankt haben.

Und ich füge in Klammern hinzu — Desmet sagt dazu nichts: Die Tatsache, dass die offiziellen christlichen Kirchen in diesem Corona-Mainstreamnarrativ gefangen waren, zeigt, wie tief auch sie schon mit dieser mechanistisch-naturalistischen Ideologie eingefärbt sind.

Die Quellen

Desmet führt als Hauptgarantin seiner Ideen Hannah Arendt an. Die Politikwissenschaftlerin und Heidegger-Schülerin war ja bekanntlich eine Hauptanalystin der Nazi-Ideologie und hat in ihrer Analyse des Totalitarismus des Nationalsozialismus gezeigt, wie vergleichsweise wenige Menschen die Massen verführen konnten. Die Anführer eines solchen totalitären Regimes sind genauso unter Hypnose, wie sie die Massen hypnotisieren. Desmet zeigt an historischen Beispielen — dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus — wie diese Prozesse funktionieren. Wie anfangs vergleichsweise wenige ganze Massen in ihren Bann ziehen, zu einer neuen Organisation führen und am Schluss einen totalen Einfluss haben können. Auch wenn Nationalsozialismus und Stalinismus gleichzeitig Diktaturen waren, so waren in diesen Regimes die totalitären Strukturen die zentralen Mechanismen. Und weil diese Mechanismen unabhängig von der politischen Ordnung funktionieren — in Diktaturen, Monarchien und Demokratien gleichermaßen — darum kann es eben auch sein, dass in unserer „freien, westlichen Demokratie“, wie wir sie nennen, totalitäres Denken und Handeln Platz greift.

Die Lösung

Wie kann man in einer solchen Situation handeln? Die Lösung kann auf keinen Fall Gewalt sein. Auch nicht mit gleicher Münze zurückzuzahlen und mit ähnlichen sprachlichen Entgleisungen reagieren, wie die Gegenseite, die man überzeugen will. Die Lösung ist: Sprechen. Worte lösen eine Hypnose aus. Worte können sie auch wieder lösen. Durch Reden, Schreiben, Diskutieren, ob in der Öffentlichkeit, zu Hause oder am Arbeitsplatz.

Denn: Man kann davon ausgehen, dass allenfalls ein harter Kern von vielleicht 30 Prozent der Bevölkerung zu den wirklich Gläubigen gehören. Vielleicht 40 bis 50 Prozent sind eher Mitläufer. Sie machen mit, weil sie dazugehören wollen, weil sie nicht auffallen wollen, weil sie keine andere Lösung sehen, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben, oder weil sie sich Vorteile versprechen.

Sie wissen sehr wohl, dass das Mainstreamnarrativ brüchig ist. Diese Leute kann man erreichen und auch durch gute Argumente überzeugen. Wenn sich nämlich die Gruppe der Skeptiker vergrößert, dann dreht sich auch der Wind.

Bewertung

Ich finde diese Analyse sehr luzide und hilfreich. Denn mit ihrer Hilfe gelangt man zwischen dem Strudel der Verschwörungstheorien und der Klippe der offenkundig unbrauchbaren Erzählung des Mainstreams heil ins Offene. Sie erläutert am Ende gewissermaßen auch ihre eigene Basis, indem sie den Raum für eine weitergehende Fassung unserer Vorstellung vom Menschen und der Wissenschaft aufzeigt. Das hat viel Ähnlichkeit mit dem, was ich in meinem Galileobericht dargelegt habe. Denn was wir benötigen, ist eine klare Entlarvung des naturalistischen Narrativs als das, was es ist: als Ideologie oder postmoderne materialistische Religion (1). Dagegen muss man nichts einwenden, solange klar ist, dass es sich um eine Glaubenshaltung und Religion handelt. Es herrscht schließlich Religionsfreiheit. Wenn diese neue Religion aber im Gewande der Wissenschaft daherkommt oder wenn die Ideologie sogar als Wissenschaft verkauft wird, ist es ein Etikettenschwindel.

Es ist kein Modell, das alles erklärt. Ich persönlich kenne auch Menschen, die das Mainstreamnarrativ für richtig halten und bei denen ich kaum soziale Isolation oder existenzielle Angst, Frustration oder Aggression verorten würde. Es spielen sicherlich noch andere Prozesse eine Rolle, warum einzelne Menschen sich von dieser Massenbewegung mitnehmen lassen. Dass die genannten Voraussetzungen zu Massenbildungen Anlass geben, scheint mir sehr einleuchtend. Dass Massen und große Gruppen, wenn sie einmal zusammengefunden haben, einen starken Sog ausüben, kann man bei jedem Fußballspiel besichtigen. Man müsste im Einzelfall mit Sicherheit sehr viele Motive mitberücksichtigen. Aber das große Bild zeichnet Desmet mit groben Strichen sehr einleuchtend und übrigens auch sprachlich ansprechend. Man würde sich wünschen, dass dieses Buch bald auf Deutsch vorliegt.

Weitere Ideen und empirische Tests

Man könnte die von Desmet geäußerten Ideen auch empirisch testen. Einen solchen Test haben wir vor Kurzem durchgeführt, indem wir untersucht haben, ob die Anzahl der Young Global Leaders, die das World Economic Forum (WEF) im Lauf der letzten 5 Jahre ausgebildet hat (mehr als 2.500), mit der Stärke der Non-pharmaceutical Interventions in den verschiedenen Ländern korreliert (2). Wäre eine WEF-Verschwörung am Werk, so würde man einen Zusammenhang erwarten, und zwar während der ersten Phase der Pandemie. Diesen Zusammenhang sehen wir nicht. Wir sehen nur einen Zusammenhang ab der zweiten Phase, deutlich und statistisch auffällig. Das spricht für mich dafür, dass Desmets Modell besser passt: Das WEF (und andere ihm ähnliche Gruppierungen) dürfte eher wie ein Verstärker oder eine Echokammer funktionieren, in der sich die neue Normalität organisiert und rasch stabilisiert.

Man könnte auch noch einen anderen Test durchführen und dies ist ein Aufruf dazu, dass sich kompetente Experimentatoren dieser Sache annehmen:

Solomon Asch hat nach dem Zweiten Weltkrieg versucht herauszufinden, warum so viele Menschen dieser Ideologie angehangen haben und hat ein berühmtes Wahrnehmungsexperiment durchgeführt, das Desmet in seinem Buch auf Seite 99 beschreibt (3). Er zeigte Versuchspersonen drei unterschiedlich lange Linien. Diese sollten sie in ihrer Länge hinsichtlich einer Referenzlinie beurteilen (Linie 1 in der Abbildung). Eine der drei Linien war gleichlang (Linie C). Eine war länger, eine war kürzer. Die Versuchspersonen wurden in Gruppen zu acht Menschen getestet. Aber nur eine davon war eine echte Versuchsperson. Die anderen sieben waren Mitarbeiter von Asch. Die Versuchspersonen mussten der Reihe nach ihre Einschätzungen abgeben. Die Verbündeten von Asch votierten meist übereinstimmend für eine Linie, die eindeutig zu lang oder zu kurz war. Es gab auch Kontrollversuche ohne Fehlurteile der Verbündeten. Immer am Ende mussten die echten Versuchspersonen ihre Urteile abgeben.

Von den echten Versuchspersonen blieben etwa 25 Prozent standhaft bei ihrer Wahrnehmung und gaben die richtige Antwort, nämlich Linie C. Die anderen 75 Prozent votierten unter dem Gruppendruck für Linie B als gleichlang. Aber wenn man sie fragte, dann war nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der Leute, die Linie B, also die falsche als gleichlang mit der Referenzlinie angegeben hatten, wirklich davon überzeugt, dass B gleichlang wie die Referenz war. Die anderen gaben diese Antwort nur, weil sie nicht widersprechen wollten, waren aber nicht überzeugt.

Es sind genau diese vielleicht 40 bis 50 Prozent, die offen sind für Argumente. Ob Desmets Modell zutrifft, kann man mithilfe einer Wiederholung des Asch-Experimentes oder eines ähnlichen Experimentes testen.

Bild

Abbildung — Die Linien aus Aschs Experiment, aus Desmet (2022), Seite 99

Wenn man den Leuten vorher unseren Fragebogen gibt, den ich unlängst vorgestellt habe und den wir entwickelt haben, um die Nähe zum Mainstreamnarrativ in der Coronakrise zu messen (4, 5), dann würde man erwarten, dass Leute, die das Mainstreamnarrativ unterschreiben, auch in einem solchen Versuch sich der Mehrheitsmeinung leichter anpassen und Leute, die dieses Narrativ nicht unterschreiben, eher bei ihrer Wahrnehmung bleiben.

Fazit

Desmets Modell ist intuitiv überzeugend. Ob es stimmt oder nicht, ist letztlich eine empirische Frage. Auf jeden Fall ist die Lektüre dieses Buches, vor allem für solche, die sowohl am Mainstreamnarrativ als auch an Verschwörungstheorien zweifeln, extrem nützlich. Und ich würde es vor allem all jenen ans Herz legen, die glauben, die eine oder andere Verschwörungstheorie erklärt ihnen die Welt. Sie werden hier eine andere Form der Verschwörung am Werk finden: die einer mächtigen Ideologie gegen das kulturelle Selbstverständnis, das im Abendland und im Westen noch bis vor Kurzem gegolten hat (1).


Mattias Desmet „The Psychology of Totalitarism


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „Ein Mittelweg in schwierigen Zeiten“ auf dem Blog von Harald Walach.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Walach, Harald: Kulturkampf 2.0: Wie deuten wir die Welt und wer ist maßgeblich. Zeitschrift für Anomalistik. 2021; 21(1):185-94.
(2) Klement, Rainer Johannes; Walach, Harald (2022): Is the Network of World Economic Forum Young Global Leaders Associated With COVID-19 Non-Pharmaceutical Intervention Severity? Cureus, 14(10), e29990. doi: https://doi.org/10.7759/cureus.29990.
(3) Asch, Solomon E.: Studies of independence and conformity: I. A minority of one against an unanimous majority. Pschological Monographs: General and Applied. 1956;70(9):1-70.
(4) Walach, Harald; , Ofner, Michael; Ruof, Viviane; Herbig, Marcus; Klement, Rainer Johannes: Why do people consent to receiving SARS-CoV2 vaccinations? A Representative Survey in Germany. BMJ Open. 2022;12(8):e060555. doi: https://doi.org/10.1136/bmjopen-2021-060555.
(5) Walach, Harald; Ruof, Viviane; Hellweg Raffaele: Opinion of German Immunologists on SARS-CoV2 — Results of an Online Survey. Cureus. 2021:e19393. doi: https://doi.org/10.7759/cureus.19393.
(6) Walach, Harald: Kulturkampf 2.0: Wie deuten wir die Welt und wer ist maßgeblich. Zeitschrift für Anomalistik. 2021; 21(1):185-94.

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