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Der Hoffnungsquickie

Der Hoffnungsquickie

Inmitten all des Chaos in der Welt gibt es auch gute Nachrichten, Teil 12 — ein Corona-Special.

Es herrscht die Coronakrise. In den Medien hört man überall von Neuinfektionen, von steigenden Zahlen derjenigen, die an der Krankheit Covid-19 angeblich sterben. Die Freiheitsrechte der Bürger werden eingeschränkt, das gesellschaftliche Leben kommt weitgehend zum Erliegen. Doch abseits von all den negativen Schlagzeilen bringt dieser weltweite Ausnahmezustand auch Gutes mit sich.

Saubere Luft

So sind Emissionen von Treibhausgasen und schädlichen Abgasen bereits signifikant gesunken. Und das nicht nur in China und Norditalien, sondern auch bereits in Deutschland. Das Coronavirus hat damit bereits jetzt mehr im Kampf gegen den Klimawandel beigetragen, als jedes Klimapaket der Bundesregierung, das jede wirkungsvolle Maßnahme auf den Sankt Nimmerleins-Tag verschoben hat.

Soldaten nach Hause

Auch das für dieses Jahr geplante Großmanöver der NATO Defender 2020 wurde aufgrund von Corona vorzeitig abgebrochen (1, 2). Statt wie geplant 37.000 Soldaten aus 18 Ländern zwecks „Abschreckung“ an die russische Grenze zu verlegen, wird nun bereits über eine Rückverlegung amerikanischer Truppen gesprochen. Das Manöver wäre das größte Militärmanöver seit 25 Jahren gewesen und zielte einzig und allein auf Russland.

Empathische Gesellschaft

Videos zeigen Italiener, die miteinander auf ihren Balkonen singen. Auch in Deutschland schloss sich die Nachbarschaft einer Straße zusammen, um ihre Verbundenheit mit den Italienern zum Ausdruck zu bringen, und sangen für diese in einem Video-Clip „Bella ciao“. Das Video wurde nach acht Tagen bereits über 678.000 Mal angeklickt und über 2.700 Mal kommentiert (Stand 24. März 2020).

Bei einem deutschlandweiten Aufruf in Medienberichten regionaler Zeitungen, sich als freiwilliger Helfer zwecks Unterstützung des Krankenhauspersonals bei der Kinderbetreuung registrieren zu lassen, wurden die Erwartungen bezüglich der Hilfsbereitschaft der Bürger bei Weitem übertroffen (3).

Auch an Künstler, Kreative und andere Freiberufler richtet sich solidarisches Engagement, um die Existenzbedrohungen, denen sie durch die Krise ausgesetzt sind, abzumildern. Ein Beispiel ist die Petition, die auch für diese oft ohnehin prekär lebende Berufsgruppe staatliche Hilfen einfordert. Denn das Absagen aller kulturellen Veranstaltungen trifft diese unmittelbar und hart, zumal für sie im Fall einer Quarantäne auch die gesetzlichen Regelungen für einen Verdienstausfall nicht gelten. Ein weiteres Beispiel ist eine Jobbörse für Künstler und Künstlerinnen zur Betreuung von Kindern.

In den vergangenen Tagen der Ausgangssperre erlebe auch ich in meiner Nachbarschaft auf Mallorca ein Aufflammen des menschlichen Bedürfnisses nach Zusammenhalt. Während ich diese Zeilen schreibe, applaudieren draußen Menschen auf den Balkonen und an den Fenstern einer Nachbarin, die dort jeden Abend pünktlich um 20 Uhr ihr kleines Programm zum Besten gibt. Sie macht laut Musik, animiert per Mikrofon und hat eindeutig ein Talent, Menschen zum Lachen zu bringen.

In den Supermärkten sind die Menschen entspannt und drehen nicht durch. Auch tagsüber herrscht allgemein eine friedliche, ruhige Stimmung: Die Vögel zwitschern. Eltern spielen mit ihren Kindern auf den Terrassen. Der Polizist, der mich auf dem Weg zu meiner Therapeutin dieser Tage an der Bushaltestelle fragend kontrollierte, wo ich hin möchte, war freundlich und lächelte. In sozialen Netzwerken macht ein Video die Runde, in dem die Polizei in einem Dorf aus ihren Streifenwagen steigt und für die Anwohner ein Lied zum Besten gibt .

Wir alle sind Menschen und wir alle erleben gerade zusammen länderübergreifend wie groß unser Bedürfnis nach Gemeinschaft, Solidarität und Vertrauen ist. Freunde aus Frankreich und Deutschland berichten mir ähnliche Erlebnisse aus ihrer Nachbarschaft. Mögen wir dieses Feld der zwischenmenschlichen Wärme weiter stärken — jeder von uns kann dazu seinen Beitrag leisten. Halten wir vor allem auch nach dem Ausnahmezustand weiter zusammen, um diese Krise als Chance für einen grundlegenden Wandel in unserer Lebensweise und Gesellschaft zu nutzen und gemeinsam für unsere Grundrechte einzustehen, bevor der Ausnahmezustand zur Gewohnheit wird.


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Quellen und Anmerkungen:

(1) Corona-Gefahr NATO bricht „Defender 2020“-Manöver in Europa ab, Mitteldeutsche Zeitung, zuletzt aufgerufen am 19. März 2020, 19.42 Uhr

(2) Großmanöver „Defender Europe 20“ endet vorzeitig, FAZ Online, zuletzt aufgerufen am 19. März 2020, 19.41 Uhr

(3) Pressemitteilung von Yoopies am 19. März 2020, sonst kostenpflichtiger Service, der jetzt kostenlos angeboten wird, in einigen Regionen wird weiterhin dringend nach Hilfe gesucht. Weitere Informationen.

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