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Der furchtlose Vorläufer

Der furchtlose Vorläufer

In dekadenten und materialistischen Zeiten, in denen der Wille zur Ohnmacht vorzuherrschen scheint, kann die Philosophie Nietzsches für uns eine Inspiration sein.

„Carcasse, tu trembles? Tu 
tremblerais bien davantage si 
tu savais où je te mène“
― Turenne (1).

Dieses Motto, sich seiner eigenen Schwäche bewusst zu sein und doch jede Verängstigung zurückweisend, die immer bei einer Konfrontation mit etwas Neuem auftaucht, hat Friedrich Nietzsche seinem fünften Buch der „Fröhlichen Wissenschaft“ mit dem Titel „Wir Furchtlosen“ vorangestellt. ― Wenn ich wüsste, wohin mich das führt, was ich nun gedenke zu schreiben, würde ich zittern. Ich fühle, dass Nietzsches Geist uns eine Passage in eine neue Zeitlinie weist. Den Schiller’schen Geist hat man uns in den vergangenen hundert Jahren nicht rauben können, obwohl dies nicht unversucht blieb.

Den subversiven Geist Nietzsches dagegen hat man uns gleich genommen, ist er doch durch seine leidenschaftliche Mißverständlichkeit leichte Beute diabolischer Ideologien. Aber er schillert durch die Gitterstäbe des müden Panthers hindurch und lässt sich ganzheitlich, heilsam, spielerisch und friedfertig erneut entfachen. Diese Reinigung und Richtigstellung kann zur Klärung der aktuellen Situation beitragen. Trotz des Ernstes der Lage lasse ich mich vom schöpferischen Geist Nietzsches zu einer Assoziationskette beflügeln.

Meine Annäherung an Friedrich Nietzsche ist vollkommen intuitiv, denn er gehört zu den Denkern und Dichtern unserer Sprache, die mich derart anfassten, dass ich ihn immer wieder von mir fernzuhalten versuchte. Jedes seiner Worte löst in mir aufwühlende Gefühle und Assoziationskaskaden aus, so als wenn er an einer Schicht der Weltenseele kratzt. Da er derart unendlich viele Worte zu herausfordernden Textkolossen auftürmte, muss ich assoziativ fragmentarisch vorgehen und widme mich seinem Geist, der doch inkognito in mich gefahren ist, wie ich nun merke. Besonders bedanke ich mich bei ihm für diese schier unendliche, leidenschaftliche Liebe zur Sprache selbst, die er mit Proust-Joyce’scher Genauigkeit als Leitfaden seiner Recherchen selbst deklinierte und hinterfragte.

Dass ich mich als reine Nietzsche-nicht-einmal-Amateurin, sondern -Dilettantin hier zu diesem Thema zu Wort melde, ist, wie mir scheint, weil es uns kollektiv an nietzscheanischem Geist fehlt ― jetzt. Wir haben das kritische Denken der Political Correctness preisgegeben, die uns heute gesundheitsdiktatorisch als Strick um den Hals gelegt wird. Jetzt wo dieser Strick zugezogen wird, haben wir definitiv die Aufgabe, Stopp zu sagen und uns zu weigern. Ein Hinterfragen ist hier gefragt.

Kein Mensch scheint zu bemerken oder gar daran zu denken, dass dieses Weltbild, das Ende des 19. Jahrhunderts zu Nietzsches Zeit installiert wurde, sich seit geraumer Zeit im freien Fall befindet ― aus Mangel an Beweisen. Es stand längst ein Paradigmenwechsel an, der uns aus den Fängen der falsch verstandenen Identifikation mit der Materie befreite. Und leicht wird vergessen, dass auf diesem schwankenden Boden auch die heute etablierten Maßnahmen fußen ― nämlich auf unüberprüften Behauptungen! Keiner denkt daran, dass ein Fehler am Anfang der Rechnung letztendlich zu einem falschen Ergebnis führt. Der Rechenweg wurde nicht mehr hinterfragt und seitdem laufen alle Sequenzen auf diesen Behauptungen ohne Kontrollversuche.

Der Corona-Terror lässt alle Ansätze einer Bewusstseinsrevolution scheinbar in kollektive Angststarre und Amnesie verfallen. Innerhalb eines Jahres mutierten schier alle Selbstdenkenden ― so auch Wissenschaftler, Ärzte und andere kluge Menschen ― zu willfährigen Obrigkeitssklaven. Sie nennen das perfiderweise „solidarisch sein“!

Die getroffenen Maßnahmen haben rein gar nichts mit gesundem Menschenverstand oder überhaupt etwas mit Gesundheit zu tun. Ein Polizist, der eine Frau vom Fahrrad reißt und schlägt, hat nichts mit „Gesundheit“ zu tun. Sein Handeln ist schlichtweg ein Akt des „Staatsterrors“ und das nicht etwa in einem „Schurkenstaat“, sondern in Deutschland.

Als ob die sogenannten Autoritäten, die uns diese Maßnahmen aufdrücken je das Menschliche und wirklich Mitfühlende im Sinn gehabt hätten: Pharmafirmen vorstehende Menschen, die auch bereit sind, das Leben eines Großteils der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen (wie so oft); Regierungsdarsteller, die seit jeher Lügen als Impulsgeber für Kriege und diktatorische Maßnahmen einsetzen (unsere jüngste Geschichte ist gespickt von solchen False-Flag-Operationen, von der Schweinebucht-Invasion über den Pinochet-Putsch, den Jugoslawien- oder Irakkrieg ― die Liste lässt sich bis heute verfolgen); Psychopathen, die in unserem technokratischen System immer am Machthebel sitzen, weil wirkliche Menschen (Lichtwesen), die Humanismus nicht transhumanistisch interpretieren, diese unmenschlichen Verhaltensweisen nicht aushalten und daher keine Karriere machen.

All das war uns bereits bekannt und wurde auch benannt. Und dann kam die ultimative (in Szene gesetzte) „Krise“, die nun all diese Erkenntnisse hinweg fegen soll ― „wegen eines Virus ganz neuen Typus“. … Friedrich Nietzsche würde in den sozialen Netzwerken toben und seinen Kollegen Richard David Precht in Grund und Boden brüllen, nein messerscharf argumentierend exekutieren. Ganz zu schweigen von einem Christian Drosten, der es wagt, Schillers Geist in den Dreck zu ziehen, mit seiner Bemerkung, Friedrich Schiller hätte auch Maske getragen.

Uns fehlt es an der nietzscheanisch bewährten Beweglichkeit, das aktuelle Weltbild mutig zu hinterfragen. Das geht nicht mit Friede, Freude, Eierkuchen, sondern erfordert Verve, Klarheit, Mut.

Und diesen Mut können und müssen wir unter anderem bei Nietzsche wiederfinden. Er wusste oft nicht, wohin seine Gedanken führen würden, und in vielem widersprach er sich, aber er suchte mit Unbedingtheit, Verbindlichkeit und Begeisterung nach Wahrheit. Und er suchte Gott.

Inzwischen ist ein weiterer Gott tot, der Gott der materialistischen Wissenschaft, die damals zur Zeit Nietzsches aus der Taufe gehoben wurde.

Nietzsche war unerbittlich und verfolgte mit seinen agilen Wortkaskaden Götzen, Lügen, Halbwahrheiten mit Absolutheitsansprüchen. Er wusste, all dies hält uns davon ab, Menschen zu sein ― und ich würde sogar sagen: Übermenschen zu sein. Denn das, was übermenschlich ist, ist das, was wir eigentlich als menschlich bezeichnen: über den materialistischen Maschinenmenschen hinauszugehen und das Übernatürliche als natürlich anzunehmen.

Ein echter Mensch wäre demnach derjenige, der sich aus den Fängen der begrenzenden Weltbilder befreit hat und sich der Multidimensionalität des Kosmos bewusst ist, ja seine eigene Anbindung zum Göttlichen durch wirkliche „Religio“ = Rückverbindung zur Quelle praktiziert und damit seine über menschlichen = göttlichen Fähigkeiten übt und ausübt, um sozusagen den natürlichen Transhumanismus, statt den technoiden zu fördern.

Das ist der „Wille zur Macht“. Wir müssen schon wollen. „Dein Wille geschehe“ deutet an, dass dieser göttliche Wille nicht aufoktroyiert, sondern nur aus freien Stücken verwirklicht werden kann. Der göttliche Wille ist Liebe ― und Liebe ist nur frei willig. Unser freier Wille zählt, unsere innere Ausrichtung des Geistes. Mit unserem Willen ebnen wir den Wundern den Weg, um die wir bitten.

Auch der seinerzeit mit dem darwinistisch materialistischen Weltbild vorliebnehmende Nietzsche sprach dem Menschen den freien Willen durch seinen „Willen zur Macht“ zu. Dieser wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts von der materialistischen Wissenschaft abgeschafft, zur Hyperaktivität im vorderen Hirnlappen deklariert und degradiert. Das hatte ich in der Schule in den Achtzigerjahren zu lernen. Intuitiv lehnte ich das damals schon ab. Ich war zwar verwirrt über das „Nichts“, aus dem wir entstanden sein sollten und wo ich doch Fülle wahrnahm. Aber diesem Determinismus ging ich nicht auf den Leim. Erst als ich als „Erwachsene“ anfing zu meditieren, öffnete sich der Kosmos der Multidimensionalität und das Unsichtbare wurde klar, erlebbar, erfahrbar ― das, was Nietzsche umschreibt, greifbar.

Seinerzeit starb ihm, Nietzsche, der dogmatische Gott mit Absolutheitsansprüchen der monotheistischen Religionen, heute stirbt der Gott der einseitigen Wissenschaft, der hoch technisierten Wissenschaft der Spaltung mit Gewinnerzielungsabsicht, die keinen Sinn für das Lebendige hat.

Dafür ist sie zu gewalttätig, zu grob. Der feine Hauch des Bewusstseins zerfällt angesichts solcher inadäquaten Erforschungsmethoden, macht sich aus dem Staub (2).

Nietzsche hatte bei allem Konfusionspotenzial schon einen guten Pfad eingeschlagen: Alles ist schon da und muss nur ausgedrückt werden. Im Formulieren wird es Wirklichkeit. Schöpfend ist man dem Schöpfergeist auf der Spur, stößt dabei an die Grenze des Sagbaren und erweitert die Forschung um das Erfahrbare, so wie es die Quintessenz westlicher und östlicher Forschungsformen eröffnet.

Heute führt sich der Gott der materialistischen Wissenschaft selbst vor mit seinen absurden und vollkommen übertriebenen Maßnahmen, die niemals der Gesundung und Wertschätzung des Lebens dienen, sondern dem Gegenteil. Es stirbt jetzt endlich der Gott der (Kern)Spaltung, der alles in seine Einzelteile zerlegen muss, um sich zu erklären, und doch nichts preisgibt. Dieser Gott stirbt an Herzlosigkeit.

Wiedergeboren wird die multidimensionale Wirklichkeit, die uns wie ein freudevolles Kind unter der Tischdecke der Fiktion unversehrt strahlend empfängt und mitnimmt auf die Reise durch das Paradies, das inwendig in uns ist. Dieses Kind lädt uns ein zu tanzen, die Spaltung in Grund und Boden zu tanzen.

Auch Nietzsche war dem tanzenden Gott nicht abgeneigt:

„Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.
Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich: es war der Geist der Schwere – durch ihn fallen Dinge.

Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere tödten!

Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestossen sein, um von der Stelle zu kommen.
Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich“
(3).

Nietzsche lehrte uns das bewegliche Denken, er ließ uns teilhaben an seinen Gedankengängen als schöpferischen Vorgang. Er hatte weder Denkverbote noch Absolutheitsanspruch, rannte gegen alle Formen der Dogmen an. Seinerzeit waren die Dogmen der neuen Religion materialistische Wissenschaft und darwinistische Evolutionstheorie noch nicht so sichtbar wie die der Machtinstitution „Kirche“. Heute würde Nietzsche sie zelebrierend in der Luft zerreißen. Jedenfalls stelle ich mir das als Konsequenz seiner Bestechungslosigkeit so vor, denn er hätte auch damals Teil des Klubs sein können, war es aber offenkundig nicht. Zwar war er gegen den monotheistischen Absolutheitsanspruch, aber nicht anti-religio, nicht gegen das Glauben an sich. Oder anders gesagt: Nietzsche war nicht dem tiefen Glauben an das göttliche Ganze abgeneigt, das er durch sein ganzes Werk hindurch zu suchen scheint.

„Glauben führt zu vermehrtem Wissen.“
― Eugen Rosenstock-Huessey

Etwas mehr nietzscheanische Wildheit würde uns heute guttun. Dieses unerbittliche, penible, aber konstruktive Ringen nach der Wahrheit und dem Göttlichen.

Etwas mehr schöpferisch konstruktive Skepsis, die vor Begeisterung für das Lebendige sprudelt, könnten wir heute, da uns suggeriert wird, wir befänden uns in einer globalen Versklavung und sterilen Pharmadiktatur, benötigen. Vielleicht ist gerade jetzt dieses impulsive Element das, was uns wachrüttelt und wieder in Schiller’sche Klarheit denken lässt. Denn es braucht, um all diese massiv implementierten Papiertiger in sich zusammenfallen zu lassen und dem Krieg in unserem Innen den Boden zu entziehen, das, was der Philosoph Armin Risi den „Radikalen Mittelweg“ nennt. Ihm verdanke ich auch den Zugang zu Friedrich Nietzsche (4). Für den Radikalen Mittelweg benötigt es große innere Klarheit. Sind unsere Synapsen aber derart von Manipulation verklebt, vermag ein apollinisch-dionysischer Geist diesen Schlamm zu lichten.

Friedrich Nietzsche sah die Weltkriege voraus. Doch diese wurden nicht beendet, sondern in unseren Geist verlegt und nun ist es an uns, dass wir diesen Krieg gegen die Menschheitsfamilie beenden, indem wir über das bisherige materialistische Menschenbild hinauswachsen. Er erkannte, dass jeder Krieg letztendlich ein Krieg des Geistes ist. Und so haben wir mehr als hundert Jahre später die Erkenntnis, dass ein Krieg gegen die Menschlichkeit an sich geführt wird und damit auch gegen den göttlichen Funken im Menschen.

Ein Krieg, der uns gänzlich zu Menschmaschinen werden lassen soll. Die längst ― und damals mit Nachdruck ― etablierte Megamaschine läuft inzwischen unabhängig von uns. Sie ist als Natur gegebener Fortschritt in uns eingebrannt. Schon lange erachten wir die immer mehr mit uns verschmelzenden Prothesen als notwendige und sinnreiche Entwicklung, anstatt vom Verbrennungsmotor zur freien Energie der Wertschätzung der Elemente zu wechseln. Wir wollen es nicht wahrhaben, aber vielleicht ist der Krieg, der gerade gegen uns geführt wird, ein Krieg einer Künstlichen Intelligenz (KI). Deswegen ist auch unsere Herzintelligenz so wichtig, denn diese kann nur von „Übermenschen“ erkannt werden.

Die fehlgedeutete Interpretation des „Übermensch“ ist mit schillerschem Geist zu transzendieren in diese schöne Sprache der „Dichter und Denker“. Das ist einer unserer Möglichkeitsräume, jetzt.

„Übermensch“ ist der Mensch, der das begrenzende Bild des in der Dualität gefangenen Menschen zugunsten des veredelten, ganzheitlich bewussten Geistes, der sich über die Rückverbindung (religio) seines göttlichen Ursprungs bewusst wird, transzendiert.

Wir haben die einmalige Gelegenheit, uns jetzt von der Schwere der unerlösten Seelen, die auf der Menschheit lastet, zu befreien, indem wir die Geschichte sich nicht wiederholen lassen ― gerade weil uns die aktuelle Situation an schon Dagewesenes erinnert; indem wir das Spiel der Spaltung, des „Divide et impera“ durchschauen und transzendieren; indem wir nicht mehr mitspielen. Das erfordert ein radikales Umdenken. Radikal will hier sagen: wurzeltief.

Die Bewusstseinsrevolution ist die Ebene, die all diese Machenschaften zu Staub zerfallen lassen kann. Friedrich Hölderlin, der Nietzsche offenbar inspiriert haben muss, sprach von einer „Revolution der Gesinnungen und Vorstellungsarten, die alles Bisherige schamrot machen wird“ (5).

Wem dient die aktuelle Kriegsführung gegen die Menschheitsfamilie mittels eines sogenannten Virus? Um welches Virus/Gift handelt es sich wirklich? Ist es nicht vielmehr das Virus „Angst“, dass uns alle beherrscht? Angst vor dem Leben? Angst vor dem Tod? Angst vor dem Schmerz? Es braucht Ent-Wirr ologen, die mit Schiller’schem Geist die Genauigkeit eines Nietzsche leben. Hier ist der visionäre Biologe Stefan Lanka zu nennen, der heute diese Position einnimmt (6).

Dieser Prozess ist individuell und allgegenwärtig. Er findet in jedem von uns statt. Wir sind die Spezialisten unseres Lebens! Lassen wir uns von niemanden mehr bevormunden, den Mund verbieten! Lassen wir uns von niemandem mehr Schuld in die Schuhe schieben!

Über dieses kollektive Schuldfeld werden wir in Gefangenschaft gehalten. Diese Gefangenschaft wird in uns behauptet und wir ziehen sie uns an. Eigentlich sind wir frei.

Nietzsche wollte, dass wir vom „Du sollst“ zum „Ich will“ übergehen. Das ist dringender denn je. Denn das „Du sollst“ zwingt uns in den Tod. Allein die Selbstverantwortung, die Fähigkeit, selbst Antwort zu geben und Verantwortung für unser eigen Leben zu tragen, fördert das Lebendige.

Als Künstlerin lebe ich täglich Schönheit als Heilung der Spaltung (7).

Schönheit ist mehr als die zur Oberfläche verkommene Ästhetik. Sie ist Verunmöglichung der Spaltung und dessen, was nicht zum höchsten göttlichen Wohl des Ganzen ist.

Schönheit ist Einklang mit der Schöpfung. Schönheit ist tiefe Verbundenheit mit der Quelle allen Seins. Schönheit ist die Antwort auf die Probleme unserer Zeit, denn sie ist auf einer anderen Ebene die gelebte Lösung.

Wir sind diesem Bewusstsein näher als zu Nietzsches Zeiten. Er, Schiller und Hölderlin jubilieren. Sie haben nicht umsonst geschrieben, geforscht, gedacht, gesehnt, gesucht. Jetzt ist der Augenblick, da wir die ganze Lüge loslassen können, weil sie in ihrer groben, fahrlässigen Übertreibung himmelschreiend sichtbar wird, hat man nur Augen zu sehen und Ohren zu hören.

Eine Welt, in der es Denkverbote gibt, ist keine freie Welt. Eine Demokratie, die die Vielfalt der Lebendigkeit nicht verträgt, ist vielleicht gar keine Demokratie. Und was bedeutet Demokratie wirklich? Und wer weiß, vielleicht gibt es ja ein viel gerechteres, lebensbejahenderes und friedfertigeres Konzept des Zusammenlebens, als das, was uns hier serviert wurde. Vielleicht sollten wir, anstatt uns etwas servieren zu lassen, selbstverantwortlich unseren Traum leben, um zur Verwandlung beizutragen ― und wirklich dem Leben dienen.

Lassen wir uns furchtlos und quellverbunden auf die MetAMORphose ein, und das ohne falsch verstandenen Altruismus, sondern mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein. Im Dazwischen liegt das Lebendige. Somit ist Beziehung in Liebe und Wohlwollen das Selbstverständliche und nicht das Außergewöhnliche. Das Bild der MetAMORphose suggeriert die sogenannten Imago-Zellen, die den Gedanken an den Schmetterling schon in sich tragen und sich zu Clustern zusammentun, sodass das Milieu in der Raupe kippt und ein Schmetterling schlüpfen kann. Dafür braucht es nicht die Masse, sondern die Qualität des Bewusstseins. Wir denken mithilfe Nietzsches jetzt den Radikalen Mittelweg „Jenseits von Gut und Böse“, die gelebte spirituelle Ganzheitlichkeit in Freiheit, Frieden, Freude und Fülle.

„Furchtlos bleibt aber, so er es muß, der Mann
 Einsam vor Gott, es schützet die Einfalt ihn,
 Und keiner Waffen brauchts und keiner
 Listen, so lange, bis Gottes Fehl hilft“
― letzte Strophe der Ode „Dichterberuf“ von Friedrich Hölderlin (1802).


Hier können Sie das Buch bestellen: als Taschenbuch oder E-Book.


Quellen und Anmerkungen:

(1) „Du zitterst, Kadaver, weil du weißt, wohin ich dich jetzt führe“, pflegte Marschall Turenne (1611 bis 1675) vor einer Schlacht zu seinem unruhig werdenden Körper zu sagen. Vergleiche: Josef Rattner, Nietzsche - Leben, Werk, Wirkung, Königshausen und Neumann, Würzburg 2000, Seite 118.
(2) Hier sind die sehr weitreichenden Forschungen des Bio-Chemikers Dr. Klaus Volkamer zurate zu ziehen: https://www.rubikon.news/artikel/die-neue-wirklichkeit-2
(3) Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Band 1, Chemnitz 1883, Seite 54.
(4) Armin Risi: Ganzheitliche Spiritualität ― Der Schlüssel zur neuen Zeit, Kapitel 4: Nietzsche: Atheist, Antichrist oder Gottsucher?
(5) Friedrich Hölderlin angesichts des Staatsterrors im Rahmen der Französischen Revolution, Brief an Dr. Johann Ebel in Paris, 10. Januar 1797.
(6) https://eingeschenkt.tv/stefan-lanka/
(7) Isabelle Krötsch: https://www.rubikon.news/artikel/die-kraft-der-kunst
(8) https://armin-risi.ch/Artikel/Philosophie/Jenseits-von-Gut-und-Boese.php

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