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Der Epochenbruch

Der Epochenbruch

Als Folge der gescheiterten US-Politik steht die Welt vor Turbulenzen ungeahnten Ausmaßes.

Blick in die Vergangenheit

Ein kurzer Rückblick in die Vergangenheit lässt uns leichter verstehen, wo wir aktuell stehen, wie es dazu kommen konnte und was das für uns alle konkret bedeutet.

Imperien, also Weltreiche, hat es immer gegeben (2). Als das erste „wahre“ Weltreich, gilt das achämenidische Perserreich. Es erstreckte sich vom späten 6. Jahrhundert vor Christus bis in das späte 4. Jahrhundert vor Christus über die Gebiete der heutigen Staaten Türkei, Zypern, Iran, Irak, Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Ägypten. Der Untergang beziehungsweise die Übernahme ging einher mit den Eroberungen von Alexander dem Großen.

Es folgten die uns bekannten Weltreiche: das Römische Reich, das Arabische Weltreich (Abbasiden-Kalifat/Fatimiden-Kalifat), das Mongolenreich, das Ming-Reich, das Portugiesische Kolonialreich, das Niederländische Kolonialreich, das Osmanische Reich, das Spanische Kolonialreich, das Qing-Reich, das Russische Reich, das Deutsche und Französische Kolonialreich und das Britische Weltreich.

Das letzte Imperium und Weltreich entstand durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Zweifelsfrei hat es sich als Imperium über die letzten Jahrhunderte auf dem Globus ausgebreitet. Gestützt auf seine Währung, den Dollar, eine Militärmacht, mit intriganten Strategien und einem Handelsdiktat (3).

Der sogenannte American Way of Life war von Beginn an nur eine schale, effektheischende Verpackung, die eher der pompösen Fassade eines muffig schäbigen Wild-West-Saloons gleicht. Viel Bling Bling, viel Getöse, viel Fake, viel hui und innen viel pfui.

Der Feind meines Feindes ist mein „Freund“. Heute Freund, morgen Feind. Auf ihr Wort war nie Verlass. Sie zwangen anderen Verträge auf, hielten sich selbst aber nur daran, wenn es genehm war. Unzuverlässig und unberechenbar. Aber genau darauf kommt es an.

Das Mantra des großen Atlantischen Bruders stößt heute auf taube Ohren. Zu oft gelogen, zu oft betrogen, zu oft geklaut, zu oft gemordet. Da verliert auch die Brücke, die Atlantische, ihre Berechtigung. Dollar und Kriege erschaffen eben keinen Frieden.

Konstruktive Erkenntnisse

Nun wäre es zu einfach, den anprangernden Finger auf das Übel und die USA zu richten, wie die Besserwisser bei dem Ei des Kolumbus (4). Veränderung, also Evolution und förderliche Entwicklung kann ja nur erfolgen, wenn man aus den wahren Ursachen der Fehlentwicklungen lernt.

Deshalb genügt es zwar auf der einen Seite, sich einig zu sein, dass Imperien und Weltreiche in der Vergangenheit und bis heute immer entstanden, aber auch immer zerbrochen sind. Es genügt aber nicht, dies als natürlichen Vorgang von „werde und stirb“ ignorant abzutun.

Das größte Weltreich, die Natur, behält seit Milliarden von Jahren ein Gleichgewicht, das uns vor Neid erblassen lassen müsste. Trotz wiederkehrender Klimaerwärmungen, Eiszeiten und sogenannter Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge. Die Erde und die Natur leben noch immer.

Was also haben alle Imperien der Vergangenheit mit dem Imperium der USA gemeinsam und weswegen müssen sie scheitern?

Sind wir jemals auf die Idee gekommen, dass es womöglich die nackte, pure Gewalt ist, die Imperien erst entstehen lassen. Kennen Sie, einmal spontan geraten, ein einziges Imperium, welches NICHT auf Sklaverei, Unterdrückung, Gehorsamszwang und Gewalt aufgebaut wurde?

Natürlich kennen Sie eins, Sie leben darin, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Es ist die Natur. Sie beschenkt uns alle kostenlos mit allem, was es zum leben, entwickeln und wachsen braucht. Eigentum dagegen und Herrschen kennt dieses Weltreich Natur nicht.

Wo stehen wir?

Gehen wir wieder zurück zur Grundlage des US-Imperiums. Der Historiker Mister Alfred McCoy beschreibt es auf den Punkt genau:

„Das amerikanische Imperium war immer eine Kombination aus vergangenen Weltreichen. Es entwickelte eine unverwechselbare Form globaler Herrschaft, die Aspekte vorangegangener Imperien, antiker und moderner, vereinigte. Dieses einzigartige US-Imperium war athenisch in seiner Fähigkeit, Koalitionen unter seinen Verbündeten zu schmieden, römisch in seinem Vertrauen auf Legionen, die Militärbasen in fast allen Teilen der bekannten Welt besetzten, und britisch in seiner Bestrebung, Kultur, Kommerz und Allianzen in einem den ganzen Globus umfassenden System zu verschmelzen.“

Vereinfacht gesagt: Das US-Imperium ist die Essenz vergangener, gescheiterter Imperien. Es basiert nicht auf der Freiheit der Menschen und Völker und schon gar nicht auf dem solidarischen, friedlichen Gemeinschaftsgedanken. Also muss es scheitern. Egal wie wir es drehen und wenden, die Tatsache, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt, ist der bevorstehende Lernschritt.

In Anbetracht des Untergangs des US-Imperiums und dem Wissen, dass Nachfolger längst in den Startlöchern stehen, sollten wir, hier in Deutschland und Europa, jetzt beginnen, eine seit langem überfällige neue Form der Gemeinschaft aufzubauen. Basierend auf Frieden, Freiheit und Gemeinschaft können wir alle jeden Tag daran arbeiten, dass Europa die Quelle für ein neues, unbekanntes, friedliches Miteinander wird.

Auch wenn womöglich China, Pakistan, Indien und Co. noch nicht soweit und gefangen im Kontroll- und Gewaltwahn sind. Es ist jetzt die Zeit für den überfälligen geistigen Entwicklungsschritt.

Leid und Verderben

Halten wir uns vor Augen, was passieren wird. Das US-Imperium wird Europa dazu zwingen, Krieg gegen Russland zu führen. Russland wird tief in Mitteleuropa eindringen, elendig viele Tote, längst vergessenes Leid und Schmerz wird vor unserer Haustür jeden von uns traumatisieren, bis Europa Russland wieder an seine Grenzen von 2018 verweisen wird.

Ein Morden ungeahnten Ausmaßes, welches wir uns sparen können, wenn wir dem US-Imperium nicht mehr folgen (5). Wenn wir den Marionetten des Imperiums in unserem Land ihre Legitimation entziehen. Wenn wir dem Kapital lebe wohl sagen. Wenn wir als Friedensnation in Europa vorne weg gehen und Frieden schließen mit Russland und dem Rest der Welt.

Der bereits angeschossene Dollar (6) wird Ende 2019 spürbar seine Talfahrt fortsetzen und 2020 wird sich das in den USA und weltweit übel auswirken (7). Die für uns elementar dringend wichtige Fragestellung ist, ob wir jetzt beginnen wollen, den ersten Schritt zu tun, um für die künftigen Folgen gerüstet zu sein. Wohl gemerkt militärisch abgerüstet, dafür aber sozial, demokratisch, gemeinschaftlich und volkswirtschaftlich aufgerüstet.

Der derzeitige Versuch der ums Überleben kämpfenden USA, sich die letzten großen Ölreserven illegal und kriegerisch an Land zu ziehen, siehe Venezuela, wird scheitern (8). Die ehemaligen Vasallen der USA in Europa werden versuchen, ihr eigenes EU-Reich aufzubauen, unter der Führung des Finanzkapitals (9).

Wir sind wichtig

Unsere Aufgabe ist es, wie Zellen im Körper, im Kleinen eine sich selbst versorgende Gemeinschaft aufzubauen. Vorne weg zu gehen, um zu zeigen, dass es im Kleinen funktioniert. Und was im Kleinen funktioniert, klappt auch im Großen. Es erfordert Mut, das ehemals angelernte Wissen von seinen Gewalteinflüssen und Scheuklappen zu entkernen. Denn Geld, Zins und unser Eigentumsdenken sind verseucht von Gewalt, Ideologien und Gehorsam.

Wir haben eine Menge zu lernen, denn wirklich basis-demokratisch zu leben, sich in eine Gemeinschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, haben wir weder von Geburt an gelernt, geschweige denn Übung und Erfahrung darin.

Trotz reicher Steuerkassen, werden circa 50 Prozent der Steuereinnahmen für die Staatsführung ausgegeben, über eine halbe Milliarde Euro für ein unsinniges Schloss in Berlin, über eine halbe Milliarde Euro kassieren parteinahe Stiftungen jedes Jahr, Milliarden wurden in Stuttgart 21 und dem Berliner Flughafen verbrannt, Berufspolitiker mästen sich am Steuertopf, Ministerien verbraten Steuergelder für Beraterverträge, und für die Rüstung werden noch mehr Milliarden missbraucht.

Dagegen müssen Erwachsene und Kinder zu Tafeln gehen, Rentner (10) bangen um ihre Zukunft, über 26 Prozent der Deutschen, also über 20 Millionen, leben unterhalb der Armutsgrenze. Global-Player-Unternehmen kassieren Förderungen und Finanzgarantien in Millionenhöhe, reichen aber Gewinne in Höhe von Milliarden Euro am Jahresende an die Finanzschmarotzer weiter. Banken zapfen mit ihrem Zins Billionen von Euro wie eine Melkmaschinen jede Sekunde von Bürgern, Unternehmen und Staaten ab. Personen wie die Quandt-Familie besitzen ein Vermögen von über 33 Milliarden Euro (11), wohlgemerkt geerbt, nicht selbst aufgebaut, wie ihre Vorfahren mit Varta und Häftlingen aus Konzentrationslagern.

Anständige Unternehmer wie Handwerker und Firmen mit bis 50 Millionen Jahresumsatz zahlen Steuern, worüber sich die Global-Player schlapp lachen, weil sie mit Steuervermeidungsmodellen helfen, den Mittelstand auf allen Ebenen auszubluten und raffgierig dazu beitragen, die kleinen Unternehmen vom Markt zu fegen (12, 13, 14).

Arbeitende verkommen als Niedriglöhner und werden bald mit Flüchtlingen um ihre Jobs kämpfen müssen. Kinder verblöden in den Schulen, weil sie auf eine Lebensart getrimmt werden, die jeder natürlichen Lebensweise widerspricht. Wohnungsnot, wo man hinsieht, explodierende Mietpreise und bald könnten 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung sein (15). Und der tief eingebrannte Lebenszweck heißt Arbeit und nicht mehr Entwicklung und Leben.

Was wir tun können

Es ist jetzt, 2019, dringend geboten, dass wir alles, was wir haben, in einen Topf werfen, ganz gleich ob Grundbesitz, Geld oder Fähigkeiten. Denn im Grunde wollen wir glücklich leben, ruhigen Gewissens morgen aufwachen, angstfrei der Zukunft entgegentreten und sicher sein, dass es ein friedliches Morgen geben wird.

  • Es reicht einfach nicht, Bildchen auf Social-Media-Plattformen zu teilen.
  • Es genügt auch nicht, radikalen Parteien ein Kreuzchen zu schenken.
  • Und erst recht reicht es nicht, zu meckern, zu zetern und zu glauben, andere würden es schon richten. In Frankreich stehen Menschen mit gelben Westen auf der Straße, riskieren ihre Gesundheit und ihr Leben für ein freies, gerechtes Leben (16). Und wir, Deutschen, stehen nicht an der Seite dieser Gelbwesten, Völkerfreundschaft verbindend, gemeinsam für die gleichen Sehnsüchte Frieden, Freiheit und Gemeinschaft. Im Gegenteil, wir sehen zu, wie Polizei und Militär am lebendigen „Bürger-Objekt“ in Aufstandsbekämpfung live und in Farbe trainieren können. Wir sind es, die im realen Leben zusammenlegen und arbeiten müssen. Bereit sein, den neuen Weg Stück für Stück zu erobern. Zu lernen, was es heißt, als Gemeinschaft etwas aufzubauen. Wenn Sie mich jetzt fragen: ja, aber wie? Dann kann ich Ihnen helfen.

Werden Sie ungehorsam! Nicht morgen, sondern jetzt!

Ändern Sie Ihre alltäglichen Einkaufsgewohnheiten. Boykottieren Sie Firmen, indem Sie dort keine Produkte mehr kaufen. Verzichten Sie auf Plastik und erkennen Sie, wie schwer das ist. Kaufen Sie ganz konsequent gesunde Produkte aus regionaler Herstellung. Backen Sie Ihr Brot selbst.

Fahren Sie Ihr Auto so lange, bis es den Geist aufgibt oder es faire, soziale Fahrzeughersteller gibt, die verstanden haben, wie man nachhaltige Fahrzeuge baut und die Mitarbeiter fair bezahlt.

Gründen Sie Repair-Shops überall im Land, unterstützen Sie diese Firmen und machen Sie all jenen Feuer unterm Hintern, die Repair-Shops politisch und bürokratisch behindern. Drängen Sie auf eine Funktionsgarantie bei Alltagsgeräten von mindestens 10 Jahren. Oder wollen Sie mir erzählen, dass wir auf den Mond fliegen aber keine Waschmaschine bauen können, welche modular aufgebaut, einfach zu warten ist und keine 20 Jahre halten kann?

Falls Sie Parteimitglied sind, dann treten Sie aus Ihrer Partei aus und engagieren Sie sich in lokalen Gruppen. Boykottieren Sie jede Wahl, denn Basisdemokratie müssen wir in diesem Land erst aufbauen.

Finden Sie Gleichgesinnte aus allen Ebenen unserer Gesellschaft. Gehen Sie wieder auf Menschen zu und erkennen Sie die gemeinsamen Nenner Frieden, Freiheit und Gemeinschaft.

Gründen Sie lokal eine Bürgerstiftung. Nehmen Sie alte Bauernhöfe, privatisierte Stromnetze, Wasserbetriebe, Landwirtschaftsflächen und Betriebe in Besitz, führen Sie diese in die Bürgerstiftung ein. So bleiben diese Volksvermögen auf Ewigkeit.

Bauen Sie eine kommunale, lokale Struktur auf, beziehen Sie alle Menschen in die Gemeinschaft, Arbeiten und Entscheidungen mit ein. Geben Sie Niedriglöhnern, Rentnern und Arbeitslosen eine Aufgabe, bauen Sie lokale Selbstversorgung, eigene Energienetze und Kompensationsstrukturen auf.

Tun Sie einfach so, als hätte gestern der Krieg geendet und bauen Sie neu auf. Zusammen, gemeinsam, demokratisch, friedlich.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.thebalance.com/world-currency-3305931
(2) http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Liste_der_historischen_Weltreiche
(3) https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7866/
(4) https://www.wissen.de/raetsel/was-ist-eigentlich-das-ei-des-kolumbus
(5) https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/inf-vertrag-100.html
(6) https://kenfm.de/dirk-mueller/
(7) https://www.thebalance.com/when-will-the-u-s-dollar-collapse-3305691
(8) https://www.rubikon.news/artikel/der-humanitare-angriff
(9) https://kenfm.de/tagesdosis-23-2-2019-die-waffenbrueder/
(10) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rentner-altersarmut-pensionaere-1.4338169
(11) https://rp-online.de/wirtschaft/stefan-quandt-und-susanne-klatten-das-sind-die-reichsten-deutschen_aid-33474491
(12) https://www.welt.de/wirtschaft/article128247128/Wie-Starbucks-den-deutschen-Staat-austrickst.html
(13) https://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/steueroasen-ikea-hat-steuervermeidung-perfektioniert-/20625158.html
(14) https://kontrast.at/12-firmen-groessten-steuertrickser-eu/
(15) https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/obdachlosigkeit-wohnungslose-sozialpolitik-zuwanderung-wohnungsnot-deutschland-faq
(16) https://kenfm.de/die-gelbwesten-ein-erfahrungsbericht/

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