Zum Inhalt:
Der angestupste Mensch

Der angestupste Mensch

Den Harry-Potter-Romanen können wir entnehmen, welche fatalen Auswirkungen ein Sozialkreditsystem auf unsere Menschlichkeit hat.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert das Sozialkreditsystem wie folgt:

„Das Sozialkreditsystem (englisch ‚social credit system‘) ist ein elektronisches Überwachungs-, Erfassungs- und Bewertungssystem zur Harmonisierung des Verhaltens der Bürger, Behörden und Firmen von China mit den moralischen, sozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Ansprüchen der dortigen Kommunistischen Partei (KP). Es findet ein permanentes Rating und Scoring (‚citizen score‘ beziehungsweise ‚social scoring‘) mit Blick auf die Lebenssituation, das Sozialverhalten oder Verwaltungs- und Wirtschaftsaktivitäten statt. Dabei werden vernetzte Datenbanken sowie Bild- und Tonsysteme in Verbindung mit Big-Data-Analysen und Methoden der Künstlichen Intelligenz eingesetzt.“

Welche Auswirkungen dieses System auf die Menschen Chinas bereits hat, beziffert ein Beitrag der China Daily aus dem Jahr 2017. Menschen, die in diesem Sozialkreditsystem aus dem Raster fallen, landen auf einer Art Blacklist. Dies hatte im Zeitraum von 2013 bis 2017 zur Folge, dass den digital angeprangerten Menschen 2,22 Millionen Mal die Fahrt mit einem Schnellzug und 6,15 Millionen Mal der Flug verwehrt wurde. 71.000 Menschen konnten nicht in Führungspositionen aufsteigen, weil sie auf der Blacklist standen. Infolge der digitalen Brandmarkung wurden Menschen durch chinesische Banken Kredite im Wert von einer Milliarde US-Dollar — in etwa das BIP der Seychellen — verwehrt. Insgesamt befanden sich 6,7 Millionen Menschen — in etwa die Einwohnerzahl Bulgariens — auf dieser Liste. Neben materiellen Einschränkungen hat diese Brandmarkung auch unmittelbare soziale Folgen für Betroffenen. Andere Menschen halten sich fern von ihnen, denn der Kontakt mit den Niedrigbepunkteten kann sich negativ auf den eigenen Score auswirken.

Seit diesem Bericht sind weitere fünf Jahre vergangen und man kann sich nur ausmalen, welche Früchte diese Form der Totalerfassung mittlerweile trägt. Es stellt sich die Frage, was die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) mit dieser Form der Verhaltenssteuerung anstrebt. In ihrem Buch „Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“ deuten die China-Experten Guangyan Yin-Baron und Stefan Baron den Zweck des Sozialkreditsystems folgendermaßen:

„Was hat das Regime in Peking mit diesem modernen System von Zuckerbrot und Peitsche, das nicht nur für die Bürger, sondern auch für Unternehmen und Staatsbedienstete gelten soll, am Ende vor? Will es die Bürger damit vollständig kontrollieren und politisch gefügt machen? Oder ist es das Ziel, damit mehr Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn zu erreichen — und damit mehr gesellschaftliches Vertrauen? Könnte so aus dem ‚Haufen Sand‘, wie Sun Yatsen China einmal nannte, vielleicht sogar endlich ein echtes Gemeinwesen entstehen, Konfuzius‘ Sittlichkeit der Familie sich auch auf die Gesellschaft ausdehnen, die Korruption nachhaltig eingedämmt werden? Vieles spricht dagegen, dass Xi Jinping ein totalitäres Regime wie ein Mao Zedong anstrebt. Er ist nur ein traditioneller, autoritärer, chinesischer Herrscher, der glaubt, dies sei die beste Methode, um die Schmach der Vergangenheit zu tilgen und China wieder zu alter Größe zu führen. Und der sich demselben Dilemma gegenübersieht wie alle Führer des Riesenlandes vor ihm: Lässt er die Zügel locker, droht das Chaos, zieht er sie zu fest an, Stagnation“ (1).

Man sollte sich nun nicht der Illusion hingeben, dieses System bliebe allein auf China beschränkt. Zwar ist es richtig, dass sich das chinesische System im Hinblick auf Menschenbild und Rechtsverständnis grundlegend vom Westen unterscheidet. So steht in China nicht das Individuum im Vordergrund, sondern das Kollektiv, welches darüber hinaus materielle Grundrechte, wie ein Dach über dem Kopf, Essen, Trinken et cetera, über immaterielle Grundrechte, wie beispielsweise LGBTQI+ und Genderismus, stellt (2). Doch seit Beginn der 2020er zeichnet sich unübersehbar ein Trend dahingehend ab, dass Elemente des chinesischen Kulturmodells in den Rest der Welt exportiert werden.

In ihrem vielbeachteten Beitrag „China und der Great Reset“ skizzierte Aya Velázquez die zunehmende Kulturdominanz Chinas, die sich in der global nahezu synchron verlaufenden Adaption des Lockdown-Modells zum ersten Mal in einer unübersehbaren Art und Weise zeigte:

„China propagiert weltweit Lockdowns, um seine Gegner wirtschaftlich zu schwächen und sein eigenes Kulturmodell zu exportieren. Die Transhumanisten und Globalisten rund um das WEF planen den kompletten Umbau der Weltwirtschaft vom neoliberalen, ressourcenintensiven Turbokapitalismus hin zu einem planwirtschaftlich-digitalen Überwachungsstaat zu ihrem Vorteil unter dem Framing „Great Reset“. Als unauffälliges Übergangsinstrument dient ihnen dabei die WHO mit dem China-Lobbyisten Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chinas Lockdown-Propaganda als wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse verkauft. Diese zuvor nicht da gewesene Interessenkonvergenz führt zur absurden Stabilität eines „Neuen Normal“, welches bereits in seinen anfänglichen Erscheinungen unübersehbar totalitär-faschistische Züge trägt. In diesem Prozess scheinen alle Länder China immer ähnlicher zu werden“ (3).

Anhand des geleakten Panikpapiers des Bundesinnenministeriums vom Frühjahr 2020, das aus den Federn der chinaaffinen Autoren Otto Kölbl und Maximilian Mayer stammt, zeigte sich exemplarisch, wie mittlerweile eine Form des Regierens und Nudgings im Westen möglich ist, welches man zuvor nur der KPCh zugetraut hätte (4). Das Sozialkreditsystem bildet hierbei keine Ausnahme.

Verhaltenskontrolle in Europa — Made in China, verhüllt im Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit

Das Sozialkreditsystem ist in Europa auf dem Vormarsch. In einem Beitrag fasst Norbert Häring zusammen, wo in Europa die ersten Pilotprojekte gestartet werden: in Rom, in Wien und auch in Bayern.

Auf den ersten Blick mutet das alles noch sehr harmlos an. Das Ganze läuft projektübergreifend unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Die Stadt Rom beschreibt ihre Belohnungsplattform Citizen Wallet (deutsch: Bürger-Brieftasche) wie folgt:

„Das Citizen Wallet ist eine lohnende Plattform, die tugendhafte Verhaltensweisen von Stadtnutzern fördert, die darauf abzielen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Stadt zu verbessern, im Einklang mit den Zielen der Agenda 2030. (…) Die Nutzung von tap & go® für den Kauf und die bargeldlose Bezahlung von U-Bahn-Tickets als nachhaltiges Verhalten zu fördern, entspricht mehr denn je der Idee einer intelligenten, effizienten und innovativen Stadt, die eine hohe Lebensqualität garantieren kann. “

Belohnt wird, wer etwa den — bargeldlos bezahlten — öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad dem Auto vorzieht. Selbsterklärend muss die dafür verwendete App den Nutzer permanent tracken, um zu errechnen, wie viel CO2 der „tugendhafte“ Bürger durch die alternative Fortbewegung auf Strecke X eingespart hat. So schreibt die Stadt Wien:

„Mittels Motion-Tracking misst die App aktiv zurückgelegte Wege und erkennt automatisch, ob man zu Fuß geht, mit dem Rad fährt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Daraufhin berechnet die App anhand von Daten des Umweltministeriums die individuelle CO2-Einsparung im Vergleich zu einer herkömmlichen Autofahrt. Ein Token soll der Vermeidung von etwa 20 kg CO2 entsprechen. Um so viel CO2 einzusparen, müssen die App-NutzerInnen zirka zwei Wochen lang den täglichen Arbeitsweg zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Löst man einen Kultur-Token für eine bestimmte Veranstaltung ein, erhält man automatisch einen QR-Code auf das Smartphone, der dann beim Eintritt vorzuweisen ist.“

Jeder, der Thomas Eisingers Klimadiktatur-Dystopie „Hinter der Zukunft“ (5) gelesen hat, dürfte hier unmittelbar ein Déjà-vu erleben. In diesem nahen Zukunftsszenario erhält jeder Bürger ein Konto mit sogenannten Coints. Bei dieser Wortschöpfung aus Coins und CO2 handelt es sich gewissermaßen auch um einen Ökotoken. Den Menschen in diesem totalitären klima-sozialistischen System werden ebenfalls für tugendhaftes Verhalten Punkte auf ihr Konto gutgeschrieben, aber — und hier liegt die Krux — eben auch Punkte für „klimafeindliches“ Verhalten abgezogen. Bei einem leeren Coints-Konto erwartet die Menschen dann nicht die „Klimainsolvenz“, sondern der Abtransport in ein Lager, in dem sie ihrem Lebensabend in karger Ödnis entgegenblicken.

In solchen Zuständen befinden wir uns glücklicherweise nicht. Wohin die Bewertung eines „klimafreundlichen“ Verhaltens führen kann, zeigt Eisinger in seinem Roman in sehr bedrückender Art und Weise. Daher gilt es, den Anfängen zu wehren.

Aktuell wird die Freiwilligkeit dieser Projekte stets betont. Jedem halbwegs aufgeweckten Menschen muss klar sein, dass es sich hierbei um eine Lockstrategie handelt. Die Rabatte und Boni, die für „tugendhaftes“ Handeln gewährt werden, sind das Käsestück in der Mausefalle, die ein solches System für die Freiheit darstellt.

In ihrem Werk „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ beschreibt die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff die Eroberungsstrategie, mittels Zusammenführen personenbezogener Daten seitens der Konzerne in Gestalt von Big Data der Informationen über sämtliches menschliches Verhalten habhaft zu werden. Diese Enteignung menschlicher Verhaltensdaten zum Wohle der Unternehmen erfolge in einem „Enteignungszyklus“ mit vier verschiedenen Phasen: Übergriff, Gewöhnung, Anpassung und Neuausrichtung. Zuboff dekliniert diese Phasen am Beispiel von Google Maps durch, die sich allerdings auch auf unser Thema ableiten lassen (6).

In der Phase des Übergriffs wird den Menschen diese „tolle“, neue Möglichkeit des Boni-Sammelns durch „klimafreundliches“ Verhalten angepriesen. Es sind Krisenzeiten, das Geld ist knapp und gutes Gewissen rar. Mit diesem neuen System lässt sich Ersteres sparen und Letzteres steigern. Die Hemmschwellen zu diesem Punktesammeln sind entsprechend niedrig.

Dann beginnt die zweite Phase der Gewöhnung. Wie schnell sich Menschen an neue Gegebenheiten im digitalen Zeitalter gewöhnen, sehen wir an dem vielfach beobachtbaren, routinierten Griff zur Maske oder zum QR-Code aufzeigenden Handy, wenn bestimmte Örtlichkeiten betreten werden. Die Phase der Gewöhnung zieht weitere Teilnehmer an, bis die „Verweigerer“ (Ökotoken-Muffel) schon sehr bald allein auf weiter Flur stehen.

In der Phase der Anpassung kann dann dieses System so ausgeweitet werden, dass es für Nichtteilnehmer mit erheblichen Nachteilen verbunden ist und sie kaum noch umhinkommen, sich diesem System anzuschließen. Mit der letzten Phase der Neuausrichtung schnappt dann die Falle zu und zum Vorschein kommen die gesamten, bisher im Verborgenen gebliebenen Unterdrückungswerkzeuge, denen sich die Menschen in Ermangelung von Ausweichmöglichkeiten nicht mehr entziehen können.

Der Ökotoken oder die ökologischen Kreditpunkte sind dann wie das iPhone — „hast du kein iPhone, dann hast du kein iPhone“. Ergo: „Hast du keinen Ökotoken, dann hast du keinen Ökotoken.“ In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass diese wie auch immer gearteten Punkte alles sind und wer über sie nicht oder nur unzureichend verfügt, in seinem Möglichkeitsrahmen erheblich eingeschränkt ist.

Wir erinnern uns an die Einführung der Maske, der Tests und der Genspritzen. Zunächst waren diese ebenfalls nur freiwillig, bis sie nach und nach — teilweise — verpflichtend wurden.

Ist ein solches Element des Social-Engineering erst einmal verpflichtend zementiert, kann es in seiner Ausformung modifiziert werden. Aus „Alltagsmasken“ wurden irgendwann FFP2-Staubschutzmasken und aus dem „einen Piks“ der Quartalsbooster.

Und so kann auch ein solches Sozialkreditsystem — ob es nun Ökotoken oder Citizen Wallet genannt wird —, nachdem es verpflichtend wurde, modifiziert werden, sodass nicht nur eine Punktegutschrift möglich ist, sondern folglich auch der Abzug selbiger und eine damit einhergehende Sanktionierung.

Zu dieser Form der Gewöhnung an technokratische Implementierung bemerkte Gunnar Kaiser im Rubikon-Bestseller „Der Kult“ sehr treffend:

„Wenn ihr mal daran denkt, wie uns einmal die Vorstellung, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen, total befremdlich vorkam — und inzwischen gehört es zum völlig normalen Straßenbild und die meisten haben es akzeptiert. So schnell geht das. (…) Ein sachtes Abwärtsgleiten. Daran gewöhnen wir uns gerade. Und die Maskenpflichten sind da nur ein sehr sichtbares Zeichen. (…) Wir gewöhnen uns an eine Expertokratie, in der Sachzwänge vorgeschoben werden, um das Regierungshandeln zu begründen. Die Technokratie, der technische Staat (…) ist die perfekte Ausrede für die Entmündigung der Bürger und die Entsubstanzialisierung der Demokratie. Nicht mehr der Wille des Volks zählt, sondern das, was die Technologie an Möglichkeiten bereitstellt. Wenn es Stofflappen sind, werden die eben aufgezwungen, wenn es Impfstoffe sind, sind es eben die. Die Technik verändert nicht nur die Politik, sondern auch die gesamte Gesellschaft. (…) Die elaborierten Techniken stehen schon bereit und warten darauf, eingesetzt zu werden“ (7).

Die Stadt Rom lässt an anderer Stelle zumindest eine Pfote der Katze aus dem Sack, wenn sie andeutet, dass es um weit mehr geht als nur um ein eine ökologische Payback-Karte.

„ Aber was ist eine Smart City? Digitale Innovation ist kein ausschließlich technologisches Thema, denn sie betrifft nicht nur das Management von Informationssystemen oder Infrastrukturen, die Menschen, Sensoren oder Maschinen verbinden. Es geht darum, eine neue Vorstellung von Gesellschaft zu schaffen, bei der die Digitalisierung zusammen mit nachhaltiger Entwicklung und sozialer und geschlechtsspezifischer Inklusion eine der Grundsäulen ist. Die programmatischen Linien der Verwaltung definieren die Smart City als ein ‚soziales Innovationsprojekt, das die Nutzer der Stadt in aktive Akteure bei der Identifizierung von Problemen und der Verwaltung neuer Betriebsmittel verwandelt‘. Genau das ist eines der Vorrechte der ‚intelligenten‘ Stadt.“

Hier schimmert durch die Blume durch, worum es im Kern geht: „Eine neue Vorstellung von Gesellschaft zu schaffen, bei der die Digitalisierung zusammen mit nachhaltiger Entwicklung und sozialer und geschlechtsspezifischer Inklusion eine der Grundsäulen ist“. Es geht um eine alle Gesellschaftsebenen durchdringende Transformation, um das Aus-den-Angeln-Heben der gesellschaftlichen Grundfeste. Das Etablieren eines Sozialkreditsystems ist hierbei einer der wesentlichen Katalysatoren dieser Transformation und dient letztlich der Manifestation dieses neuen Gesellschaftsgefüges.

Nachdem wir uns in den ersten beiden Abschnitten dem aktuellen Stand der Sozialkreditsysteme in der realen Welt zugewandt haben, wollen wir nun zum Kern dieses Beitrages kommen und uns in der fiktionalen Welt des Harry-Potter-Universums ansehen, wie sich ein solches Punktesystem auf das soziale Miteinander der Menschen und auf die Individuen selbst auswirkt. Im Anschluss werden wir die Erkenntnisse aus der realen und fiktiven Welt übereinanderlegen und daraus Schlüsse für unsere Zukunft ziehen.

Zaubererschule Hogwarts als Smart City — Überwachen und Strafen mit Magie

Die Romanwelt des Zauberlehrlings Harry Potter spiegelt unsere Realität in sehr anschaulicher, da metaphorisch gut verpackter Art und Weise wider und kann den Leser auf dieser abstrakten Ebene zu Lösungsansätzen hinführen. Das Lesen der insgesamt sieben Romane kann aufgrund der Ähnlichkeit zur realen Welt dem Leser dazu verhelfen, sich selbst und die ihn umgebende Gesellschaft mit ihren Normen und Wertesystemen kritisch zu reflektieren. Die magischen Elemente der Erzählung sind für diese Reflexion insofern hilfreich, insoweit sie bestimmte Probleme und Konflikte unserer Realität in ein Bildnis überführen. Erst dieses lässt dieselbigen sichtbar werden, da sie in der Lebensrealität des Lesers aufgrund ihrer Selbstverständlichkeit als solche teilweise nicht erkennbar sind. Beispielsweise könnte man eine lange Liste mit Problemen der Digitalisierung unserer Welt aufführen, die wir nicht bewusst als solche wahrnehmen und welche erst in der magischen Metapher eines Harry-Potter-Romans erkennbar werden. Ein solches Problem ist die soziale Verwerfung, Entmündigung und Entmenschlichung, die mit einem Sozialkreditsystem einhergeht und welche wir uns nun ansehen möchten.

Relativ zu Beginn des ersten Teils erläutert die Lehrkraft Professor Minerva McGonagall die Regeln der Zauberer-Internatsschule Hogwarts betreffend des Sozialkreditsystems, welches selbstverständlich nicht als solches bezeichnet wird:

„Die vier Häuser heißen Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. (…) Während eurer Zeit in Hogwarts holt ihr mit euren großen Leistungen Punkte für das Haus, doch wenn ihr die Regeln verletzt, werden eurem Haus Punkte abgezogen. Am Ende des Jahres erhält das Haus mit den meisten Punkten den Hauspokal, eine große Auszeichnung“ (8).

Wir sehen in der Zaubererschule Hogwarts einen immerwährenden Konkurrenzkampf zwischen vier verschiedenen Häusern, bei dem es letzten Endes um eine an sich nutzlose Trophäe geht. Diese Trophäe in Gestalt des sogenannten Hauspokals wird — von den Schülern oder von den Lehrern? — mit einer Bedeutung und Wertigkeit aufgeladen. Die Schüler ordnen sich folglich diesem Regelsystem unter. Ein Verhalten, das die Lehrerschaft als vorbildlich und tugendhaft definiert, wird angestrebt. Neben dem Konkurrenzkampf nach außen entsteht eine Blockwartmentalität im Inneren, denn wer gegen die Regeln verstößt, gerät innerhalb des eigenen Hauses schnell unter Druck. Die Punkte können durch den verbalen Lehrer-Ausruf „X Punkte (Abzug) für Haus Y“ in Sekundenbruchteilen gutgeschrieben oder abgezogen werden. Vier große Stundengläser im Schuleingangsbereich, gefüllt mit Perlen in den jeweiligen Hausfarben, zeigen allen Schülern transparent, welches Haus gerade in der Führung ist und welches den hintersten Platz belegt.

In „Überwachen und Strafen“ schrieb Michel Foucault über diese Form der Schuljustiz:

„In der Disziplin ist die Bestrafung nur ein Element innerhalb eines Systems von Vergütung und Sanktion, von Dressur und Besserung. (…) Dieser Zweitaktmechanismus ermöglicht eine Reihe von Operationen, die für die Disziplinarjustiz charakteristisch sind. Zunächst die Qualifizierungen der Verhaltensweisen und Leistungen auf einer Skala zwischen Gut und Schlecht. Während in der Strafjustiz das Verbot als einfache Scheidelinie fungiert, handelt es sich hier um eine Verteilung zwischen einem positiven und einem negativen Pol. Das gesamte Verhalten fällt unter gute oder schlechte Noten, unter Gutpunkte oder Schlechtpunkte. Und das läßt sich sogar quantifizieren und zu einer Zahlenökonomie ausbauen. Eine ständig auf den neuen Stand gebrachte Buchführung legt die Strafbilanz eines jeden jederzeit offen. Die Schuljustiz hat dieses System (…) sehr weit getrieben. (…) Die Anordnung nach Rängen oder Stufen hat eine zweifache Aufgabe: Sie soll die Abstände markieren, die Qualitäten, Kompetenzen und Fähigkeiten hierarchisieren; sie soll aber auch bestrafen und belohnen. Die Reihung wirkt sanktionierend, die Sanktionen wirken ordnend. Die Disziplin belohnt durch Beförderung, durch die Verleihung von Rängen und Plätzen; sie bestraft durch Zurücksetzung. Der Rang selber gilt als Belohnung oder Bestrafung“ (9).

Die Lehrerschaft hat mit diesem System ein ideales Herrschaftsinstrument, um die Schüler auf Linie zu halten. Neben den kleinen Sanktionen in Form von Punkteabzügen kann ab einer gewissen Abzugssumme auch eine — teils drakonische — Strafarbeit verhängt werden.

Mit diesem rigiden System machen Harry und seine Freunde bereits im ersten Teil bittere Erfahrungen, als sie lernen müssen, wie schnell man vom Meistgeliebten zum Meistgehassten eines Hauses werden kann. Hatte Harry eben noch durch einen glorreichen Sieg beim Magier-Sport Quidditch eine enorme Punktezahl für sein Haus einfahren können, trägt er kurze Zeit später Mitschuld daran, dass eine ebenso große Menge an Punkten wieder abgezogen wird: Als er und seine Freunde sich aus gutem Grund auf eine nächtliche Mission begeben — in Hogwarts gilt immer eine nächtliche Ausgangssperre —, werden sie von Professor McGonagall ertappt ...

„Einhundertfünfzig Punkte verloren. Damit lag Gryffindor auf dem letzten Platz. In einer Nacht hatten sie alle Chancen auf den Hauspokal zunichtegemacht. Harry hatte das Gefühl, als hätte sich ein riesiges Loch in seinem Magen aufgetan. Wie konnten sie das jemals wieder gutmachen? (…) Was würde geschehen, wenn die anderen aus ihrem Haus erfuhren, was sie getan hatten? Als die Gryffindors am nächsten Morgen an den riesigen Stundengläsern vorbeigingen, welche die Hauspunkte anzeigten, dachten sie zunächst, es müsse ein Irrtum passiert sein. Wie konnten sie plötzlich hundertfünfzig Punkte weniger haben als gestern? Und dann verbreitete sich allmählich die Geschichte: Harry Potter, der berühmte Harry Potter, ihr Held aus zwei Quiddditch-Spielen, hatte ihnen das eingebrockt, er und ein paar andere dumme Erstklässler. Harry, bisher einer der beliebtesten und angesehensten Schüler, war nun der meistgehasste. Selbst Ravenclaws und Hufflepuffs wandten sich gegen ihn, denn alle hatten sich darauf gefreut, dass Slytherin den Hauspokal diesmal nicht erringen würde. Überall, wo Harry auftauchte, deuteten die Schüler auf ihn und machten sich nicht einmal die Mühe, ihre Stimmen zu senken, wenn sie ihn beleidigten“ (10).

Rufen wir uns in Erinnerung, dass die oben beschriebene Aversion der Mitschüler schlicht darauf zurückzuführen ist, dass das jeweilige Haus einen Pokal nicht erhalten wird. Menschen „mögen“, „lieben“ und verachten einander in Abhängigkeit davon, ob das Verhalten einem Pokalsieg zuträglich ist oder nicht.

Hier haben wir es mit einer etwas anderen Form eines Sozialkredit-Systems zu tun. Punktegutschriften und -abzüge erfolgen durch individuelle Taten, die Belohnung und Bestrafung wird jedoch kollektiviert. In China verbleibt es ein rein individuelles Problem, wenn es um den eigenen Punktestand nicht gut bestellt ist. In Hogwarts hingegen zieht ein geringer Punkteabzug im ersten Moment keine individuellen Probleme nach sich; wenn jedoch die Häufigkeit dieser Abzüge auf dem persönlichen Mist gewachsen sind und sich dies herumspricht, gerät der jeweilige Schüler unter den Druck, der von den Mitschülern seines Hauses ausgeübt wird.

Die Lehrerschaft selbst ist lediglich die exekutive Instanz, die die Belohnung und die Bestrafung vollzieht. Dem geht aber die Kontrollinstanz der Schüler untereinander voraus, die sich präventiv gegenseitig daran hindern, dass einer oder mehrere aus dem Regelwerk ausbüchsen und dem Haus einen beträchtlichen Punkteabzug bescheren. Es herrscht ein Foucault‘scher Panoptismus in der Schülerschaft. Foucault schrieb, dass „(d)erjenige, welcher der Sichtbarkeit unterworfen ist und dies weiß, (…) die Zwangsmittel der Macht (übernimmt) (…) und sie gegen sich selbst aus(spielt); er internalisiert das Machtverhältnis, in welchem er gleichzeitig beide Rollen spielt; er wird zum Prinzip seiner eigenen Unterwerfung“ (11).

Gegen Ende des ersten Bandes hat dieser Panoptismus zur Folge, dass sich Harrys Mitschüler und Hauskamerad Neville Longbottom ihm und seinen Freunden in den Weg stellt, als diese in einer wichtigen und abermals nächtlichen Mission erneut gegen die Schulregeln verstoßen müssen. Harrys Klassenkameradin Hermine sieht sich infolge dessen gezwungen, den an sich gutherzigen Neville mittels eines Zaubers gewaltsam außer Gefecht zu setzen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Harrys regelwidrige, aber notwendige Mission zum Ziel hatte, ein größeres Übel abzuwenden, respektive ein Gut zu schützen, welches über diesem relativ wertlosen Hauspokal steht. Hätten sich Harry und seine Freunde fromm an die Regeln gehalten, wären untätig geblieben, hätte dies zur Folge gehabt, dass der Antagonist Lord Voldemort in den Besitz eines wirkmächtigen Gegenstandes gelangt wäre, durch den er seine Macht wiedererlangt hätte.

Dieses Regelwerk hat somit auch zur Folge, dass notwendige Courage erstickt oder durch regeltreue Blockwarte wie Neville sabotiert wird.

Am Ende des ersten Bandes werden Harry, seine Freunde — und paradoxerweise auch Neville — für ihre Taten rühmlich mit Punkten durch Schulleiter Professor Albus Dumbledore belohnt, was sie bei den Mitschülern rehabilitiert, weil sie damit die notwendigen Punkte für ihr Haus Gryffindor einheimsen. Das an sich asoziale Punktesystem der Hogwarts-Schule wird dabei nicht infrage gestellt und das, obwohl es dazu geeignet ist, eine solche Courage wie die von Harry und seinen Freunden im Keim zu ersticken.

In den weiteren Teilen der Potter-Buchreihe, als in der Welt der Hexerei und Zauberei der politische Wind sich in Richtung Faschismus dreht, zeigt sich dann auch sehr anschaulich, wie dieses zunächst harmlos anmutende Punktesystem zu einem Werkzeug des Unterdrückungsinstrumentariums der Magier-Faschisten wird. Insbesondere der fünfte Band der Reihe weist eine erschreckende Ähnlichkeit mit unserer heutigen Zeit auf, da das Verlautbaren falscher, gewissermaßen als „Fake News“ deklarierter Meinungen mit eben solchen Punkteabzügen sanktioniert wird.

China und Hogwarts als Blaupause

Das Beispiel Hogwarts zeigt uns, welche Variante eines Sozialkreditsystems neben den bislang realen Systemen möglich wäre. Kombinieren wir die drei Systeme, das chinesische, die Pilotprojekte in Europa und die fiktive Variante der Harry-Potter-Romane, so können wir erkennen, welcher Mechanismus für ein zukünftiges Sozialkreditsystem in Europa denkbar wäre.

Der entscheidende Bestandteil ist die Funktion, dass Belohnungen und Bestrafungen kollektiviert werden. Kombinieren wir das mit dem zentralen Deckmantel der Nachhaltigkeit, in den eingehüllt das Sozialkreditsystem in die westliche Kultur eingeschleust wird. Stellen wir uns etwa vor, dass Bezirke und Kommunen, ähnlich den Häusern in Hogwarts, in ein Konkurrenzverhältnis in Sachen „Klimafreundlichkeit“ und „Nachhaltigkeit“ gesetzt werden. In den jeweiligen Verwaltungseinheiten — Landkreise, Stadtviertel et cetera — müssten die einzelnen Menschen zusammen an einem Strang ziehen, um ausreichend Punkte zu sammeln. Für eine bestimmte Menge an Punkten gibt es dann zwar keinen Pokal, sondern — ganz essenziell — Steuermittel, Förderungen und Ähnliches. Handelt eine Kommune nicht klimafreundlich genug, werden ihr Steuermittel gestrichen, ihre Handlungsfähigkeit eingeschränkt und entsprechend die sozialen Leistungen gekürzt.

In einem solchen Szenario hätten wir wieder den Panoptismus. Es bedürfte keiner Klimapolizei, die die Einhaltung der CO2-Werte, Heiztemperaturen und Ähnliches überwacht. Das würden überwiegend die Menschen selbst tun. Die Lust zum Denunzieren und die Blockwartmentalität wurden in der Coronazeit den Deutschen bereits eingegroovt und müssten im Grunde genommen nur noch auf das Themenfeld „Klimaschutz“ übertragen werden. Bei dem tiefen Bedürfnis nach gutem Gewissen ein Leichtes.

Wehe dem, der es in diesem Szenario noch wagt, sich „klimafeindlich“ zu ernähren, zu viel Energie zu verbrauchen oder — Gott bewahre — einen SUV zu fahren. Dieser „Sünder“ würde ganz schnell vom Kollektiv wieder in die „richtige“ Spur gebracht werden — teils aus einem Gefühl der moralischen Überlegenheit heraus, oder aus der drohenden, materiellen Not, die die Menschen infolge eines zu geringen Kollektiv-Scores zu erwarten hätten.

Punkte statt Menschlichkeit, Gewissheit statt Vertrauen

Vertrauen. Fällt irgendwo in der Debatte um Ökotoken, Citizen Wallets und Punktesysteme das Wort „Vertrauen“? Nein, dieses Wort ist sämtlichen Konstrukteuren dieser Systeme fremd. Hier geht es nicht um Vertrauen. Ginge es auch nur am Rande darum, wären sämtliche Punkte obsolet. Es geht um Kontrolle.

In dem weiter oben bereits erwähnten Werk „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ geht Shoshana Zuboff ausführlich auf den Behaviorismus und die Verhaltensforschung ein, im Besonderen auf die radikale Strömung des Behaviorismus, die durch den Psychologen Burrhus Frederic Skinner maßgeblich vorangetrieben wurde. Den — radikalen — Behavioristen liegt ein äußerst misanthropisches Weltbild zugrunde. Ein freier Wille existiert in deren Anschauung nicht. Das, was wir unter einem freien Willen verstehen würden, sei lediglich der im Dunklen verborgene Bereich, der von der Verhaltensforschung noch nicht erfasst wurde. Dieser Dunkelbereich stelle die durch Gewissheit und Wissen zu ersetzende Ungewissheit dar (12).

Als prägender Verhaltensforscher des 20. Jahrhunderts hätte Skinner sich das Instrumentarium der digitalen Welt in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können, wie Zuboff weiter ausführt. Mit der Künstlichen Intelligenz (KI), den Plattform-Monopolen, der omnipräsenten Datenerhebung und allen weiteren Werkzeugen des Digitalismus stehen nun die Instrumentarien zur Verfügung, von denen die — radikalen — Behavioristen des 20. Jahrhunderts sehnlichst träumten (13). Mit diesen Instrumenten lässt sich das Verhalten der Menschen immer lückenloser erfassen, überwachen, rendern, quantifizieren, vorhersagen und manipulieren.

Ein Sozialkreditsystem ist folglich einer der größten Hämmer in diesem Werkzeugkasten. Er bedeutet das Ende jeder Mündigkeit. Wenn wir uns zurückerinnern, wie die Stadt Rom die Rolle des Menschen in dieser angedachten Smart City definiert, ist dies schon sehr entlarvend: „Die programmatischen Linien der Verwaltung definieren die Smart City als ein ‚soziales Innovationsprojekt, das die Nutzer der Stadt in aktive Akteure bei der Identifizierung von Problemen und der Verwaltung neuer Betriebsmittel verwandelt‘“. Die Bezeichnung „aktive Akteure“ — gibt es auch „nichtaktive Akteure“? — dient zur Verschleierung der eigentlich zugedachten Rolle; die Rolle des Nutzers.

Vom Bürger zum Nutzer / Benutzten zum Schüler

Bürger

In einer Smart City ist die Rolle des Bürgers im Verschwinden begriffen. Das ist höchst bedenklich, ob der Bedeutung, mit der der Begriff des „Bürgers“ — insbesondere durch den Einfluss Jean-Jacques Rousseaus (1712 bis 1778) — im Laufe der europäischen Geschichte seit der Antike aufgeladen wurde. Aristoteles setzte den Bürgerstatus mit politischer Teilhabe und Gestaltung der politischen Gemeinschaft gleich. Wohlbemerkt kam nach Aristoteles nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung in den Genuss dieses Status. Ebenso war im europäischen Mittelalter nur den Kaufleuten und Handwerkern der bürgerliche Status vorbehalten, während Leibeigene rechtlos waren. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Kategorie „Bürger“ dahingehend, dass Rechtsunterschiede zwischen den Ständen allmählich aufgehoben wurden und sich eine bürgerliche Gesellschaft entwickelte, in welcher jeder einzelne zum Träger unveräußerlicher Rechte wurde, die es ihm ermöglichten, gestalterisch auf das politische Geschehen Einfluss zu nehmen (14).

Die Bewohner einer Smart City sind nicht länger gleichberechtigte Träger von Rechten und Pflichten, sondern „Nutzer“, die den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)“ der Stadt-Plattform ausgeliefert sind. Solche Smart Citys sind das Habitat, welches die Great-Reset-„Visionäre“ des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF) und die Planer der Agenda 2030 für uns „nutzlose Menschen“ (Yuval Noah Harari) ersonnen haben.

In diesem Plan ist die historische Regression des Bürgerstatus fest eingeplant. Wir erinnern uns an das Mantra des Great Reset: „Willkommen im Jahr 2030: Du wirst nichts besitzen, keine Privatsphäre haben und glücklicher als je zuvor sein.“ Das bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als eine Re-Feudalisierung im digitalen Gewand. Angedacht ist, dass wir, die Nutzer, sämtliche Gegenstände nicht länger besitzen, sondern sie lediglich ausleihen, sprich sie nur nutzen dürfen. Selbsterklärend ist in einem solchen (Nicht-)Besitzverhältnis jeder auf Gedeih und Verderb von jenen verbliebenen Besitzern abhängig, die die Güter verleihen. Bedingt durch den durch Eigentumsverlust verursachten Mangel an Handlungsmöglichkeiten nähert sich dann der Bürgerstatus rückläufig den Verhältnissen des Mittelalters an — Kaufleute (Verleiher) und Handwerker (Programmierer) verfügen über diesen Status noch in Ansätzen, während die Masse als Leibeigene mit Smartphones an den Futtertrögen der Reichen und Mächtigen sitzt.

Und was die Privatsphäre anbelangt: In einer solchen Smart City ist der Bürger nicht mehr — wie bei Aristoteles — dadurch gekennzeichnet, dass er an der Gestaltung der politischen Gemeinschaft — etwa in Form geheimer Wahlen — teilhat. Denn wie ist es denn um eben diese Teilhabe bestellt?

Wir lesen exemplarisch auf Seite 43 der deutschen Smart City Charta über die „Post-Voting Society“, dass „es weniger Bedarf an Wahlen, Mehrheitsfindungen oder Abstimmungen (gibt)“, weil man durch Algorithmen bereits genau wisse, „was Leute tun und möchten“. „Verhaltensbezogene Daten können Demokratie als das gesellschaftliche Feedbacksystem ersetzen.“

Hier zeigt sich überdeutlich die Unterscheidung zwischen Bürger und Nutzer. Die Post-Voting-Society ist eine ahistorische Menschenansammlung an ahistorischen Orten — die Smart Citys —, in der die Nutzer sich einfach digital ausziehen müssen, das heißt, alle ihre persönlichen Daten preisgeben, damit — unter anderem — ein Algorithmus deren „politischen Willen“ errechnet.

Den gläsernen „Bürger“ könnte man als eine erweiterte Fassung dessen betrachten, was Giorgio Agamben als das „nackte Leben“ bezeichnete. Es ist der Status eines Menschen, in welchem dieser — insbesondere im Ausnahmezustand — durch den Staat seiner bürgerlichen Rechte beraubt und der Staatsgewalt vollends ausgeliefert ist (15). Mit der Digitalisierung eröffnet sich die Möglichkeit eines „nackten Lebens 2.0“, denn die Überwachung kann bis in die tiefsten Winkel der menschlichen Seele vordringen, mit der Folge, dass Algorithmen und die sie auslesenden Menschen den Überwachten besser kennen als er sich selbst (16). Insofern ist der Überwachte ein mit Leichtigkeit zu steuerndes, manipulierendes und im Bedarfsfall ausschaltbares Subjekt.

Durch seine in der Menschheitsgeschichte unvergleichbare Wesensart, wird der Überwachungskapitalismus — in all seinen Ausprägungen — in seiner beispiellosen Machtfülle von der Gesellschaft seltenst vollumfänglich erfasst, mit der Folge, dass das Recht überhaupt nicht über die entsprechenden Regelwerke verfügt, um diese Macht demokratisch einzuhegen. Selbsterklärend sind sämtliche an der Rechtssetzung und -sprechung beteiligten Menschen diesen Überwachungsmechanismen ebenfalls unterworfen. Will heißen, dass jedwede Rechtssicherheit bietenden Säulen — inklusive der elementarsten Bürgerrechte — von der Macht der Datenströme früher oder später fortgerissen werden (17).

Formell mögen bestimmte Bürgerrechte zunächst noch Bestand haben, doch werden sie durch die Macht des Digital-Pharmazeutischen-Industriekomplexes unterminiert, insofern als deren Ziele und Interessen normativen wie rechtlichen Einfluss auf das Leben der Bürger, beziehungsweise Nutzer haben. Exemplarisch hierfür waren die Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens in Abhängigkeit von der Injektion pharmazeutischer Produkte, die wiederum mit dem Vorzeigen eines QR-Codes bewiesen werden musste. Formell hatten die Grundrechte noch Bestand, sie wurden aber den Interessen der genannten Big-Tech-Pharma-Firmen hinten angestellt.

Dieses bislang bekannte Beispiel ist freilich lediglich eine Variable, die mit beliebigen Bedingungen gefüllt werden kann, weil heißen, der Bürger hat zwar formell das Recht X, muss aber Bedingung Y erfüllen, um von diesem — beschnittenen und zum Privileg degradierten — Recht Gebrauch machen zu können. Lag es beispielsweise überwiegend im Ermessensspielraum eines jeden Bürgers, ob er für eine bestimmte Strecke den Wagen oder den emissionsarmen ÖPNV oder das Fahrrad nahm, wird er nun auf dieser Stadt-Plattform zunächst für Letzteres belohnt und — wenn es so weiter geht — für Ersteres irgendwann sanktioniert.

Der Historiker Manfred Hettling schrieb über die mit echter Bürgerlichkeit symbiotisch verbundene Selbstbestimmung:

„Bürgerlichkeit als kulturelles System ist weder institutionell strukturiert noch hierarchisch gegliedert wie Religionen oder Ideologien, sie bietet kein stringent aufeinander bezogenes Gebäude von Ideen und Werten an, auch fehlt eine zentrale Institution, die die Reinheit der Lehre überwacht und Abweichungen sanktioniert. Dennoch aber besteht auch Bürgerlichkeit aus einem Set an Werten und Leitideen, die indes fragmentierter, vielfältiger und widersprüchlicher sind als ein hierarchisch geordnetes Lehr- und Ordnungssystem. Bürgerlichkeit als Regelsystem von Werten und Kulturmustern leitete den Einzelnen für die Gestaltung seiner Lebensführung nicht durch eindeutige Handlungsvorgaben an. Idealtypisch setzt sich Bürgerlichkeit aus mehreren heterogenen Wertorientierungen zusammen, die aber Handeln und Sinnhaftigkeit nicht eindeutig präformieren. (…) Nicht eine Konformität an Werten und Handlungsformen konstituierte Bürgertum als soziale Formation, sondern der gemeinsame Bezug auf eine symbolische Ordnung, die in sich vielfältig differenziert ist und durchaus unterschiedliche Realisierungschancen für die Lebensführung und die Bewältigung gesellschaftlicher Wirklichkeit ermöglicht. Diese bietet ideelle Bezugspunkte für unterschiedliche Möglichkeiten zur Lebensführung dar — sie gibt diese nicht strikt vor“ (18).

Mit dem Coronakult — und den weiteren Kulten, die noch folgen werden: Klimakult, Genderkult, Kriegskult — wird die bürgerliche Gesellschaft ausgehöhlt durch das, dessen Abwesenheit das Bürgerliche erst ermöglicht — „Ideologie“, „Konformität an Werten und Handlungsformen“.

C. J. Hopkins beschrieb in seiner Abhandlung über den covidianischen Kult, dass sich das Verhältnis von einem in der Anzahl der Mitglieder eingegrenzten Kult innerhalb einer dominanten Kultur umgedreht hat. Der Kult ist nicht mehr eine Insel in der dominanten Kultur, sondern der Kult wurde zur dominanten Kultur, während jene, die sich dem Kult verweigern, eine eingegrenzte Insel inmitten des Kults bilden. Die „symbolische Ordnung“ als „Bezugspunkt für unterschiedlichste Möglichkeiten zur Lebensführung“ wird aufgelöst. Je nachdem, welcher Kult gerade am Zug ist, werden Zielvorgaben definiert, die von den vormaligen Bürgern und jetzigen Nutzern anzustreben sind — sich „impfen“ lassen, CO2 sparen, weniger Heizen, geschlechterneutral sprechen oder für den Krieg zu sein. Ein Sozialkreditsystem ist hierbei das zentrale Gängelband, um für Zielvorgabe X die Menschen auf Linie zu bringen.

Nutzer / Benutzter

Nun also vom Bürger zum Nutzer degradiert, ist die Stadt für ihn nichts weiter als eine haptisch greifbare Nutzerplattform mit unzähligen vernetzten Objekten des Internets der Dinge, in denen das „hackbare Tier“ (Yuval Noah Harari), also der transhumanistisch modifizierte, digital verkoppelte Mensch, nur noch als „First-Class-Objekt“ (19) gesehen wird. Und wie wir es von den „klassischen“ Plattformen von Social Media, Video- oder Bezahldienstplattformen kennen, kann man sehr schnell als Nutzer — der im digitalen Kontext überwiegend ein Benutzter ist — entweder gestriked, gebannt oder am Ende sogar gelöscht werden. Nur mit dem Unterschied, dass es in einer Smart City kein Entrinnen gibt, wie es Norbert Häring eindrücklich skizzierte:

„Das (die Smart Citys) sind mit Sensoren, Mikrofonen und Kameras vollgestopfte städtische Räume, die massenhaft Daten liefern, welche von Computeralgorithmen ausgewertet und für eine effiziente Steuerung aller wichtigen Abläufe in der Stadt genutzt werden. (…) Wenn jemand auf einen Knopf drücken kann (…), habe ich kein Fahrzeug und keine Wohnung mehr, bin ich hochgradig abhängig vom Wohlwollen derer, die an diesem Knopf sitzen. Städte werden zu Marktplätzen für Technologieanwendungen, die alles über unsere Bewegung und unsere Vorlieben wissen, am besten früher und besser als wir selbst …“ (20).

Dieses Konstrukt einer Stadt wird zu einem Labyrinth, einem unentrinnbaren Netz der Bevormundung. Einer Bevormundung und Reglementierung, wie wir sie aus der Schule kennen und wie sie oben am Beispiel von Hogwarts skizziert wurde. Die Smart City vollendet das, was Foucault über das sich auf die gesamte Gesellschaft ausweitende Kerkersystem schrieb:

„Die Kreise des Kerkersystems erweitern sich und entfernen sich immer mehr von der eigentlichen Strafjustiz, bis von der Gefängnisform nichts mehr übrig bleibt: die Anstalten für verlassene und bedürftige Kinder (…), die Waisenhäuser (…), die Heime für Lehrlinge (…) dann die Kloster-Fabriken (…), wo die Arbeiterinnen (…) Jahre hindurch eingeschlossen leben und nur unter Aufsicht rausgehen (…). Darüber hinaus gab es noch eine Reihe von Einrichtungen, die nicht auf das ‚kompakte‘ Gefängnis zurückgreifen, sondern andere Kerkermechanismen einsetzen: Wohltätigkeitsgesellschaften (…), Überwachungsinstitutionen, Arbeitersiedlungen und -wohnungen, deren ursprüngliche Kargheit noch sehr deutlich die Spuren des Straf- und Besserungssystems an sich trägt. Und alle in der Gesellschaft angelegten Disziplinareinrichtungen bilden zusammen das große Kerkersystem. (…) Das Kerkersystem der Gesellschaft stellt sicher, daß der Körper wirklich in Verwahrung genommen wird und daß er ständig unter Beobachtung gestellt wird. Aufgrund seiner inneren Eigenschaft ist es der Strafapparat, welcher der neuen Ökonomie der Macht am angemessensten ist, sowie das Instrument zur Formierung des Wissens, dessen diese Ökonomie bedarf. Sein panoptischer Aufbau ermöglicht es ihm, diese Doppelrolle zu spielen. Dank seiner Festsetzungs-, Verteilungs- und Registrierungsverfahren war es lange Zeit die einfachste, materiellste, aber auch unverzichtbarste Bedingung für die Entwicklung jener unermeßlichen Überprüfungstätigkeit, die das menschliche Verhalten vergegenständlicht hat. Wenn wir nach dem Zeitalter der Untersuchungsjustiz in das der Überprüfungsjustiz eingetreten sind, wenn das Prüfungsverfahren ganz allgemein die gesamte Gesellschaft so weitgehend erfaßt hat und den Wissenschaften vom Menschen zum Durchbruch verholfen hat, so war Voraussetzung dafür die Vielfältigkeit und das straffe Zusammenspiel der verschiedenen Einkerkerungsmechanismen“ (21).

Wir brauchen in dieser zitierten Passage von Foucault lediglich folgende Worte tauschen; „Gefängnis“ durch „Schule“ — die strukturelle Ähnlichkeit zwischen beiden ist bereits gegeben — sowie „Strafjustiz“ durch „Schuljustiz“. Mit einem Sozialkreditsystem werden wir als Gesellschaft zurück auf die Schulbänke gedrückt, die nicht mehr räumlich als ein Gebäude existiert, sondern die sich strukturell auf alle Bereiche der Gesellschaft ausdehnt und sich letztlich in unsere Köpfe internalisiert.

Schüler

Schon seit Jahrhunderten fungierte die Institution Schule — so beschreibt es der Kindheitsforscher Michael Hüter — als zentrales Instrument zur Formung des Menschen, variabel dessen, was die jeweilige Macht an Untertanen benötigte. In voraufklärerischen Zeiten „produzierte“ die Schule einen Priesternachwuchs, ab dem 18./19. Jahrhundert diente die Schule als Vorstufe zum Militärdienst und ab Mitte des 20. Jahrhunderts sollten nach bestandener Schullaufbahn anständige Staatsbürger die Schule verlassen (22).

Im Gegensatz zur klassisch-räumlichen Schule ist die autoritäre Lehrerschaft eine körperlose Macht, die unser Verhalten auf Schritt und Tritt überwacht, belohnt oder sanktioniert. Zuboff spricht hierbei vom Instrumentarismus, symbolisiert durch das sogenannte „Big Other“ — statt „Big Brother“:

„(D)er Puppenspieler, der uns durch das Medium des allgegenwärtigen digitalen Apparats seinen Willen aufzwingt. Ich bezeichne diesen Apparat als Big Other — das Große Andere. Ich verstehe darunter die wahrnehmungsfähige, rechnergestützte und vernetzte Marionette, die das menschliche Verhalten rendert, überwacht, berechnet und modifiziert“ (23).

Mit diesem Big Other werden wir ehemalige Bürger zu Schülern degradiert, die einer körperlosen Lehrerschaft gehorchen und ihren — größtenteils sinnfreien — Regeln folgen müssen. Wir erinnern uns vielleicht noch an die Regeln aus unserer Schulzeit, die uns unlogisch erschienen, die aber auch bei objektivem Licht besehen schlicht und ergreifend unlogisch und teils wider unserer natürlichen Bedürfnisse waren. Vergleichbare Regeln haben wir am Beispiel Hogwarts gesehen. Die Schüler dürfen beispielsweise nachts ihre Gemeinschaftsräume nicht verlassen oder auf den Gängen nicht zaubern.

Nun stellen wir uns vor, dass wir in eben diesen Schülerstatus zurückversetzt werden, nur mit dem Unterschied, dass wir keine Schule mehr besuchen, keine grimmig dreinblickenden Lehrkräfte mehr vor uns haben, sondern eine gestaltlose, pädagogische Kraft unser Verhalten auf Schritt und Tritt überwacht, bewertet belohnt und bestraft.

Der Weg in eine solche Dystopie wird nicht nur auf der rein technischen Ebene gepflastert, sondern auch auf der Ebene der massenmedialen Tiefeinindoktrination. Der „Journalismus“ der Leitmedien (24) verfolgt immer unverkennbarer einen Umerziehungsauftrag, der selbstredend mit einem rein Informationen vermittelnden Journalismus als solchen nichts mehr zu tun hat, sondern darauf abzielt, das Denken und Handeln der Rezipienten in eine gewünschte Zielrichtung hin zu verändern (25). Der Umerziehung der Menschen dient als Dünger eine sprachliche Infantilisierung, wie „Von O bis O und AHA-Regel“, „Schulzzug“, oder „Doppelwumms“ , die sich zunehmend auf das Sprechen und Handeln auswirkt.

Einen Punkt machen!

Die Harry-Potter-Romane, anhand denen wir hier die Auswirkungen eines Sozialkreditsystems skizziert haben, sind zugleich eine Emanzipationsgeschichte, eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Im letzten der sieben Teile besuchen Harry und seine Freunde nicht länger die — mittlerweile faschistisch gewordene — Zaubererschule Hogwarts, sondern gehen in die Welt hinaus, um den Kampf gegen den Schwarzmagier Voldemort und seine Schergen aufzunehmen. Sie müssen über sich hinauswachsen, selbst ausloten, was falsch und richtig ist, ohne, dass eine Lehrkraft oder gar Regeln ihnen das vorgeben.

Wird es uns als Gesellschaft, oder zumindest als ein bewusster, mündiger Anteil von ihr, gelingen, uns von der immer aufdringlicher werdenden Bevormundung zu emanzipieren? Wer würde nicht von sich behaupten, heilfroh gewesen zu sein, endlich aus der Schule draußen zu sein? Welche Zukunft haben wir uns bei der Zeugnisübergabe erträumt? Was für ein Leben angestrebt? Etwa ein Leben, in welchem wir nicht mehr selbst das Lenkrad in Händen halten, sondern nur noch durch Anweisungen, durch personalisierte Werbung, durch künstlich geschaffene Kaufanreize und Algorithmen durch unser Leben gestupst werden, bar jeder Möglichkeit, unsere Zukunft (26) selbst zu gestalten? Ist eine solche Zukunft wirklich erstrebenswert, in der uns sämtliche Entscheidungen abgenommen werden? Oder erfahren wir Glück, Zufriedenheit und Würde nicht vielmehr durch erlebte Selbstwirksamkeit?

Jene, die sich eine solche vorbestimmte Zukunft für sich selbst nicht ausgemalt haben, haben die Pflicht sich selbst gegenüber, das eigene Erwachsensein — beziehungsweise die Vollendung dessen — gegenüber den paternalistischen Kräften der Agenda 2030 zu behaupten und durchzusetzen. Wir sind keine Kinder mehr! Verweigern wir also diese monetären wie symbolischen Süßigkeiten, mit denen man uns locken möchte, das lachhafte Quidproquo in Gestalt von Rabatten, Gutscheinen und Gute-Gewissen-Schecks, mit welchen man uns dazu bringen möchte, uns diesem Bewertungsschema zu unterwerfen.

Auch sollten wir uns nicht einschüchtern lassen, wenn sich diese Sozialkreditsysteme immer penetranter aufdrängen. Wie gesagt: Wir sind jetzt erwachsen! In der Kindheit waren die Lehrkräfte noch übermächtig und größer als wir, doch schon bei den nur wenige Jahre später stattfindenden Klassentreffen hatten die Lehrkräfte teils schon enorm an Autorität eingebüßt. Und so sollten wir auch die globalistische Elitenkaste betrachten. Sie mögen uns zwar als übermächtig erscheinen, doch in Wahrheit sind sie lediglich innerlich schwache Persönlichkeiten, die ihre innere Ohnmacht mit nach außen gerichteten Machtgelüsten kompensieren müssen. Ihre Angst vor der Endlichkeit treibt ihnen nicht nur Schweißperlen auf die Stirn, sondern sie auch dazu an, Gott spielen zu wollen und ihre eigene Existenz entweder zu verlängern oder sogar auf „ewig“ in einer Cloud hochzuladen (27). Es sind lediglich die Finanzmittel und die digitalen Instrumentarien, die ihnen diese Macht verleihen. Ohne diese Machtmittel würden sie einfach in sich zusammenfallen.

Dieses Sozialkreditsystem ist einer der letzten Hufenschwünge des letzten Aufbäumens einer globalistischen, transhumanistisch vernarrten Elite im Kampf gegen das Leben. Aber das Leben lässt sich nicht in enge Bewertungsschemen eingrenzen, bemessen, beziffern und bewerten. Punkt.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Siehe Yin-Baron, Guangyan; Stefan: „Die Chinesen — Psychogramm einer Weltmacht“, Berlin, 2018, Ullstein, Seite 328 fortfolgende.
(2) Vergleiche ebenda Seite 315.
(3) Siehe Velázques, Aya: „China und die große Transformation“ in Ullrich Mies (Herausgeber): „Schöne neue Welt 2030 — Vom Fall der Demokratie und dem Aufstieg einer totalitären Ordnung“, Wien, 2021, Pro Media, Seite 207 fortfolgende.
Online auch hier abrufbar: https://www.rubikon.news/artikel/der-diktatur-vorreiter
(4) Vergleiche ebenda.
(5) Vergleiche Eisinger, Thomas „Hinter der Zukunft“ Vacherdorf, Traunstein, 2021, Nova MD.
(6) Vergleiche Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 165 fortfolgende.
(7) Siehe Kaiser, Gunnar: „Der Kult — Über die Viralität des Bösen“, München, 2022, Rubikon, Seite 71 fortfolgende.
(8) Siehe Rowling, Joanne K.: „Harry Potter und der Stein der Weisen“, Hamburg, 1998, Carlsen, Seite 127.
(9) Siehe Foucault, Michel: „Überwachen und Strafen“, Frankfurt am Main, 2021, Suhrkamp, Seite 232 fortfolgende.
(10) Siehe Rowling, Joanne K.: „Harry Potter und der Stein der Weisen“, Hamburg, 1998, Carlsen, Seite 266.
(11) Siehe Foucault, Michel: „Überwachen und Strafen“, Frankfurt am Main, 2021, Suhrkamp, Seite 260.
(12) Vergleiche Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 422 fortfolgende.
(13) Vergleiche ebenda, Seite 484 fortfolgende.
(14) Vergleiche Kallhoff, Angela: „Politische Philosophie des Bürgers“, Wien, 2013, Böhlau Verlag, Seite 20 fortfolgende.
(15) Vergleiche Agamben, Giorgio: „Homo Sacer: Die souveräne Macht und das nackte Leben“, Frankfurt am Main, 2015, Suhrkamp, Seite 18 fortfolgende.
(16) Vergleiche Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 324 fortfolgende.
(17) Vergleiche ebenda, Seite 411 fortfolgende.
(18) Siehe Hettling, Manfred: „Bürger / Bürgerlichkeit“, in Heinz Thoma (Herausgeber): „Handbuch Europäische Aufklärung: Begriffe, Konzepte, Wirkung“, Stuttgart, Weimar, 2015, J. B. Metzler, Seite 130.
(19) Siehe Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 468.
(20) Siehe Häring, Norbert: „Endspiel des Kapitalismus: Wie Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie uns zurückholen“, Köln, 2021, Quadriga, Seite 267.
(21) Siehe Foucault, Michel: „Überwachen und Strafen“, Frankfurt am Main, 2021, Suhrkamp, Seite 385 und 393.
(22) Vergleiche Hüter, Michael: „Kindheit 6.7: Es wird höchste Zeit, mit unseren Kindern neue Wege zu gehen“, Melk an der Donau, 2018, Edition Liberi & Mundo, Seite 120 und 137.
(23) Siehe Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 437.
(24) Vergleiche Meyen, Michael: „Die Propaganda-Matrix: Der Kampf für freie Medien entscheidet über unsere Zukunft“, München, 2021, Rubikon, Seite 185.
(25) Vergleiche Basad, Judith Sevinç: „Schäm dich! Wie Ideologinnen und Ideologen bestimmen, was gut und böse ist“, Frankfurt am Main, 2021, Westend Verlag, Seite 179 fortfolgende.
(26) Vergleiche Zuboff, Shoshana: „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, Frankfurt am Main, 2018, Campus, Seite 385 fortfolgende
(27) Vergleiche Loh, Janina: „Trans- und Posthumanismus zur Einführung“, Hamburg, 2018, Junius, Seite 100.

Spenden per SMS
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann senden Sie einfach eine SMS mit dem Stichwort Rubikon10 an die 81190 und mit Ihrer nächsten Handyrechnung werden Ihnen 10 Euro in Rechnung gestellt, die abzüglich einer Gebühr von 17 Cent unmittelbar unserer Arbeit zugutekommen.
Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Weiterlesen

Musik für Assange
Thematisch verwandter Artikel

Musik für Assange

Unter dem Titel „Free Assange — Now!“ findet am 3. Dezember 2022 das dritte Solidaritätskonzert für Julian Assange in Berlin statt.

Die große Enttäuschung
Aktueller Artikel

Die große Enttäuschung

Die Welt steuert stramm auf eine Zukunft zu, die durch Deindustrialisierung und eine „regelbasierte Weltordnung“ geprägt ist — auch Putin ist Teil des Spiels. Teil 2/2.