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Das „Schmuddel-Magazin“

Das „Schmuddel-Magazin“

Menschen müssen heute um ihre Reputation fürchten, wenn sie es „wagen“, für Magazine wie den Rubikon zu schreiben. Exklusivabdruck aus „Zombie-Journalismus“.

Rubikon — Die Antithese zu einem weichgespülten Journalismus

Eigentlich wollte ich mich mit dem Thema gar nicht näher auseinandersetzen, aber offensichtlich muss man darauf eingehen, weil manche auf Biegen und Brechen die Plattform Rubikon in eine Ecke drängen, in der sie schlicht nicht steht. Auch der Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen, mit dessen „Fall“ wir uns in Kapitel 13 auseinandergesetzt haben, war Angriffen ausgesetzt, weil er für Rubikon schreibt. In seinem aktuellen Buch Die Propaganda-Matrix heißt es:

„Auf diesem Flugblatt geht es auch um mich: ‚Der Veranstalter Michael Meyen gab dem Querfrontaktivisten Ken Jebsen ein Interview und schreibt auch für das Querfrontmedium Rubikon‘“ (1).

Meyen kommt zu dem Fazit, dass aus dem „Projekt Rubikon“, das man eher mit Begriffen wie „links“, „emanzipatorisch“, „herrschaftskritisch “ oder „aufklärerisch“ beschreiben könne, eine Art „No-go-Area“ für alle geworden sei, „die auf eine Karriere im Staat, in der Politik oder in der Wissenschaft hoffen“.

Wie traurig, dass sich Autoren eines in der Tat sehr unbequemen, eigenwilligen Mediums wie Rubikon mitunter übelster Diffamierungen ausgesetzt sehen. Doch dagegen kann man sich, zum Glück, rechtlich zur Wehr setzen.

Rubikon, das scheinen viele nicht begriffen zu haben, ist ein Medium, dass sich auch noch nach drei Jahren ständig weiterentwickelt.

Rubikon ist ein Medium „zum Mitmachen“. Der Kreis der Rubikon-Autoren ist ziemlich groß. Reputierte Persönlichkeiten mit akademischer Laufbahn schreiben neben Jugendautoren, die ihre ersten Laufversuche in Sachen politischem Journalismus machen und über ein waches politisches Bewusstsein verfügen. Dazwischen finden sich Beiträge in schillernden Farben und, auch das gehört zur Wahrheit, von unterschiedlicher Qualität. Manche Beiträge stufe ich als sehr gut und qualitativ hochwertig ein. Andere gehen mir gegen den Strich, weil ich die Meinung des Autors nicht teile.

Manches ist mir zu marktschreierisch, manches zu schrill, manche rufen Widerspruch hervor. Aber so, wie ich das verstehe, hat Rubikon auch nicht den Anspruch, „perfekt“ zu sein.

Es geht darum, eine Art inhaltlich anarchistisches Medienprojekt weiterzuentwickeln, das mit voller Lautstärke Macht- und Herrschaftskritik übt und Eliten in aller Deutlichkeit kritisiert. Rubikon ist meiner Wahrnehmung nach ein Medium, das sich wie die Antithese zu einem weichgespülten „Mainstream-Journalismus“ verhält, weil man in diesem echte, fundierte Macht- und Herrschaftskritik allenfalls noch mit dem Elektronenmikroskop finden kann. Dass bei diesem Ansatz die „Drehzahlen“ manchmal etwas zu hoch sind, dass hierbei auch mal „übersteuert“ wird, ist nicht wirklich eine Überraschung.

Dieser Ansatz muss gewiss nicht jedem gefallen und darf ebenso gewiss kritisiert werden. Aber dann sollte jeder, der ein Problem mit dieser Plattform hat, fair und konstruktiv inhaltlich kritisieren und nicht mit Getuschel und Geraune.

Wer eine Plattform, deren Inhalt man ablehnt, mit Dreck bewirft, dem fehlen offensichtlich die Argumente. Gerade vorgebliche „Qualitätsmedien“ und „Qualitätsjournalisten“, die meinen, Rubikon mit Dreck bewerfen zu müssen, sollten erst mal ihren eigenen Journalismus genauer unter die Lupe nehmen.

Dort können sie, wie wir in diesem Buch gesehen haben, genug an eigenem Dreck auskehren.

Und dann noch ein Urteil

Am Rande sei erwähnt: Jens Wernicke, der Mitgründer und Herausgeber von Rubikon, ist gerichtlich gegen persönliche Angriffe vorgegangen. Im November 2017 hat er vor Gericht einen Sieg errungen. Das Landgericht Mainz hat „den Verantwortlichen im Sinne des Presserechts des Internetauftritts des Bündnisses gegen Antisemitismus Kassel“ (2) untersagt, mehrere Behauptungen, die zuvor in dem Artikel „Wernicke und die Connections eines Bildungsreferenten“ publiziert waren, zu verbreiten.

Unter anderem waren dies die Aussagen:

„Ein gewisser Jens Wernicke darf selbst sein bereits bei KenFM veröffentlichtes Interview mit einem Professor Rainer Mausfeld noch einmal zum Besten geben“ (3).

Und:

„Wernicke also schwafelt nicht nur bei den Wahnwichteln wie KenFM über Sachen, die es nicht geben darf …“ (4).

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass „die inkriminierte Wortberichterstattung“ den Kläger „in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht“ verletze und „nach Abwägung aller im Einzelfall betroffenen Interessen rechtswidrig“ sei (5).

Konkret: Vorgeworfen wurde Wernicke, dass ein von ihm geführtes Interview auf dem Medienportal KenFM veröffentlicht wurde. Die Kritik berücksichtigte allerdings nicht, dass das Interview ursprünglich für die NachDenkSeiten geführt und dort zuerst publiziert wurde.

KenFM hatte das Interview lediglich von den NachDenkSeiten übernommen.

Das Gericht führt aus:

„Die Behauptung, der Kläger dürfe sein bereits bei KenFM veröffentlichtes Interview mit einem Professor Mausfeld noch einmal zum Besten geben, enthält erkennbar eine Ehrkränkung des Klägers. Aus der Passage ‚während KenFM, Uli Gellermann und unsere Else normalerweise in einer Hochglanzpostille der rechtspopulistischen Schmuddelecke, auf unzähligen Internetseiten, -foren und in den diversen Gruppen und Grüppchen auf Facebook pöbeln, den ewigen Weltfrieden erwarten und den ewigen Juden verwünschen …‘ ergibt sich, dass der Beklagte KenFM der rechtspopulistischen Szene zuordnet. Aus Anlage K9 ergibt sich, dass der Kläger unter anderem Mitglied im SprecherInnenrat der Stipendiantinnen der Rosa-Luxemburg-Stiftung war und als Referent für Bildungs- und Hochschulpolitik für die Fraktion Die Linke im hessischen Landtag gearbeitet hat.

Dies zeigt, dass der Kläger selbst dem linken politischen Spektrum zuzuordnen ist. (…) Für eine von einer Äußerung betroffene Person, die sich selbst dem linken politischen Spektrum zuordnet, stellt es eine ehrverletzende Behauptung dar, ein von ihr geführtes Interview sei erstmals in einem rechtspopulistischen Forum veröffentlicht worden. Entgegen der Ansicht des Beklagten ist es in diesem Fall ein großer Unterschied, ob das bei einem anderen Medium ― hier den NachDenkSeiten – veröffentlicht wurde und von KenFM übernommen wurde oder ob der Kläger das von ihm geführte Interview erstmals bei KenFM veröffentlicht hat. Dass einmal veröffentlichte Artikel, Interviews etc. insgesamt oder in Teilen von anderen Medien übernommen werden, lässt sich nicht immer verhindern (…)“ (6).

Dem interessierten Leser sei empfohlen, das 15-seitige Urteil komplett zu lesen. Wer sich einen näheren Eindruck von Rubikon verschaffen möchte, liest am besten selbst die mittlerweile über 8.000 Artikel von rund 500 Autoren, die auf der Website zu finden sind. Denjenigen, die die Beiträge vorurteilsfrei liest, dürfte auffallen, was ich hier grob beschrieben habe: Es gibt eine Vielzahl von Stimmen, Autoren und Artikeln, die Herrschafts- und Machtkritik vereinen.

Was soll daran ein Problem sein? Nix!


„Diesen Totalausfall der Medien und Journalisten in der sogenannten Corona-Pandemie nimmt Klöckner zum Anlass, sich selbige ‚zur Brust‘ zu nehmen. Nach seinem Buch ‚Sabotierte Wirklichkeit: Wenn Journalismus zur Glaubenslehre wird‘ aus dem Jahr 2019 zerlegt Klöckner in seinem neuen Buch die gesamte Medienbranche und ihre journalistischen Zombies. Er präsentiert sie uns als bösartige Propaganda-Maschinerie wider Anstand und Fairness, bar jeder journalistischen Profession. (...) Ihre Hauptkompetenz liege darin, im Schulterschluss mit der Regierung Angst zu schüren. (...) Indem sie jede kritische Analyse scheuen wie der Teufel das Weihwasser seien sie selbst zu einer grundlegenden Gefahr für die Demokratie geworden. (...) Das Politik- und Medienkartell kann nur noch als integrale Verbrechensform begriffen werden, wobei die Medien nicht selten die Politik vor sich hertreiben beziehungsweise der Politik als Verstärker ihrer kriminellen Machenschaften zugunsten der Kapitalfraktionen dienen. Die Medien sind daher nichts anderes als Kombattanten im laufenden ‚information warfare‘ gegen die Zivilgesellschaften. Sie sind kriegführende Partei. Die gesamte Mainstream-Medienindustrie begreift Klöckner völlig richtig als nicht mehr reformierbar.“
Ullrich Mies, Autor und Publizist

„Der Kampf gegen das gleichgeschaltete, regierungskonforme Medienkartell hat gerade erst begonnen. Wer immer noch meint, es ginge um eine innergesellschaftliche Diskussion, hat nicht begriffen, dass es Regierung und angeschlossener Bewusstseinsindustrie ausschließlich darum geht, die Definitionshoheit mit allen perfiden Mitteln zu erhalten. Kollabiert die Definitionshoheit, kollabiert die Macht des herrschenden kriminellen politischen Regimes. Zombie-Journalisten sind mitverantwortlich dafür, dass wir in faschistische Verhältnisse abgleiten. Obwohl in weiten Teilen des Buches anklingt, wie sehr Klöckner die derzeitige Journaille verachtet, gelingt es ihm dennoch, Leserinnen und Leser immer wieder zum herzhaften Lachen zu bringen.“
Annette van Gessel, Pharmazeutin und Lektorin

„Marcus Klöckner liefert (...) jetzt all die Beweise, die bei meiner Draufsicht aus dem Blick geraten sind. Textanalyse vom Feinsten, geschöpft aus dem Fundus der Fehlleistungen, die wir seit anderthalb Jahren beobachtet haben. Nena und #allesdichtmachen. Das WDR-Interview mit Jan Josef Liefers. Die Kampagnen gegen ‚Impfvordrängler‘, ‚Schwurbler‘, ‚Maskenverweigerer‘.“
Michael Meyen, Professor für Kommunikationswissenschaft


Im August erscheint das neue Buch von Marcus Klöckner. Hier können Sie das Buch bestellen: als Taschenbuch oder E-Book.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Michael Meyen, Die Propaganda-Matrix, Rubikon, München 2021, Seite 110.
(2) Aus: Landgericht Mainz, Urteil, Aktenzeichen 1 0 38/17, Seite 1, 30. November 2017.
(3) Ebenda, Seite 2.
(4) Ebenda, Seite 2.
(5) Ebenda, Seite 8.
(6) Ebenda, Seite 8 bis 9.

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