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Das parasitäre Imperium

Das parasitäre Imperium

Unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung werden die Gräben der amerikanischen Gesellschaft immer weiter vertieft. Teil 1/3.

von Hiroyuki Hamada

Vor Covid gab es an der örtlichen Schule, die eines meiner Kinder besuchte, ein erhebliches Rassismusproblem. Den Lehrkräften wurde vorgeworfen, blind für offensichtlich rassistische Vorfälle gegenüber schwarzen Schülern zu sein. Der normierte Rassismusbegriff war so verbreitet, dass sich die Schule gezwungen sah, eine Art Deprogrammierung durch einen Ausschuss unter Leitung der Eltern zu diesem Thema durchzuführen. Dieser Ausschuss wurde allerdings von der schwarzen Alumni-Gruppe der Schule seinerseits als rassistisch betrachtet. Für mich war es schließlich ziemlich offensichtlich, dass die ganze Bewegung Teil einer gemeinschaftlichen politischen Kampagne für das Parteiestablishment der Demokraten war.

Dieselben Leute, die ihre Faust erhoben und „Black lives Matter“ sagten, stellten sich als Unterstützer Joe Bidens heraus, der sich gerühmt hatte, der Architekt der Crime Bills und des Patriot Act zu sein — der eigentlichen Wurzel der direkten Pipeline von den Schulen zu den Gefängnissen, des rassistischen, kolonialistischen „War on Terror“, des gefängnisindustriellen Komplexes und so weiter. Ist Ironie völlig fehl am Platz, wenn die „Realität“ weiterhin zurechtgebogen wird, um den Interessen der herrschenden Klasse zu entsprechen? Am Ende fühlte ich mich so schmutzig und missbraucht, Teil dieses Ausschusses zu sein.

Im Zeitalter von „Schwarze-Leben-zählen-nur-wenn-du-geimpft-bist“ implementiert diese Schule freiwillig eine strenge Impfzwangspolitik mit nur wenigen Ausnahmen. Mein Sohn tratscht nicht gerne und er redet eigentlich nie hinter jemandes Rücken über ihn. Aber eines Tages sagte er, dass die gesamte Schule im Grunde die wenigen Kinder mobbe, die die experimentelle Injektion nicht erhalten hätten. Vor allem wegen seines schwarzen Freundes war er verärgert, dem man das Leben schwer machte, nachdem er zuvor bereits unverhohlenem Rassismus ausgesetzt war.

In Bezug auf Rassendiskriminierung und Covid-„Impfungen“ gibt es erschreckende Zahlen. In New York City, wo Covid-„Impf“-Vorschriften die Menschen faktisch von Aktivitäten in öffentlichen Gebäuden ausschließen, hat rund die Hälfte der schwarzen Bevölkerung entschieden, die experimentellen Injektionen nicht vornehmen zu lassen. Wie kann irgendjemand es rechtfertigen, die Hälfte der schwarzen Bevölkerung von Indoor-Aktivitäten auszuschließen? Was soll das? Und was stimmt nicht, wenn Geschäfte freiwillig ungeimpfte Menschen vom Betreten ihrer Räumlichkeiten ausschließen, wo doch die statistischen Risikofaktoren dafür, sich die fragliche Krankheit zuzuziehen, von Übergewicht über Alter bis zu chronischen Erkrankungen reichen?

Um es klar zu sagen: Die Wirksamkeit der Covidinjektionen wird von Wissenschaftlern und Medizinern ebenso wie ihre Sicherheitsaspekte hitzig debattiert.

Und doch gibt es Geschäftsinhaber, die sich „Vorreiter der Gemeinschaft“ betrachten, weil sie sich als medizinische Cheerleader für Big Pharma betätigen, stolz darauf, sich einschleimende soziale Emporkömmlinge auf Kosten derer zu sein, die ihre eigenen medizinischen Entscheidungen treffen.

Und wenn wir uns die gesamten USA ansehen, so sind dort 40 Prozent der Geschäfte in schwarzem Besitz verschwunden. Dieses ganze Virusgeschehen ist ein gigantischer urbaner Erneuerungsschub, getarnt als Krieg gegen ein Virus — verstehen Sie nicht, dass die Menschen vom Krieg gegen das Verbrechen, dem Krieg gegen Drogen und Ähnlichem genug haben?

Das behagliche Covid-Leben für privilegierte, wohlsituierte Menschen, die von zu Hause aus arbeiten können oder es sich leisten können, nicht zu arbeiten, wird auf Kosten der vielen, die unter dem ökonomischen Umstrukturierungsprozess zugunsten der Oligarchie leiden, in vielfältiger Weise unterstützt. In den vergangenen zwei Jahren fand ein beispielloser Reichtumstransfer von der bereits zuvor ausgebeuteten Bevölkerung zu extrem reichen und mächtigen Personen statt, während unter dem Vorwand der Rettung von Leben die Art neoliberaler Umstrukturierung vollzogen wurde, von der sie geträumt hatten.

Die Erkenntnis, dass der Mechanismus der Ausbeutung und Unterwerfung ziemlich einfach funktioniert, ist wirklich demoralisierend. Die Macht der reichen Oligarchen ist so groß, dass sie alles besitzen. Sie besitzen die Medien. Ihnen gehört die Politik. Ihnen gehören die Regierungen. Ihnen gehören die Wissenschaftler. Ihnen gehört das Militär.

Und dieselben Personen, denen alles gehört, erzählen uns, dass wir die Gewaltenteilung respektieren, dass wir uns auf die „repräsentative Demokratie“ verlassen und dem Rechtssystem gehorchen müssen, das letztlich von Richtern des Obersten Gerichtes beherrscht wird, die von denselben Personen ernannt werden, denen alles gehört. Unnötig zu erwähnen, dass as Ganze dazu dient, uns zu spalten und die Reichen und Mächtigen zu den Priestern des Kapitalismus zu weihen, weil ihnen alles gehört und alle Macht in ihren Händen gebündelt werden soll, während das Volk faktisch jeder Macht beraubt wird.

In den USA wird die Macht des Volkes durch zwei korrupte Konzernparteien repräsentiert. Ich meine, sie repräsentieren nicht wirklich die Menschen, aber sie geben vor es zu tun. Die Situation ist so offensichtlich und eklatant, dass es müßig ist, es auch nur zu erwähnen, aber die Realität ist, dass dieser Mechanismus zweier konzernartiger Entitäten, die sich ritualisierte Schlachten in einem streng kontrollierten kapitalistischen Rahmen liefern, so effektiv dabei gewesen ist, den Schein von „Demokratie“ zu inszenieren, dass es schwerfällt, die soziale Dynamik in den USA ohne sie zu erörtern.

Ganz gleich, welche ideologische Neigung der einzelne Amerikaner haben mag, das überlebensgroße Theater aus historischen Mythen, Dramen, Kriegsruhm, nationalistischen Gefühlen und der Ehrerbietung gegenüber der amerikanischen Flagge sind wahrscheinlich Teil jener verinnerlichten Autorität sein, die sich in Geist und Körper aller in diesem Land Geborenen wurzelt.

Heute stehen viele der Reichen und Mächtigen der demokratischen Partei nahe — so zum Beispiel Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, George Soros, Bill Gates und weitere. Das ist seltsam, denn eigentlich ist es die republikanische Partei, die die Interessen der Wirtschaft repräsentieren sollte. Aktuelle Daten zeigen ebenfalls diesen Trend:

„Einige neuere US-Zahlen zur Verteilung des Einkommens nach Parteien: 65 Prozent der steuerzahlenden Haushalte, die mehr als 500.000 US-Dollar pro Jahr verdienen, befinden sich derzeit in demokratischen Distrikten; 74 Prozent der Haushalte in republikanischen Distrikten verdienen weniger als 100.000 US-Dollar pro Jahr. Hinzu kommt, was uns bereits bekannt ist, nämlich dass die zehn reichsten Kongressbezirke im Land allesamt von demokratischen Abgeordneten im Kongress vertreten werden.“

Allerdings ist das eigentlich egal, denn wer politisch aktiv ist — was bedeutet, dass sie einer der korrupten politischen Parteien zujubeln —, dürfte nicht darüber sprechen, wie Geld die gesellschaftlichen Institutionen kontrolliert und wie unsere Werte, Überzeugungen und Normen von den Interessen der herrschenden Klasse bestimmt werden und wie die ökonomische Kaste faktisch kapitalistische Imperative durchsetzt, um die Herrschaft des Geldes und der Gewalt aufrechtzuerhalten.

Ob Sie es glauben oder nicht: Ein derartiges Verständnis wird als „Verschwörungstheorie“ etikettiert.

Richtig: Sie sind ein aluhuttragender Verschwörungsspinner, wenn Sie die Verbrechen der Konzerne, ihre kriminellen Verschwörungen und so weiter und so fort beim Namen nennen. Wie offensichtlich kann es eigentlich noch werden?

Reiche Menschen dominieren die konzernfreundliche Politik mit der guten alten Rechtschaffenheit des Exzeptionalismus und einer kolonialen Attitüde mit dem freundlichen, gütigen Antlitz der liberalen Politik, und es ist absolut in Ordnung, die grundlegende marxistische Analyse der Ausbeutung eine „Verschwörungstheorie“ zu nennen.

Die Tendenz, den Mechanismus des Kapitalismus zu verschleiern, findet sich exakt spiegelbildlich bei denen, die sich dem überwältigenden Drängen auf Covid-Lockdowns, Covid-„Impf“-Zwänge und so weiter entgegenstellen.

Für viele von denen, die auf der anderen Seite des Virusgeschehens stehen, lässt sich die gesamte Mobilisierung als „kommunistische Übernahme“ beschreiben. Das ist richtig. All die knallharten Kapitalisten, die sich verschworen haben, ihre Interessen mittels Weltwirtschaftsforums, Internationaler Währungsfonds, Weltbank und so weiter durchzusetzen, sind nun Kommunisten. Wie bequem? Kapitalismus ist ohne Opportunismus nicht zu haben.

Aber die Ganze ergibt durchaus Sinn. Beide Enden des kapitalistischen Spektrums, Faschisten und Sozialdemokraten, haben schon immer gemeinsam für die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Hegemonie gekämpft. Letzten Endes ist es ihr oberstes Ziel, die kapitalistische Kastenhierarchie und ihre rechtschaffene Position darin zu bewahren. Das linke Bein macht einen Schritt nach vorn, wenn sich das rechte Bein vorwärts bewegt, um die Dynamik der imperialen Hegemonie auszubalancieren — ganz so, wie die hoffnungslos korrupte Hillary Clinton die Präsidentschaft eines Donald Trump hervorbrachte, die wiederum der demokratischen Partei eine Existenzberechtigung gibt.

Links, rechts, links, rechts: Das Imperium schreitet voran, während es sanft sein Gewicht von links nach rechts verlagert. Während sie gemeinsam durch die durch die imperiale Welt marschieren, stimmen sie abfällige Gesänge gegen jedes revolutionäre Moment an. Beiden Seiten steht es frei, zu streiten und zu kämpfen, solange sie nur den imperialen Imperativen des Kapitalismus Folge leisten. Die Konzernmedien stellen sicher, dass die Narrative so erzählt werden, dass sie dieser Dynamik entsprechen. Die, die dieser Dynamik nicht zugehören, werden als die „Anderen“ abgestempelt — Extremisten am Rande, die es aus vielen Perspektiven zu dämonisieren gilt.

Wie erlangt das Imperium seine mythische Aura der Autorität? Ganz leicht: Es wendet die gute, alte Strategie der Schutzgelderpresser gegen leichtgläubige „gute Menschen“ an.

Beispielsweise erzählen sie den Menschen, Terroristen kämen, während sie die Mörder „insgeheim“ in einer Weise finanzieren, die für die Menschen gar nicht so geheim ist. Die Menschen begreifen: „Ah, ich verstehe. Wir müssen das Schutzgeld bezahlen. Andernfalls sind wir aufgeschmissen.“ Oder sie erzählen den Menschen, eine Seuche komme, und sie zwingen die Menschen, sich besondere Medikamente injizieren zu lassen. Wenn die Menschen dies ablehnen, werden ihnen ihre Jobs genommen, ihre Familien gespalten, sie dürfen nicht im Restaurant essen und so weiter. Auf diese Weise kann faktisch jeder in ein gefährliches Element mit einer Infektion verwandelt werden, bis er sich mit den von den Behörden festgelegten Mitteln als „gesund“ erweist. Die Unschuldsvermutung sowie die informierte Zustimmung sind damit hinfällig.

Das ist schon was. Es muss einen gewichtigen Grund geben, dessentwegen eine Autorität jemand ohne vernünftigen Grund schuldig spricht. Andernfalls können Menschen willkürlich jedes Verbrechen beschuldigt und dann dafür bestraft werden. Und ohne informierte Zustimmung können Menschen gezwungen werden, Kool-Aid zu trinken, einfach nur weil es ihnen vorgeschrieben wird. Mehr noch:

Sobald die Feudalherren über das Leben und den Tod der Menschen entscheiden, erheben sie sich selbst zu Göttern.

Ein Politiker würde behaupten, Covid-„Impfstoffe“ seien ein Gottesgeschenk. Kulturschaffende würden diejenigen, die die Behandlung verweigern, beschuldigen, gegen „Naturgesetze“ zu verstoßen, die „Wissenschaft“ zu verachten und so weiter. So werden Bill Gates und die anderen Quacksalber praktisch in die Götter unserer Zeit.

Anscheinend soll sogar diese vorgebliche „Demokratie“ durch die Annahme von Dekreten in einer „Notlage“ genommen werden — wie bei jeder anderen faschistischen Übernahme.


Hiroyuki Hamada ist ein 1968 in Japan geborener, vielfach ausgezeichneter Künstler und Bildhauer. Er lebt in den USA.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien am 10. Janaur 2022 unter dem Titel „Parasite Empire Unravelled“im Blog Wrong kind of green. Er wurde von Thorsten Schewe vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzerteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert. Aufgrund der Länge wird die Übersetzung in drei Teilen veröffentlicht.

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