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Das Licht bewahren

Das Licht bewahren

Die erste „normale“ Weihnacht nach zwei Jahren offenbarte die tiefgreifenden Folgen der gesellschaftlichen Traumatisierung.

Ein Freund erzählte enttäuscht von seinem Ausflug in die vorweihnachtliche Innenstadt. Anstelle von glänzenden Sternen und lächelnden Engeln war diese mit Ampelmännchen und hektisch leuchtenden bunten Lichtern dekoriert. Die großen Weihnachtsmärkte bestanden mehrheitlich aus Glühwein- und Wurstbuden; das wenige angebotene Kunsthandwerk kündete von Massenfertigung. In den Sonderangebotsabteilungen rafften Menschen mit leeren Gesichtern beinahe instinktiv Kleidung und anderes Günstige an sich und hasteten in den Kassenwartebereich.

Wo waren nur der besondere Weihnachtszauber, die erwartungsfrohe Verheißung, das Staunen und Innehalten hin, die uns aus früheren Vorweihnachtszeiten vertraut und ans Herz gewachsen waren? Was war mit den Menschen geschehen, dass ihnen diese trübe Reduktion, diese Entzauberung nicht auffiel?

Wohin war die selige Vorfreude aus ihren Gesichtern verschwunden?

Von Spiritualität getrennt

Tatsächlich scheint es, als hätten die meisten Menschen jeglichen Zugang zu Religion, ja ihre eigene religio im Sinne der Verbindung zwischen dem Individuum und Gott, zwischen Relativem und Absolutem (1), verloren. Folglich erwarten sie nichts mehr von Weihnachten, haben keine Ahnung mehr von Heiligkeit, höherem Sein, seelischer Verbindung und Einssein.

Es ist noch nicht so lange her, da suchten sie ihr Heil im Konsum, hofften das Fehlende durch den Kauf von etwas Besonderem beschaffen zu können. Freilich war auch das ein fehlgeleitetes Bemühen, doch immerhin war den Menschen noch eine Ahnung von Erfüllung und der Möglichkeit geblieben, eine höhere Verbindung eingehen zu können.

Nun aber ist sie ihnen verlorengegangen. Daran hat gewiss der Maßnahmenmarathon der letzten Jahre seinen Anteil, womöglich aber auch die experimentelle, genverändernde Injektion, die, wie immer mehr Wissenschaftler verlauten lassen, die Blut-Hirn-Schranke des Körpers überwindet, und deren metallische Bestandteile auf 5G-Frequenzen ansprechen, sodass die so Behandelten nicht mehr gänzlich frei handelten (2). Rudolf Steiner sagte bereits 1917, der Menschheit würde der Hang zur Spiritualität weggeimpft werden (3).

So eilen die Leute mit stumpfen Gesichtern durch die Straßen, um all das noch zu besorgen, was der Lieferdienst nicht vor die Wohnungstür bringt. Ihre Minen scheinen verhärtet, verhärmt; sie sind im Dualismus verfangen, der sie trennen lässt zwischen sich selbst, ihrem Ego, ihrer Weltsicht und all dem, was dazu nicht zu passen scheint.

Als Folge solcher Ego-Zentriertheit werden sie gänzlich unfähig, eine Einheit mit Höherem, eine Transzendenz auch nur zu erahnen. Ebenso wurde die Weihnacht ent-heiligt und das Fest zu einer weiteren seelenlosen Feierei, die auch in den eigenen vier Wänden kaum noch über die Glühwein- und Spritzgebäckexzesse der unzähligen Weihnachtsmärkte hinausgeht. Essen und Trinken. Geschenke für die Kinder. Mehr vom selben für alle, denn viele der aktuellen Gaben bieten Verbindungen in den digitalen Raum, das bunte Gefängnis, das für alle Bedürfnisse eine Antwort bereithält und aus dem alles wahre Leben, alle Seele, aller Geist verbannt wurden. Stattdessen wabert der Algorithmus durch digitale Sphären und errät intimste Sehnsüchte und verborgenstes Begehren.

Institutioneller Ausverkauf

In den Kirchen haben Nachhaltigkeitsfetischismus (4) und Gesundheitswahn (5) die letzten Überreste religiösen Empfindens fortgetrieben. Kein Platz mehr für Wege zu Gott suchende Seelen im Kirchenasyl. Mit Haut und Haaren vereinnahmt vom grün-lila-roten Zeitgeist offerieren die meisten Pastorinnen und Pastoren woke Willkommenskultur und inquisitorische Klabauterbachungen. Sie haben die Abkehr von der Schöpfung, vom zyklischen Werden und Vergehen vor dem Hintergrund ewigen Seins vollendet, die einst mit einer sich ab dem Mittelalter immer weltlicher gerierenden Kurie (6) ihren Anfang nahm. Von da ist keine Hoffnung, kein Licht, keine Erkenntnis mehr zu erwarten.

„Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen / erfüllt die Herzen mit Seligkeit“ (7).

Wir sind so viel mehr als Fleisch und Blut, die Welt um uns herum so viel kostbarer als ausbeutbare oder patentierbare Biomasse, über deren Wert die Börsen des Kapitalismus bestimmen (8)! Denn in allem und jedem leuchtet jener göttliche Funken, der diese vielfältige Schöpfung erst ermöglichte, der alles belebt und in dem ein jedes erfüllt aufgehen und Ewigkeit leben kann! Eine jegliche Religion kündet von dieser Ur-Wahrheit, denn sie ist der Same, aus welchem sie selbst und alles weitere hervorging und -geht.

Wahres Glück und tiefste Zufriedenheit fließen aus dieser Erkenntnis. Da braucht es keinen materiellen Überfluss, um sich beschenkt und erwählt zu wissen. Im Gegenteil, all dieser Konsum, all diese mediale Sintflut dienen lediglich dazu, den Menschen von der Erkenntnis seines wahren Selbst abzuhalten. Sie sollen ihn gefügig machen, haltlos, orientierungslos, ganz auf seine körperliche — vergängliche — Hülle reduziert, die mit allen Mitteln aufgewertet, geboostert werden muss. Muskelmasse statt Spiritualität, allopathische Medizin statt ganzheitliches Heilen, digitale Verknüpfung — am besten durch Chippen — statt seelische Verbundenheit. Das Ego als Apotheose des Seins anstatt des harmonischen Einsseins mit der Schöpfung.

Freiwillige Umkehr

Es schmerzt mich, in den Straßen so viele fahle Gesichter mit toten Augen zu sehen. Doch es sind nicht alle so. Andere, wenige haben ein Bewusstsein von ihrem Platz im Universum, sie wissen sich gerettet und freuen sich auf die alljährliche feierliche Bekräftigung dieser Erkenntnis in der Weihnachtsfeier. Sie entscheiden sich mit ihrem freien Willen, Gott in der Mitte allen Seins zu sehen, und fügen sich so völlig selbst-bewusst in die spirituelle Realität ein.

„Freiwilligkeit ist ein Zeichen der Liebe, und Liebe ist das einzig ‚herrschende‘ Prinzip in der spirituellen Realität. Dementsprechend bedeutet, sich Gott zu fügen, daß man freiwillig das Prinzip der spirituellen Welt annimmt: Gott zu lieben. Und wenn man jemanden liebt, dient man der geliebten Person, um ihr eine Freude zu bereiten, und nicht, um einen Lohn zu bekommen“ (9).

Dann erkennen wir im Licht der Kerze die strahlende Helligkeit der Sonne und in den leuchtenden Augen unseres Gegenübers die überwältigende Liebe, aus der wir kommen und zu der wir gehören. Leben wir diese Erkenntnis aus tiefster Seele und in vollem Bewusstsein. Freuen wir uns über diese Gewissheit und teilen sie mit den Menschen um uns herum. Denn Licht und Freude wirken umso mächtiger, wenn wir sie frohen Herzens verschenken.

„In dulci jubilo / nun singet und seid froh“ (10) Zweifelsohne, wir leben in schwierigen Zeiten. Lassen wir uns nicht von ihnen überwältigen, nicht von den unzähligen alarmierenden Informationen zuschütten, sondern erheben wir unseren Blick und unser Bewusstsein für die Wunder der Schöpfung und ihr unbedingtes, seligmachendes Versprechen: „Alpha es et O / alpha es et O.“



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Quellen und Anmerkungen:

(1): Armin Risi, Gott und die Götter, Govinda-Verlag 2007, S. 122 f.
(2): https://transition-news.org/impfstoffe-und-spike-proteine-gelangen-nach-der-impfung-in-viele-organe; https://transition-news.org/luc-montagnier-der-mensch-arbeitet-an-seinem-eigenen-untergang; https://auf1.tv/elsa-auf1/mediziner-dr-michael-nehls-im-interview-es-droht-eine-zombie-apokalypse
(3): Rudolf Steiner, Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. GA 177, S. 237, Vortrag vom 29.10.1917.
(4): https://www.ekd.de/klimawandel-49693.htm
(5): https://www.ekmd.de/aktuell/nachrichten/impfen-ist-naechstenliebe-ekm-banner-haengt-an-marktkirche-in-halle-impfaufrufe-auch-aus-halberstadt-und-erfurt.html; https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/ekd-vorsitzende-kurschus-corona-impfpflicht-aus-naechstenliebe,SsPVPsx
(6): https://www.kleio.org/de/geschichte/mittelalter/frueh-hochmittelalter/mittelalterliche-gewalten/
(7): https://www.liederundtexte.com/es-ist-fur-uns-eine-zeit-angekommen/
(8): ttps://www.researchgate.net/publication/255725351_Patenting_Nature_A_Problem_of_History; https://www.kiplinger.com/investing/esg/603451/natural-asset-companies-nacs-a-new-tool-for-esg-investors
(9): Armin Risi, a.a.O., S. 225.
(10): https://www.lieder-archiv.de/in_dulci_jubilo-notenblatt_200040.html

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