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Das Lebenselixier

Das Lebenselixier

Freiheit ist die Luft, die wir atmen — sie schützt nicht vor Fehlern, aber sie schafft erst den Raum, um gemeinsam nach dem richtigen Weg zu suchen.

Diese nicht enden wollende Coronakrise wirkt auf mich

wie ein dunkler und dichter Nebel, bei dem es mir so vorkommt, als ob von offizieller Seite aus alles unternommen wird, diesen bloß nicht zu lichten. Zu rätselhaft und wenig nachvollziehbar sind für mich die ständigen Zielverschiebungen, Kurswechsel und Änderungen der Bezugsgrößen. Und viel zu emotionalisiert und angsteinflößend kommt mir die mediale Berichterstattung vor; und zwar von Beginn an. Jedoch sollte es doch eigentlich in einer solchen Ausnahmesituation immer das Ziel sein, so viele Erkenntnisse wie möglich so schnell wie möglich zu gewinnen. Um Klarheit zu erhalten. Eigentlich.

Aber nein, durch die inzwischen schon einundzwanzig Monate andauernde Rundum-Panikerzeugung wird ein totales Klima der Angst und Unsicherheit geschaffen, wodurch wir uns eher in einem emotionalen Überlebenskampf zu befinden scheinen als bei klarem Verstand. Wir Menschen werden in diesem Klima immer mehr aufgerieben und gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt. Denn sollte auch nur das kleinste Fünkchen des Zweifels an dem herrschenden Coronabild gehegt oder gar geäußert werden, wird rhetorisch von medialer Seite umgehend derart scharf geschossen, dass aus dem Zweifler nicht mehr als ein durchlöcherter Schweizer Käse übrig bleibt. Mir ist bis heute unklar, wie diese Bekämpfung von Kritik der Aufklärung und Erkenntnisgewinnung uns in dieser Situation helfen soll.

Die Maßnahmen

„Eigentlich sollte das Ziel aller Maßnahmen die Beendigungen aller Maßnahmen sein!“, brachte es die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot in dem Dokumentarfilm „Eine andere Freiheit“ dermaßen gut auf den Punkt, wie es treffender kaum geht. Jedoch scheinen wir aktuell von einer solchen Beendigung weiter entfernt zu sein als die Erde von der Sonne.

Trotz mehrmaligen Lockdowns, trotz Masken, trotz Social Distancing, trotz flächendeckenden Massentests, trotz der Impfung, trotz all dieser einschneidenden Maßnahmen scheint die Pandemie nun erneut auf einem verheerenden Höchststand zu sein. Und weil diese Maßnahmen bis hierhin so wirkungsvoll waren und das Pandemiegeschehen so gut eingedämmt haben, halten wir weiterhin an ihnen fest. Besteht überhaupt noch ernsthaftes Interesse, die Maßnahmen irgendwann wieder zurückzunehmen, oder sind sie inzwischen zum Selbstzweck geworden?

Die härteste und gefürchtetste Strafe im Gefängnis ist die Isolationshaft, da sie komplett gegen unsere Natur als soziale Wesen ist. Eben darum versuchen wir — ganz gleich, in welcher Lebenslage wir sind und welcher gesellschaftlichen Schicht wir angehören —, eine passende Gemeinschaft zu finden.

Wir brauchen die Gruppe zwingend, um uns gehalten, geborgen und sicher zu fühlen. Und die Isolation, das genaue Gegenteil von unseren grundlegenden seelischen Bedürfnissen, soll uns schützen? Das, wovor Häftlinge sich am meisten fürchten, soll unserer Gesundheit dienen? Möglicherweise sichert es zwar auf eine gewisse Weise unser Überleben, zerstört aber brutal unser eigentliches Leben. Und für mich ist genau das der Grund, warum ich auf dieser Welt bin: nämlich um zu leben! Wenngleich ich mich nicht daran erinnern kann, wann ich das letzte Mal mit einem Gefühl der Unbeschwertheit eingeschlafen oder aufgewacht bin.

Es gibt Staaten, die einen anderen Weg gewählt haben als Deutschland, Dänemark zum Beispiel. Sie haben die Maßnahmen, zumindest zeitweise, zu einem Großteil wieder zurückgenommen. Und dann gibt es sogar noch Länder wie Schweden oder Tansania, die generell nur sehr wenige bis gar keine hatten beziehungsweise noch immer nicht haben und damit nicht schlechter gefahren sind als wir. Wäre es nicht eine Überlegung wert, diesen humaneren Weg einmal auszuprobieren?

Eine aufgezwungene Impfung

Aber nein, die Lage bei uns spitzt sich immer weiter zu. Mittlerweile ist 3G quasi schon zu einem Auslaufmodell geworden. 2G ist in der neuen Normalität voll angekommen und wird wohl nur ein Übergang hin zu 1G sein. Jedoch geht in diesem G-Wahn ein G unter: nämlich das G für Gesund. Was bedeuten diese abstrakten Gs aber für uns als Menschen? Komme ich als ungeimpftes Kind bald überhaupt noch in meine Schule? Werde ich als ungeimpfter Studierender noch meine Universität betreten dürfen? Werde ich als ungeimpfter Angestellter zukünftig meinen Arbeitsplatz behalten können? Darf ich als Ungeimpfter eines Tages noch in den Supermarkt, um mir Lebensmittel zu kaufen? Wo ist die rote Linie? Wo ist die Grenze?

Ich mache mir Sorgen! Sorgen um uns als Gesellschaft. Wurde doch der Beginn des Lockdowns damit begründet, die Minderheiten — alte Menschen und Risikogruppen — zu schützen, frage ich mich aktuell, wer schützt eigentlich noch uns als Minderheit?

Die Minderheit der Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten oder können. Wer schützt uns vor Diskriminierung, Herabsetzung und — wer weiß, was noch alles passiert — vor Gewalt? Denn wenn ich mir die Kommentare in den Leitmedien und sozialen Netzwerken durchlese, wird mir immer öfter angst und bange. Aktuell ist dort von der „Pandemie“, ja, sogar von der „Tyrannei der Ungeimpften“ zu lesen. Oder auch, dass Impfmuffel „Volksfeinde“, „Sozialschädlinge“ oder einfach nur „unsolidarische Arschlöcher“ seien.

Warum? Weil ich nicht bereit bin, ein zweifelhaftes pharmazeutisches Produkt, das ohne weitreichende Studien lediglich notzugelassen wurde, in mich injizieren zu lassen? Weil meine persönliche Risikoabwägung die Impfung gefährlicher einstuft als die Krankheit selbst? Weil ich es wage, nein zu sagen? Wo kommt dieser ganze Hass her? Solche hetzenden Berichte bereiten mir enorme Magenschmerzen.

Ich fühle mich zunehmend in die Ecke gedrängt. Nicht nur, dass in den letzten einundzwanzig Monaten meine grundlegenden Freiheitsrechte bis an die Belastungsgrenze eingeschränkt wurden, nein, mir scheint es so, als ob sie mir in Zukunft fast gänzlich genommen werden sollen. Und warum? Weil ich über meinen Körper und meine Gesundheit selbst entscheiden möchte? Ist das der Grund, warum ich bis an den Rand meiner Existenz unter Druck gesetzt werde, etwas zu tun, was ich partout nicht möchte? Es fühlt sich nicht mehr so an, als würde ich noch in einem freien Land leben, auch wenn das immer wieder und wieder behauptet wird.

Wie wollen wir eigentlich leben?

Seit Beginn der Krise musste ich mehrmals schon eine bittere Erfahrung machen. Traf ich auf Kollegen, Bekannte, Freunde oder auch Familienmitglieder und lagen unsere Positionen zu dem Thema Corona zu unterschiedlich und zu weit auseinander, geschah es schnell, dass die Unterhaltung eskalierte und in Streit und mitunter auch Geschrei ausartete. Die Diskussion wurde daraufhin abgebrochen und nicht wieder aufgenommen. Es war uns dann unmöglich geworden, weiter darüber zu reden.

Nach meinem Eindruck sieht die Lage innerhalb unserer Gesellschaft ähnlich aus: Wir reichen uns nicht mehr die Hand, sondern zeigen mit dem Finger aufeinander. Wir hören uns nicht mehr zu, sondern streiten darum, wessen Meinung die bessere ist. Und wir diskutieren nicht mehr miteinander, sondern winken automatisch ab und sagen: „Mit so jemandem wie dir rede ich gar nicht erst!“ Das macht diese verfahrene Situation nicht nur nicht besser, sondern führt zu total verhärteten Fronten und tiefen Gräben zwischen uns. Und seit März letzten Jahres sind aus diesen Gräben zuweilen schon tiefe Schluchten geworden. So empfinde ich das.

Wenn wir nicht aufpassen und aufeinander achtgeben — und damit meine ich alle —, dann werden wir bald keine echte Gesellschaft mehr sein. Vielmehr werden wir uns dann in zersplitterten und verfeindeten Lagern wiederfinden, welche sich schlimmstenfalls gegenseitig bekämpfen. Passiert das in anderen Gegenden auf der Welt, nennen wir so etwas Bürgerkrieg.

Es kann keine absolute Sicherheit geben; vor überhaupt nichts! Daher sollten wir uns besinnen, uns wieder aufeinander zubewegen und überlegen, wie viel Sicherheitsdrang uns als Gesellschaft gut tut. Oder ob er uns nicht ab einem gewissen Punkt eher schadet.

Im Grunde wäre es ganz einfach, diesen Spuk zu beenden. Vertrauen wir wieder uns selbst und unseren eigenen Wahrnehmungen. Eine fremderzeugte Realität, die mit meiner persönlichen Wahrnehmung nicht übereinstimmt, ist gar keine Realität, sondern eine Illusion. Geben wir uns und unseren Mitmenschen wieder das Vertrauen, das wir in dieser Krise in die falschen Hände gelegt haben. Lasst uns endlich die längst überfälligen Fragen stellen, wie wir als Gesellschaft wirklich leben wollen! Im Sinne von uns, den Menschen, welche in diesem Land leben, und nicht im Sinne der Politik, der Großkonzerne oder von abstrakten, realitätsfernen Ideologien. Nein, wie möchten wir gleichzeitig selbstbestimmt und gemeinschaftlich zusammenleben. Hier und heute!

Um dieser Frage nachzugehen, brauchen wir jedoch die Freiheit. Ohne sie gibt es keine Selbstbestimmung. Vielleicht ist die wirkliche, die vollkommene Freiheit eines der Dinge, vor denen wir uns heute am meisten fürchten. Und vielleicht ist das, wovor wir uns heute am meisten fürchten, das, was wir tief in uns am meisten wollen. Ein altes Zitat, welches Benjamin Franklin zugeschrieben wird, besagt: „Wer seine Freiheit aufgibt, um absolute Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!“

In diesem Sinne, ein Gruß an die Freiheit: Halte durch!


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