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Bombensichere Freundschaft

Bombensichere Freundschaft

Mit ihren Vetos gegen UN-Erklärungen über eine Waffenruhe im Gaza-Konflikt stellen die USA Israel einen Freibrief für weitere Bombardements aus.

„Danke, dass wir weiterbomben dürfen“

Unter dieser Zwischenüberschrift zitierte RT DE den israelischen Verteidigungsminister Benny Gantz mit den Worten:

„Mein aufrichtiger Dank geht an die US-Regierung und insbesondere an Verteidigungsminister Lloyd Austin, mit dem ich diese Woche gesprochen habe, dafür, dass sie die ungerechte Erklärung des UN-Sicherheitsrates, die Israels Schritte in Gaza kritisiert, zu Recht verhindert haben.“

Er fügte hinzu, dass diese Kritik an Israel „heuchlerisch“ sei und der „Sache des globalen Kampfes gegen den Terror abträglich“. Israels Ziel bestünde einzig und allein darin, „die Infrastruktur des Terrors zu zerschlagen“ und das israelische Volk zu schützen (4).

Israel Shahak — Holocaustopfer, Überlebender, Verteidiger der Menschenrechte

Im Vorwort zur zweiten englischsprachigen Auflage von Shahaks Buch schreibt Edward Said bereits in den 1990er-Jahren über den Autor:

„Ein Großteil von dem, was er schreibt, hat die Aufgabe gehabt, Propaganda und Lügen als das hinzustellen, was sie sind. Israel ist für die Entschuldigungen, die zu seinen Gunsten gemacht werden, einzigartig in der Welt: Aus Furcht, auf die schwarze Liste gesetzt zu werden oder aus Angst vor Vergeltung, sehen Journalisten weder die Wahrheit noch schreiben sie, was sie als Wahrheit kennen.

Politische, kulturelle und intellektuelle Persönlichkeiten, besonders in Europa und in den Vereinigten Staaten, scheuen keine Mühe, Israel zu preisen und es mit der größten Freigebigkeit, die je irgendeiner Nation auf Erden zuteilwurde, zu überschütten, obgleich sich viele von ihnen der Ungerechtigkeiten dieses Landes bewusst sind. Hierüber erwähnen sie jedoch nichts.

Das Ergebnis ist ein ideologischer Nebelschleier, den Shahak sich mehr als irgendeine andere Persönlichkeit bemüht hat, verschwinden zu lassen. Als Holocaustopfer und Überlebender kennt er selbst die Bedeutung des Antisemitismus. Doch ungleich den meisten anderen lässt er nicht zu, dass mit den Schrecken des Holocaust die Wahrheit darüber manipuliert wird, was Israel den Palästinensern im Namen des jüdischen Volkes angetan hat. Für ihn ist das Leiden nicht der ausschließliche Besitz von nur einer Gruppe von Opfern …“ (5).

Petition „In Solidarität mit Gaza“

Am 17. Mai veröffentlichte die NRhZ die Petition „In Solidarität mit Gaza“. Initiiert wurde sie von Evelyn Hecht-Galinski, einer deutschen Publizistin und Gründerin der deutschen Abteilung der Organisation „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“:

„Wir sind eine breite Koalition von Menschen mit Gewissen in Deutschland, die die israelischen Angriffe auf Gaza scharf verurteilen. Wir wollen das Tabu brechen, über Israels Verbrechen Schweigen zu bewahren, und bestehen auf Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht, auch wenn es um Israelkritik geht. Wir wenden uns gegen die Gleichsetzung von Tätern und Opfern. Wir denken, es ist an der Zeit, dass Deutschland, seine Regierungen, Parteien und Intellektuellen endlich damit aufhören, das palästinensische Volk für die Verbrechen Deutschlands an den europäischen Juden bezahlen zu lassen. Die Palästinenser als inzwischen letzte Opfer des Holocaust sind es leid, für ein schlechtes Gewissen und ein deutsches Trauma zu bezahlen“ (6).


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://de.rt.com/der-nahe-osten/117651-tel-aviv-dankt-usa-fur-drittes-veto-sicherheitsrat-erklarung-waffenstillstand-bombt-weiter/
(2) Shahak, Israel: Jüdische Geschichte, Jüdische Religion. Der Einfluss von 3.000 Jahren, Süderbrarup 1998.
(3) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27435&css
(4) https://de.rt.com/der-nahe-osten/117651-tel-aviv-dankt-usa-fur-drittes-veto-sicherheitsrat-erklarung-waffenstillstand-bombt-weiter/
(5) Shahak, Israel: 1998Jüdische Geschichte, Jüdische Religion. Der Einfluss von 3000 Jahren. Süderbrarup (1998), Seite 15 folgende.
(6) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27435&css

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