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Apokalypse per Knopfdruck

Apokalypse per Knopfdruck

Immer unverhohlener drohen beide Seiten mit dem Atomwaffeneinsatz — es scheint nicht mehr sicher, dass die nukleare Vernichtung abgewendet werden kann.

Alles muss natürlich nicht so kommen. Es kann auch ganz anders ausgehen, wie dieser Artikel (1) von TKP nahelegt, der bedeutende Analysten zitiert. Aber das Risiko ist enorm hoch!

Der Sprecher der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, sagt Richtung EU:

„Wenn Sie nicht aufhören, Waffen und Söldner an die Ukraine zu liefern, werden Sie morgen Probleme haben, die viel ernster erscheinen werden, als die, die Sie jetzt haben. Das muss klargestellt werden.“

„Es ist kein Bluff“, sagte Putin.

„Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist, werden wir natürlich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Russland und unser Volk zu verteidigen (…) Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, müssen wissen, dass der Wind auch in ihre Richtung wehen kann“ (2).

Und in der Zeitung Ria Novosti wird der Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes mit diesen Worten zitiert:

„Unser sogenannter ,politischer Gegner‘ ist bereits kurz davor, den Verstand zu verlieren, so dass wir mit Überraschungen rechnen können und vor allem darauf vorbereitet sein sollten“ (3).

Kampfpanzer für den dritten Weltkrieg

Auf diesem Hintergrund soll Deutschland nach dem Wunsch völlig verantwortungsloser Kriegstreiber noch direkter in den Krieg einsteigen und Kampfpanzer liefern. „Deutschland muss Führungsrolle übernehmen“, trommelte die Tageschau im Rahmen des immer lauter werdenden Trommelwirbels erneut am 24. September 2022 (4). Kein Wort zur Frage, dass genau dies die Gefahr des Dritten Weltkrieges noch mal sprunghaft erhöht! Unfassbar. Der Krieg muss weitergehen, bis der strategische Sieg über Russland erreicht werde. Eine Illusion, aber das spielt keine Rolle, genauso wie der Tod und die Verzweiflung unzähliger Menschen — egal, Hauptsache alles läuft unter der Propaganda-Schiene „Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte“, um aber in Wahrheit die eigenen Interessen zu verfolgen.

Wer die Welt nüchtern betrachtet, der muss den Wahnsinn sehen. Aber da lässt sich immer noch was zur Steigerung tun. Da gibt es zum Beispiel sogenannte Thinktanks, die vorschlagen, die Panzer aus den Beständen verschiedener europäischer Länder in Teilen zusammenzusetzen (5), sodass Russland, wenn es einen Vergeltungs-(Atom)-Angriff auf die „neuen“ Kriegsteilnehmer plane, nicht einfach nur Deutschland angreifen könne.

Zu diesem Konzert des Wahnsinns passen die Anschläge auf drei von vier Nordstream-Leitungen (6). Es sind offen staatsterroristische Aktionen und man wird kaum fehlgehen, wenn man annimmt, dass „God’s own country“ dahintersteckt (7). Natürlich handelt es sich dabei auch um eine offene Kriegserklärung des Imperiums oder verschwörerischer Fraktionen dieses Gebildes gegen Deutschland und Europa — egal, ob beispielsweise Teile der deutschen Bundesregierung eingeweiht waren oder nicht. Es ist wahrscheinlich richtig, diesen Akt mit dem Verbrechen von 9/11 (8) zu vergleichen oder mit dem provozierten Angriff der Japaner auf Pearl Harbor (9).

Der NATO-Generalsekretär sagt: „Jeder Einsatz von Atomwaffen hätte beispiellose Folgen“ (10). Drohungen und Gegendrohungen — das ist das Muster der Eskalation. Worte haben auch ihre Wirkung. Man redet wieder „normal“ und „gewöhnlich“ über das völlig Unvorstellbare. So gewöhnen sich alle an die neue Rhetorik. Immer schwieriger wird es, die Eskalation des Wahnsinns noch zu stoppen (55). Ein Schneefall, der eine Lawine auslöst, hat „beispiellose Folgen“. Es gibt solche Ereignisse und die Folgen sind unter Umständen tatsächlich schrecklich, aber sie werden irgendwann vorübergehen. Die Sprengung von Nordstream 1 und 2 hat „beispiellose Folgen“. Selbst das wird vorübergehen. Aber ein Atomkrieg, der wird zwar rasch vorbei sein, seine Folgen jedoch nicht.

Warum wusste das Nena schon 1984?

„Neunundneunzig Kriegsminister / Streichholz und Benzinkanister / hielten sich für schlaue Leute / witterten schon fette Beute / riefen: ‚Krieg!‘ und wollten Macht / Mann, wer hätte das gedacht / Dass es einmal so weit kommt.“

Sie „ahnte“ es schon vor fast 40 Jahren, weil es auch damals schon im wirtschaftlichen und politischen System angelegt und deshalb erkennbar war. „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen“, wusste Jean Jaurès schon im 19. Jahrhundert (11). Wer den verklärten Trance-Blick auf die Wirklichkeit abgeworfen hat, weil er die Dauermanipulation im Interesse von Bereicherungseliten durchschauen gelernt hat, der konnte schon sehr lange sehr vieles wissen (12).

Albert Einstein warnte bereits 1946 im Russell-Einstein-Manifest: 
„Die entfesselte Kraft des Atoms hat alles verändert — nur nicht unsere Art zu denken, und so treiben wir auf eine Katastrophe zu, für die es bisher kein Beispiel gibt“ (13).

Lange vor Russland haben eine Reihe von Politikern der USA und Großbritanniens mit dem Einsatz von — taktischen — Atomwaffen gedroht. Die ehemalige Premierministerin Großbritanniens, Theresa May, verkündete beispielsweise schon 2017, „dass ein Erstschlag nicht ausgeschlossen werden könne“ (14).

Und: „Die neue britische Premierministerin Liz Truss, hat auf Nachfrage versichert, dass sie auch dann die Atombombe zünden würde, wenn dabei alles organische Leben auf diesem Planeten ausgelöscht würde“ (15).

Wenn die Russische Föderation also ihre Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen damit begründet, dass zumindest Teile des Westens lange davor mit dieser Möglichkeit gedroht haben (16), so beruht dies auf Tatsachen, vor allem aber auf der begründeten Angst, der Westen wolle Russland um jeden Preis zerstören (17). Eskalation hat ihre eigene Dynamik!

Tatsächlich gilt ohne jeden Zweifel:

Seit Jahrzehnten verfolgt der Westen das Ziel, Russland niederzuringen.

Dies gilt jedenfalls, nachdem sich Russland, dieses bedeutende Land, nicht mehr in die westliche neoliberale US-Agenda eingliedern ließ, was seit dem Ende der Ära Jelzins so gesehen werden kann. Uneingeschränkte Weltdominanz des US- und Dollar-Imperiums mit seinen über 700 militärischen Stützpunkten rund um die Welt (18), das ist seit Langem der Anspruch der westlichen Bereicherungsallianz. Wenn das nicht geht, dann eben Krieg (19)! So muss man es leider zusammenfassen. Menschenrechte? Lächerlich! „Küss meinen Arsch oder ich schlag dir den Schädel ein.“ So formulierte es der Dramatiker Harold Pinter 2008, bezogen auf die US-imperiale Politik (20). Allerdings bröckelt die Dominanz, was aber gegenwärtig die gefährliche Situation nur noch weiter zuspitzt.

Ständig fortgesetzte Verbrechen

Das Ansinnen der westlichen Bereicherungs-„Eliten“, ihre Herrschaft über die größten Teile der Welt weiterzuführen und auszubauen, ist das eigentliche, das ständig fortgesetzte Verbrechen, das Millionen von Menschen das Leben gekostet hat (21) und Milliarden um ihr Lebensglück bringt, und das die Zukunft der Menschheit an erster Stelle in Gefahr bringt. Der historisch überfällige Übergang zu einer multipolaren Welt ist dramatisch von der Gefahr eines Dritten Weltkrieges begleitet. Bemerkenswert ist, wie der russische Außenminister Sergei Lawrow in seiner Rede auf der 77. Jahreshauptversammlung der UNO die Fragen offen wie nie zuvor angesprochen hat, einschließlich der Anmerkungen zur „Systemfrage“ (22).

Noch deutlicher wird Putin am 30. September 2022 (23): Die Hegemoniebestrebungen des Westens bringen „Verheerungen, Ruinen, Millionen zerstörter Menschenleben“ über die Welt. Allerdings setzt Putin deutlich erkennbar bei seiner Kritik nicht sehr klar auf die Systemfrage, sondern auf die Nationen-, Kultur- und Religionsfrage. Diese Sichtweise geht am Kern vorbei. Der Westen wiederum sieht Putin als „Frankenstein“ (24) oder als „wirren Faschisten“ (25). Und die britische Premierministerin Liz Truss schreibt auf Twitter: „Wir werden sicherstellen, dass er diesen Krieg verliert“ (26).

In die Falle gegangen — und die Eskalation musste kommen.

Russland dachte Ende 2021 scheinbar — nach vielen Jahren der großen Zurückhaltung gegenüber den quälenden „Partnern“ —, es könne nicht anders reagieren, als in die Falle zu gehen. Mit dem „Befreiungsschlag“-Ultimatum seitens Russlands vom Dezember 2021 (27) — im Kern allerdings mit dem schlichten und einfachen Verlangen, dass die Ukraine neutral bleiben solle — ging die Falle zu.

Der Westen bekam seinen Krieg, denn nicht einmal diese Minimalforderung, dass die Ukraine neutral bleiben soll, wollte die US-Führung akzeptieren (28). Und Europa hatte bei dieser Entscheidung nichts mitzureden (29). Möge doch Europa dabei geopfert werden. „Fuck the EU“ (30).

Mag sein, dass sich herausstellt, dass die vom Westen gestellte Falle letztlich Russland nützt und dass der Niedergang der Dollar-Hegemonie und der Aufbau einer multipolaren Welt vorankommen. Die Opfer sind jedenfalls gigantisch, und wir werden erst sehen, wo wir rauskommen, wenn wir noch irgendwo rauskommen.

Gefahr von Kurzschlusshandlungen

Wenn es immer enger wird, so ist eine Kurzschlusshandlung oder auch nur ein Missgeschick immer wahrscheinlicher. Krieg hat immer seine eigene Eskalationsdynamik. Es nützt dann auch nichts, wenn sich neue Allianzen auf der Welt auftun —zwischen China, Russland und Teilen des globalen Südens — siehe BRICS, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) (31) und andere. Und es hilft auch nichts, wenn die westlichen Sanktionen nach hinten losgehen. Das hält die derzeitigen Führungen in Europa nicht davon ab, sehenden Auges in einen offenen (Atom-)Krieg hineinzuschlittern, nachdem sie längst nicht mehr bestrebt sind, „Schaden von den Bevölkerungen abzuwenden“ (32), sondern Wirtschaft und Wohlstand wissentlich ruinieren.

Es fehlt also nicht viel für das letzte Fiasko. Auch der chinesische Führer Xi Jinping spricht davon, dass sich das Militär auf einen Krieg vorbereiten muss. Und China mit seinen 1,4 Milliarden Menschen sieht die Welt anders als „wir“ hier im Westen. In einem Artikel der Global Times wird die Entwicklung so benannt: „Der russische Präsident Wladimir Putin stellte kürzlich fest, dass hochrangige Vertreter der NATO mit dem Einsatz von Atomwaffen gegen Russland gedroht hätten. Russland verfüge über viele Waffen, um darauf zu antworten‘“ (33).

Wir haben ihn wieder, den Taumel der Schlafwandler (34)

Der australische Historiker Christopher Clark bezeichnete die Entwicklung zum Ersten Weltkrieg als ein Handeln von Schlafwandlern. So hektisch heute gehandelt wird, so sehr wird im Rückblick wieder dieser Begriff gültig sein. Wenngleich natürlich klar ist, dass nicht jene gemeint sein können, die die Durchsetzung ihrer Interessen mit strategischer Propaganda und roher Gewalt anstreben. Wenn der Gang der Schlafwandler aber heute zur Vollendung kommt, so droht ein x-fach gesteigertes Schreckensszenario als jenes des Ersten Weltkrieges, das schon 17 Millionen Menschen das Leben kostete. Was droht, ist das letzte Inferno, das die Menschheit anzurichten imstande ist.

Der entscheidende Wendepunkt

Was ist also los mit dieser Menschheit? Ist sie vollkommen gescheitert? Ist das Aufflackern des erkennenden Verstandes, der die Welt sich selbst untertan machen kann, ist dieser lächerliche Wimpernschlag der Evolution am Ende?

Sicher befinden wir uns an dem entscheidenden Wendepunkt. In welcher Richtung, werden wir noch sehen. Aber das Menschliche, das hier endgültig vernichtet werden könnte, ist keineswegs am Ende. Es sind vor allem die „Eliten“, die in einer Bereicherungsökonomie so sehr abgehoben und im narzisstisch-psychopatischen Rausch befangen sind, dass sich nur mehr alles daran entscheidet, ob die Masse der Menschen dies nun erkennt, oder ob die Menschen sich als brave Lämmer auch zur letzen Schlachtbank führen lassen. (35).

Wäre es zu verhindern?

Ja, ganz einfach.

Die Menschen in Europa müssen aufwachen (36), die Regierungen absetzen, zeigen, dass sie selbst der Souverän sind, und zuvor entschieden darauf hinweisen, dass sie, als der eigentliche Souverän, von niemandem gefragt wurden, ob sie in einen Dritten Weltkrieg hineingezogen werden wollen, ob immer größere Teile ihrer Bevölkerung verarmen sollen, ob sie im Winter frieren wollen, ob Ökonomie jenseits demokratischer Spielregeln stattfinden soll, oder ob sie eine weitere Zerschlagung demokratischer Bollwerke, wie die UNO-Charta oder die deutsche Verfassung, haben wollen.

Das wäre die Chance: Ein Sturm geht durch Europa. Die Regierungen der westlichen Bereicherungseliten werden hinweggefegt. Wenn Millionen auf den Straßen sind, geht das alles sehr demokratisch. Europa erklärt sich uneingeschränkt neutral. Mit Russland wird Frieden geschlossen und wenn es technisch wieder möglich ist, wird Nordstream 2 eröffnet — solange wir noch fossile Energien brauchen.

Und dann wird der Mist aus Europa hinausgekehrt

Dann muss Schluss sein mit der neoliberalen Unterfütterung einer Bereicherungsökonomie. Diese muss zu Grabe getragen werden. Es gilt aber nicht mehr das alte Bild, dass dann nur der Sozialismus kommen kann. Es geht auch anders, mit neuen Perspektiven, beispielsweise mit drei Regeln für eine neue Welt. Den Ansatz dafür stelle ich in dieser Fußnote dar (37).

Der Weg des Zusammenbruchs

Wenn wir heute die Welt anschauen, so sehen wir, dass das alte Imperium den Weg des Zusammenbruchs geht. Das ist sicher: Das Imperium wird abgelöst werden, wenn es nicht zuerst zum Super-GAU der Menschheitsgeschichte kommt. Es schlägt, scheinbar strategisch klug und taktisch gewitzt um sich, droht aber die Welt in seinen Untergang mitzureißen. Dabei sind natürlich die „Feinde“ schuld, seit jeher, seien es die „Kommunisten“, die „Islamisten“, die „Achse der Bösen“, die „Russen“ oder die „Chinesen“ und so weiter. Sie werden aus der Sicht des „Wertewestens“ auch wiederum die einzigen Schuldigen sein, wenn die Menschheit an irgendeinem Punkt der Eskalationsspirale zugrunde gehen sollte, was dann allerdings ohne Belang ist.

Dabei ist es unverkennbar der „Wertewesten“, der so gut wie alle Werte mit Füßen tritt, wann immer es ihm passt — siehe als Beispiele nur die seit Jahrzehnten angezettelten Kriege (38) oder die ständig fortgesetzten wahllosen Mordaktionen mit Drohnen (39), jenseits jedes Rechts oder Völkerrechts, oder die Folter und Lebensbedrohung von Julian Assange (40). Letzteres ein Verbrechen, das sich bei Michael Ballweg wiederholen könnte — auch wenn dieser in seiner Bedeutung nicht mit Assange vergleichbar ist. Und mit den Sanktionen gegen Russland opfert das westliche Bereicherungsimperium Europa, dessen Politiker an dem verbrecherischen Spiel teilhaben, nur um im Namen des Imperiums mitzuhelfen, Russland und letztlich China niederzuringen. Das wird natürlich nie gelingen, aber es bleibt der feuchte Traum der Strategen — koste es, was es wolle. Möge Europa dabei den Scheiterhaufen selbst aufschichten, auf dem das einstige Friedens- und Zivilisationsprojekt Europa verbrannt wird.

Werden die neuen Allianzen, BRICS, SOZ und andere, eine neue Welt bringen?

Der Untergang des US-Imperiums wird kommen. Angestoßen wird er werden durch den Zusammenbruch der Dollar-Hegemonie, eine totale Finanzkrise, die Spaltung der Gesellschaft, militärische Hybris und die zunehmende Unfähigkeit, die Wirklichkeit überhaupt noch annähernd korrekt wahrnehmen zu können, um nur einige Bestandteile der Melange zu benennen. Eine neue Allianz einer multipolaren Welt wird das Imperium ersetzen, so die Stoßrichtung. Es gibt bereits viele Kräfte, die an einer neuen multipolaren Welt, einer Welt der friedlichen Zusammenarbeit bei gegenseitiger Anerkennung arbeiten (41).

Aber werden diese Bestrebungen halten — vorausgesetzt, dass beim Untergang des Imperiums das Schlimmste, ein Atomkrieg, verhindert werden kann? Meine Antwort lautet: Noch ist es wieder nur ein politischer Versuch, die Dinge neu zu regeln, während die Ökonomie noch nicht neuen Regeln folgt. Zumindest noch nicht ausreichend und von neuen Grundsätzen abgesichert. Wenn es keinen Durchbruch zu einem Ende der Bereicherungsökonomie und zu einer Demokratisierung der Ökonomie kommt, so wird sich nach der Logik des „Kapitalismus“ wieder eine neue Monopolmacht entwickeln. Vielleicht sind Länder wie Russland oder China und viele Staaten des globalen Südens offener für neue Modelle, weil sie häufig „sozialistische“ und vor allem antikoloniale Erfahrungen als Teil ihrer Geschichte aufweisen. Aber das alleine wird nicht reichen. Der Sozialismus war auch mit einer zutiefst antidemokratischen Haltung der Staatsmacht verbunden, obwohl er in seinem Ansatz durchaus auch echte Demokratie mit sich hätte vereinigen können. Auch in China oder Russland wird es keinen Durchbruch geben, ohne die Demokratisierung der Ökonomie. Sehen wir mal, wo die Menschheit herauskommen wird. Die Zeit der Wende ist da.

Entweder Untergang oder eine neue Ökonomie und ein neuer Gesellschaftsvertrag.

Das alte „Zivilisations“-System und die Bereicherungsökonomie haben die meisten Menschen verkrümmt. Die Traumata einer langen Kette von Verbrechen, die die Zivilisationsgeschichte über die Menschheit brachte (42), haben dieses Wesen Mensch von der eigentlichen Menschlichkeit entfernt, da alle „Opfer von Opfern“ geworden sind (43) und Frau und Mann sich nur mühsam herausarbeiten können. Die Folge ist, dass notorische Anpassungs- und Unterwerfungsangst und Wut sehr viele Menschen kennzeichnet. Hans-Joachim Maaz nennt es treffend Normopathie (44). Oder anders ausgedrückt:

„Viele von uns, vielleicht auch wir selbst, leben in einer Art Trance, die die Wahrnehmung verhindert, dass wir das Leben versäumen“ (45).

Wir können das Leben nicht entschiedener versäumen, als wenn wir tatenlos zusehen, wie der Dritte Weltkrieg geplant wird oder wir in schlafwandlerischer Trance in dieses Inferno hineinschlittern.

Die abhängigen Medien spielen dabei die Hauptrolle. „Was wir denken, tan die Medien lenken“, singt Elke Sagmeister treffend (46). Es ist, sehr verkürzt gesagt, eine Phalanx aus Bereicherungsgewinnern, Finanzmacht, Medienmacht (47), „Thinktanks“, Militärapparaten und so weiter, die das öffentliche Denken in eben diesen schlafwandlerischen „Trance-Zustand“ versetzen. Auch den Faschismus und Nationalsozialismus könnte man — im Sinne des Mitspiels der breiten Masse — als einen solchen Zustand der Trance, der Fehlwahrnehmung beschreiben. Erst recht eben die Vorbereitung eines neuen Weltenbrandes.

Narzissten und Psychopathen haben in einer Bereicherungsökonomie weitgehend das Sagen. Die „Eliten“ tragen ihre Verantwortung nur mit dem Endziel, die Bereicherungsökonomie aufrechtzuerhalten und ihre eigene Position darin zu festigen. Das genaue Gegenteil bräuchten wir: eine Gesellschaft auf wirklich demokratischer Grundlage, die auch die Ökonomie in eine Gemeinwohlökonomie umwandelt.

„Verantwortung tragen kann man nur in Liebe“, sagt Michael Lehofer, und weiter:

„Wer glaubt, er könne seine Verantwortlichkeiten ohne Nähe zum Verantworteten tragen, der irrt. Das gilt natürlich für uns selbst — aber auch für Führungskräfte in der Wirtschaft und der Politik“ (48).

Diese Nähe zum Menschen ist aus dem System der Bereicherungsökonomie mit dem scharfen Besen der Gier hinausgetrieben worden. Alexander Lowen sagt: „Verantwortung heißt, in Liebe zu antworten“ (49). Das genau müssten unsere politischen Verantwortlichen tun: in Liebe zu den Menschen und dem Menschlichen auf die Frage nach Regeln und Konzepten zu antworten.

Stattdessen treiben uns die heutigen in Wahrheit verantwortungslosen „Verantwortlichen“ „in einen eigenartigen ständigen Überlebenskampf, der mehr als lächerlich ist, da wir in den meisten Fällen nicht bedroht sind“ (50). Aber auf der Basis der Angst-Gesellschaft (51) und der Schock-Therapien (52) wird das System abgesichert, damit die Bereicherung Einzelner weitergehen kann — siehe zum Beispiel die Profiteure der Angst-Impfkampagnen —, während nach dem Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung die Wirklichkeit tatsächlich immer düsterer wird.

Der Dichter Erich Fried schrieb in seinem Gedicht „Bereit sein war alles“ (53):

„Um mich vorzubereiten / auf die Belagerer / lernte ich / mein Herz immer kürzer zu halten / Das dauerte lange / Jetzt nach Jahren der Übung / versagt mein Herz / und ich sehe im Sterben das Land / als hätte nur ich / mich belagert / von innen / und hätte gesiegt: / Alles leer / Weit und breit / keine Sturmleitern / keine Feinde.“

Niemand wäre von Russland bedroht

Wenn wir friedlich und freundlich mit Russland umgingen und keine westlichen Bereicherungsstrategen die Welt für sich alleine in Anspruch nähmen, wäre niemand von Russland oder China bedroht. Der Westen hat weit über 700 Militärstützpunkte über die Welt verteilt. Russland weniger als ein Dutzend und China nur einen einzigen (18). Aber die narzisstischen und psychopathischen Bereicherungsgewinner wollen nicht friedliche Eintracht zwischen Europa und Russland und China. Sie hassen diese Perspektive des Friedens wie der Teufel das Weihwasser, weil sie glauben, dass so ihre Felle davonschwimmen würden. Vielleicht würden ihre Felle tatsächlich davonschwimmen, aber danach kann eine viel bessere Welt kommen.

Haben wir also keine Chance?

Eine Gesellschaft von Normopathen, geleitet von Narzissten und Psychopathen, hat keine Chance. Was wir aber nicht vergessen sollen: Das Leben hat uns trotz allem die Lebendigkeit geschenkt. Die Menschlichkeit und auch die Nächstenliebe sind eine wunderbar große Kraft, sonst gäbe es sie heute gar nicht mehr, was aber nicht der Fall ist. Man kann immer aus der Trance aufwachen, sobald man einen Zipfel des Tuches der manipulierten Wahrnehmung zu lüften beginnt. Und wenn die Bedrohung groß ist, kann es vielleicht auch schnell gehen. Arbeiten wir weiter gelassen und zielgerichtet daran. Millionen müssen es rechtzeitig begreifen (54). Das ist die Chance.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Dr. Peter F. Mayer auf TKP: https://tkp.at/2022/09/28/westliche-experten-zur-militaerischen-situation-in-der-ukraine-nach-den-referenden-in-4-gebieten/

(2) https://www.anti-spiegel.ru/2022/putins-rede-zur-verkuendung-der-teilmobilisierung-im-o-ton/?doing_wp_cron=1663913639.5827078819274902343750

(3) RIA Novosti vom 30. September 2022: https://ria.ru/20220930/naryshkin-1820773571.html - maschinelle Übersetzung

(4) https://www.tagesschau.de/ausland/kampfpanzer-deutschland-osteuropa-101.html

(5) „Scholz' SPD-Parteifreund Michael Roth nahm eine Idee der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR) auf, um das zu ändern: 13 europäische Staaten besäßen den Kampfpanzer Leopard 2: ,Warum schließen wir uns nicht zusammen? Jedes Land liefert einen bestimmten Bestandteil‘, schlug Roth vor.“
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/stoltenberg-un-ukraine-russland-teilmobilmachung-101.html

(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Explosionen_der_Nord-Stream-Pipelines#cite_note-4 ; https://www.mdr.de/nachrichten/welt/wirtschaft/viertes-pipeline-leck-nord-stream-ostsee-100.html

(7) Hannes Hofbauer: https://tkp.at/2022/09/29/immer-tiefer-in-den-krieg-worauf-der-anschlag-auf-nord-stream-zielt/
TKP: https://tkp.at/2022/09/28/wer-hat-europas-energieversorgung-gesprengt/
Anselm Lenz: https://apolut.net/usa-zerstoerten-versorgungsleitungen-in-der-ostsee-von-anselm-lenz/
Dagmar Henn: https://www.facebook.com/dagmar.henn.92/

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(8) Vergleiche unter anderem Daniele Ganser: „Imperium USA“, Orell Füssli Verlag 2020, Kapitel 12.

(9) Daniele Ganser, ebenda, Kapitel 7

(10) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/stoltenberg-un-ukraine-russland-teilmobilmachung-101.html
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-morgenecho-medienschau/audio-wendung-im-ukraine-krieg---forderungen-nach-deutschen-waffen-100.html
Immerhin: „Ein Kommentator des Wall Street Journal sieht nach den ukrainischen Geländegewinnen am Wochenende die Gefahr, dass Putin Atomwaffen einsetzen oder versuchen wird, die Nato direkt in den Konflikt hineinzuziehen.“ https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-story-50427.html

(11) Der französische Sozialist Jean Jaurès hat es treffend formuliert: „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.“ https://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/487.kapitalismus-heisst-krieg.html

Friedensjournal: „Kapitalismus, Krise und Krieg“
https://www.rosalux.de/publikation/id/897/kapitalismus-krise-und-krieg

(12) Zum Beispiel hier, aus dem Jahr 2019: „Der neue Kalte Krieg und die geplante Eskalation des Konflikts USA/Europa versus Russland“, Vladimir P. Kozin in: Ullrich Mies, „Der Tiefe Staat schlägt zu“, Promedia 2019

(13) Russell-Einstein-Manifest: Einstein am 24 Mai 1946,  https://www.pressenza.com/de/2020/07/erinnert-euch-an-eure-menschlichkeit-jahrestage-des-russell-einstein-manifests-des-igh-urteils-und-des-bombenangriffs-auf-rainbow-warrior/ 
Reiner Braun und Horst Trapp — Würdigung des Krefelder Appells 2020, 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung: „Die Gefahr eines die Menschheit und den Planeten Erde vernichtenden Atomkrieges ist aktueller denn je, so auch die Meinung vieler Nobelpreisträger, die die Doomsday clock (Atomuhr) auf 100 Sekunden vor 12 Uhr vorstellten. Sie wollen damit verdeutlichen, dass die Atomkriegsgefahr noch nie so groß war, besonders angesichts der neuen punktgenauen, schneller ihr Ziel erreichenden Atomwaffen, den Plänen zur regionalen Atomkriegsführung, der Gefahren eines Atomkrieges aus Versehen, der weiteren Verbreitung der Atomwaffen und der Terroristengefahren. Die Abwehr der humanitären Katastrophe durch einen Einsatz von schon wenigen Atomwaffen bleibt eine, wenn nicht die zentrale Herausforderung für die Friedensbewegungen weltweit — gerade jetzt nach dem großen Erfolg, dass der Atomwaffenverbotsvertrag in weniger als 90 Tagen juristisch in Kraft tritt. Dieser Vertrag bekommt aber sicher erst seine vollständige politische Wirkung, wenn es gelingt, die Atomwaffenstaaten, die sogenannten Länder unter dem US-Atomwaffenschirm wie Japan oder Südkorea bzw. Länder mit nuklearer Teilhabe wie Deutschland oder Italien und wichtige Schwellenländer (Argentinien, Brasilien, Philippinen), zur Unterzeichnung zu bewegen.“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=66794 

(14) https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/theresa-may-nuclear-weapons-first-strike-michael-fallon-general-election-jeremy-corbyn-trident-labour-cnd-a7698621.html

(15) Hermann Ploppa auf Apolut: https://apolut.net/droht-putin-ein-afghanistan-2-0-von-hermann-ploppa/
https://www.heise.de/tp/features/Atomwaffen-Ich-bin-bereit-es-zu-tun-7257997.html
https://www.heise.de/tp/features/Atomarer-Schlagabtausch-Folgen-einer-800-Kilotonnen-Explosion-in-Deutschland-6136578.html
acTVism Munich: Geständnisse eines Atomkriegsplaners - Interview mit Whistleblower Daniel Ellsberg
https://www.youtube.com/watch?v=9PXrn5QnGMI

(16) Zum Beispiel hier: https://www.heise.de/tp/features/Pentagon-Erst-Einsatz-von-Atomwaffen-kann-hilfreich-sein-4453359.html

(17) Hier als Beispiel die Aussage einer Studie der RAND-Cooperation 2019: „Dieser Kurzbericht fasst einen Bericht zusammen, der umfassend gewaltfreie, kostenintensive Optionen untersucht, die die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in allen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bereichen verfolgen könnten, um Russlands Wirtschaft und Streitkräfte sowie das politische Ansehen des Regimes im In- und Ausland zu belasten — zu überfordern und aus dem Gleichgewicht zu bringen.“ https://www.rand.org/pubs/research_briefs/RB10014.html
Auch in diesem Artikel der Moscow Times schreibt ein RAND-Schreiber offen über die Regime-Change-Möglichkeiten in Russland: https://www.themoscowtimes.com/2022/03/18/if-regime-change-came-to-moscow-a76986

(18) Vergleich der Militärstützpunkte außerhalb des eigenen Landes:

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Diese Karte zeigt Militärstützpunkte und militärische Einflusszonen außerhalb des eigenen Landes in anderen Ländern. Das jeweils eigene Land — USA, RU, CN — ist weiß belassen. In Blau gehalten sind Länder, die sich für westliche Militärstützpunkte von USA, GB und FR zur Verfügung stellen. Rot sind Länder dargestellt, die ausschließlich russische Militärstützpunkte aufweisen. Und gelb sind solche Länder dargestellt, die ausschließlich chinesische Militärstützpunkte beherbergen. Diese Länder kann man auf der Karte aber nicht finden, weil es keine solchen Länder gibt! Länder mit Stützpunkten mehrerer Großmächte sind grün — USA und Russland — und türkis — mehrere Länder und China auf Dschibuti — hervorgehoben. Die Karte zeigt die Situation von 2017, die sich aber nicht wesentlich geändert hat, auch wenn der ökonomische und politische Einfluss von China und Russland vor allem in Afrika seither größer geworden ist.

Auch ein Vergleich der Militärausgaben zeigt, dass die Idee der Aufrüstung und des Krieges, vor allem in den westlichen Staaten hochgehalten wird — vorangetrieben vom parasitären militärisch-industriellen Komplex:

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Während nach den Angaben von Sipri () die Militärausgaben der 30 NATO-Staaten sich 2020 auf die unfassbare Summe von 1,1 Billionen US-Dollar beliefen, gab Russland gerade mal ein Achtzehntel dieser Summe aus! Bezieht man die Staaten, die die Regierung der USA offiziell mit dem Status „für die USA wichtig“ versehen hat () in den „westlichen Block“ mit ein, so gibt dieser Westen 1,3 Billionen US-Dollar für die Kriegsbereitschaft aus, das sind 21-mal so hohe Ausgaben wie jene Russlands. Und noch ist es diesem „Friedens- und Werte-Westen“ nicht genug und ein historisch schwerst belastetes Deutschland verkündet, ein „Sondervermögen“ für das Militär zu schaffen. Wer da nicht versteht, dass das alles nur auf eine Apokalypse zutreiben kann, der ist blind oder eben doch in Hoffnung, militärisch irgendwie siegen zu können, um das „Ende der Geschichte“ doch noch herbeizuführen.
(
) https://sipri.org/sites/default/files/SIPRI-Milex-data-1949-2020_0.xlsx
(**)https://de.wikipedia.org/wiki/Major_non-NATO_ally#Gelistete_L%C3%A4nder

(19) Wolfgang Effenberger: „Zugleich scheint die Umsetzung des US-Langzeitstrategiepapiers TRADOC 525.3.1 „Win in a Complex Word 2020-2040“ aus dem Jahr 2014 erfolgreich angelaufen zu sein. Darin werden die US-Streitkräfte angewiesen, vorrangig die von Russland und China ausgehende Bedrohung abzubauen — eine euphemistische Umschreibung für Krieg.“ https://apolut.net/das-wunder-von-charkiw-wendepunkt-im-krieg-von-wolfgang-effenberger/

Wolfgang Effenberger: „Geo-Imperialismus: Die Zerstörung der Welt“, Kopp-Verlag 2016

(20) John Pilger auf Rubikon: „Die Lämmer zum Schweigen bringen.“
https://www.rubikon.news/artikel/die-lammer-zum-schweigen-bringen

(21) „Die Blutspur der US-geführten Kriege seit 9/11“ von Nicolas J.S. Davies und „Die weltweite US-Kriegspolitik“ von Mohssen Massarrat in: Ullrich Mies, „Der Tiefe Staat schlägt zu“, Promedia 2019

(22) Rede von Lawrow auf der 77. UNO-Hauptversammlung:
https://www.anti-spiegel.ru/2022/kampfansage-von-aussenminister-lawrow-an-den-westen-in-der-uno-vollversammlung/?doing_wp_cron=1664359033.3496220111846923828125

(23) Anti-Spiegel: https://www.anti-spiegel.ru/2022/putins-rede-zur-vereinigung-russlands-mit-den-ehemals-ukrainischen-gebieten/

(24) https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-09/annexionen-wladimir-putin-rede-drohungen

(25) https://www.puls24.at/news/politik/so-reagiert-die-welt-auf-wladimir-putin-ein-wirrer-faschist-mit-atomwaffen/277054

(26) https://twitter.com/trussliz/status/1575799477037850625

(27) „Vertrag (Entwurf) zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Russischen Föderation über Sicherheitsgarantien“ (englisch, drei Seiten): https://mid.ru/ru/foreign_policy/rso/nato/1790818/?lang=en Ich empfehle sehr, diesen Vertragstext zu lesen! Die Russische Föderation forderte in dem Vertragsentwurf vom 17. Dezember 2021 Sicherheit durch Abrüstung. Sie verlangte, dass die Atomwaffen in allen Ländern nur auf den Territorien des eigenen Landes stehen dürfen und dass die NATO die Aufnahme neuer Mitglieder in Nachbarländern Russlands stoppt. Das Angebot der Neutralität der Ukraine hätte aber gewiss verhindert, dass es zum Krieg gekommen wäre.

(28) Heise, Peter Decker: https://www.heise.de/tp/features/Die-Antwort-der-USA-6631915.html?seite=all

(29) Europa wurde gar nicht gefragt! https://www.sueddeutsche.de/meinung/russland-usa-eu-1.5498956
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/stumme-europaeer-5632/

(30) https://www.theguardian.com/world/video/2014/feb/07/eu-us-diplomat-victoria-nuland-phonecall-leaked-video
Dr. Daniele Ganser: Ukraine — Hätte man den Krieg verhindern können? Bettina Geitner am 13. Juni 22

(31) https://apolut.net/das-gegenmodell-zur-nwo-des-westens-von-jochen-mitschka/

(32) Artikel 56 des Grundgesetzes Deutschlands https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html

(33) https://www.globaltimes.cn/page/202209/1275933.shtml

(34) „Die Schlafwandler - Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“
https://www.deutschlandfunk.de/die-schlafwandler-wie-europa-in-den-ersten-weltkrieg-zog-100.html

(35) Die Lämmer zum Schweigen bringen, John Pilger: https://www.rubikon.news/artikel/die-lammer-zum-schweigen-bringen

(36) Auch „Mainstream-Medien“ sind veranlasst zu berichten: https://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/20220926_1930/brandenburger-montagsdemos-mehr-zulauf-frankfurt.html

Prag eröffnet heißen Herbst: https://apolut.net/prag-eroeffnete-heissen-herbst-donnerstag-in-berlin-von-anselm-lenz/

(37)

Bild

Regel 1:
Die Möglichkeit, aus Eigentum Reichtum zu machen, wird mit einer radikalen Obergrenze für jegliches Einkommen versehen!
Ein wirklich ehrlich erarbeitetes Einkommen — wo immer es herkommt — kann nicht um ein Hundertfaches höher sein als ein Mindesteinkommen, das für einfache, tatsächlich ehrliche Arbeit gilt. Deshalb: Es muss ein Höchsteinkommen in Relation zu einem Mindesteinkommen geben!
Dabei gilt: Besser, im Sinne wirklicher Gerechtigkeit, die strikte Kontrolle eines Höchsteinkommens, als die zum Faschismus tendierende Kontrolle über die Bevölkerung durch die Bereicherungsoligarchie in allen anderen Bereichen, wie wir es heute immer stärker sehen.
Dazu: Wir können nicht das große Eigentum einfach zerschlagen. Das geht nur über eine zutiefst blutige Revolution, die wie ein Krieg alles zerstört. Mag das meiste dieses monopolistischen Eigentums auch durch Betrug erlangt worden sein — bisher war es „legal“. Aber wir können mit demokratischen Regeln das große Eigentum — und nur das ist gemeint — mit Einkommensschranken versehen, die herausstreichen, dass Eigentum vor allem verpflichtet. Mancher wird dann vielleicht sein sozusagen nutzlos gewordenes Monopol freiwillig aufgeben und es besser geeigneten neuen Verantwortlichen übergeben, die anerkennen, dass nicht die persönliche Bereicherung das Ziel ist, sondern eine Gemeinwohlökonomie, die allen dient.
Regel 2:
Geld darf nicht mehr die Welt regieren. Geld muss die wirtschaftlichen Transaktionen vermitteln — und zwar gerecht, was nur heißen kann, dass das Maß für diese Gerechtigkeit nur die wirklich ehrlich geleistete Arbeit sein kann. Geld kann nicht arbeiten. Und wenn es sich heute ständig ohne Arbeit wie durch Zauberhand vermehrt und schier unendlichen Reichtum in privater Hand schafft, so ist dieses „Reichtumsgeld“ eben kein Geld im eigentlichen Sinn, sondern Betrugsgeld.
Die Lösung ist sehr einfach: Wann immer Geld aus dem Nichts geschaffen wird — und Geld wird fast immer aus dem Nichts erschaffen —, muss dieses Geld auf alle Menschen eines Währungsraumes aufgeteilt werden. Der Mechanismus, dass Geld aus dem Nichts geschaffen wird und direkt oder indirekt zur Bereicherungsoligarchie wandert, muss sofort und radikal unterbunden werden. Dadurch wird die Möglichkeit, sich durch Geldproduktion zu bereichern, ohne dass man irgendeine Arbeit zu Gunsten der Menschen geleistet hat, ein für alle Mal beendet.
Regel 3:
Alles hängt an der Frage: Wer entscheidet über die Investitionen? Die Investitionen gestalten auf materieller Ebene die Zukunft. Bloß weil Aktionäre einen Konzern in eine Position gebracht haben, wo dieser Konzern Tribut auf große Teile der Menschheit legen kann, und die Aktionäre so riesigen Reichtum anhäufen können, hat dieser Konzern nicht die geringste Legitimation über die Investitionen zu entscheiden, die in Wahrheit nichts anders sind als eine gesellschaftliche Entscheidung, wo zukünftige Arbeit hingehen soll. Dasselbe gilt für die Macht, die sich mit den Monopolen verbindet. Die Macht der Monopole ist nicht naturgegeben, sondern durch Regeln gemacht.
Es muss die Demokratie endlich in der Ökonomie umgesetzt werden. Das geht vor allem über die Entscheidung, wohin die Investitionen unter welchen Auflagen fließen sollen. Diese Entscheidung kann weder ein anonymer Staat noch das profitierende Eigentum durch seine Banken selbst treffen. Auch die „sozialistische Revolution“ ist dafür nicht notwendig. Eher schon eine zutiefst demokratische, aber auch soziale Revolution. Endlich eine solche, die die ökonomische und die Geldmacht demokratischen Regeln unterwirft, ohne deshalb die Freiheit der sich selbst organisierenden Produzenten abzuwürgen.
Ein neuer Weg ist möglich. Es ist ein großer Schritt notwendig. Wir brauchen kein profitorientiertes Finanzsystem. Wir brauchen keine Aktien- oder Derivatemärkte. Wir brauchen nicht BlackRock oder Banken, die Kredite vergeben, wenn Investitionsgelder durch direkte Demokratie vergeben werden. Das soll heißen, es müssen beispielsweise neu zu schaffende, vom Staat und vom großen Eigentum unabhängige, dem Lobbyismus entzogene demokratische Zufallskomitees gegründet werden, die für die Gesellschaft entscheiden, wo das Geld hingehen soll.
Soweit also eine kurze Skizze einer neuen Zukunftsperspektive, die ich hier zur Erörterung, zur Überlegung, zur Diskussion, zur Beratschlagung vorbringen möchte.

(38) Auf Twitter findet sich dazu dieses „erbauliche“ Bild:

Bild

https://twitter.com/lana_my/status/1502726276943171585/photo/1

(39) Rubikon, „Neue Debatte“: „Jeden Tag verrecken Menschen durch in Deutschland produzierte Waffen in Kriegen im Jemen, Mexiko, Afghanistan oder Syrien … und Tausende werden von US-amerikanischen Drohnen, die von Deutschland aus gesteuert werden, im Nahen Osten in Stücke zerfetzt …“ https://www.rubikon.news/artikel/das-alltagliche-blutbad

(40) https://www.nachdenkseiten.de/?p=87416
Nils Melzer: Der Fall Julian Assange: Geschichte einer Verfolgung — Der spektakuläre Report des UNO-Sonderberichterstatters für Folter, Piper Verlag 2022
(41) https://infobrics.org/post/36073/

(42) Fabian Scheidler: „Das Ende der Megamaschine“, Promedia Verlag

(43) Jean Leadloff: „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“, C.H. Beck Verlag

(44) Dr. Hans-Joachim Maaz: Normopathie und Angstgesellschaft; siehe beispielsweise: https://www.youtube.com/watch?v=zOOgHIcjRBA

(45) Michael Lehofer: „Mit mir SEIN — Selbstliebe als Basis für Begegnung und Beziehung“, Braumüller Verlag 2017, 2021, Seite 63

(46) Die Puppenspieler, Elke Sagmeister: https://www.youtube.com/watch?v=ymFS6MlRJKE

(47) Jens Wernicke: „Lügen die Medien?“, Westend Verlag 2017

(48) Michel Lehofer, ebenda, Seite 89

(49) Michel Lehofer, ebenda Seite 90

(50) Michel Lehofer, ebenda, Seite 96

(51) Hans-Joachim Maaz: „Angstgesellschaft“, Frank & Timme Verlag, 2022

(52) Naomi Klein; „Die Schock-Strategie“, Fischer Taschenbuch Verlag 2009, 2016

(53) Erich Fried, „Bereit sein war alles“ — in: „Als ich mich nach dir verzehrte, Gedichte der Liebe“, Wagenbuch Verlag 1990 https://www.youtube.com/watch?v=NIwN-qUQY4c

(54) Tobias Riedel: „Terror gegen Pipelines könnte Proteste gegen Medien, Regierung und USA auch anfachen.“ NachDenkSeiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88662

(55) Dieser durchaus „westlich“ orientierte Artikel des Autors Jeremy Shapiro, „We are on a path to nuclear war“ auf der Plattform „War on the Rocks“, zeigt ein sehr lesenswertes „realistisches Szenario“, wie sich eine Eskalationsspirale entwickeln könnte: https://warontherocks.com/2022/10/the-end-of-the-world-is-nigh/?s=35

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